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John Sinclair 1382 (eBook)

Götterfluch

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4147-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1382 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Götterfluch.

Zwei Polizisten fuhren Streife, als plötzlich das kleine Mädchen vor ihren Wagen lief. Es war völlig aufgelöst, konnte nicht reden, sondern nur stammeln, und alles wies darauf hin, dass es etwas Furchtbares erlebt hatte.

Einer der beiden Männer fand sehr schnell heraus, was vorgefallen war. In einem nahe gelegenen Haus lag eine Frau tot und blutüberströmt auf einem Küchentisch. Die Mutter des Mädchens. Der Mörder wurde nie gefunden ...

Eine Generation später wurde ich mit dem Fall konfrontiert, und ich erlebte die Auferstehung einer uralten ägyptischen Mythologie, den Götterfluch.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Götterfluch


»Stopp, verdammt! Stopp!«

Drei Worte, mehr ein Schrei, aber er reichte aus, um Tony Hurst auf das Bremspedal treten zu lassen. Das Profil der Reifen war ausgezeichnet, der Streifenwagen rutschte nicht mehr nach. Er blieb wie eine Mauer stehen.

Ben Oxley atmete pfeifend. Der Halt war wirklich im letzten Augenblick erfolgt. Keinen Meter weiter hätten die beiden Polizisten fahren dürfen, denn dann wäre die kleine Gestalt im hellen Nachthemd platt gewesen.

So aber stand sie zitternd auf der noch feuchten Straße. Der Wind wehte letzte Regentropfen von den Blättern der Bäume. Wie wertvolle Glitzerperlen fielen sie durch das Licht der Scheinwerfer auf den Boden und berührten auch die einsame Gestalt.

Sekundenlang geschah nichts. Der Schock hielt das Kind ebenso in seinen Klauen wie die Polizisten, deren Gesichter recht blass geworden waren.

Hursts Finger zitterten. Er hatte zudem einen Schweißausbruch erlitten. Tropfen rannen über seine Stirn und zogen ihre Bahnen an den Wangen entlang.

Ben Oxley sprach kein Wort. Nur schweres Atem war zu hören. Beide sahen sie das Kind.

Es war ein Mädchen. Vielleicht nicht mal zehn Jahre alt. Es trug ein Nachthemd, das bis zu den Knöcheln reichte und beinahe aussah wie ein Leichenhemd. Es zitterte und weinte zugleich. Kein lautes Weinen oder Schreien, eher ein Schluchzen, bei dem das Mädchen stets zwischendurch Luft holte.

Oxley erwachte als Erster aus seiner Erstarrung. »Okay«, sagte er zu seinem Kollegen, »ich steige aus und holte die Kleine von der Straße. Man kann sie ja nicht hier stehen lassen.«

»Tu das.«

Oxley verließ den Wagen. Nur keine Hektik, alles mit Bedacht unternehmen, langsam handeln, das Kind nicht erschrecken, das ja nicht grundlos in dieser Nacht auf die Straße gelaufen war.

Der Polizist war kein Kinderpsychologe. Aber er wusste schon, wie er sich zu verhalten hatte.

Sie stand wie angewachsen, sagte kein Wort. Nur das leise Schluchzen war zu hören.

Oxley versuchte es mit einem Lächeln, obwohl er sich nicht mal sicher war, ob das Kind es auch bemerkte. Anders wusste er sich nicht zu helfen. Er musste so etwas wie ein vertrauliches Verhältnis aufbauen und dem Kind einen Teil seiner Angst nehmen.

Neben der kleinen Gestalt blieb er stehen. Dunkelblonde Haare lagen nass und verschwitzt auf dem Kopf. Ein rundes Gesicht mit Pauswangen, große Augen, die allerdings durch die Angst geweitet waren. Er hütete sich zunächst davon, die Kleine zu berühren. Er wollte sie nur beruhigen und ihr vielleicht eine gewisse Sicherheit verleihen. Das war alles.

»Fast hätten wir dich überfahren.« Oxley beugte sich nach unten. »Wir haben beide Glück gehabt.«

Keine Antwort.

