Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 1199 (eBook)

In den Klauen des Ghouls

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3933-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1199 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

In den Klauen des Ghouls.

Plötzlich roch es nach Moder!

Und das in einer Reinigung. Glenda Perkins verstand die Welt nicht mehr, bis sie die Quelle des Geruchs erkannte. Es war eine Hose, die von einer Frau gebracht worden war.

Glendas Neugierde war geweckt. Sie nahm die Spur der Frau auf, ohne zu wissen, was sie sich damit angetan hatte. Schon bald befand sie sich in den Klauen des Ghouls.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

In den Klauen des Ghouls


Plötzlich roch es nach Moder!

Ich spinne!, dachte Glenda Perkins und schaute sich vorsichtig um. Die Tüte mit der Bluse und den beiden Sommerhosen hatte sie vor sich auf die Theke der Reinigung gelegt.

Der Geruch war da und blieb. »Also doch nicht getäuscht«, flüsterte sie vor sich hin und schaute über die Theke hinweg, wo Helma Kilrain stand, die resolute 40-jährige Besitzerin der Reinigung. Sie war damit beschäftigt, eine lange Hose zusammenzufalten, die eine Kundin vor wenigen Sekunden abgegeben hatte.

In einer Reinigung riecht es nicht nach Moder, sondern nach irgendwelchen Chemikalien und Seifen. Auf keinen Fall nach Moder … nach Verwesendem … nach Leichen …

Glenda war Stammkundin der Reinigung und konnte sich schon einen lockeren Ton erlauben. »Riechen Sie nichts, Helma?«

Die rundliche Frau schaute hoch. »Nein, wonach sollte es denn riechen? Es riecht wie immer. Außerdem habe ich einen Schnupfen. Meine Nase sitzt zu. Da bin ich sowieso gestört. Wonach sollte es Ihrer Meinung nach denn riechen?«

Glenda wollte nicht die Wahrheit sagen. »Etwas komisch hat es gerochen.«

»Damit kann ich nicht viel anfangen.«

»Ich weiß.«

Glenda hatte sich am Rand der Theke zur Seite geschoben. Im Hintergrund standen die Drehständer mit den aufgehängten Kleidungsstücken. Durch eine weitere Tür konnte man in einen Anbau gelangen, wo Helmas Mann sich um die praktische Seite des Geschäfts kümmerte und die Kleidungsstücke der chemischen Reinigung unterzog.

Glendas Blick fiel auf die Hose. Sie war für sie das Zentrum des Gestanks. Der schwarze Stoff glänzte und war speckig. Wer diese Hose trug, der brachte alles auf die Waage, nur kein Normalgewicht. In dieses Kleidungsstück hätten drei Personen von Glendas Ausmaßen hineingepasst. Die Frau, die die Hose gebracht hatte, war Glenda zuvor noch nicht begegnet. Sie versuchte, sich das Aussehen der Person in Erinnerung zu rufen. Viel war da nicht zurückgeblieben. Die Frau hatte einen roten flauschigen Mantel getragen, das war alles. Von ihrer Größe oder ihrem Gesicht hatte sie nichts behalten.

»Mögen Sie die Hose, Glenda?«

»Warum?«

»Ha, weil Sie sie so anstarren.«

»Sie ist übergroß.«

»Stimmt.«

»Das war die Kundin aber nicht?«

»Nein, ihr gehört die Hose ja auch nicht.«

»Klar, das hätte ich mir denken können. Kennen Sie die Frau namentlich?«

»Klar. Sie heißt Betty Brown.«

»Und wohnt auch hier in der Nähe?«

»Klar, ein paar Straßen weiter. Das ist fast wie bei Ihnen, Glenda.«

»Und den Sohn kennen Sie auch?«

»Nein, den habe ich noch nie gesehen. Sie hat ihn mir vorenthalten.«

»Warum?«

»Keine Ahnung.« Helma Kilrain hob die Schultern. »Er hat einen verdammt mächtigen Körper und scheint keine Schönheit zu sein. Hin und wieder bringt Betty mir seine Sachen. Sie werden hier gereinigt, und das ist alles.«

»Aber die Hose riecht so seltsam«, sagte Glenda und schüttelte sich. »Sie dürfen mich nicht falsch verstehen, aber ich nehme den Geruch schon wahr.«

Nein, Helma Kilrain wurde nicht ärgerlich. Sie schaute Glenda nur etwas misstrauisch an und rieb mit einem Finger über den Damenbart über ihrer Oberlippe. »Was wollen Sie eigentlich damit sagen, Glenda? Was stört Sie so?«

Glenda fühlte sich in die Defensive gedrängt. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Mit der Wahrheit konnte sie schlecht herausrücken, aber ihr fiel auch keine gute Ausrede ein.

