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John Sinclair 1321 (eBook)

Das Haus der Schatten

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4067-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1321 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Das Haus der Schatten.

Alles fing damit an, dass Lady Sarah Goldwyn den bewegungslosen Mann auf der Parkbank sah. Sie glaubte, einen Toten zu sehen, aber sie irrte sich. Der Mann lebte. Nur war er nicht mehr normal, denn er besaß keinen Schatten mehr.

Für die Horror-Oma war das ein Alarmsignal. Sie alarmierte Suko, ohne zu wissen, dass Bill Conolly und ich bereits an dem gleichen Fall arbeiteten. Der führte uns bis zum Spuk und dabei in das Haus der Schatten, in dem ich eine Überraschung erlebte, die unsere Zukunft noch düsterer erscheinen ließ ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Haus der Schatten


Sommer! Ein warmer Wind. Das Zwitschern der Vögel. Ein grünes Dach aus Blättern über den Köpfen der Menschen – und auf der Parkbank saß der Tote!

Der Mann in mittleren Jahren trug trotz der Wärme einen grauen Pullover und eine Hose aus dickem Stoff.

Die ältere Frau mit dem Strohhut hatte die bewegungslose Gestalt entdeckt und einen Polizisten alarmiert. Beide standen jetzt vor dem Mann und der Bank. Der hünenhafte Bobby und die viel kleinere alte Dame, die sich auf einen Stock stützte.

„Der ist doch tot, denke ich“, erklärte sie mit erstaunlich fester Stimme. Dieser Kommentar hörte sich an, als hätte sie tagtäglich mit derartigen oder ähnlichen Phänomen zu tun.

Der Bobby zuckte mit den Schultern. „Das weiß man nie.“

„Sie sollten es kontrollieren, junger Mann.“

„Ja, ja, natürlich.“

„Bitte, dann schauen Sie nach.“

Der Bobby lächelte. Es wirkte etwas verkrampft. Er konnte sich über die Courage der älteren Frau nur wundern. Ihm war das alles sehr unangenehm. Diese Frau schien wirklich etwas Besonderes zu sein. Mit ihren Argusaugen hatte sie den Mann entdeckt. Die anderen Müßiggänger, die den kleinen Park um diese Zeit bevölkerten, um die Sonne des Vormittags zu tanken, hatten sich nicht darum gekümmert. Sie waren achtlos an der Gestalt vorbeigegangen.

Die Bank stand nicht direkt am Wegrand. Man hatte sie auf den Rasen gestellt, wo ihr ein Baum Schatten gab. Hinter ihr breitete sich eine Wiesenfläche aus, wo junge Mütter mit ihren Kindern spielten oder Menschen einfach nur auf Decken lagen und entspannten.

Der Sommer meinte es in diesem Jahr verdammt gut mit der Stadt, und er war eigentlich viel zu früh gekommen.

Der Polizist trat an die Gestalt heran. Er hatte sich etwas zögerlich bewegt, und auch jetzt ging er bei seiner Untersuchung nicht eben forsch vor.

Sein breiter Körper verdeckte der Frau die Sicht auf die Gestalt, aber die alte Dame wollte etwas sehen, und deshalb ging sie einen Schritt zur Seite.

Ob es Zufall war, dass sie die Gestalt entdeckt hatte, daran glaubte sie fest. Aber dieser Zufall konnte zugleich auch Schicksal sein, denn in ihr breitete sich ein beunruhigendes Gefühl aus, das wie ein Kribbeln ihren Magen umgab.

Die Zeugin war zwar eine ältere Dame, aber sie war nicht irgendwer. Ihr Name lautete Sarah Goldwyn, und von Freunden wurde sie nur die Horror-Oma genannt, weil sie immer wieder das Glück oder das Pech hatte, ihre Nase in gewisse Angelegenheiten zu stecken, die sie anzog wie der Honig die Bienen.

Sie wollte schon eine Frage stellen, als der Polizist sich umdrehte und sie anschaute. Sein noch junges Gesicht hatte sich verändert. Es sah erstaunt aus.

