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John Sinclair 1356 (eBook)

Am Abgrund des Lebens (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4102-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1356 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Am Abgrund des Lebens (1. Teil).

Am Abgrund des Lebens stand der Grusel-Star Vincent van Akkeren. Eingekerkert in einer Klinik, aus der noch nie ein Mensch entkommen war. Zusammenlebend mit Mördern, Schändern und Serienkillern.

Alles war sicher. Nichts wies darauf hin, dass van Akkeren noch einmal entkommen würde. Er selbst war nur noch ein Wrack, ein Mensch ohne Hoffnung, eben am Abgrund seines Lebens.

Wir konnten zufrieden sein. Van Akkeren war aus dem Verkehr geschafft worden. Oder etwa nicht ...?

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Am Abgrund des Lebens (1. Teil)


Vincent van Akkeren, der Grusel-Star, starrte auf den Teller. Sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse. Er sah wie jemand aus, der auf den Teller spucken will.

»Ich mag euren Fraß nicht mehr, Arschloch!«

Der Wächter und der Pfleger blieben gelassen. Sie waren Schlimmeres gewohnt. »Du kannst ihn ja gegen die Wand klatschen«, schlug er vor. »Aber dann musst du sie auch abwaschen. Aber denk’ daran, Kartoffeln und Möhren sind gesund.«

Der Grusel-Star lachte rau. Er mochte weder das eine noch das andere. Die Wand wollte er auch nicht säubern, und deshalb wechselte er das Thema.

»Weißt du eigentlich, wie das ist, wenn die Klinge einer Sense deinen Körper von unten nach oben aufschneidet? Oder umgekehrt? Kannst du dir das vorstellen?«

»Nein, kann ich nicht. Das will ich auch nicht.«

»Mach dich trotzdem mit dem Gedanken vertraut. Es dauert nicht mehr lange, dann wirst du aufgeschnitten. Die Sense wartet, mein Freund.« Der Rest der Worte ging in ein Kichern über.

»Iss!« Der Pfleger war es leid. Er schloss die Klappe und entfernte sich von der Tür. Das geifernde Lachen begleitete ihn noch ein paar Schritte. Er wusste nicht, was er von dem Patienten halten sollte. Er befand sich erst ein paar Tage in der Klinik, war aber zur Nummer eins hochstilisiert worden. Zu einem Menschen, dem besondere Aufmerksamkeit zuteil wurde. Er musste einen schlimmen Hintergrund haben. Welcher das genau war, hatte man den Klägern nicht gesagt, doch er wurde manchmal an Hannibal Lecter erinnert, an diese Filmfigur, die den Menschen das Grauen korbweise einschüttete.

Auch van Akkeren befand sich in Einzelhaft. Er war von den anderen Patienten isoliert worden, stand ständig unter Bewachung und sorgte deshalb auch für viele Diskussionen.

Von einer Sense hatte van Akkeren des Öfteren gesprochen. Warum er darauf kam, wusste der Pfleger nicht. Bei jedem Besuch erwähnte er sie. Möglicherweise hatte er mal Menschen mit einer derartigen Waffe getötet.

Inzwischen hatte van Akkeren seinen Teller aus dem Schubfach an sich genommen. Er ging mit ihm zu einem Tisch, an den er sich setzte. Tisch und Stuhl waren mit dem Betonboden fest verbunden. Er würde es nie schaffen, die Möbelstücke zu verrücken und sich zu erheben. Für das Bett galt das Gleiche. In einer Ecke gab es eine Toilette und ein Waschbecken. Auch damit konnte er nichts anstellen, und auch nicht mit dem Löffel sowie dem Teller, in dem der Eintopf war. Der Teller bestand aus dicker Pappe, die innen glasiert war, und der Löffel war aus dem gleichen Material gefertigt worden.

Er saß.

Er schmatzte. Er schaufelte sich das Zeug in den Mund. Er kaute, und er lachte zugleich. Zwischendurch nickte er und brabbelte etwas vor sich hin. Dann fing er an zu kichern und wunderte sich plötzlich, dass er den Teller leer gegessen hatte.