»Sagen Sie doch endlich, was ist, Glenda!«, forderte Helma sie auf.

»Für mich riecht sie nach Moder!«

Jetzt war es heraus, und Glenda wartete auf die Reaktion der anderen Frau. Sie tat zunächst nur sehr wenig. Sie strich mit einer Hand über den Stoff hinweg und fragte dabei: »Was ist denn Moder genau? Meinen Sie damit Dreck oder so?«

»Nein …«

»Was dann?«

Glenda zuckte die Achseln. »Sagen wir so. Es riecht nach etwas Altem oder Verwestem.«

Erst wusste Helma Kilrain nicht, wie sie reagieren sollte. Dann begann sie zu lachen. Es klang unnatürlich, schrill und leicht wütend. »Im Ernst, Glenda, wir kennen uns schon länger. Man kann mir auch vieles nachsagen, aber dass es hier nach Moder riecht, das ist schon ein Hammer.«

»Moment, Moment, ich meine ja nicht, dass es hier in der Reinigung nach Moder riecht.« Glenda deutete auf die Hose. »Diese hier stinkt wirklich eklig.«

Helma sagte zunächst nichts. Sie hob die Hose an und hielt sie in die Nähe ihrer Nase. »Wie gesagt, ich bin …«

Das letzte Wort bekam sie nicht mehr heraus. Sie ließ die Hose wieder auf die Theke fallen. »Ja, verflixt, Sie haben Recht. Das Ding riecht tatsächlich komisch. Sogar ich merke das, obwohl ich verschnupft bin.« Sie schüttelte den Kopf. »Das ist seltsam.« Sie trat einen Schritt zurück. »Das verstehe ich nicht.«

»Ist aber so!«

»Klar, das glaube ich Ihnen, Glenda. Ich frage mich jetzt nur, wo jemand mit der Hose herumgerutscht ist. Auf einem Friedhof oder so? Vielleicht auch im Schlamm.«

»Kann alles sein.«

Mrs. Kilrain nahm das Kleidungsstück wieder hoch. Jetzt allerdings mit spitzen Fingern. Sie drehte es einige Male herum, weil sie alles genau betrachten wollte. Dann schüttelte sie den Kopf. »Das ist komisch …«

»Was meinen Sie?«

Helma Kilrain schaute Glenda an. »Dass die Hose nicht schmutzig ist. Normalerweise ist das anders. Ich bekomme die Klamotten manchmal, wenn sie aussehen wie die Sau. Sagt man doch – oder?«

»Kann sein.«

»Und diesmal nicht. Sie ist äußerlich nicht schmutzig. Ich sehe das mit einem Blick. Da ist nichts dran, was man reinigen müsste. Nur eben der Geruch.«

»Und der reicht.«

Die Hose fiel der Frau aus den Händen. Der Stoff war dunkel. Er glänzte, als wäre er abgesessen. Helma wirkte ratlos. »Das ist schon ungewöhnlich«, murmelte sie. »Da weiß ich gar nicht, was ich machen soll.«

»Reinigen.«

»Und dann verschwindet der Geruchmeinen Sie?«

Da konnte ihr Glenda auch keine konkrete Antwort geben. »Man kann es nur hoffen. Aber davon mal abgesehen, mich interessiert etwas anderes in diesem Fall.«

»Was denn?«

»Die Person, die Ihnen die Hose gebracht hat.«

»Das war Betty Brown.«

»Soweit okay. Nur hat sie die Hose ja nicht selbst getragen. Ich nehme an, dass sie ihrem Mann gehört.«

»Auf keinen Fall, Glenda.«

»Warum nicht?«

»Weil der Mann nicht mehr lebt.«

»Ach so …«

»Ja, sie ist Witwe.«

Glenda war etwas enttäuscht. Sie gab allerdings nicht auf und wollte wissen, wem die Hose dann gehören konnte.

