John Sinclair 1358 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4104-8 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Der Vampirpakt (3. Teil).
'Es ist noch nicht alles verloren, auch wenn der Schwarze Tod die Vampirwelt besitzt und sie zu einem neuen Atlantis machen will. Wir werden um sie kämpfen, das sind wir uns schuldig. Und ihr werdet an meiner Seite stehen.' Will Mallmann hatte Emotionen in seine Ansprache gelegt und genau den richtigen Ton getroffen. Justine Cavallo und Vincent van Akkeren stimmten ihm zu. Zum zweiten Mal würden sie versuchen, die Vampirwelt wieder für sich zu gewinnen ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Der Vampirpakt (3. Teil)
Der Motor des Mini hatte nicht aufgeröhrt, er war beim Start noch nicht einmal besonders laut gewesen, trotzdem hatte Suko das Geräusch getroffen wie ein Peitschenhieb.
Er wusste Bescheid!
Van Akkeren, der Grusel-Star und inzwischen zum Vampir degeneriert, wollte fliehen, und er hatte leider alle Vorteile auf seiner Seite. Er saß bereits im startbereiten Wagen, während Suko noch recht weit davon entfernt war und fast schon fliegen musste, um das Fluchtauto noch zu erreichen …
Er versuchte es.
Nicht das Fliegen. Er rannte, was seine Beine hergaben. Er war schnell. Er schleuderte sich nach vorn, er hatte selbst das Gefühl, Siebenmeilenstiefel zu haben.
Warum van Akkeren den Morris nicht so schnell starten konnte, wie es hätte sein müssen, wusste Suko nicht. Es war ihm letztendlich auch egal. Für ihn zählte nur, dass er den Wagen noch erreichte, bevor van Akkeren das Weite suchen konnte.
Suko jagte auf sein Ziel zu, das schlingernd über den Boden fuhr. Dabei war es nicht mehr so glatt. Suko verstand die Reaktion nicht. Möglicherweise kam van Akkeren als Vampir mit dem Auto nicht zurecht.
Suko war da!
Besser hätte es kein Stuntman bringen können. Kurz bevor Suko das Heck des Mini erreichte, stieß er sich ab. Es war fast unmöglich, aber er ging immer aufs Ganze.
Was er wollte, trat ein.
Er landete auf dem rechteckigen und doch ziemlich glatten Dach. Er spürte den Aufprall, tickte mit dem Kinn gegen das Blech, rutschte noch auf die Kühlerhaube zu und breitete rechtzeitig genug die Arme aus, um sich an den Seitenrinnen des schon recht betagten Fahrzeugs festzuhalten. Zwar war es nicht der Halt, den sich Suko wünschte, doch für eine kurze Zeit musste es gehen.
Wohin sie fuhren, sah er nicht. Er konzentrierte sich voll und ganz darauf, dass Fahrzeug zu stoppen. Zunächst musste er sein relatives Gleichgewicht finden, und das gelang ihm sogar, denn van Akkeren fuhr keine engen Schlingerkurven.
Die Beine zog Suko an und schob sie vor. Er hätte am liebsten seine Jacke ausgezogen und sie vor die Fahrerscheibe gehängt. Was im Film immer so perfekt passierte, klappte hier leider nicht. Suko musste seine Jacke anbehalten.
Aber er kam bis zur Scheibe vor. Er packte mit einer Hand den rechten Wischer und riss ihn ab.
Was sich unter ihm abspielte, sah er nicht, Aber er merkte, dass van Akkeren Gas gab. Plötzlich wurde der Mini schneller. Auf dem Dach gab es für Suko nur noch geringe Chancen, das war ihm klar. Und dann passierte das, vor dem er sich schon gefürchtet hatte.
Der Grusel-Star bremste abrupt!
Es gab keinen Gurt, der Suko festgehalten hätte. So bekam er die Gesetze der Physik voll mit. Er war gezwungen, seinen instabilen Halt loszulassen. Die Kraft schleuderte ihn nach vorn und weg vom Dach des Mini.
