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John Sinclair 1208 (eBook)

Leichenwelten

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3942-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1208 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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(CHF 1,90)
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Leichenwelten.

Leichenwelten hieß die Ausstellung, in der ein Fotograf die Bilder von Toten präsentierte. Und das in fünf Räumen.

Das Interesse der Besucher war gewaltig. Auch Jane Collins wollte sich die Ausstellung nicht entgehen lassen.

Alles ging gut, bis sie entdeckte, dass manche Leichen noch lebten und zu Zombies geworden waren ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Leichenwelten


»Bist du denn so erpicht darauf, den Tod zu sehen?«, fragte Lady Sarah Goldwyn. Sie blickte Jane Collins fast beschwörend an.

Die Detektivin lächelte. »So darfst du das nicht sehen, Sarah. Das sind keine echten Toten. Es sind einfach Bilder vom Tod, die aufwühlen sollen.«

»Wen denn?«

»Die Menschen, zum Beispiel. Die Besucher, die kommen. Sie sollen erleben, was Menschen anrichten können. Dieser Fotograf will warnen. Er will den Menschen einen Spiegel vors Gesicht halten und ihnen durch seine Arbeiten klarmachen: Seht her, hier könnt ihr erkennen, was die Folge eures Tuns ist. Schaut euch die Toten an. Es gibt sie, und ihr tragt daran die Schuld.«

Sarah Goldwyn blieb skeptisch. Sie griff nach der Teetasse und nippte am Tee. Dann räusperte sie sich leise. Sie fühlte sich unbehaglich und konnte die Erklärungen der Detektivin nicht so recht nachvollziehen. »Ich glaube einfach nicht, dass dieser Mann mit seinen Arbeiten die Menschen wirklich aufrütteln kann. Sie werden immer so weitermachen. Sie werden Kriege führen und sich gegenseitig umbringen. Sie sind einfach gnadenlos. Sie sind schlimmer als die Tiere, das musst du mir glauben.«

»Das weiß ich doch.«

»Schön. Und warum gehst du trotzdem hin?«

»Weil mich die Ausstellung interessiert.«

»Leichenwelten«, murmelte Sarah.

»Ja, so ist die Ausstellung übertitelt.«

»Selbst ich interessiere mich nicht dafür«, erklärte die Horror-Oma.

»Du kannst noch immer mit mir gehen.«

Sarah winkte nach einer Gedankenpause ab. »Nein, dazu habe ich keine Lust. Du weißt selbst, dass ich für viele ungewöhnliche Dinge zu haben bin, aber das möchte ich mir nicht antun. Kann sein, dass ich in meinem Alter auch Angst davor habe, dem Tod so direkt ins Auge zu sehen. Schließlich bin ich älter als du. Er wird mich bestimmt früher erwischen. Das hat auch nichts mit meinem Hobby zu tun. Es ist wirklich besser, wenn du allein gehst.«

»Das werde ich dann auch.«

»Was ist mit John Sinclair?«

»Wieso? Was soll mit ihm sein?«

»Tu doch nicht so ahnungslos, Jane. Hast du ihn nicht gefragt, ob er dich begleiten will?«

»Nein, das habe ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich John dafür interessieren wird. Er hat selbst genug mit dem Tod zu tun. Da wird er das nicht brauchen.«

»Aber du – wie?«

»Ja.«

Sarah goss Tee aus der Kanne nach. »Okay, tu, was du nicht lassen kannst. Ich kenne dich ja, Jane. Wenn du dir mal was in den Kopf gesetzt hast, ziehst du es auch durch.«

»Allerdings.« Jane blickte auf ihre Uhr. »Ich denke, dass ich mich auf den Weg mache. Mittags ist eine gute Zeit, da ist es noch nicht so voll, denke ich.«

»Glaubst du denn, dass sich überhaupt jemand dafür interessiert?«

Jane Collins lachte auf. »Das ist keine Frage. Ich habe darüber gelesen, wie gut besucht die Ausstellung ist. Diese Zeit ist günstig. Später müsste ich mich anstellen.«

