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Der letzte Granatapfel

(Autor)

Buch | Hardcover
320 Seiten
2016
Unionsverlag
978-3-293-00499-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der letzte Granatapfel - Bachtyar Ali
CHF 29,95 inkl. MwSt
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An Bord eines Bootes, das ihn zusammen mit anderen Flüchtlingen in den Westen bringen soll, erzählt Muzafari Subhdam seine Geschichte. Selbst ein hochrangiger Peschmerga, rettete er dem legendären kurdischen Revolutionsführer einst das Leben, als sie von Truppen des Regimes umstellt waren. Er aber geriet in 21-jährige Gefangenschaft, mitten in der Wüste.

Wieder in Freiheit, begibt er sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist. Eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse und zu Personen, die ihm dabei helfen, seinen verschollenen Sohn zu finden. Eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den Tausende schon vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen.
Dieser Roman von scharfer Aktualität und berückender Poesie erzählt von verwunschenen Schlössern, von Bienenschwärmen und Honigsammlern, von Kindern auf Schlachtfeldern, von den weißen Schwestern, die mit ihren Liedern den Bazar verzaubern, von Freiheitskämpfern, die zu Fürsten werden, von Seelen in schwarzer Trauer – und von einem Jungen mit Namen Glasherz, der von einer Welt träumt, in der alles durchsichtig und rein ist.

An Bord eines Bootes, das ihn zusammen mit anderen Flüchtlingen in den Westen bringen soll, erzählt Muzafari Subhdam seine Geschichte. Selbst ein hochrangiger Peschmerga, rettete er dem legendären kurdischen Revolutionsführer einst das Leben, als sie von Truppen des Regimes umstellt waren. Er aber geriet in 21-jährige Gefangenschaft, mitten in der Wüste.

Sein ehemaliger Anführer Jakobi Snauber steht tief in seiner Schuld. Mithilfe eines Gefangenenaustauschs lässt er seinen Freund aus der Gefangenschaft zurückholen. Er bringt ihn in sein Schloss, weitab der zerstörten kurdischen Regionen und des gebeutelten Volkes. Muzafari Subhdam soll nichts erfahren von den Verwüstungen, die der Diktator und auch die zwei kurdischen Großparteien angerichtet haben, von Flucht und Tod so vieler Menschen.

Doch Muzafari Subhdam begibt sich auf eine Reise durch das, was aus seinem Land geworden ist. Eine Reise durch Geschichten, Geheimnisse und zu Personen, die ihm dabei helfen, seinen verschollenen Sohn zu finden. Eine Reise, die ihn schließlich auf den Weg führt, den Tausende schon vor ihm genommen haben: übers Mittelmeer in den Westen.

Bachtyar Ali wurde 1960 in Sulaimaniyya (Nordirak) geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband Gunah w Karnaval (Sünde und Karneval) erschien 1992. Sein Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Er lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Deutschland.

Ute Cantera-Lang, geboren 1974 in Erlangen, lebt seit vielen Jahren in Österreich. Sie studierte Musik an der Kunstuniversität in Graz. Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten zu Dolmetschtätigkeiten in Spanisch und Englisch. Gemeinsam mit Rawezh Salim übersetzt sie aus dem Kurdischen (Sorani).

Rawezh Salim, geboren 1973 im kurdischen Teil des Irak, studierte Translationswissenschaften in Österreich und in England. Er arbeitet als Übersetzer und Dolmetscher in verschiedenen Bereichen für die Sprachen Deutsch, Kurdisch und Arabisch. In seinem Beruf als Bautechniker ist er in Österreich und im arabisch- und kurdischsprachigen Raum tätig.

Das Buch ist ein Paukenschlag, einer der intensivsten Texte aus dem orientalischen Raum, die seit Langem zu lesen waren. Sofort versteht man, warum der Autor in seiner Heimat Kultstatus genießt. Wie konnte ein solches Buch, ein solcher Autor sich vor unserem Buchmarkt so lange verbergen? Wir werden noch viel von ihm hören und lesen. Stefan Weidner, Süddeutsche Zeitung, München

Der Sommerhit des Jahres! Die Aktualität der realen Geschichte macht die fiktionale Geschichte greifbar und wühlt mit jeder Zeile das Leserherz auf. Karsten Koblo, auserlesen.de

Vor dem Leser wird das ganze Inferno der vergangenen Jahrzehnte irakisch-kurdischer Geschichte ausgebreitet. Daneben ist es ein ständiges Reflektieren über das Wesen und die Abgründe des menschlichen Seins, ein wahrhaft philosophisches und kompromisslos humanes Buch. Märchenhafte magische Motive und eine orientalisch bildhafte Sprache kontrastieren mit einem schonungslosen Realismus. Ein beeindruckender, berührender und zum Nachdenken anregender Roman. Helmer Passon, Borromäusverein e.V., Bonn