»Ihrem Sohn Elmar. Mit dem lebt sie zusammen. Betty Brown und ihr Sohn Elmar leben gemeinsam in einer Wohnung.«

»Waren Sie schon mal dort?«

»Nein, aber mir ist aus Bettys Erzählungen bekannt, dass sie in einem Haus leben. Manche würden sagen, dass es ein Hinterhof ist. Das Haus grenzt praktisch an das Grundstück eines höheren Baus, in dem es auch eine Kneipe gibt.«

»Kennen Sie die Anschrift?«

»Klar.« Eine weitere Frage brauchte Glenda nicht zu stellen. Die Antwort erhielt sie auch so. So erfuhr Glenda, dass sie nicht weit zu gehen brauchte, praktisch nur bis zur nächsten Straßenecke. Fünfzig Meter weiter gab es die Kneipe oder den Pub mit dem Namen Dorsey’ Inn.

»Heißt der Besitzer Dorsey?«

»Ja, Frank Dorsey.«

»Den Sie kennen?«

Helma Kilrain lachte. »Nein, nur vom Sehen. Mein Mann trinkt dort hin und wieder ein Bier. Aber ich habe keine Lust. Das ist eine reine Männerbude. Um diese Zeit ist so gut wie nichts los. Am Abend tanzt da manchmal der Bär. Und wenn die Sperrstunde jetzt aufgehoben wird, dauert der Krach noch länger. Wir schlafen nach hinten raus. Wenn der Wind ungünstig steht, hören wir es.«

»Dann wird es für die Browns auch kein Vergnügen sein.«

Helma Kilrain winkte ab. »Die haben sich bestimmt daran gewöhnt.«

Es klingelte, und eine Kundin betrat den Laden. Bevor sich Helma ihr zuwandte, sprach sie ein paar letzte Worte mit Glenda. »Ich werde die Hose reinigen, und dann sehen wir weiter.«

Glenda nickte. »Wird wohl die beste Lösung sein.« Sie verabschiedete sich mit einem Winken und verließ den Laden.

Lächelnd hatte sie die Reinigung betreten, doch jetzt war ihr das Lächeln vergangen …

*

Glenda war einige Schritte nach rechts gegangen. Zumindest so weit, dass sie bei einem Blick durch das Schaufenster der Reinigung nicht mehr gesehen werden konnte. Dann blieb sie stehen und strich ihr Haar zurück, das der Wind durcheinander geweht hatte. Sie war sehr nachdenklich geworden.

Es gab den Geruch nach Moder. Dagegen konnte man nichts machen. Noch immer klebte er in ihrer Nase fest, und sie dachte weiterhin darüber nach.

Modergestank!

Das war nicht normal. Das deutete darauf hin, dass die Hose möglicherweise mit einer Leiche in Kontakt gekommen war. Glenda schauderte leicht zusammen, als ihr in den Sinn kam, dass die Hose von einem Toten getragen worden war, dessen Zustand schon den der Verwesung erreicht hatte.

Eigentlich eine völlig irreale Idee, doch Glenda dachte weiter. Sie gehörte zu den Menschen, die schon verdammt viel Absurdes erlebt hatten. Für sie gab es nichts, was es nicht gab. Menschliche Absurditäten, Abgründe der Seele, Dämonen, Vampire, das alles gehörte zu ihrem Alltag. Zumindest zum größten Teil in der Theorie. Aber sie war die Assistentin und Sekretärin eines...

Erscheint lt. Verlag 4.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • alfred bekker • Bastei • Bestseller • blutig • Clown • Dämon • Dämonenjäger • dan-shocker • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Extrem • Fortsetzungsroman • Frauen • Geisterjäger • grusel-geschichten • Gruselkabinett • Grusel-Krimi • Gruselroman • Grusel-Roman • Horror • Horror Bücher ab 18 • Horror-Roman • horrorserie • horror thriller • Horror-Thriller • Jason Dark • Julia-meyer • Kindle • Krimi • Kurzgeschichten • larry-brent • Lovecraft • Macabros • Männer • morland • neue-fälle • Paranomal • professor-zamorra • Professor Zamorra • Psycho • Roman-Heft • Serie • Sinclair • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller • Tony-Ballard • Top • Zombies
ISBN-10 3-8387-3933-7 / 3838739337
ISBN-13 978-3-8387-3933-5 / 9783838739335
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70