John Sinclair 1357 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4103-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Dein Blut für mich, Sinclair! (2. Teil).
Van Akkeren hatte es geschafft. Er war nicht nur aus der Klinik entkommen, er war auch durch einen Biss in eine andere Existenz hineingedrängt worden.
Wir mussten uns auf eine völlig neue Lage einstellen, denn jetzt war der Grusel-Star ein Vampir. Und er hatte nichts vergessen, denn sein Versprechen sprach Bände: Dein Blut für mich, Sinclair!
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Dein Blut für mich, Sinclair! (2. Teil)
Der fremde Wagen auf dem Militärgelände war Sergeant Henry Glock einfach ein Dorn im Auge. Noch dauerte es bis zu seiner Pensionierung, und er würde einen Teufel tun und auch nur einen Zoll von seiner Einstellung abweichen.
Hier hatte er für Ordnung zu sorgen. Hier war er der Chef, wenn auf dem Gelände keine Übungen durchgeführt wurden. Auch dann war es für Privatpersonen tabu.
Glock stieg aus seinem Jeep. Er bewegte sich dabei vorsichtig, beinahe schon lauernd. Sein Gesicht war angespannt. In seine linke Hand hatte er die Stableuchte genommen, mit der rechten Hand lockerte er seine Dienstpistole …
Noch nie hatte er, abgesehen von Kriegseinsätzen, auf einen Menschen geschossen. Doch er war bereit, wenn sich hier jemand herumtrieb, der nicht hergehörte und ihm auch nicht gehorchte.
Das Fabrikat des fremden Autos war für ihn nicht zu erkennen. Er sah wohl die beiden Augen der Scheinwerfer. Sie waren von einem blassen Standlicht erfüllt und schwebten über dem dunklen Boden hinweg.
Mit Standlicht war der Wagen auch gefahren worden. Das hatte den Sergeant ebenfalls misstrauisch werden lassen. Angst kannte er nicht. Nur eben Vorsicht.
Er ging auf das fremde Auto zu. Er konnte sich nicht erinnern, dass sich dort eine Tür geöffnet hatte. Der oder die Insassen mussten sich noch im Fahrzeug befinden.
Er schaltete das Licht seines Jeeps aus. Um ihn herum lauerte die Stille. Nur seine eigenen Schritte waren zu hören. Sie hinterließen auf dem Boden ein leises Knirschen.
Auch wenn das Licht nicht voll eingeschaltet war, hatte man ihn sicherlich gesehen. Nur rührte sich nichts. Keine Tür wurde geöffnet. Der Wagen blieb da stehen. Sein Fahrer musste ihn verlassen haben. Er war irgendwo im Gelände untergetaucht. Deckung gab es genug, vor allen Dingen in der Dunkelheit.
Etwas mehr als die Hälfte der Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen hatte Henry Glock hinter sich gebracht, als er das erste Risiko einging und seine Lampe einschaltete.
Ein sehr starker Strahl durchbrach die Dunkelheit. Er war wie ein langer, starrer, heller Arm, der das andere Fahrzeug auf der Kühlerhaube erwischte und dort einen hellen Schein hinterließ.
Der Sergeant leuchtete jetzt nicht mehr das Fahrzeug ab – er wusste jetzt, dass es ein Mini war – sondern ließ den Lichtkegel durch das Gelände schweifen. Er wollte sehen, ob sich in der Nähe jemand aufhielt, der dann durch das Licht erschreckt wurde.
Auch da hatte er Pech. In der Umgebung bewegte sich nichts. Das Licht glitt durch eine starre Landschaft, die unter dem Druck des Winters eingefroren war.
Er hörte kein Geräusch, das ihn hätte misstrauisch machen können. Es war alles normal, bis eben auf das verdammte Fahrzeug, das einfach nicht hier herpasste.
Er lief die letzten Meter schneller und blieb an der Fahrerseite stehen. Sofort leuchtete er durch das Fenster. Zu sehen war nichts. Der Fahrersitz war ebenso leer wie der des Beifahrers.