„Was ist denn?“

„Ähm … ja … ich … ich weiß nicht.“

Sarah ging näher. „Der Mann ist tot. Oder nicht?“

„Nein, ja …“

Sie tat noch zwei Schritte. „Was denn nun?“

Der Bobby wischte mit dem Handrücken über seine schweißnasse Stirn. „Das kann ich nicht so genau sagen. Jedenfalls ist er kalt. So komisch kalt.“

„Sagen Sie nur.“

„Ja.“

„Schlägt denn sein Herz?“

„Das habe ich noch nicht getestet.“

Sarah Goldwyn gefiel das alles nicht. „Lassen Sie mich mal“, sagte sie und schob den Polizisten sanft zur Seite. Der Mann war eben noch etwas jung und hatte eine natürliche Furcht vor dem Tod. Da musste man ihm helfen.

Sarah war nicht eben groß. Da der Mann jedoch auf der Bank saß, musste sie sich nach unten beugen, um in sein Gesicht zu schauen. Sie hatte es noch nicht berührt und blickte sehr genau hin, aber es war für sie nicht zu erkennen, ob es sich bei ihm wirklich um einen Toten handelte. Da musste sie schon andere Tests durchführen, was sie auch tat, denn sie legte zwei Fingerspitzen dort gegen den Hals, unter dessen Haut die Aorta schlug.

Kalt!

Ja, die Haut war kalt. Auch ein Toter besitzt eine kalte Haut, wenn er schon länger gestorben ist, aber diese Kälte hier war eine andere, und Sarahs Hand zuckte sehr schnell wieder zurück, weil sie sich erschreckt hatte.

„Er ist tot, nicht?“, fragte der Polizist.

Sarah gab die Antwort erst nach einer Weile. „Das kann ich Ihnen nicht genau sagen.“

„Sie haben ihn doch …“

„Seine Haut ist kalt.“

„Eben, dann ist er tot.“

Sarah schüttelte den Kopf, obwohl der junge Polizist im Prinzip Recht hatte. „Ich habe noch keinen Beweis bekommen, denn die Kälte ist meiner Ansicht nach zu stark und unnatürlich. Mit ihm muss etwas geschehen sein, von dem wir nichts wissen.“

„Haben Sie denn eine Wunde gesehen?“

Sarah schüttelte den Kopf, während sie von oben herab in das Gesicht mit den starren Zügen schaute. „Nein, das habe ich nicht. Es ist auch nicht wichtig, denke ich. Wenn er tatsächlich tot sein sollte, kann dies auch durch einen Herzschlag geschehen sein.“

„Gut, Mrs ….“

„Mein Name ist Sarah Goldwyn.“

„Danke. Dann werde ich mal die Kollegen anrufen. Sie sollen zudem einen Arzt mitbringen. Wir sind Laien und können …“

Er sprach noch weiter, worauf Sarah Goldwyn jedoch nicht achtete, denn sie hatte etwas gesehen. In diesem Fall war es sogar als kleines Phänomen einzustufen, denn der Tote hatte sich bewegt.

Ein kurzes Zucken seines Kopfes, mehr nicht. Sie glaubte auch, ihn stöhnen gehört zu haben. Es war erst der Anfang. Der Mann auf der Bank zuckte zuerst zusammen, stöhnte wieder auf, diesmal lauter, bewegte den Kopf, öffnete weit die Augen und schaute Sarah Goldwyn direkt ins Gesicht …

*

Der Tote ist erwacht!

Dieser Satz schoss ihr durch den Kopf. Sarah selbst hatte so schnell nicht damit gerechnet. Sie zog sich aus der gebückten Haltung zurück, und plötzlich dachte sie daran, einen Zombie vor sich zu haben. Dieser Gedanke verschwand sehr schnell wieder, denn er war in ihrer überheizten Fantasie entstanden.

Nein, nein, das war kein Zombie, kein lebender Toter, denn er atmete und presste beide Hände gegen sein Gesicht.

Jede seiner Bewegungen wurden auch von dem Polizisten wahrgenommen, der beruhigt war und plötzlich die Lösung für seine Probleme gefunden hatte.