»Ist dir nicht kalt?«

Das Mädchen schwieg und zog nur seine Nase hoch.

Er versuchte es anders. »Hast du auch einen Namen?«

Diesmal reagierte das Kind, das offenbar unter einem schweren Schock stand. Es hob die Schultern.

»Bitte, du kannst nicht hier stehen bleiben. Es ist eine Straße, und auf ihr fahren Autos. Das siehst du doch.« Er deutete auf den Streifenwagen, in dessen Scheinwerferlicht sich beide aufhielten.

Wieder das Anheben der Schultern.

Oxley wusste, dass es so nicht weiterging. Er musste das Kind von der Fahrbahn bringen und dafür sorgen, dass es sich in den Streifenwagen setzte. Er fragte auch nicht weiter, sondern ergriff die linke Hand der Kleinen und zog sie zu sich heran.

Sie tappte unsicher vorwärts, und ihr Gesichtsausdruck war eine Maske.

Hurst stieg ebenfalls aus, um eine weitere Tür zu öffnen. »Hallo, ich bin Tony. Komm erst mal in die gute Stube auf vier Rädern. Hier gibt es auch etwas zu trinken und eine warme Decke.«

Das Mädchen gehorchte. Es stieg in den Wagen, auf dessen Dach sich jetzt das Blaulicht drehte. So wurden andere Autofahrer vor dem auf der Straße stehenden Wagen gewarnt.

Oxley nickte. »Bleib du bei der Kleinen, Tony.«

»Willst du dich umschauen?«

»Genau, die Zeit nehme ich mir. Irgendwo muss die Kleine ja hergekommen sein.«

»Du meinst hier aus der Nähe?«

»Klar.«

»Und was denkst du weiter?«

Oxley legte die Stirn in Falten. »Ich bin kein Fachmann, aber ich kann mir vorstellen, dass die Kleine etwas Schreckliches erlebt hat, das sie aus dem Haus trieb. Ich glaube, dass sich in der Nähe eine Spur finden lässt.«

»Dann viel Glück.«

»Bis gleich.«

Ben Oxley hatte alles andere als ein gutes Gefühl, als er sich auf den Weg machte. Er stellte sich innerlich darauf ein, eine böse Überraschung zu erleben.

Am liebsten hätte er seinen Kollegen Tony Hurst mitgenommen, so wollte es eigentlich die Vorschrift, aber es musste schließlich jemand auf das Kind achtete. Wenn es plötzlich durchdrehte, dann durfte es nicht allein sein.

Er ging vom Wagen weg, schaute sich um und dachte nach. Es war weit nach Mitternacht, aber diese Umgebung gehörte auch tagsüber zu denen, in der nicht unbedingt viel Betrieb herrschte. Hier wohnten die Menschen in den kleinen Häuser, die schmale Straßen oder Gassen flankierten. Sie lebten hier, wie es schon die Eltern oder Großeltern getan hatten.

Es war dunkel. Es gab die kleinen, schmalen Gärten. Die Häuser standen dicht beisammen. Lücken existierten zwischen ihnen nicht, so sahen alle aus wie eine kompakte Masse. Wenige Laternen verstreuten ihr Licht auf den nassen Boden. In der Luft hing der Wasserdampf als dünner Nebelschleier, der die Stille der Nacht konserviert hatte.

Hurst hatte die Lampe mitgenommen. Er ging methodisch vor. Ob alle Haustüren geschlossen waren oder ob welche in der Dunkelheit offen standen, das war nicht so einfach zu erkennen, denn innerhalb der Häuser brannte kein Licht. Wer hier wohnte, der war längst in einen tiefen Schlaf versunken.

Hurst leuchtete nach rechts und links, und der breite Strahl huschte wie ein heller Geist durch die handtuchschmalen Gärten. Die Sträucher erhielten eine bleiche Farbe, und auch die dunklen Hauswände zeigten hin und wieder helle Streifen.

Den Polizisten interessieren besonders die Haustüren. Sie leuchtete er intensiver an, um zu überprüfen, ob eine der Türen nicht geschlossen war.

