John Sinclair 1388 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4153-6 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Die fliegenden Teufel (1. Teil).
Der Schwarze Tod hatte verloren. Es war mir gelungen, ihn zu vernichten, und das ließ uns alle aufatmen, die daran beteiligt gewesen waren.
Noch ein anderer atmete auf, weil er jetzt wieder freie Bahn hatte: Will Mallmann, alias Dracula II.
Als Asylant in der Hexenwelt hatte er genügend Zeit gehabt, an einem perfekten Plan zu basteln, und so schickte er die fliegenden Teufel los, um ihn in die Tat umzusetzen ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die fliegenden Teufel (1. Teil)
Die Gestalt auf der Liege lag so steif wie der Fakir auf seinem Nagelbrett. Selbst der letzte Hauch von Leben schien den Körper verlassen zu haben, wobei man bei dem Liegenden von Leben nicht sprechen konnte, denn er sah nur aus wie ein Mensch.
Tatsächlich aber war er ein Blutsauger, ein Vampir, auf dessen Stirn sich ein blutrotes D abmalte. Das Zeichen für Will Mallmann, besser bekannt unter dem Namen Dracula II.
Er meditierte und war gedanklich zugleich präsent, damit er das verarbeiten konnte, was man ihm übermittelte. Es waren Bilder, Szenen. Unglaublich. Sie regten ihn auf, sie waren für ihn kaum zu begreifen.
Er hatte seine Boten ausgeschickt. Lautlos waren sie in seine Welt geflogen. Sie waren schnell, sie waren dunkel, sie waren auch geschickt.
Mallmann nannte sie seine fliegenden Teufel.
Fledermäuse!
Dracula II hatte sie gefangen, gezüchtet. Sie gehorchten ihm, denn er war als mächtiger Vampir ihr Herr und Meister. Auch Mallmann konnte sich in einen fliegenden Blutsauger verwandeln, nur war er bei seiner immensen Größe nicht zu übersehen, und gesehen werden wollte er nicht in der Welt, die einmal ihm gehört hatte und die von ihm aufgebaut worden war.
Sein Reich der Düsternis, seine Vampirwelt, gefüllt mit einem Leben, das diesen Namen nicht verdiente. Mit Gestalten, die nach Blut lechzten, um überleben zu können, die selbst die schwächsten Strahlen der Sonne hassten und sich nur in der Finsternis wohlfühlten.
Und er war ihr Herr. Er dirigierte sie. Er schickte sie los in andere Dimensionen, falls er nicht selbst diese Ausflüge unternahm, was ihm immer noch am liebsten war.
Es war alles gut gegangen – bis zu dem Zeitpunkt, als sich der Schwarze Tod entschlossen hatte, die Vampirwelt zu übernehmen und sie zu seiner Welt zu machen.
Er war nicht zu stoppen gewesen, und er hatte auch gegen Mallmann gewonnen, der nur durch Glück überlebte.
Gerettet worden war er von einer ehemaligen Todfeindin, der Schattenhexe Assunga. Sie hatte ihn befreit und zu sich in die Welt der Hexen geholt, wo er seine Verletzungen auskurieren konnte und wo er sich jetzt noch befand.
Man hatte ihm eine Hütte zugewiesen, in der er sich auch jetzt aufhielt, während er gedanklich in seiner ehemaligen Vampirwelt weilte, in die er seine Boten geschickt hatte.
Die waren dunkel, sie waren schnell und vor allen Dingen kaum zu entdecken. Nicht vom Schwarzen Tod und nicht von seinen Helfern, den schwarzen Skeletten, die auf ihren Drachenvögeln hockten und mit ihnen über den düsteren Himmel dieser anderen Welt segelten.
Mallmann erlebte die Bilder. Er konnte sie sehen. Es war ihm möglich, alles unter Kontrolle zu haben, obwohl er sich nicht in der Nähe des neuen Atlantis aufhielt.
Für ihn war es etwas Unglaubliches, was ihm seine Boten so deutlich übermittelten, als stünden sie direkt neben ihm.
