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John Sinclair 1343 (eBook)

Manons Feuerhölle (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7325-2225-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1343 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Manons Feuerhölle (1. Teil).

Als Bill Conolly und ich auf das brennende Haus zurannten, da hofften wir noch, die Frau retten zu können, die sich inmitten der Flammenhölle befand. Es gelang uns nicht. Manon Lacre verbrannte vor unseren Augen und wurde als schrecklich zugerichtete Tote von den Helfern der Feuerwehr aus der Glut geborgen.

Der Fall schien damit erledigt zu sein. So leicht war Manon jedoch nicht zu töten. Es dauerte nicht lange, da stand sie gesund und munter als normale Frau wieder vor uns.

Damit begann für uns ein Fall, den wir nie vergessen würden ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Manons Feuerhölle (1. Teil)


„Feuer, Sinclair, Feuer ist schlimmer als ein Götze oder ein Dämon. Das lassen Sie sich gesagt sein. Es ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.“

An diese Sätze eines alten Feuerwehrmannes und Brand-meisters musste ich denken, als ich die Flammen sah, die aus dem Haus schlugen.

Bill Conolly, der neben mir saß und die Feuerwehr anrief, war blass geworden. „Schneller, John, bitte!“

Klar, wir waren nervös. Die Befürchtung, zu spät einzutreffen, schien sich zu bewahrheiten, und ich konnte wirklich nicht mehr Gas geben.

Ich hatte meinem Freund Bill eigentlich nur einen Gefallen tun wollen. Er, der Reporter, war jemand, der die Augen und Ohren offen hielt und sich immer für Fälle interessierte, die außerhalb des Normalen lagen.

Diesmal ging es um eine junge Frau. Sie hieß Manon, und Bill hatte gehört, dass sie übersinnliche Kräfte haben sollte …

Ob es zutraf, stand in den Sternen, doch Bill hatte mich davon überzeugen können, mit ihm zu diesem Haus zu fahren, um die Dinge zu überprüfen.

Suko war nicht mit von der Partie. Er hatte sich drei Tage Urlaub genommen. Die letzten Wochen waren hart genug gewesen, und man wollte auch mal abschalten.

Ich hatte mich auch nicht im Büro blicken lassen. Natürlich mit dem Segen meines Chefs. Dann jedoch war Bill gekommen und hatte mich zu diesem Trip überredet.

Bill ließ sein Handy wieder verschwinden. „Die Feuerwehr ist unterwegs.“

„Gut!“

„Das sagst du.“ Er deutete nach vorn. „Ich hoffe, dass sich niemand im Haus aufhält.“

Das hoffte ich auch. Nur mussten wir auf Nummer Sicher gehen und deshalb so nahe an den Bau heran, dass wir uns davon überzeugen konnten. Bereits jetzt wehten uns die ersten Rauchschleier entgegen. Sie waren recht dünn und angefüllt mit kleinen Teilchen, die wir als verbrannte Holz- oder Papierfetzen identifizierten. Die Lüftung schaffte den ersten Brandgeruch in das Innere des Rovers. So bekamen wir einen Vorgeschmack dessen, was uns erwartete.

„So nahe ran wie möglich, John.“

„Das versteht sich.“

Der Weg war gar nicht mehr zu sehen. Ein gelbbraunes Stück Erde, hier und da mit etwas Gras bewachsen, das war alles. Uneben weiterhin, und ich fragte mich, weshalb jemand so abseits wohnte.

Der Rauch nahm an Dichte zu. Grau und fett trieb er vom Haus weg. Er drehte sich uns in Wolken entgegen und sah aus, als hätten ihn die Flammen ausgespien.

Natürlich wollten wir so nahe wie möglich heran. Und das war jetzt passiert. Ich bremste, schnallte mich los, öffnete die Tür – und erlebte sofort den Brandgeruch.

Er wallte gegen mein Gesicht. Wolken und Schleier. Grau oder schwarz. Schon jetzt musste ich beim Luftholen husten, und Bill Conolly erging es nicht anders.

