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John Sinclair 1231 (eBook)

Im Würgegriff des Grauens (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3965-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1231 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Im Würgegriff des Grauens (2. Teil).

Im Würgegriff des Grauens fühlte sich Jane Collins, als sie die Praxis des Dr. Barnabas Barker betreten hatte. Aber sie hatte einen Auftrag übernommen, und den würde sie durchziehen.

Nur hatte sie Barker unterschätzt. Er war der perfekte Manipulator, und Jane musste erkennen, dass sie in die Falle einer menschlichen Bestie geraten war ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Im Würgegriff des Grauens (2. Teil)


Es war eine Theorie, ein Vergleich, aber nichts anderes schoss Jane Collins in diesen schrecklichen Augenblicken durch den Kopf, als sie in den Spiegel schaute und dieses alte, graue, rissige Gesicht mit den dunklen Augenhöhlen sah.

Es war die uralte Fratze eines Monsters, der zugleich ein Mensch war, denn unterhalb des Gesichts trug diese Gestalt normale Kleidung, sehr elegant, von einem Designer entworfen. Dazu ein weißes Hemd und blank polierte Schuhe. Aber das Gesicht in dem großen Spiegel, der von schwarz gekachelten Wänden umgeben war, konnte einfach nicht übersehen werden. Es war grauenvoll …

Jane hatte sich gedreht, sie wollte es nicht glauben, und sie stand vor dem Mann, dem das Gesicht gehörte.

Vor Dr. Barnabas Barker, Arzt, Psychologe und Psychotherapeut mit großen Erfolgen und zugleich ein viel beachteter Schriftsteller.

Er lächelte sie an. Jane sah auch das Wissen in seinen Augen und kam sich jetzt vor wie jemand, der in die Falle gelaufen war und keine Chance mehr bekam, sie aus eigener Kraft zu verlassen.

Sie hasste dieses Lächeln plötzlich. Sie hasste den gesamten Menschen, aber zu begreifen, dass er so unterschiedlich aussah, das wollte ihr nicht in den Kopf.

War er es? Besaß er diese Doppelgestalt? Es war einfach unglaublich, aber Jane musste es hinnehmen, denn es gab neben ihm keine zweite Gestalt, in dessen rissig-graues Gesicht sie geschaut hätte.

Das war Barker. Nur er konnte es sein. Der Blick in den Spiegel und die gleichzeitige Veränderung. Etwas rann wie Eiswasser über ihren Körper, als sie nach Spuren in dem glatten Gesicht des Psychologen suchte und keine fand, die auf den Anblick im Spiegel hingedeutet hätten. Das war alles verrückt und nicht zu begreifen, aber sie wusste auch, dass sie keinem Irrtum erlegen war.

Er war der Teufel hinter der Maske des Biedermanns. Er musste die Träume bringen, um sie den Menschen anschließend zu nehmen, damit er sie in den Wahnsinn treiben konnte.

Er hatte sie in den Händen. Er konnte sie manipulieren, er war der große Unbekannte dahinter.

Was nutzte Jane das alles, dass sie es in Erfahrung gebracht hatte, sie konnte offiziell nichts beweisen, und sie war in dieser Praxis eine Gefangene.

Das Lächeln blieb. Es war so wissend. Jetzt ging Jane davon aus, dass dieser Mann sie schon beim Betreten seiner Praxis durchschaut hatte. Er hatte das Spiel einfach nur mitgemacht und sie eiskalt auflaufen lassen.

Es war nicht viel Zeit innerhalb dieses dunkel gekachelten Raums vergangen, aber Jane kam es vor, als hätte sie bereits Stunden zwischen den dunklen Kacheln verbracht.

Die Detektivin zählte sich zu den couragierten Frauen. In diesem Fall allerdings hatte es ihr die Sprache verschlagen. So sehr sie sich auch bemühte, es war ihr nicht möglich, nur ein Wort über die Lippen zu bringen. Der Mann dort, der Mensch und Monster zugleich war, hielt die Fäden in den Händen.

Aber wieso war er beides? Warum sah sie ihn im Spiegel mit diesem schrecklichen Kopf.

