Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 1311 (eBook)

Die Teufelszunge

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4057-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1311 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Die Teufelszunge.

Die Teufelszunge war nicht die Zunge des Teufels, so wurde ein begnadeter Trompeter genannt, der teuflisch gute Musik machte.

Leider gab es eine Macht, die dies nicht akzeptieren konnte. Bei einem Solo-Konzert schlug sie zu, und so wurde der Trompeter zu einer Gefahr für die Menschheit ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Teufelszunge


Etwas Kaltes strich über den schlafenden Mann hinweg wie der Eishauch aus dem Reich der Toten.

Walter Shols wollte die Augen öffnen. Es gelang ihm nicht. Schwer wie Blei waren die Lider. Und so blieb er bewegungslos auf der Couch liegen, eingehüllt in das Halbdunkel seines Zimmers unter dem Dach seines Hauses.

Er stellte auch fest, dass er nicht wirklich schlief. Shols erlebte einen Zustand zwischen Wachsein und Träumen. Er wusste genau, dass er allein war, und trotzdem wollte er es nicht glauben. Er hatte die ungewöhnliche Berührung nicht vergessen, aber das war nicht alles, denn etwas Fremdes, aber nicht Unangenehmes durchbrach die Stille.

Er hörte das leise Singen …

Die Stimme, die diese Melodie sang, gehörte einer Frau. Sie klang so wunderbar weich, überhaupt nicht aufgeregt oder schrill. Man konnte den Gesang als wunderschön bezeichnen. Sehr melodisch, aber zugleich auch unendlich traurig. Das jedenfalls glaubte der Mann, aus dieser Botschaft herauszuhören.

Er bewegte sich nicht. Weiterhin blieb er auf dem Rücken liegen. Im Halbschlaf zuckten nur seine Lippen und blieben in einer halbrunden Form. Der Mann lächelte. Er freute sich über die gesungene Botschaft, obwohl er die Person nicht sah, die ihm diesen Gesang schickte.

Trotz seines Zustands versuchte er es mit Konzentration. Er, der Musiker, dachte darüber nach, ob er die Stimme schon mal gehört hatte. Aufgrund seines Berufs kannte er zahlreiche Sängerinnen, diese Stimme allerdings war ihm unbekannt. Sie hörte sich so jung an, so frisch. Er glaubte nicht, dass sie einem Profi gehörte. Aber er fragte sich, wie die Person in sein Zimmer gelangt war. Jemand hätte ihr öffnen müssen. Nur befand er sich allein im Haus. Seine Frau war nicht da. Sie besuchte eine Bekannte und würde erst später zurückkehren.

Der Gesang blieb. Er lenkte Shols von seinen grüblerischen Gedanken ab. Vergeblich wartete er auf einen Text, der ihm diese Botschaft näher gebracht hätte. Es gab keinen. Oder die Sängerin behielt ihn für sich. Sie summte weiterhin nur die Melodie vor sich hin.

Seltsamerweise überkam ihn keine Furcht. Es war so beruhigend, das Summen zu hören. Als er ein Kind gewesen war, hatte die Mutter an seinem Bett gesungen, damit er einschlafen konnte. So ähnlich war es hier auch. Nur schlief er nicht ein. Sein Zustand blieb bestehen, und er lauschte weiterhin diesen Tönen. Noch immer ohne Text, und trotzdem konnte sich Shols etwas darunter vorstellen.

Eine wunderschöne Landschaft. Ein herrlicher Frühlingstag. Hügel, bestückt mit blühenden Bäumen. Ein weiter Himmel, auf dem vereinzelt Wolken schwebten, doch dazwischen die traurigen Töne, als sollte dieses Bild von einem herbstlichen Flair zerstört werden.

Shols versuchte, die Augen zu öffnen. Es ging nicht. Er schaffte es auch nicht, seinen Kopf zu drehen und zur Tür zu schauen, denn von dort hatte ihn der Gesang erreicht.

