John Sinclair 1292 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4038-6 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Die Blutbrücke (1. Teil).
Kurz vor seinem Tod hatte mir Casey Jordan bereits angedeutet, wo ich die Spur aufnehmen konnte, die zu seiner ungewöhnlichen Veränderung geführt hatte. Auf der Blutbrücke!
Es war nicht mal schwer, sie zu finden. Ich musste nach Baden-Baden, nach Deutschland, reisen. Sicherheitshalber hatte ich meinem Freund Harry Stahl Bescheid gegeben. Mit ihm wollte ich mich auf der Blutbrücke treffen.
Es kam leider ganz anders, und ich wurde zu einem Spielball meiner Erzfeinde ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die Blutbrücke (1. Teil)
Haben Sie schon mal auf eine tote Ratte getreten? Nein? Dann hoffen Sie, dass dies so bleibt, denn es ist ein verdammt unangenehmes Gefühl, den Fuß auf etwas Weiches zu setzen, von dem man nicht weiß, was es ist.
Erst als ich meine kleine Leuchte eingeschaltet hatte, sah ich die Bescherung. Aber auch das lag hinter mir. Ebenso wie der enge Hinterhof, der zu dem Haus gehörte, in das ich hineinwollte.
Das gelang mir über eine Außentreppe, durch die quietschende Tür, hinein in einen muffigen Flur, in dem ich wieder Licht benötigte, um zwei Schritte später vor der Wohnungstür zu stehen, die mich interessierte. Den Schlüssel zur Tür hatte ich in der Tasche eines Polizisten gefunden, so brauchte ich sie nicht aufzubrechen.
Jetzt stand ich in einem engen Flur, der stockfinster war. Noch dunkler als draußen die Nacht, die bereits den frühen Morgenstunden entgegeneilte. Da wir Ende Oktober hatten, würde es ziemlich spät hell werden, und so brauchte ich das Licht, um die Wohnung zu durchsuchen, in der mal der Kollege Casey Jordan gewohnt hatte.
Jetzt war er tot.
Erwischt von den Kugeln aus gleich mehreren Waffen. Die eigenen Kollegen hatten auf ihn geschossen, um ihn an der Flucht zu hindern. Er war nicht entkommen, jedoch die Person, die an seiner Seite gestanden hatte, meine spezielle Freundin und Todfeindin Justine Cavallo, die kräftig in diesem vertrackten Fall mitmischte und es bisher geschafft hatte, sich ziemlich im Hintergrund zu halten. Sie war dann auch geflohen und hatte sich auch nicht durch Kugeln aufhalten lassen, denn über normale Bleigeschosse lachte sie nur.
Es war ein Fall, in dem ich noch nicht weitergekommen war, und nun suchte ich nach Spuren, die mich weiterbrachten.
Ich trug noch immer die Kleidung der vergangenen Nacht. Einen schmutzigen Anzug, dessen rechtes Hosenbein durch einen Messerstich aufgeschlitzt war. Ich hatte eine Party besucht, einen Polizeiball, um genau zu sein. Zusammen mit Glenda Perkins und Chief Inspector Tanner mit dessen Frau.
Dass die Party so enden würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt, aber daran war nichts zu ändern. Jetzt musste es weitergehen.
Im Haus war es ruhig. Verständlich zu einer derartig frühen Morgenstunde. Auch in der Wohnung bewegte oder rührte sich nichts. Dennoch war ich vorsichtig. In meinem Job musste man immer darauf gefasst sein, Überraschungen zu erleben, besonders dann, wenn eine Justine Cavallo mitmischte.
Schlechte Luft umgab mich. Die Augen hatten sich zwar an die Dunkelheit anpassen können, viel zu sehen bekam ich trotzdem nicht, denn es drang so gut wie keine Helligkeit in den Raum. Nur unter der Ritze der Wohnungstür her fiel ein grauer Streifen in den Flur. Es war das Einzige, an dem ich mich orientieren konnte.
Ich wollte mich trotzdem umschauen und schaltete wieder meine kleine Lampe ein. Eine Drehung um die eigene Achse. Bilder huschten wie ein schneller Film in kleinen Ausschnitten vorbei.