Aber der Mini war nicht von allein gefahren. Ferngelenkte Autos gab es vielleicht auf Versuchsstrecken, jedoch nicht in der Realität. Nein, dahinter steckte etwas anderes oder auch mehr.
Er trat zur Seite, um auch den hinteren Teil des Autos anzuleuchten. Eine nur kleine Rückbank. Für einen großen Menschen nicht eben ideal.
Glock stockte der Atem.
Auf der Rückbank lag jemand!
Er lag dort zusammengekrümmt. Dabei hatte er seine Beine angezogen. Er bewegte sich auch nicht. Das helle Licht der Lampe huschte über eine Gestalt hinweg, die eine ungewöhnliche Kleidung trug. Ein Kittelhemd und eine Hose, das war alles. An den Füßen keine Schuhe, sondern nur Pantoffeln aus Stoff.
Der Sergeant zog die Lampe wieder zurück und ließ den Strahl gegen den Boden leuchten. Er musste mit dem Bild zunächst fertig werden, und ihm war zudem ein bestimmter Verdacht gekommen.
Der Typ musste nicht unbedingt schlafen, er konnte auch tot sein. Ein Toter auf dem Rücksitz des Mini. Jemand, den ein anderer Mensch entsorgen wollte, und zwar in diesem einsamen Gelände. Da konnte man ihn vergraben, ohne dass er je gefunden wurde.
Einen Toten entsorgen! Genau das war es. Aber es gab nicht nur den Toten. Es musste auch eine Person geben, die die Leiche wegschaffte. Und dieser jemand hatte den Wagen gelenkt. Jetzt war er bestimmt unterwegs, um einen guten Platz zu suchen.
Ich muss mich darauf einrichten, dass ich es mit einem Killer zu tun bekomme!
Diese Wahrheit schoss dem Soldaten durch den Kopf, und er fühlte sich alles andere als gut mit diesem Wissen. Er stand wie auf dem Präsentierteller. Irgendwo in der Dunkelheit konnte jemand lauern und mit einer Waffe auf ihn zielen. Bei der richtigen Ausrüstung war es auch möglich in mondloser Nacht Ziele genau zu treffen.
Bisher war nichts passiert, obwohl ein heimtückischer Schütze alle Chancen gehabt hätte. Das wiederum gab Henry Glock Hoffnung. Er wechselte erst die Seite und leuchtete dann erneut in den Mini hinein. Er wollte sich den Mann aus einer anderen Perspektive ansehen. Bisher hatte ihm auch das helle Licht noch keinen Hinweis auf einen gewaltsamen Tod des Mannes gegeben.
Auch jetzt fand das Licht seinen Weg. Er sah das Gesicht besser. Ein altes, ein starres Gesicht, trotz der lappigen Haut. In den Augen war kein Leben mehr zu sehen. Starr wie Glaskugeln waren sie. Nein, in diesem Menschen steckte kein Leben mehr. Der war umgekommen.
Aber wie?
Einen eventuell im Hintergrund lauernden Killer hat der Sergeant vergessen. Ihm fiel ein, dass er noch nicht festgestellt hatte, ob der Wagen unverschlossen war.
Das holte er jetzt nach.
Ja, die Tür ließ sich aufziehen. Vor Überraschung schüttelte er den Kopf. Damit hätte er nie im Leben gerechnet. Man machte es ihm verdammt leicht.
Bevor er sich in den Mini hineinbeugte, schaute er noch zurück und drehte sich dabei um.
Nein, um ihn herum war alles still. Keine Bewegung fiel ihm auf. Kein Licht, keine Stimme – nichts.
Wieder leuchtete er sich den Weg frei. Er suchte nach einer Wunde – einer Schuss- oder Stichverletzung. Er hätte auch Blut sehen müssen, aber das war nicht der Fall.
Langsam ließ er den Lichtkegel am Körper entlang in die Höhe wandern bis zum Gesicht hin. So weit kam der Kreis nicht. Unterwegs stoppte er, und wieder stockte dem Mann der Atem.