Er suchte nach einer Erklärung. Er wollte diesen Gesang irgendwie plastisch machen. Worte dafür finden. Er klang so ätherisch, so anders, als käme die Sängerin nicht von dieser Welt. Als wäre sie eine Person, die andere Sphären verlassen hatte, um hier ein Gastrecht zu erwerben.

Aber wer war sie?

Walter Shols bemühte sich, nachzudenken. Er schaffte es nicht. Es war nicht möglich, weil der Gesang alles überdeckte. Das Gefühl für Zeit war ihm verloren gegangen. Er hätte nicht sagen können, wie lange der Gesang schon angedauert hatte, und wenn er ehrlich war, dann spürte er kaum die Unterlage. Er glaubte, über seiner Liege zu schweben, als hätte ihn der Gesang einfach fortgetragen, hinein in andere Welten.

Irgendwann veränderte sich die Tonlage. Die Stimme sank. Er hörte sie nicht mehr so genau, spürte jedoch wieder den kalten Hauch, der sein Gesicht streifte.

Obskure Gedanken trieben durch seinen Kopf. Er dachte plötzlich an Verstorbene und an das Jenseits. Er hatte mal gelesen, dass es einen kalten Hauch schicken konnte, der aber mit einer normalen Kälte nichts zu tun hatte.

Es wurde still!

Die Sekunden tropften dahin. Shols hatte den Mund geöffnet und atmete tief ein.

Shols wusste, dass sich die Sängerin in seiner Nähe aufhielt. Sie musste neben seinem Bett stehen, da war er sich sicher. Eine Drehung nach rechts, die Augen öffnen, dann hätte er sie sehen können. Der Wunsch blieb Vater des Gedankens.

Dafür hörte er die Stimme. Auch wieder so sanft und zugleich sehr bestimmend.

„Du wirst spielen, Walter. Du wirst heute Abend unsere Musik spielen, verstehst du …“

„Jan“

Er hatte keine normale Antwort geben können, sondern nur eine in Gedanken. Sie schien dem für ihn unsichtbaren Wesen auszureichen, denn er hörte ein glockenklares Lachen.

„Unsere Musik, Walter. Unsere Melodien. Du wirst sie kennen. Sie werden in dir brennen. Und du wirst nicht anders können, als sie zu spielen. Ist das verstanden?“

Er lächelte.

Es war Antwort genug.

Im gleichen Augenblick spürte er die Bewegung neben seiner Liege. Der kalte Hauch zog sich zurück, und die Normalität nahm wieder von ihm Besitz.

Tiefes Durchatmen. Darauf warten, dass sich der Herzschlag beruhigte. Das alles klappte wunderbar. Und noch mehr geschah, denn plötzlich gelang es ihm wieder, die Augen zu öffnen.

Sein erster Blick fiel gegen die Decke. Dort hatte sich nichts verändert. Sie war gleich geblieben. Hell gestrichen mit einem leicht gelblichen Ton.

Dann drehte er doch den Kopf.

Er schaute zur Zimmertür hin.

Und genau dort stand sie!

Walter Shols konnte nicht glauben, was er mit seinen eigenen Augen zu sehen bekam …

*

„Du gehst mit, John!“, erklärte Bill, der mich um zehn Uhr morgens in meinem Büro besucht hatte und seine Worte dadurch unterstrich, dass er mit dem Zeigefinger auf mich zeigte.

„In dieses Konzert?“

„Ja.“

„Aber ich …“

„Keine Ausrede. Ich habe drei Karten ergattern können. Nun ist etwas eingetreten, was ich nicht vorhersehen konnte. Sheila hat sich schwer erkältet, und deshalb wollte ihre Bekannte auch nicht mitgehen. Ich habe zwei Karten übrig. Glenda Perkins konnte ich innerhalb kürzester Zeit überzeugen, aber du zeigst dich bockig.“

„Was soll ich denn da?“

„Zuhören.“ Bill lächelte mich breit an.

Ich verzog meinen Mund. „Und wem bitte?“

„Der Teufelszunge!“

Plötzlich war ich wach. Mein Blick schärfte sich. Ich sah Bill grinsen und nicken.