»Dann wünsche ich dir viel Spaß.«

»Danke.« Jane lächelte. »Wie wäre es denn, wenn ich dich heute Abend zum Essen einlade?«

Sarah schmunzelte. »Gewissermaßen als eine Wiedergutmachung?«

»Irgendwie schon.«

»Ja, ist okay. Ich muss auch mal wieder rauskommen. Das Wetter ist eigentlich furchtbar. So lange nur Trübsinn. Keine Sonne. Hört der Winter denn überhaupt nicht auf?«

»Wir haben April.«

»Weiß ich. Trotzdem könnte mal die Sonne scheinen. Jedenfalls wünsche ich dir nicht viel Spaß. Den kann man meiner Meinung nach nämlich nicht haben.«

»Es ist auch mehr Interesse. Spaß werde ich bestimmt nicht dabei haben. Aber man muss mitreden können.«

Sarah winkte ab. »Ich verzichte freiwillig darauf.«

Jane Collins erhob sich. Danach beugte sie sich lächelnd über Sarah und hauchte ihr zwei Küsse auf die Wangen. »Keine Sorge, das wird schon alles in Ordnung gehen.«

»Hoffentlich.«

»Wieso? Was befürchtest du?«

»Alles Mögliche, Jane. Bei dir immer. Ich bin schließlich Kummer gewöhnt.«

»Stimmt. Nur hast du dir den manchmal auch selbst zuzuschreiben gehabt.«

Darauf blieb die Horror-Oma stumm. Sie kannte sich schließlich am allerbesten.

Es war draußen wirklich kühl. Und so zog Jane über ihre Jacke noch einen Mantel. Zumindest regnete es im Moment nicht. Auch das konnte sich sehr schnell ändern.

Als sie das Haus verließ, schlug ihr der frische Wind entgegen und ließ sie frösteln. Lady Sarahs Bedenken teilte sie nicht, doch ein gewisses Gefühl der Spannung steckte schon in ihr …

*

Jane Collins hatte auf den Wagen verzichtet und war mit der U-Balin gefahren. Einen Parkplatz in der Nähe der Halle zu ergattern, war so gut wie unmöglich. So ließ sie sich im Strom der Menschen an die Oberwelt treiben und ging die wenigen Meter bis zur Ausstellungshalle, die nicht direkt an der Straße, sondern davon versetzt lag. Auf einem großen Platz war die Halle in die Bauwerke der linken Seite integriert. Es gab dort mehrere Veranstaltungsräume. Zudem war in der Nähe noch eine Musikschule und ein kleines Museum untergebracht worden, in dem eine Ausstellung mit afrikanischer Kunst zu sehen war.

Jane schlenderte über den Platz. Sie sah die gläserne Eingangstür vor sich. In ihr spiegelten sich die Wolken am Himmel, sodass die Tür aussah, als wäre sie ein großes Gemälde, in das der Besucher hineintreten konnte.

Jane trat ein und runzelte die Stirn. Der typische Museumsgeruch überfiel sie. Eine trockene Luft, eigentlich viel zu warm und zu trocken. Sie konnte ihren Mantel an der Garderobe abgeben. Der Obulus dafür war im Eintrittsgeld enthalten.

Eine ältere Frau, über deren Oberlippen ein dunkler Damenbart schimmerte, saß an der Kasse und verkaufte die Karten. Sie schaute Jane kurz an und fragte: »Haben Sie starke Nerven?«

»Ja. Warum?«

»Die brauchen Sie auch.«

»Danke für die Warnung. Aber«, sie beugte sich verschwörerisch vor, »wissen Sie, was ich von Beruf bin?«

»Nein. Woher denn?«

»Ich bin Leichenwäscherin. Meinen Sie noch immer, dass ich vor den Aufnahmen große Angst habe?«

»Nein. Jetzt nicht mehr. Nur wundere ich mich, dass Sie sich die Ausstellung dann noch antun.«