Auch das begriff Jane nicht. Welche Funktion erfüllte der Spiegel? Sie wusste, dass es besondere Spiegel auf der Welt gab, das war ihr alles klar, und jetzt hatte sich der Verdacht bei ihr zur Gewissheit gefestigt, dass Dr. Barnabas Barker kein normaler Mensch war und mit der Hölle und dem Dämonenreich paktierte.

Auf seinen Zügen lag noch immer das Lächeln, vor dem Jane sich fürchtete, weil es so wissend und hinterlistig rüberkam, aber jetzt warf sie auch einen Blick in seine helle Augen und ebenfalls auf die Stirn, die er kraus zog, als wollte er ihr klar machen, dass sie nichts, aber auch gar nichts zu bestellen hatte.

Jane drehte sich wieder um.

Sie schaute in den Spiegel, dessen Fläche völlig normal war. Das alte Totengesicht war daraus verschwunden.

Der Arzt hüstelte gegen seine Faust. Auch das klang arrogant und sah so aus.

»Was soll das?«, flüsterte Jane.

»Bitte?«

»Sie haben mich genau verstanden.«

»Klar. Fassen wir mal zusammen. Sie sind zu mir gekommen, weil sie Probleme haben. Sie klagen über Träume, die schrecklich sind und die Sie nicht loslassen. Sie sind zu mir gekommen, um mich zu bitten, dass ich Sie unterstütze. Das ist alles okay. Ich habe es getan. Ich habe mit Ihnen geredet, und wir haben von den beiden Existenzen gesprochen, die es geben kann oder auch gibt. Sie sind mir in diesen Raum gefolgt, und ich habe Ihnen meine zweite Existenz gezeigt. Eigentlich müssten Sie zufrieden sein, Jane.«

Sie schüttelte den Kopf. »Wie kann einem der Schrecken Zufriedenheit geben?«

»Das müssen Sie ganz allein wissen. Es gibt die Theorie der Befreiung. Katharsis. Sich mit dem konfrontiert zu sehen, was einen Menschen bedrückt. Das alles kann wichtig sein und Ihnen helfen, sich von Ihren Problemen zu lösen.«

»Das sind nicht meine Probleme«, flüsterte Jane.

»Nein?«

»Genau, Doktor. Es sind nicht meine Probleme. Nicht dieses schreckliche Gesicht, verstehen Sie.«

»Nicht ganz …«

Jane wusste, dass der Mann log, aber sie kam nicht an ihn heran. Er war aalglatt, er war überheblich, er war zudem eiskalt, und er hatte eine Aura um sich herum aufgebaut, die sie nicht durchbrechen konnte. Er hielt seine Gefühle unter Kontrolle. Das elegante und schicke Äußere allerdings täuschte. Dahinter steckte etwas ganz anderes. Ein dämonisches Etwas. Das Grauen, auch geboren in einer anderen Dimension, mit der er paktierte.

»Sagen Sie was, Jane!«

»Ja, das werde ich.« Sie nickte entschlossen. »Ich werde etwas sagen, und ich werde Sie auch fragen, was ich dort in diesem verdammten Spiegel mit meinen eigenen Augen gesehen habe.«

»Ich bitte Sie!«, erklärte er locker, »das wissen Sie doch längst. Wir haben von zwei Existenzen gesprochen, die viele Menschen besitzen. Eigentlich jeder. Ich habe herausgefunden, dass die zweite Existenz des Menschen sein Unterbewusstsein ist, und das ist nun mal mit Träumen oder Albträumen gespickt. Sie sind ja angeblich zu mir gekommen, um Ihre Albträume loszuwerden.«

»Aber das Gesicht im Spiegel ist nicht mein Albtraum gewesen, verflucht noch mal. Das war etwas anderes. Es war Ihre Existenz, nicht wahr?«

»Wie ich Ihnen schon sagte, Jane.«

Fast hätte sie gelacht. Im letzten Moment fiel ihr ein, dass es nicht hierher passte, und sie zwang sich förmlich, die nächsten Worte auszusprechen. »Es ist also so, dass Sie es schaffen, Ihre zweie Existenz zeitgleich mit der ersten erscheinen zu lassen.«

»So kann man es sehen. Es ist wunderbar, Jane. Mich kann nichts erschüttern. Ich brauche vor meinen Träumen keine Angst zu haben. Ich kann mit ihnen umgehen. Ich kann mit ihnen spielen, und ich kann sie manipulieren …«

»Wie auch Ihre Patienten!«, sprach sie dazwischen.