Es hatte sich tatsächlich etwas verändert.
Das Finale hatte begonnen!
John Sinclair und seine Freunde waren in diese Welt eingedrungen. Auch sie waren Todfeinde des Schwarzens Tods, und sie waren gekommen, um endlich reinen Tisch zu machen.
Was Mallmann sah und erlebte und was ihm auch die Ruhe raubte, das war einfach fantastisch. Normalerweise wäre er aufgesprungen, aber er blieb liegen, weil der Übermittlungsfaden nicht reißen sollte.
Wahnsinn! Unmöglich!
Das hätte er sich nie in seinen kühnsten Träumen vorstellen können.
Aber es stimmte.
Es war zum Kampf gekommen, zu einer zweiten endgültigen Entscheidung. In der dunklen Umgebung seiner ehemaligen Welt erschienen die handelnden Personen wie Zerrbilder, die kamen, verschwanden und wieder auftauchten.
Sinclair und seine Freunde gehörten auch zu seinen Feinden. Er wünschte ihnen den Tod. Zugleich aber wünschte er ihnen das Leben oder das Überleben, denn sie hatten sich dem Schwarzen Tod gestellt, um es zum zweiten Mal auszufechten.
Starben sie? Starb der Schwarze Tod? Waren sie in der Lage, ihn für alle Zeiten zu vernichten?
Es kam zum Kampf, und er wurde mit erbarmungsloser Härte geführt. Es konnte nur einer überleben und …
Mallmann ruckte plötzlich in die Höhe. Ihm war ein Bild übermittelt worden, das ihn einfach aus seiner Ruhelage herausreißen musste. Er war nicht mehr länger in der Lage, sich zu beherrschen, und so blieb er aufrecht sitzen.
Sein Gehirn erreichten Bilder. Die Fledermäuse, die kleinen fliegenden Teufel, übermittelten ihm diese Bildfragmente, die allerdings noch zu stark zerstückelt waren.
Was für Menschen grauenhaft war, das war für ihn einfach wunderbar. Es puschte ihn auf, und aus seinem offenen Mund drang ein tiefes Stöhnen.
Er konnte es selbst nicht glauben, was ihm da übermittelt wurde. Es war einfach zu fantastisch, auch unerklärlich. Es ging nicht in seinen Kopf. Er hatte sich gewisse Vorgänge so gewünscht, aber jetzt war alles anders.
Innerlich jaulte er auf, und das lag allein an den Bildern, die ihm geschickt wurden.
Der Schwarze Tod mit seinen skelettierten Helfern auf der einen und John Sinclair, Suko und Bill Conolly auf der anderen Seite. Aber das Sinclair-Team war geschwächt. Riesengroß wuchs das schwarze Skelett in dem Himmel. Dabei funkelte der Stahl seiner Sense, als wollte er durch seine Blitze die Menschen zerstören.
Mallmann durchlebte wieder die Erinnerung an sein eigenes Schicksal. Er würde nie vergessen, wie er wie ein Stück Fleisch auf der Klinge der Sense gehangen hatte. Er hatte bereits mit seinem Dasein abgeschlossen, da war dann Assunga erschienen.
Aber Sinclair würde keiner retten!
Das Bild verschwand.
Dracula II schrie vor Wut und Enttäuschung auf. Er schüttelte sich, er stöhnte. Er verfluchte seine kleinen Helfer, die er sich als Schutz und Boten im Laufe der Zeit geholt hatte. Bisher hatte er sich auf seine Spione verlassen können.
Und nun?
Das Bild kehrte nicht zurück. Dunkelheit. Er war zusammengesackt, und das Dunkel überfiel ihn wieder wie eine dicke Decke.
In seiner ehemaligen Welt passierte etwas. Das Finale. Die endgültige Entscheidung.
Mallmann wollte jetzt alles sehen.
Entweder gewann der Schwarze Tod oder das Team um John Sinclair. Eine dritte Alternative gab es nicht.