»Der Tod lässt mich eben nie los. Auch an meinem freien Tag nicht.«

»Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß.«

»Danke sehr. Ach, eine Frage noch. Ist es sehr voll hier? oder kann ich mich frei bewegen?«

»Um diese Zeit ist es nie voll. Sie haben Glück. Viel Vergnügen dann noch.«

»Danke.«

Jane drehte sich um und schritt auf eine zweiflügelige Glastür zu, an der eine junge Frau – wahrscheinlich eine Studentin – stand und die Karten abriss. Vor Jane hatten zwei Männer die Ausstellung betreten. Sie waren ganz in Schwarz gekleidet und wirkten wie zwei Todesengel.

Auch Janes Karte wurde abgerissen. Ein freundliches Lächeln begleitete sie hinein in den ersten Raum mit den hohen Wänden und der ebenfalls hohen Decke. Sie kam sich vor wie in einer riesigen Schachtel. Bilder hingen hier nicht. Abgesehen von einer Ausnahme. An der Wand gegenüber und bis zur Decke reichend sah sie eine übergroße Fotografie eines Mannes, der in dieser Pose nur als der perfekte Selbstdarsteller bezeichnet werden konnte.

Jane kannte ihn nicht persönlich. Trotzdem wusste sie, wer dieser Mann war, denn sein Bild hatte sie schon einige Male in den Zeitungen gesehen.

Er hieß Aristide Goya!

Ob es sein wirklicher Name war, wusste sie nicht. Vielleicht schwärmte er auch nur für den Maler Goya, der mit seinen realistischen und auch schaurigen Bildern die Menschen vor einigen hundert Jahren regelrecht geschockt hatte. Auch heute erzielten seine Bilder noch immer starke Wirkungen auf die Betrachter.

Jane blieb in einer angemessenen Entfernung stehen, um sich das große Bild betrachten zu können.

Sie musste zugeben, dass es schon etwas ausstrahlte. Weniger das Foto als Ganzes. Hier ging es um den Künstler, der darauf abgebildet worden war.

Aristide Goya war ein schlanker Mensch. Er hatte sich für weiße Kleidung entschieden. Weiße Jacke, weißes Hemd, weiße Hose. Der Stoff wirkte an ihm ein wenig verknittert, als hätte er in diesem Anzug schon einige Nächte geschlafen. Bei genauerem Hinsehen stellte Jane fest, dass sich unter der offenen Jacke die Umrisse einer Weste abmalten.

Einen Kontrast hatte er doch gesetzt. Es war der Hut. Der strahlte nicht so weiß wie der Anzug, sondern war schwarz oder zumindest dunkelgrau. Er hatte ihn leicht schräg aufgesetzt und die breite Krempe so gebogen, dass es richtig »fesch« aussah. Da die Krempe einen Schatten warf, war das Gesicht des Fotografen nicht in allen Einzelheiten zu erkennen. Ein Teil davon lag im Dunkel. Mehr die Partie um die Augen, aber die untere Gesichtshälfte war für Jane schon erkennbar, und sie hörte sich selbst zu, wie sie tief Luft holte.

Sie versuchte, das Alter des Mannes zu schätzen. Es war schlecht möglich. Er konnte fünfzig sein, aber auch zehn Jahre jünger oder älter. Sie sah, dass er einen sehr sinnlich geschnittenen Mund besaß, dazu kam das ausgeprägte und schon fleischige Kinn, und auch die kräftige Nase war zu sehen, wenn auch nur in der unteren Hälfte.

Der Künstler war schlank. Er hatte auf dem Foto eine recht lässige Haltung eingenommen und die Arme locker vor der Brust verschränkt. So wirkte er wie jemand, der sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Das rechte Bein hatte er leicht eingeknickt, nach vorn geschoben und gegen das starre linke gedrückt.

Jane...

Erscheint lt. Verlag 11.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3942-6 / 3838739426
ISBN-13 978-3-8387-3942-7 / 9783838739427
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