Für eine Weile schaute er ihn an. Dann streckte er seine Zunge heraus und leckte ihn blank. Er stöhnte dabei einige Male auf und wirkte sehr zufrieden.

Von dem einstigen Grusel-Star war nichts mehr übrig geblieben. Hatte man van Akkeren früher noch als eine stattliche Erscheinung betrachten können, so war davon nicht mehr viel zu sehen. Sein großer Beschützer hat ihn verlassen, und das hatte auch sein Aussehen verändert. Ein dürrer Körper mit lappiger Haut. Auf dem Kopf wuchsen so gut wie keine Haare mehr. Die Augen lagen tief in den Höhlen. Die Lippen zeichneten sich schmal und feucht wie eine nässende Wunde in seinem Gesicht ab. Das Kind lief spitz zu, und darunter begann ein Hals, dessen Haut an die eines Huhns erinnerte.

Niemand, der ihn von früher her kannte, hätte ihn bei diesem Aussehen mit der Gestalt in Verbindung gebracht. Sein Feind Sinclair hatte den Kampf gewonnen. Er hatte es tatsächlich geschafft, ihm den Dämon auszutreiben, und an den Templer-Schatz kam er auch nicht mehr heran.

Wäre er tot gewesen, hätten Sinclair und seine Freunde es einfacher gehabt. Aber van Akkeren lebte. Sinclair hatte es auch nicht fertig gebracht, ihn zu töten, und so musste er sich daran gewöhnen, ihn am Hals zu haben.

Man hatte ihn nur in die Anstalt stecken können. Keine normale. Das war ein Haus für besondere Fälle und in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Wer hier lebte, hatte praktisch mit dem normalen Leben abgeschlossen. Der kam nie mehr raus. Zumindest konnte er nicht wieder zurück ins normale Leben. Wenn es hoch kam, durfte er im Park spazieren gehen.

Van Akkeren war noch nicht im Park gewesen. Dass es dieses Gelände gab, hatte er durch einen Blick aus dem Fenster gesehen. Es umstand das Haus in der Einsamkeit. Wer sich sehr gut führte, der durfte dort mal frische Luft schnappen. Durch einen Tunnel ging es nach draußen in den Park.

Gefesselt oder in Ketten gelegt worden war er nicht. Das würde passieren, wenn er durch den Park ging, und er würde durch ihn gehen, das wusste er genau.

Zunächst war es ihm nur möglich, einen Blick in das Gelände zu werfen. Dazu musste er zum Fenster gehen und sich dort auf die Zehenspitzen stellen.

Natürlich war dies kein normales Fenster. Es besaß den üblichen rechteckigen Ausschnitt, aber es war zugleich durch schwere Gitterstäbe gesichert, die kein Mensch aufbrechen konnte. Das Fenster ließ sich auch nicht öffnen. Panzerglas verhinderte ebenfalls ein Einschlagen, und so blieb nur der Blick nach draußen. Auch der war durch die Stäbe eingeschränkt.

Van Akkeren liebte das Fenster. Oft genug stand er davor und schaute nach draußen. Er rechnete damit, dass er nicht allein gelassen wurde. Irgendwann würde jemand kommen und ihn befreien, das stand für ihn fest. Er hatte Freunde, mächtige Freunde. Im Gegensatz zu ihm waren sie noch aktiv.

Van Akkeren stand auf, nahm den leeren blank geleckten Teller und stellte ihn wieder in das Fach. Er drehte einen Hebel um und schob die Klappe zur anderen Seite der Tür hin. Da konnte der Teller wieder eingesammelt werden.

Seine Behausung lag an einem langen Gang. Wer dort noch alles untergebracht war, wusste er nicht.

Er hatte nichts gesehen. Nur hin und wieder etwas gehört. Mal ein Schreien und Schluchzen oder einen wilden Fluch. Ansonsten war es um ihn herum still wie in einem Grab.

