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John Sinclair 1198 (eBook)

Varunas Hexenreich

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3932-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1198 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Varunas Hexenreich.

Suko und ich waren zu Kelly O'Briens Beerdigung gegangen. Das waren wir der Toten einfach schuldig. Die Wahrheit traf uns völlig unerwartet. Kellys Leiche war verschwunden. Als Ersatz lernten wir eine andere Person kennen. Eine sehr geheimnisvolle Frau.

Die Hexe und Heidin Varuna ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Varunas Hexenreich


Diesmal war das Erwachen schlimm!

Der Stich erwischte Varuna wie ein Blitzstrahl ins Gehirn. Sie schrie auf und war wach.

Verblüfft fuhr sie in die Höhe. Für einen Moment blieb sie unbeweglich sitzen, bis sie beide Hände anhob und gegen den Kopf presste. Sie spürte das Hämmern hinter den Schläfen und auch ihren eigenen Herzschlag. Dabei war der Puls normal. Es ging ihr eigentlich gut, wenn da nicht die Schmerzen im Kopf gewesen wären. Und die waren nicht grundlos entstanden. Jemand hatte sie ihr geschickt. Varuna wusste es genau …

Gerade bei ihr, wo sie doch so anders war als die meisten Menschen und mehr wusste.

Sie drehte sich so, dass sie einen Blick auf die Uhr in der Nähe werfen konnte. Mitternacht war bereits vorbei, aber die erste Morgenstunde noch nicht ganz um.

Eine für viele Menschen schlimme Zeit. Nicht für Varuna. Sie sah sie als geheimnisvoll an. Für sie war diese Zeit zwischen Mitternacht und ein Uhr eine Spanne, in der sich oft andere Welten öffneten und ihre Grüße zu den Menschen schickten. Nicht jeder erfuhr das, gewisse Personen jedoch, die sensibel genug waren und die Ströme mitbekamen.

Langsam ließ die Frau ihre Hände sinken. Die Schmerzen waren nicht mehr so stark.

Warten, nicht mehr schlafen. Nachdenken. Zu einem Ergebnis kommen. Die Stiche waren nicht ohne Grund durch ihren Kopf gerast. Da war manipuliert worden. Jemand wollte etwas von ihr und hatte den Kontakt gesucht.

Noch etwas war anders geworden. Zuerst glaubte die Frau mit den dunklen Haaren an eine Täuschung. Doch als gewisse Dinge nicht aufhörten, wurde sie schon misstrauisch. Zu den Dingen zählte sie die Stimme in ihrem Kopf. Sie war da. Sie stammte von einer fremden Person, die den Kontakt mit ihr gesucht und auch gefunden hatte.

Im Zimmer würde sie die Person nicht finden. Auch wenn sie das Licht einschaltete, um die Dunkelheit zu vertreiben. Diese Person hielt sich woanders auf. Sie musste nicht mal in der Nähe sein. Weit weg, verborgen in der Vergangenheit.

Die Stimme sprach, aber die Worte waren nicht zu verstehen. Nur ein geheimnisvolles Flüstern. Varuna war nicht in der Lage, der fremden Person einen Befehl zu geben, um lauter und deutlicher zu sprechen.

Sie atmete tief durch.

Etwas störte sie.

Es hatte nichts mit irgendwelchen Flüsterstimmen zu tun. Ihr Nachthemd klebte an verschiedenen Stellen am Körper.

Wasser war es nicht. Da hätte sich der Stoff anders angefühlt. Weniger klebrig. Es musste eine andere Flüssigkeit sein, die ziemlich schmierte.

Sie fuhr mit beiden Händen unter das Laken und tastete nach den bestimmten Stellen. Auch die Hände fühlten sich feucht und jetzt leicht klebrig an.

Varuna war keine ängstliche Frau. Sie gehörte zu den Menschen, die bestimmten Dingen in der Welt sehr offen gegenüberstanden. Aber was ihr jetzt widerfahren war, bereitete ihr schon Probleme, die im Dunkeln nicht zu lösen waren.