Ein komplexes, literarisch anspruchsvolles, durchaus auch irritierendes Buch, keine Handreichung à la »Kurdistan in einem Roman erklärt«, sondern selbst eine Irrfahrt: durch Geschichte und Gegenwart, durch eine Wirklichkeit, in der die Grenzen von Wachheit und Albtraum zerfliessen. Martin Ebel, Tagesanzeiger, Zürich

Für viele seiner Landsleute ist er das Gewissen eines katastrophengebeutelten Volkes. Dieser Roman hat das Zeug, in den Rang der Pflichtlektüre erhoben zu werden. ORF TV

Der Roman des in Deutschland lebenden Autors erzählt von einer alptraumhaften Suche eines Vaters nach seinem Sohn in Kurdistan. Die Geschichte ist ebenso grausam wie berührend und zutiefst menschlich. Gewalt und Leid werden dabei, anders als häufig in den orientalischen Literaturen der Gegenwart, von Bachtyar Ali nie ästhetisiert, sie taugen nicht für Voyeurismus oder einen schnellen Kick. So bekommen Alis Figuren eine Würde, die auch die Erzählhaltung selbst auszeichnet und die ihren zutiefst humanen Ton begründet. Man wohnt staunend der Wiederverzauberung der Welt von ihrem tiefsten, elendsten Punkt aus bei, einer Manifestation der Menschlichkeit angesichts der größten Verzweiflung. Nach der Lektüre dieses Romans darf man erwarten, noch viel von diesem Autor zu hören und zu lesen. Stefan Weidner, Deutschlandradio

Seine Sprache ist bildgewaltig, fantastisch und sehr lyrisch – die Grenzen zwischen realistischer Geschichtsbeschreibung und Fantasie verschwimmen. Das Buch entfaltet eine helle, gesellschaftskritische Kraft. Es ist seltsam, dass dieser Schriftsteller, der seit achtzehn Jahren in Deutschland lebt, noch nicht in einem deutschen Feuilleton aufgetaucht ist. Die literarische Welt hat Nachholbedarf in Sachen Globalisierung. Uli Kreikebaum, Kölner Stadt-Anzeiger

Bachtyar Ali steigt in Der letzte Granatapfel ein, als erzählte er ein mesopotamisches Märchen. Das ist nur ein Grund dafür, dass sein Buch eine so wunderbare Schöpfung geworden ist. Über seiner zeitlosen Erzählung schwebt die Realität, die sich dem Leser nicht aufdrängt. Trotzdem erkennt er, welche Grausamkeiten sich auf diesem Flecken Erde in jüngerer Zeit abgespielt haben. Duygu Özkan, Die Presse, Wien

Zwanzig Jahre lebte der Erzählmagier aus Kurdistan unentdeckt in Deutschland. Nun legt der Unionsverlag seine bildmächtige Parabel über die Unterdrückung und den Bruderzwist der irakischen Kurden vor. Die Erzählung überspannt rund zwei Jahrzehnte, doch hebt Ali seine Erzählung weitgehend aus der Verankerung in der Realität und malt eine Phantasmagorie aus Rauch und Licht. Er lotet den Bruch aus, der die im Widerstandskampf gestählten und im kurdischen Bruderkrieg schuldig gewordenen Väter von ihren Kindern trennt, die auf der verbrannten Erde dieser Heimat aufwachsen mussten; einen Abgrund, in dem die Söhne vor den Vätern sterben und diese ratlos mit der Liebesschuld ringen, die sie gegenüber ihren Kindern nie einlösen konnten. Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung

Erscheinungsdatum
Übersetzer Ute Cantera-Lang, Rawezh Salim
Verlagsort Zürich
Sprache deutsch
Original-Titel Dwahamin Hanarai Danya
Gewicht 497 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Belletristik in Übersetzung • Bürgerkrieg • Diktatur • Flucht / Flüchtling; Romane/Erzählungen • Flüchtling; Romane/Erzählungen • Flüchtlinge • Flüchtling; Romane/Erzählungen • Freiheitskampf • Irak • Krieg • Kurden • Migration • Migration, Einwanderung und Auswanderung • Mittelmeer • Moderne und zeitgenössische Belletristik • Revolution
ISBN-10 3-293-00499-7 / 3293004997
ISBN-13 978-3-293-00499-3 / 9783293004993
Zustand Neuware
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