Bisher hatte er Pech gehabt. Oder auch Glück. Es kam ganz auf die Sichtweise an.

Die vierte Haustür, die er mit seinem hellen Licht erwischte, stand offen.

Sofort blieb er stehen. Jetzt fing sein Herz an, schneller zu klopfen.

Er schaute sich kurz um. Es war niemand zu sehen, der ihn beobachtete. Da er in eine nahe Seitengasse gegangen war, sah er auch den Streifenwagen nicht mehr.

Etwas setzte sich in seinem Hals fest und kratzte. Er musste schlucken. Seine Ahnung sagte ihn, dass er die richtige Stelle gefunden hatte und nun nur noch den kleinen Vorgarten durchschreiten musste, um an das Ziel zu gelangen.

In seinen Knien spürte er eine gewisse Nachgiebigkeit, und nur mit Mühe hob er seine Beine an. Der Blick war starr nach vorn gerichtet und folgte dem Strahl der Lampe, deren Kreis sich auf der Tür wiederfand.

Die Tür war nicht bis zum Anschlag geöffnet. Sie stand nur halb offen. Er hatte das Gefühl, als würde ihm aus der Öffnung etwas Kaltes entgegenströmen, aber auch das war nicht sicher. In seinem Innern spürte er den immer stärker werdenden Druck. Er fürchtete sich plötzlich davor, das Haus zu betreten, weil er damit rechnete, etwas Schreckliches zu finden.

Aber er war Polizist. Er war ein Mensch, der seinen Job ernst nahm, und er würde ihn auch jetzt nicht vernachlässigen. Deshalb musste er hinein und sich umschauen.

An der Tür blieb er noch mal stehen. Seine Sinne waren gespannt. Er lauschte auf jedes Geräusch. Stille umgab ihn. Sie wirkte kompakt, denn sie wurde von keinem einzigen Laut durchbrochen. Jedes Geräusch war hier zu hören. Jedes Flüstern, jedes Atmen, doch er bekam nichts davon mir.

Es war die verdammte Stille, die alles wie ein Teppich bedeckte, auch das Grauen, das sich möglicherweise hinter der Tür auftat und in das er hineingehen würde.

Rufen, fragen?

Es lagen ihm die Worte auf der Zunge, doch er traute sich nicht, sie auszusprechen. Dafür ging er einen weiteren Schritt nach vorn und hatte endlich die Schwelle überschritten.

Das Haus schluckte ihn. Es war für ihn ein fremdes Gebäude, in dem er sich trotzdem auskannte, denn diese kleinen Häuser, die oft mehr als hundert Jahre alt waren, hatten irgendwie alle die gleiche Bauweise. Der längere Flur nach der Eingangstür, der zu den Rückseiten führte, wo sich oft ein kleines Stück Rasen befand, auf dem früher die Tiere der Bewohner gegrast hatten, wenn sie sich nicht in einem der Ställe befanden, die an der rechten Hausseite zu finden waren.

Tiere hielt niemand mehr. Die Bewohner hatten die Ställe zumeist in Vorratsräume verwandelt, und so war es auch hier, denn Oxley nahm den intensiven Geruch von Äpfeln wahr.

Ihn interessierte die linke Seite, denn dort fand er die Tür, durch die er das eigentliche Haus betreten konnte und somit in die Wohnräume gelangte.

Er brauchte nicht mal eine Stufe hochzugehen. Die Tür war zudem nicht verschlossen. Er leuchtete in das Haus hinein, und das Licht erhellte einen kleinen Vorflur.

Er ging hinein, schaute sich kurz um, sah die Treppe und auch die Tür an der rechten Seite. Sie stand offen, aber dahinter war es nicht dunkel. Ein schwacher Lichtschein lockte Ben Oxley, der die Tür weiter aufstieß und dabei überlegte, ob er seine Waffe ziehen sollte oder nicht.

Er ließ es zunächst bleiben. Direkt bedroht fühlte er sich nicht. Er ging nicht davon aus, dass er...

Erscheint lt. Verlag 2.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4147-1 / 3838741471
ISBN-13 978-3-8387-4147-5 / 9783838741475
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