Er hatte den Hals gesehen. Da sah er das Blut, das schon eingetrocknet war.
Ruhig! Du musst ruhig bleiben! Diese Gedanken zwangen ihn zur Ruhe. Er holte tief Atem und erinnerte sich an seine Kriegserlebnisse. Er hatte schon öfter Menschen gesehen, denen die Kehlen durchgeschnitten waren.
Auch hier?
Nein, das war bei diesem Mann nicht der Fall. Henry Glock wusste genau wie die im Krieg getöteten Männer ausgesehen hatten. Dieser Tote hier hatte zwar einen blutigen Hals, aber ihm war nicht die Kehle durchgeschnitten worden. Das Blut musste aus einer anderen Wunde stammen.
Er beugte sich nicht tiefer. Er leuchtete nach. Dass er seinen Rücken feilbot, daran dachte er in diesen Augenblicken nicht. Er wollte sehen, was mit dem Mann passiert war.
Das Blut war auch nicht aus einer Brustwunde in die Höhe gespritzt. Es stammte aus einer anderen Quelle, und als der Mann sie fand, da stockte ihm wieder der Atem. An der linken Halsseite sah er die beiden Einstiche. Es waren Wunden, die relativ dicht beisammen standen und wie kleine Krater aussahen.
Es verging schon einige Zeit, bis ihm der richtige Ausdruck dazu einfiel.
Bisse!
Ja, diese Wunden konnten seiner Meinung nach nur von irgendwelchen Bissen stammen. Als wäre der Mann von einem Tier angefallen worden, das ihm seine Zähne in den Hals geschlagen hatte. Jedenfalls ein kleines Raubtier. Eine Katze oder etwas Ähnliches.
Er begann zu zittern. Nur schwach, und das war nur am Kegel der Lampe zu erkennen. Das Zittern lag nicht an der Entdeckung der Leiche, dafür hatte er in seinem Leben zu viele Tote gesehen. Es ging ihm darum, wie der Mann gestorben war. Auf eine unnatürliche Art und Weise. Ein Tier möglicherweise musste ihn so tief in den Hals gebissen haben, dass er verblutet war.
Nein, das traf auch nicht zu. Wenn das tatsächlich der Fall gewesen wäre, dann hätte er viel mehr Blut sehen müssen. Das war auch nicht der Fall gewesen. Er hatte es nur in der Umgebung des Halses entdeckt, und dabei blieb es.
Er zog sich wieder zurück und richtete sich auf. Dabei stellt er fest, dass er schwitzte. Der Schweiß lag nicht nur auf seiner Stirn und den Wangen, der hatte sich auch auf seinem Körper ausgebreitet und klebte in seinen Achselhöhlen.
Irgendwas war hier oberfaul. Die Todesursache konnte nicht als normal angesehen werden.
Aber wie war der Mann dann ums Leben gekommen? Und wo hielt sich der Fahrer des Mini auf?
Als er an ihn dachte, schoss ein Adrenalinstoß durch seinen Körper. Vor seinen Augen verschwamm die Umgebung für einen Moment, aber er hatte sich wieder schnell unter Kontrolle.
Er drehte sich um – und sah die Gestalt!
*
Ein Gespenst!, schoss es ihm durch den Kopf, obwohl er nicht an Gespenster glaubte. Doch als er die helle Gestalt vor sich sah, konnte er nur daran denken. Zudem hatte er nichts von der Annäherung gehört. Das Wesen musste sich wirklich lautlos bewegt haben.
Nachdem der Sergeant den ersten Schreck überwunden hatte, holte er tief Luft. Er riss sich zusammen und sah den Mann genauer an.
Die Kleidung des Toten im Auto war ihm schon ungewöhnlich vorgekommen. Die des Mannes ebenfalls, aber sie war heller. Sie erinnerte ihn an einen Kittel, allerdings zweigeteilt. Er bestand aus...
| Erscheint lt. Verlag | 2.12.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4103-X / 383874103X |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4103-1 / 9783838741031 |
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