Der Schwung war so stark, dass er ihn über die kurze Motorhaube des Wagens hinwegtrieb. Er kam sich vor wie ein Segler, aber er landete nicht so glatt auf dem Boden. Suko wusste genau, wie er sich verhalten musste, um sich keine Knochen zu brechen. Kurz vor dem Aufprall rollte er sich zusammen, zog den Kopf ein, um sich über die Schulter abrollen zu können. So etwas gehörte zu seinen leichtesten Übungen.
Er prallte auf.
Er rollte sich ab!
Alles lief wie geschmiert, obwohl Suko in den folgenden Sekunden nicht wusste, wo oben oder unten war. Er kam sich vor wie ein Ball, den man getreten hatte.
Er überschlug sich einige Male und wollte ausrollen, um dann wieder auf die Füße zu kommen.
Genau das packte er nicht. Es war ihm zudem nicht möglich, sich auch nur eine Sekunde auszuruhen und Luft zu schöpfen, denn sofort war jemand über ihm.
Suko lag in diesem speziellen Moment auf dem Rücken, als sich ein Baum auf seinen Rücken stellte. Zumindest hatte er das Gefühl, von dieser Kraft erwischt worden zu sein. Der Druck sorgte zudem dafür, dass ihm die Luft knapp wurde.
Er wusste in diesem Augenblick, dass man ihn reingelegt hasse. Ihm war auch klar, dass nicht unbedingt van Akkeren den Druck ausübte, er musste noch einen Helfer haben.
Es war eine Helferin, denn Suko hörte einen Lidschlag später die hämische Stimme.
»Pech gehabt, Suko!«, sagte Justine Cavallo!
*
Es war nicht so, dass Suko glaubte, sich in einem Traum zu befinden. Was er hier erlebte, das war schon die Realität, aber die eigentliche Überraschung war das Vorhandensein der blonden Bestie. Damit hatte der Inspektor nicht gerechnet.
Der Druck auf seinem Rücken blieb bestehen. Suko wusste, welche Kraft in dieser Person steckte. Justine war von ihren Kräften her den Menschen überlegen, und deshalb sah Suko im Moment keine Möglichkeit, ihr zu entkommen.
Er hob den Kopf etwas an, um nicht mit dem Gesicht auf dem feuchten Boden zu liegen.
»Hat man dich freigelassen, Justine? Ich dachte immer, du würdest dich bei Jane aufhalten.«
»Nicht nur.«
»Schade.«
»Manchmal muss ich auch etwas erledigen.«
Suko lachte. »Was denn?«
»Van Akkeren.«
»Klar. Er gehört jetzt zu dir. Oder zu Mallmann. Denn er hat letztendlich dafür gesorgt, dass er zu einem Blutsauger geworden ist. Aber er sieht stark aus, wirklich. Wie ein alter Lappen, nachdem der Geist des Baphomet ihn verlassen hat. Ich wundere mich wirklich, dass du dich mit einer solchen Figur einlässt.«
»Es ist meine Sache, was ich tue oder lasse. Das solltest du inzwischen gelernt haben.«
»Ja, ja, alles klar. Und wie geht es jetzt weiter? Worauf muss ich mich einstellen?« Suko hörte die blonde Bestie kichern. »Welch eine Frage! Soll ich dir darauf wirklich eine Antwort geben?«
»Wäre doch nett.«
»Nein, das hier läuft ohne dich, aber mit …«
Sie wurde unterbrochen. Zuvor war das Geräusch einer sich öffnenden Autotür zu hören gewesen. Danach hörte Suko zuerst die tappenden Schritte und dann ein Hecheln, als hätte jemand einen langen Lauf hinter sich gebracht. Aber van Akkeren war nur aus dem Wagen gestiegen und zu ihnen gekommen.
»Jaaa …«, jubelte er. »So was habe ich mir gewünscht. Erst er, dann Sinclair.«
»Was willst du?«, fragte die Cavallo scharf.