Die Wand, ein großes Foto im Rahmen, eine Garderobe, die nur aus einem Brett mit Haken bestand, und natürlich Türen, die in verschiedene Räume führten.
Genau drei waren es.
Eine brachte mich ins Bad, in das ich hineinleuchtete. Es war klein, es roch nach alter Seife. Ich sah einen Spiegel, der schon leicht erblindet war, und eine Dusche, die eine Säuberung nötig gehabt hätte. Aber nichts, was mich weiterbrachte.
Es gab noch zwei andere Türen. So leicht gab ich nicht auf. Ich hatte einen Hinweis von Casey Jordan bekommen. Da war ein Begriff gefallen, der mir nicht aus dem Kopf wollte.
Blutbrücke!
Was hatte es damit auf sich?
Die Antwort hatte mir der Mann nicht gegeben, aber er hatte sehr intensiv dieses schaurige Wort erwähnt. Es musste in seinem Leben eine große Bedeutung gehabt haben, und genau das interessierte mich. Über die Blutbrücke wollte ich zu einer Lösung des Falls kommen, von der ich bisher noch meilenweit entfernt war. Ich kannte die Verbindungen zwischen der blonden Bestie Justine Cavallo und Jordan nicht, doch es musste sie geben. Sonst hätte sie sich nicht so intensiv um diesen Mann gekümmert, der mit einer besonderen Eigenschaft beglückt worden war.
Wenn er fotografiert wurde, war auf den Bildern nicht nur er zu sehen, sondern auch das, was er dachte. Da malten sich seine Gedanken als ganz konkrete Szene ab, und genau das war einem Fotografenpaar aufgefallen, denn nach dem Entwickeln hatten sie eine Szene auf dem Foto gesehen, die sie erschreckt hatte. 1
Glenda Perkins, das Ehepaar Tanner und ich schauten in die Kamera. Und eben ein fünfter Mann, der sich in das Bild eingeschmuggelt hatte und dessen Gedanken sich abmalten.
Schlimme Gedanken, denn sein zweites Auftreten auf dem Foto war weniger angenehm. Da war er dabei, mir ein Messer in die Kehle zu stoßen, und das hatte das Foto festgehalten.
Der Mann war Casey Jordan gewesen, ebenfalls ein Gast auf dem Ball, und nun musste ich wissen, was hinter der Geschichte steckte, in der auch noch Justine Cavallo mitmischte.
Ich stand auf einem alten Teppich, der dafür sorgte, dass ich mich lautlos bewegen konnte. Ich wollte die zweite Tür öffnen, doch meine Hand zuckte zurück, als ich ein Geräusch hörte, das hinter der Tür aufgeklungen war.
Ich hatte es nicht identifizieren können, aber ich wusste auch, dass ich mich nicht getäuscht hatte.
Plötzlich war die Spannung wieder da. Sie verdrängte die Müdigkeit, die mich überkommen hatte. Ich war hellwach und stellte mich auf eine Überraschung ein.
Der Laut wiederholte sich nicht. Hatte ich mich geirrt? Ich bezweifelte es und legte jetzt die Hand auf die Klinke, um die Tür zu öffnen. Der Spalt war noch schmal, als ich bereits die Veränderung mitbekam, denn ein Luftzug streifte mein Gesicht. Der konnte nur entstehen, wenn Durchzug herrschte, und ich dachte sofort an ein offen stehendes Fenster. Außerdem war es draußen recht windig. Wer schlau war, hielt seine Fenster geschlossen, und das hatte Jordan nicht getan.
Es musste einen Grund geben, und der hing meiner Ansicht nach nicht mit diesem Mann zusammen, sondern mit anderen Gegebenheiten. Es konnte durchaus sein, dass das Fenster von einer fremden Person geöffnet worden war, um sich einen zweiten Fluchtweg offen zu halten.
Waffenlos war ich zum Ball gefahren. Inzwischen hatte ich mir meine Beretta geholt, und die zog ich jetzt hervor.
Zu hören war nichts. Nur der Wind kitzelte mein Gesicht. Ich peilte in das Zimmer hinein und sah nichts anderes als eine Schattenwelt. Die Konturen einiger Möbelstücke malten sich im dichten Grau ab, doch es gab niemand, der sich zwischen den Gegenständen bewegte.