„Der hat nur geschlafen, Mrs. Goldwyn.“ Er lachte. „Das ist verrückt und zugleich völlig normal. Ja, geschlafen. Etwas anderes kann ich Ihnen nicht sagen. Und wir … na ja …“

Sarah sagte nichts. Natürlich konnte der Polizist Recht haben. Es war möglich, dass der Mann eingeschlafen war, aber sie dachte mehr an das andere Phänomen.

Die Haut des Mannes war kalt gewesen. Und das trotz des Sonnenscheins und des dicken Pullovers, den er trug. Genau darüber wollte die Horror-Oma nachdenken. Für sie war das nicht normal.

Der Mann in Uniform trat nahe an die Bank heran. Er bückte sich dem Erwachenden entgegen.

„Alles in Ordnung, Sir?“

„Wie … äh … was?“

„Ob bei Ihnen alles in Ordnung ist?“

„Ja, ist es. Sorry, aber …“

„Sie sind eingeschlafen, wie?“

Diesmal erfolgte die Antwort nicht sofort. Der Erwachte schien erst nachdenken zu müssen. Schließlich gab er dem Frager Recht. „Ich bin eingeschlafen.“

Der junge Beamte wirkte erleichtert. „Dann ist ja alles in Ordnung“, sagte er. Ihm war wirklich anzusehen, dass er sich darüber freute. „Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen gehabt.“ Er zuckte die Achseln und schaute sich um. „Dann werde ich mal weitergehen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommertag. Und Ihnen auch, Mrs. Goldwyn.“

„Danke, junger Mann.“

Der Polizist tippte kurz gegen seinen Helm und setzte seinen Rundgang durch den Park sichtlich erleichtert fort.

Auch Lady Sarah hätte jetzt gehen können. Das tat sie jedoch nicht. Sie setzte sich neben dem Erwachten auf die Bank, der dagegen auch nicht protestierte.

„Geht es Ihnen gut?“

„Schon …“

„Sie haben geschlafen.“

Der Mann nickte. „Das muss wohl so gewesen sein. Ich habe mich hier auf die Bank gesetzt und bin eingeschlafen.“

„Das Wetter ist auch toll. Zwar ein wenig heiß, aber unter einem Baum kann man es schon aushalten.“

„Stimmt.“

„Nur wundert es mich, dass Sie so dick angezogen sind. Ich will Sie damit nicht kritisieren, aber ein Pullover wäre mir bei diesen Temperaturen wirklich zu warm.“

„Ich friere.“

„Komisch.“

„Es stimmt aber.“ Der Mann hatte sich leicht nach vorn gebeugt und seine Ellenbogen auf die Knie gedrückt. Er schaute nach vorn, und Sarah konnte sich vorstellen, dass er nicht viel sah, weil er ins Leere blickte. Er war mit seinen Gedanken woanders, das merkte sie genau, und für sie war klar, dass er ein Geheimnis verbarg.

Das hatte die Horror-Oma natürlich neugierig gemacht. Sie war eine sehr sensible Frau, die auch Antennen dafür besaß, was das Verhalten anderer Menschen anging. Mit diesem Mann stimmte etwas nicht. Der war nicht nur einfach eingeschlafen, sondern musste ein gewisses Schicksal hinter sich haben, das Sarah gern gewusst hätte. Und so nahm sie sich vor, ihn zum Reden zu bringen.

„Mein Name ist übrigens Sarah Goldwyn. Ich bin hier zufällig vorbeigekommen und sah Sie auf der Bank sitzen und schlafen.“

Er gab keine Antwort.

Sarah ließ nicht locker. „Wie heißen Sie?“

„William Hollister.“

„Danke. Wohnen Sie hier in der Nähe?“

Sarah bekam eine Antwort, die allerdings nichts mit ihrer Frage zu tun hatte. „Mir ist so kalt.“

„Warum?“

...

Erscheint lt. Verlag 25.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4067-X / 383874067X
ISBN-13 978-3-8387-4067-6 / 9783838740676
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