„Wieso denn das?“

„Ja, man nennt den Trompeter die Teufelszunge. Der Mann ist einfach perfekt. Ein Trompeter, der als Solist Konzerte gibt, das ist einmalig. Und die sind voll.“

„Super, Bill. Dann brauche ich ja nicht hinzugehen. Es reicht, wenn sie ausverkauft sind.“

„Dir könnte aber ein wenig Abwechslung gut tun“, erklärte er mir.

Ich musste lachen. „Wer hat dir denn den Floh ins Ohr gesetzt?“

„Glenda.“

„Aha. Die muss es ja wissen.“

„Das weiß sie auch. Deine letzten Fälle waren ja nicht gerade die reine Erholung.“

Da hatte der Reporter Recht. Erst der Killer aus der Schweizer Garde, danach der Fall mit den fünf toten Polizisten, die auf das Konto der blonden Bestie Justine Cavallo gingen, und all die Warnungen, die mich vor der Zukunft erreicht hatten. Da konnte man schon ins Grübeln kommen. Ich hatte in den letzten beiden Nächten auch nicht besonders gut geschlafen, weil die Dinge immer wieder hochgekommen waren.

Suko, der sich ebenfalls im Büro aufhielt, sich aber nicht eingemischt hatte, meldete sich jetzt. „Ich an deiner Stelle würde hingehen, John.“

„Klar, dann geh du doch.“

„Es ist nicht meine Musik.“

„Meine auch nicht.“

„Außerdem habe ich Shao versprochen, bei ihr zu blieben.“

„Das ist eine Ausrede“, behauptete ich.

Er wies auf das Telefon. „Ruf sie an.“

Ich winkte ab. „Schon gut, lass mal.“

„Also gehst du mit“, sagte Bill und schaute mich direkt an.

Ich seufzte. „Mir bleibt auch nichts erspart, verdammt noch mal. Was spielt dieser Trompeter denn? Jazz, klassische Trompetenmusik? Konzertant und …“

„Alles“, sagte Bill.

„Wieso?“

„Sowohl als auch. Er ist ein Genie auf seinem Instrument. Weshalb hat man ihm wohl den Beinamen Teufelszunge gegeben? Denk mal darüber nach, Alter.“

„Und wo findet das Konzert statt?“

Bill lehnte sich zurück. „Heute Abend. Und zwar in einem E-Werk.“

„Was?“

„Keine Panik. Du weißt selbst, dass alte Hallen, die noch aus der Zeit des Jugendstils stammen, nicht abgerissen wurden, sondern nun anderen Zwecken dienen. Das können Museen sein. Partyräume oder eben welche, um Veranstaltungen durchzuziehen. Nicht nur Discos, sondern auch die besonderen Livekonzerte.“

Überzeugt hatte mich Bill Conolly noch nicht. „Ich weiß nicht so recht“, murmelte ich und fuhr mit der Hand über mein Haar. „Den Abend hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt.“

„Wie denn?“, fragte Glenda Perkins, die vom Vorzimmer her in diesem Moment unser Büro betrat und den Kaffee brachte. Sie trug das Tablett auf beiden Händen und hatte zur Feier des Tages, weil Bill Conolly anwesend war, auch etwas Knabbergebäck dazugelegt.

Ich verdrehte die Augen. Jetzt war alles aus. Wenn Glenda sich einmischte, dann hatte ich keine Chance mehr.

Sie stellte das Tablett ab und drehte mir den Kopf zu, „So, John, jetzt möchten wir eine Erklärung haben.“

Ich räusperte mich, um...

Erscheint lt. Verlag 25.11.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4057-2 / 3838740572
ISBN-13 978-3-8387-4057-7 / 9783838740577
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Neues Jagdrevier

von Marvin Faraday; Emily Tabitha Frost

eBook Download (2025)
Wicked World Publishing House (Verlag)
CHF 6,80
Horror-Erzählungen

von Stefan Hensch; Christian Dörge; John Crowe; Marie Kamp …

eBook Download (2025)
Bärenklau Exklusiv (Verlag)
CHF 5,85
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70