Misstrauisch machte mich nur das offene Fenster. Es war auch möglich, dass das Geräusch davon stammte, wenn es von einem Windstoß bewegt worden war.
Ich zählte bis fünf, dann drückte ich die Tür auf und schob mich mit gezogener Waffe über die Schwelle. Es war jetzt an derzeit, das Licht einzuschalten, und ich suchte nach dem Schalter. Ich fand ihn auch, aber es passierte nichts, als ich ihn bewegte.
Jemand musste den Strom abgeschaltet haben. Es konnte sich auch um einen Defekt in der Leitung handeln, wie auch immer. Jedenfalls blieb ich im Dunkeln stehen und machte mich darauf gefasst, angegriffen zu werden, doch das passierte nicht.
Mit einem schnellen Schritt und leicht geduckt ging ich in das Zimmer hinein. Ich war darauf aus, eine Deckung zu finden und duckte mich hinter einem Sessel zusammen.
Manchem wäre mein Verhalten lächerlich vorgekommen, doch das sah ich nicht so. In meinem Job musste ich mit allem rechnen und nicht nur mit normalen Menschen als Feinde. Ich vergaß auch nicht, dass Justine Cavallo ihre Hände mit im Spiel hatte, denn genau ihr traute ich alles zu. Das hatte ich in der Vergangenheit oft genug erlebt.
Hinter dem Sessel blieb ich knien und wartete ab. Es war nicht völlig ruhig im Raum, denn der Wind bewegte hin und wieder das offene Fenster. Dann entstanden die leicht schabenden Laute, als wäre jemand dabei, über Holz zu reiben.
Und noch etwas passierte.
Auf meiner Brust, genau in Höhe des Kreuzes, spürte ich den leichten Wärmeschub. Er war da, er breitete sich aus und bildete gewissermaßen ein Oval. Die Warnung vor einem Gegner, der in der Nähe lauerte, wahrscheinlich in diesem Raum.
Es war kein Mensch, denn bei ihm hätte sich das Kreuz nicht „gemeldet“. Ich ging davon aus, es mit einem Schwarzblüter zu tun zu haben, mit einer dämonischen Kreatur, und dachte sofort an Justine Cavallo, die sicherlich auch weiterhin mitmischte.
Etwas Licht hätte mir gereicht. Ich wollte nicht ewig hinter dem Sessel hocken und dachte nicht lange darüber nach, wie ich es ändern konnte. Es gab nur die eine Möglichkeit.
Die kleine, aber lichtstarke Leuchte nahm ich in die linke Hand. Eine Sekunde später schoss der Strahl in die Dunkelheit hinein.
Er traf eine Wand mit einem Bücherregal. Ich bewegte ihn weiter so gut es meine Position erlaubte, sah noch die Beine eines Sessels und auch zahlreiche auf dem Boden liegende Papiere. Dazwischen war sogar eine Landkarte ausgebreitet.
Den Sinn verstand ich schon. Jemand musste hier eingedrungen sein, weil er etwas suchte und in Sicherheit bringen wollte. Das Verwischen von Spuren war in diesem Fall wichtig, und ich ging davon aus, dass diese Person noch da war.
Leider war meine Position recht schlecht. Von ihr aus konnte ich nur einen Teil des Zimmers ausleuchten. Das musste sich ändern. Ich überlegte, wo ich am besten hinlaufen sollte, als mich der Gegner überraschte. Er hatte genau...
| Erscheint lt. Verlag | 18.11.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Abenteuer • alfred bekker • Bastei • Bestseller • blutig • Clown • Dämon • Dämonenjäger • dan-shocker • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Extrem • Fortsetzungsroman • Frauen • Geisterjäger • grusel-geschichten • Gruselkabinett • Grusel-Krimi • Gruselroman • Grusel-Roman • Horror • Horror Bücher ab 18 • Horror-Roman • horrorserie • horror thriller • Horror-Thriller • Jason Dark • Julia-meyer • Kindle • Krimi • Kurzgeschichten • larry-brent • Lovecraft • Macabros • Männer • morland • neue-fälle • Paranomal • professor-zamorra • Professor Zamorra • Psycho • Roman-Heft • Serie • Sinclair • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller • Tony-Ballard • Top • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4038-6 / 3838740386 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4038-6 / 9783838740386 |
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