Aus seinem Rachen drang das tiefe Stöhnen als Laut einer großen Enttäuschung. Plötzlich hasste er seine kleinen Freunde. Er verwünschte sie, und in seinen Gedanken malte er sich …
Nein, er malte sich nichts mehr aus.
Urplötzlich kehrten die Bilder zurück. Er sah sie auf eine gewisse Art und Weise gestochen scharf, und da reagierte dieser blutrünstige Vampir wie ein Mensch.
Er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn dieses Bild zu sehen, das hätte er sich nicht mal in seinen Träumen vorstellen können …
*
Sinclair griff an!
Nicht mit seinem Kreuz, nicht mit einer geweihten Silberkugel – mit beiden Waffen hätte er keine Chancen gegen einen derartigen Gegner gehabt –, sondern mit der Goldenen Pistole seines Freundes Bill Conolly!
Und riss sie hoch, zielte, schoss – und traf!
Das ihm übersandte Bild wackelte wieder, und Mallmann schrie vor Wut auf. Trotzdem sah er noch, dass der Schwarze Tod inmitten einer eiförmigen Blase stand.
Mallmanns Gedanken wanderten weit zurück in jene Zeit, als er noch ein normaler Mensch gewesen war und die Diener der Finsternis bekämpft hatte. Da war auch er ein Freund des Geisterjägers John Sinclair gewesen. Er hatte sämtliche Höhen und Tiefen miterlebt, Siege gefeiert, Niederlagen erlitten. Deshalb war ihm auch die Waffe bekannt, mit der John Sinclair geschossen hatte. Sie stammte vom Planet der Magier, und sie war mit einer Masse gefüllt, die alles vernichtete, dabei spielte es keine Rolle, ob es organisch oder anorganisch war. Sie zerstörte alles, und es gab nur zwei Gegenmittel. Wenn sie damit nicht zerstört wurde, würde sich die Blase weiterhin alles vernichten, was sich ihr in den Weg stellte.
Nun hatte es den Schwarzen Tod erwischt. Er stand inmitten der Blase. Er war noch bewaffnet, das hatte Mallmann auch gesehen, doch Dracula II wusste, dass dem Dämon die Sense nicht helfen würde. Auch wenn die Klinge aus bestem Stahl war, der mörderische Schleim würde sie auflösen.
Dunkelheit!
Nicht nur um Dracula II herum, auch in Mallmanns Kopf. Das machte ihn beinahe verrückt. Seine von ihm geschickten und auch trainierten fliegenden Teufel sandten ihm keine Bilder mehr. Dabei wollte und musste er wissen, wie es mit dem Schwarzen Tod weiterging.
Abgesehen von dem Bumerang damals hatte es bis zum heutigen Zeitpunkt keine Waffe gegeben, die ihm hätte gefährliche werden können. Das war jetzt anders.
Kehrte das Bild zurück?
Mallmann wünschte es sich. Trotz seines Vampirsdaseins reagierte er noch oft wie ein Mensch, auch wenn er nicht wie ein solcher handelte und sich vom Blut ernährte.
Er legte sich wieder zurück auf die Liege. Es brachte ihm nichts ein, wenn er sich zu sehr erregte. Davon wurde es nicht besser. Er musste warten und weiterhin auf seine Helfer vertrauen, die seine ehemalige Vampirwelt beobachteten.
Auch um die Hütte herum war es ruhig. Er hörte die Stimmen der Hexen nicht. Sie hielten sich gern von ihm fern, denn sie hatten nicht vergessen, dass er sie mal zu seinen Dienern hatte machen wollen. Aus den Hexen hatte er Blutsaugerinnen machen wollen, die nicht mehr zu Assunga gehörten, sondern einzig und allein ihm gehorchten.
Das war vorbei, aber er spürte, dass es für ihn eine besondere Zukunft gab. Da musste er nur zugreifen und …
...| Erscheint lt. Verlag | 2.12.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4153-6 / 3838741536 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4153-6 / 9783838741536 |
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