Deshalb tastete sie nach dem Schalter der Lampe.

Ein kurzer Druck reichte aus, und die Umgebung in ihrer Nähe wurde hell. Der erste Blick auf ihre Finger.

Varuna erstarrte.

Sie waren rot.

Rot vom Blut!

Varuna war nicht mehr starr. Mit einer heftigen Bewegung schleuderte sie die Decke zur Seite, blieb sitzen und starrte auf ihr helles Nachthemd.

Es war nicht mehr überall hell.

An verschiedenen Stellen malten sich dicke und feuchte Blutflecken ab!

*

Varuna hatte sich hervorragend in der Gewalt. Sie blieb im Bett sitzen, ohne etwas zu unternehmen. Sie schrie nicht. Sie weinte nicht. Sie sprach auch nicht und drehte nicht durch. Stattdessen war sie zu einer Statue geworden, deren Augen in eine bestimmte Richtung blickten, aber zugleich aussahen, als würden sie ins Leere schauen, weil sie in diesen Momenten unfähig war, die gesamte Wahrheit zu verarbeiten. Etwas Unmögliches war möglich geworden. Das wusste sie genau. Sie konnte einfach keine Erklärung finden, noch nicht.

Das Nachthemd war an verschiedenen Stellen mit Blut getränkt. Ihr Blut war es nicht. Es musste das einer fremden Person sein. Ihr eigener Körper wies keinerlei Verletzungen auf, und es waren auch keine Schmerzen zu spüren.

An den Fingern klebte ebenfalls Blut. Sie wischte es am Laken ab, während ihre Gedanken schon wanderten. Da es im Zimmer sehr still war, gelang es ihr auch, sich zu konzentrieren, und sie versuchte, sich an die vergangenen Stunden zu erinnern.

Da war nichts gewesen. Oder doch? Nein, das konnte nicht sein. Sie hatte geschlafen, nachdem sie einen Besuch hier in London hinter sich gehabt hatte. Er war erfolglos gewesen. Die Person, mit der sie Kontakt hatte aufnehmen wollen, lebte nicht mehr, was auch ein Schock gewesen war.

Sie war dann wieder in ihre kleine Wohnung gefahren, hatte nachgedacht und sich vorgestellt, dass ihr das Schicksal durch den Tod der anderen Person einen neuen Weg gewiesen hatte.

Irgendwann war sie ins Bett gegangen. Ja, daran erinnerte sich Varuna.

Aber zuvor war noch etwas passiert. Oder nachher? Ihr fehlte der Zeitbegriff. Einige Stunden in ihrem Leben waren einfach nicht mehr vorhanden.

Und trotzdem war da etwas passiert. Woher sonst stammte das Blut am ihrem Kleid? Sie musste etwas durchgemacht und auch durchlitten haben, von allein war das Kleid nicht blutig geworden. Das Blut konnte auch nicht von der Zimmerdecke getropft sein. Es musste einen anderen Grund geben, einen, der viel tiefer lag und mit ihrem zweiten Leben zu tun hatte.

Die Schmerzen im Kopf waren vollends verschwunden. Varuna ging jetzt auch anders damit um. Sie sah sie als ein Wecksignal an, das ihr ebenfalls geschickt worden war.

Noch mal versuchte sie, ihre Gedanken zu sammeln und sich zu konzentrieren. Die Lösung zu finden war einfach, aber es war schwer, sie zu akzeptieren.

Sie musste in der Nacht unterwegs gewesen sein und dabei etwas Schreckliches erlebt haben, was ihr nicht bewusst und aus der Erinnerung gelöscht war.

Wohin jetzt? Was tun? Aufstehen und sich säubern. Etwas anderes kam ihr nicht in den Sinn. Es war völlig normal und menschlich, und trotzdem blieb bei ihr Unbehagen zurück. Sie spürte in ihrem Körper das Kribbeln und merkte auch, dass sich auf ihrem Gesicht eine dünne Schweißschicht bildete. Es strengte sie schon an, über gewisse Tatsachen nachzudenken, und es bereitete ihr sogar Mühe, sich aus dem Bett zu bewegen.