Er deutete auf das Haus und näherte sich ihm mit schnellen Schritten. Es war klar, dass er noch etwas retten wollte, wenn es was zu retten gab. Geduckt lief er auf das Ziel zu, das in Rauch eingehüllt war. Allerdings nicht immer, denn ab und zu schnappte der Wind zu und fegte den Qualm auseinander.

Das Feuer selbst entfachte einen Sturm. So bekamen die Flammen immer wieder neue Nahrung.

Die Fensterscheiben waren längst zerborsten. Dahinter bewegte sich das gefräßige Feuer. Seine langen Arme schlugen zuckend durch die Öffnungen. Das Dach war bisher verschont geblieben. Noch wallte nur der Rauch darüber hinweg, aber die langen Zungen versuchten von außen her es zu erreichen, und irgendwann würden sie es auch geschafft haben.

Wir hielten Abstand. Es war nötig, denn der dichte Rauch nahm uns einfach die Luft zum Atmen. Noch brauchten wir keine Taschentücher vor die Lippen zu pressen. Das würde sich ändern, wenn wir das Haus betraten. Doch dafür musste es einen Grund geben.

Ich stand, während Bill vor dem Haus hin und her lief. Er blieb dabei auf meiner Höhe. Er schaute stets gegen die Fassade, über die die heißen Finger huschten.

Ich hörte seinen Schrei.

Blitzartig drehte ich den Kopf und sah meinen Freund auf der Stelle stehen. Er hielt den rechten Arm ausgestreckt und wies mit der Hand auf ein Fenster.

„Was ist da?“

„Sie ist noch drin!“

Es war furchtbar. Die Nachricht hatte mich getroffen wie ein Paukenschlag. Für einen Moment war ich wie gelähmt. Ich wollte es einfach nicht glauben, doch es gab für Bill keinen Grund, mich anzulügen. Ich rannte die wenigen Meter zu ihm und konzentrierte mich auf eines der unteren Fenster rechts der Haustür, die ebenfalls nicht mehr vorhanden war.

Er hatte sich nicht geirrt. Da war etwas. Innerhalb des Feuers bewegte sich eine Gestalt, die für den Betrachter wirkte, als würde sie einen makabren Tanz aufführen, was natürlich nicht stimmte. Sie wurde einzig und allein von ihrer Panik geleitet. Sie hatte die Übersicht verloren und wusste nicht mehr, was sie noch tat.

Jetzt kam es wirklich auf die berühmten Sekunden an.

„Wir müssen rein!“, schrie ich.

Bill schaute mich für einen winzigen Moment an. Dann nickte er.

Wir liefen auf die Haustür zu. Oder auf den Eingang, denn eine Tür gab es nicht mehr. Sie war verbrannt, sodass immer wieder Lohen aus dem viereckigen Loch hervorschossen.

War das eigentlich Wahnsinn, was wir taten?

Eigentlich schon, denn wir besaßen keinen Schutz. Weder die entsprechende Kleidung noch eine Atemmaske. Durch diese Hölle mussten wir durch oder erst mal in sie hinein.

Ich duckte mich, holte während des Laufes Luft, wusste Bill dicht hinter mir und bekam schon nach wenigen Schritten den ersten Hitzeansturm mit. Ich hatte mich zwar auf ihn vorbereiten können, trotzdem traf er mich überraschend. Ich kam mir vor wie jemand, der mit offenen Augen und freiwillig in einen riesigen Backofen rennt.

Das Taschentuch hielt ich gegen meine Lippen gepresst. Schon jetzt tränten mir die Augen. Ich wusste auch nicht, ob meine Haare verbrannten, ob die Kleidung Feuer fangen würde. Es war mir in diesen Momenten alles egal, als ich mich in die Flammenhölle stürzte.

Ein fremdes Haus. Noch schlimmer. In ihm toste der heiße Sturm. Ich musste nach rechts, drehte mich und sah neben mir den Schatten meines Freundes. Zugleich stürmten wir vor und hatten Glück, dass keine Tür verschlossen war.