»Sein Blut. Was sonst?«
»Nein!«
Van Akkeren heulte auf. »Verflucht, ich brauche es. Ich will weiterhin existieren. Weg von ihm. Ich will ihn leer saugen, verdammt noch mal! Es steht mir zu!«
Der Grusel-Star war wie von Sinnen. Er nahm auch auf Justine keine Rücksicht. Neben Suko warf er sich zu Boden, packte dessen Kopf an den Ohren und riss ihn hoch.
Suko merkte jetzt richtig, dass sein Leben praktisch in Justines Händen lag. Er selbst kam nicht an seinen Stab heran, von der Beretta ganz zu schweigen. Der Druck auf seinem Rücken war so groß, dass er sich eingeklemmt fühlte.
Er sah nichts, doch neben ihm erreichte ein Keuchen sein linkes Ohr. Suko verdrehte die Augen. Er kämpfte gegen den Druck in seinem Rücken an, konnte auch das nahe Gesicht des Grusel-Stars sehen und den weit offenen Mund.
Van Akkeren war zum Biss bereit!
*
Der Mini fuhr weg!
Ich hatte dieses Geräusch gehört, das die Stille des Kasernengeländes unterbrach, und ich wusste plötzlich, dass ich mich auf der Verliererstraße befand.
Da war ich nicht allein, denn Suko, den ich hier vor der Kaserne hatte treffen wollen, war auch nicht da. Dafür hatte ich Besuch von einer anderen Gestalt bekommen, die als breiter Schatten über mir schwebte.
Ein Schatten, der aus zwei mächtigen Schwingen bestand, die an ihren Händen von einem Kopf zusammengehalten wurden. Er zeigte eine dreieckige Form, und in der Mitte, aber schon recht weit oben, sah ich ein blutiges D.
Es war sein Zeichen. Mallmanns Signet. Das D stand für Dracula, und er selbst hatte sich den Namen Dracula II gegeben.
Plötzlich kam alles zusammen. Der neue Vampir van Akkeren, der indirekt durch Mallmann in diesen Zustand hineingeraten war und der jetzt auf seiner Seite stehen musste.
Der Grusel-Star floh.
Ich wollte ihm nach, aber ich kam nicht weg und hoffte, dass Suko etwas unternehmen konnte, denn ich wurde von Dracula II aufgehalten. Nur für einen Moment hatte ich ihn gesehen. Aber die Zeitspanne war genau getimt, denn so war mir das rote D auf seiner Stirn nicht entgangen. Er wollte mir zeigen, mit wem ich es zu tun hatte.
Dem Geräusch des Wagens nachlaufen oder warten?
Es gab nur die beiden Möglichkeiten, und eine davon wurde mir aus der Hand genommen, weil plötzlich eine Stimme hinter meinem Rücken aufklang.
»Es ist genug, John!«
Ich fuhr herum und zog gleichzeitig die Beretta!
Das Lachen zeigte mir an, wo sich Mallmann aufhielt. Er stand auf dem Kasernendach und hatte sich in den letzten Sekunden zurück in einen ’Menschen’verwandelt.
Und wie er dort stand. In der Mir-kann-keiner-Position: Die Arme angewinkelt, die Hände in die Seiten gestützt, die dunkle Kleidung und natürlich das rote D, das sich jetzt auf seiner Stirn abmalte und so prägnant für ihn war.
Es passte auch in das blasse Gesicht hinein. Dieser Buchstabe sollte Zeichen setzen und seine Verwandtschaft zu dem König aller Blutsauger demonstrieren.
Mallmann hatte die Nachfolge des Schreckensherrschers angetreten, auch wenn er keine Menschen bei lebendigem Leib auf irgendwelche Pfähle setzte, aber das Blut wollte er, und dabei kannte er keine Rücksicht.
Ja, ich hielt die Beretta fest. Einen normalen Vampir hätte ich mit einer geweihten Silberkugel vom Flachdach der Kaserne pflücken können, bei Mallmann traf das nicht zu. Durch den Besitz des Blutsteins...
| Erscheint lt. Verlag | 2.12.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4104-8 / 3838741048 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4104-8 / 9783838741048 |
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