Mit dem rechten Fuß trat sie zuerst auf. Dabei stellte sie fest, dass der glatte Boden ziemlich kalt war. Der linke Fuß folgte, unter ihm spürte sie den Gegenstand.

Für einen Moment ließ sie ihn dort stehen. Dabei drang ein überraschter Ruf aus ihrem Mund. Dieser Gegenstand war fremd, er passte nicht in ihre Wohnung.

Sie schaute nicht hin. Bewegte allerdings die Zehen, und sie merkte, dass er länglich, ebenfalls recht kalt und im vorderen Bereich leicht klebrig war.

In den folgenden Sekunden gab es für Varuna kein Halten mehr. Sie hatte jetzt auch den Mut gefunden, nachzuschauen, zog den Fuß weg – und blickte nach unten.

Jetzt sah sie, auf was sie getreten war.

Auf dem Boden und dicht vor dem Bett lag ein Dolch mit blutiger Klinge …

*

Wieder war ihr, als wäre sie von einem lähmenden Gift erwischt worden. Sie hatte sich nicht mehr in der Gewalt, winkelte beide Beine an und blieb in dieser unnatürlichen Haltung sitzen, den Blick nach wie vor auf die Waffe gerichtet.

Es war keine normale Waffe. Leicht gekrümmt, auch blutig. Ein Griff aus Stein, der leicht bläulich schimmerte, aber auch einen Stich ins Grünliche hatte.

Waffen wie diese gab es heute eigentlich nicht mehr. Eine Expertin war sie nicht, aber diese Klinge musste einfach aus einer anderen Zeit stammen.

Woher kam sie? Wer hatte sie mitgebracht? Varuna machte sich ihre Gedanken. Dass sie mittlerweile aufgestanden war, hatte sie kaum bemerkt. Sie ging um die Waffe herum, ohne sie aus den Augen zu lassen.

Angefasst hatte sie den Dolch noch nicht. Dennoch ging sie davon aus, dass dort ihre Fingerabdrücke zu finden waren. Das Blut an der Waffe, das an ihrem Nachthemnd und auch das an ihren Händen. Es war dasselbe Blut, und sie war davon unmittelbar betroffen.

»Großer Himmel«, flüsterte sie und entfernte sich von der Waffe. »Was ist passiert?«

Varuna fand keine Antwort. Sie kam sich so fremd vor, als wäre sie in die Rolle einer anderen Person geschlüpft. Die Zeit lag noch nicht lange zurück. Es musste in der Nacht passiert sein, ohne dass sie es gemerkt hatte.

Auf diese Folgerung ließ sie sich ein. Damit konnte Varuna leben. Es war etwas geschehen, das mit ihr und ihrem Leben zusammenhing. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es war etwas Großes gewesen, etwas Entscheidendes. Möglicherweise hatte sie jetzt endgültig den Weg gefunden, den sie suchte.

Sie wollte zu ihrem Ich finden. Sie wollte eindringen in die tiefe Vergangenheit, Kontakt mit den Göttern aufnehmen, Raum und Zeit überbrücken, um endlich das zu erleben, wovon sie und Gleichgesinnte träumten.

Es war der Weg.

Aber er war auch blutig, und Varuna fühlte sich plötzlich auch innerlich beschmutzt. Die Vorstellung, dass durch ihre Hand jemand gestorben war, lag nicht mehr so weit weg, auch wenn sie es nur mühsam akzeptierte.

Langsam ging sie durch das Zimmer und öffnete die Tür zum Bad. In diesem kleinen Raum quetschten sich Toilette und Dusche zusammen. Handtücher mussten auf einem kleinen Hocker liegen, für Regale oder Schränke war einfach kein Platz. Nur noch für einen Spiegel, in den sie automatisch blickte, als sie das kleine Bad betrat.

Ein für sie...

Erscheint lt. Verlag 4.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3932-9 / 3838739329
ISBN-13 978-3-8387-3932-8 / 9783838739328
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