Was um mich herum toste, daran wollte ich nicht denken. Auch nicht an irgendwelche Folgen wie das Einstürzen der Decke, deren Trümmer uns hätten begraben können. Hier ging es um die Rettung eines Menschenlebens.

Ich stürmte in den Raum hinein, in dem wir die Gestalt gesehen hatten. Dabei versuchte ich, den Flammen auszuweichen, was nur manchmal gelang. Schlimm war der Rauch, der uns umgab. Ich dachte daran, dass die meisten Menschen bei einem Brand erstickten und nicht verglühten.

Die Flammen tanzten mit wilden Bewegungen auf und ab. Sie schufen immer neue Figuren. Sie selbst erzeugten Wind, der mit ihnen spielte, sodass wir ihren Weg nicht berechnen konnten. Sie bestanden plötzlich aus glühenden Dämonenfratzen, die sich einfach nicht auf eine Stelle konzentrieren konnten und von einer Seite zur anderen huschten, um immer wieder nach Beute zu suchen.

Plötzlich erschien Manon vor uns.

Es war ein Bild, das ich nicht vergessen würde. Sie trat aus dem Feuer hervor, als wäre nichts mit ihr geschehen. Ich sah ihr Lächeln, das Strahlen in ihren Augen. Die Flammen schienen sie überhaupt nicht zu stören. Irgendetwas in meinem Kopf explodierte. Es waren die Gedanken, eine Vorstellung – ach, ich wusste es nicht.

Wir wollten sie packen.

Auch Bill hatte sie gesehen. Sie von zwei verschiedenen Seiten zu packen war schon gut. Dann konnten wir sie gemeinsam aus dem brennenden Haus schaffen.

Der Feuersturm huschte an ihr vorbei. Ich wusste überhaupt nicht mehr, was los war. Aber mir war klar, dass wir aus dem Haus mussten, denn jetzt ging es um unser Leben.

Der Sturm hatte auch die Gestalt der jungen Frau erwischt. Er fegte sie kurzerhand aus unserem Sichtbereich hinweg. Sie war für uns nicht mehr greifbar. Deshalb gab es nur noch den Rückzug, bevor uns diese Flammenhölle endgültig verbrannte.

Verloren. Wir hatten Manon nicht aus dem Haus holen können, und es würde auch keinen zweiten Anlauf für uns geben. Ich selbst fühlte mich, wie in Flammen stehend.

Atem schöpfen konnte ich sowieso nicht mehr. Vor mir taumelte Bill her. Es war unser Glück, dass wir uns nicht erst groß orientieren mussten, um das Haus zu verlassen.

Wie wir es schafften, konnte ich später nicht sagen. Halb erstickt stolperten wir ins Freie. Es ging nur um eines, Luft zu bekommen und so weit wie möglich von dieser Flammenhölle wegzurennen.

Irgendwann schafften wir es nicht mehr, uns auf den Beinen zu halten. Wir fielen zu Boden, drehten uns auf den Rücken und rangen um Atem.

Sauerstoff, nur Sauerstoff.

Unser Keuchen hörte sich schlimm an. Mir war zudem übel, und ich glaubte kaum, dass es Bill anders erging.

Der Rauch hatte sich in unserer Kleidung festgefressen, und sie stank erbärmlich nach Verbranntem. Auch die Haut fühlte sich heiß an, und ich glaubte nicht daran, dass wir noch so etwas wie Augenbrauen besaßen.

Die Haare würden auch nicht so aussehen wie sonst, doch an das alles wollte ich nicht mehr denken. Wichtig war, dass wir unser Leben gerettet hatten.

Leider nicht das der Manon …

Obwohl es mir verdammt schlecht ging, musste ich immer wieder an sie denken. Dieses Bild, als sie unversehrt inmitten der Flammen gestanden hatte, wollte mir einfach nicht aus dem Kopf. Das hatte etwas zu bedeuten. Das war auch nicht normal. Sie...

Erscheint lt. Verlag 25.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-7325-2225-3 / 3732522253
ISBN-13 978-3-7325-2225-5 / 9783732522255
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