»Nein, die heile ich.«

»Klar.« Diesmal lachte Jane und warf den Kopf zurück. »Klar, indem Sie ihnen die Träume nehmen. Indem sie ihr Unterbewusstsein stören. Mein Gott, das muss man sich mal vorstellen! Sie rauben ihnen die Chance, sich im Schlaf befreien zu können. Sie treiben sie dann in den Wahnsinn, wenn ich das richtig sehe.«

»Nein, nein, Jane.« Er blieb cool. »Ich treibe sie nicht in den Wahnsinn. Ich denke, da sind Sie falsch informiert oder haben sich etwas Falsches ausgedacht. Ich helfe ihnen und sorge dafür, dass es ihnen gut geht.«

Das wollte die Detektivin so nicht akzeptieren. »Aber sie haben keine Träume mehr!«, rief sie.

»Tatsächlich?«

»Ja.«

Barker blitzte sie an. »Wer sagt Ihnen das?«

»Ich weiß es!« Jane hatte die Antwort kaum gegeben, da bereute sie sie schon. Mit diesen Worten hatte sie sich verraten, und plötzlich verlor sie die letzte Farbe, die sich noch in ihrem Gesicht befand. Sie hatte sich durch das Gespräch ablenken und zuletzt sogar reinlegen lassen. Sie war zu sehr emotionalisiert gewesen, und jetzt hatte sie das Gefühl noch stärker, eine Angeklagte zu sein, die vor einem gnadenlosen Richter steht.

Der Psychologe zeigte wieder sein süffisantes Lächeln. »Sie wissen viel, Jane.«

»Nein, ich weiß nichts.« Jane versuchte zu retten, was noch zu retten war. »Ich weiß eigentlich zu wenig. Ich bin meinetwegen gekommen, nur haben Sie dem Gespräch eine andere Wende gegeben, denn Sie haben sich nicht um meine Probleme gekümmert, sondern um die Ihren. Das genau ist der Unterschied.«

»Gestatten Sie, Jane, dass ich Ihnen das nun nicht glaube. So etwas können Sie mir nicht erzählen. Es hat nicht lange gedauert, da habe ich Sie durchschaut. Sie sind nicht zu mir gekommen, weil Sie Probleme haben, Sie wollten etwas ganz anderes herausbekommen, Jane. Das weiß ich genau.«

»Und was, bitte?«

»Sie wollten mich.

Jane verzog die Lippen. »Sehr gut gesagt, Doktor. Aber warum hätte ich Sie haben wollen?«

»Das werde ich noch herausfinden, meine Liebe. Ich versichere, dass ich es schaffen kann. Darauf können Sie sich verlassen. Wissen Sie«, fuhr er im Plauderton fort, »ich mag keine Menschen, die andere hinters Licht führen wollen. Und nichts anderes haben Sie versucht, Jane. Aber es ist Ihnen nicht gelungen. Es gibt noch immer Personen, die stärker sind als Sie.«

»Was hätte ich denn bei Ihnen gewollt?«

Er wiegte den Kopf. »Da gibt es so einiges, über das man nachdenken und sprechen könnte. Sie scheinen sich mit mir beschäftigt zu haben. Sie haben einiges gewusst, das kein normaler Mensch über mich weiß, und ich …«

»Moment, Doktor. Sie haben Bücher geschrieben.«

»Ja, das stimmt, doch Ihr Wissen hat mit dem, was in meinen...

Erscheint lt. Verlag 11.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3965-5 / 3838739655
ISBN-13 978-3-8387-3965-6 / 9783838739656
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