Auch jetzt schaute er wieder hinaus. Man gab den Insassen ihr Abendessen früh. Draußen bereitete sich die Dämmerung auf ihr Kommen vor. Noch war sie nicht vorhanden. So sah er die Umrisse der kahlen Bäume, die erst in einigen Wochen Blätter bekommen würden.

Darüber lag der Himmel an dem dicke Wollen hingen wie schwerer Ballast.

Van Akkeren keuchte. Er spürte wieder den Wahnsinn, der in ihm hochstieg. Es war wie eine Welle die alles überschwemmte. Er merkte es. Er fing an zu zittern, aber es gab trotz allem noch die Hoffnung in ihm. Und die musste er hinausschreien.

»Ich bin noch da!«, brüllte er. »Ich bin noch da, verdammt! Und ich werde immer da sein! Ich weiß, dass ihr mich nicht im Stich lassen werdet, denn ich bin der Grusel-Star. Ich und kein anderer, versteht ihr …?«

Der Rest seiner Worte ging unter in gellendem Gelächter …

*

Ich glaube, dass jeder das Gefühl kennt, wenn er am Morgen aufsteht und den Eindruck hat, überhaupt nicht richtig geschlafen zu haben. Er fühlt sich matt, kaputt und irgendwie weg vom Fenster.

So erging es mir an diesem Morgen. Hinzu kam, dass ich mich erkältet hatte. Allerdings nicht so schlimm, denn Fieber hatte ich nicht. Ich fühlte mich eben nur zerschlagen, hockte auf der Bettkante und stierte vor mich hin.

Mir fehlte einfach die Kraft, etwas zu unternehmen. Ich hatte keine Lust und brütete vor mich hin, ohne dass ich einen klaren Gedanken fassen konnte.

Es konnte auch daran liegen, dass ich verdammt mies geträumt hatte. Wieder einmal. Es war schon eine Regel. In den Nächten kam wieder all das in mir hoch, was ich in der letzten Zeit erlebt hatte. Die lange Jagd nach dem Schatz der Templer, dann der Angriff von van Akkeren und auch dessen Ende.

Ende?

So richtig konnte ich mich damit nicht anfreunden, obwohl ich selbst erlebt hatte, was aus Vincent van Akkeren geworden war. Ein Nichts, ein menschliches Wrack, denn der Geist des Dämons Baphomet hatte ihn verlassen. Er wollte ihn nicht mehr. Er hatte ihn aufgegeben, und so war es für Godwin de Salier, den Templer-Führer, und mich, recht einfach gewesen, van Akkeren nach London zu schaffen und ihn in eine bestimmte Klinik zu stecken.

Geschafft, vorbei, erledigt!

Hätte man meinen können. Wäre auch normal gewesen. Auf der anderen Seite wusste ich, dass in meinem Leben nie alles glatt lief. Wenn ich glaubte, einen Sieg errungen zu haben, drehten sich die Dinge plötzlich und alles begann wieder von vorn.

Es wäre am besten gewesen, wenn es den Grusel-Star nicht mehr gegeben hätte.

Aber es gab ihn. Und ich hatte ihn auch nicht einfach erschießen können. Deshalb ging ich davon aus, dass wir uns auch weiterhin mit ihm auseinander setzen mussten.

Zumindest ich, und das in meinen Träumen. In der vergangenen Nacht hatte er mich wieder »besucht«. Vielleicht hatte ich deshalb so unruhig geschlafen und fühlte mich dementsprechend.

Ich hatte ihn als riesige Spinne mit seinem Kopf gesehen. Sie saß in der Mitte eines gewaltigen Netzes und hatte darin alles eingefangen, was ihr gefährlich werden konnte.

Keine Insekten, dafür Menschen!

Meine Freunde hingen im Netz fest. Sogar die verstorbene Sarah Goldwyn. Wir waren zu seiner Beute geworden, und über dem Netz stand die absolute Drohung, der Schwarze Tod.

Das riesige dunkle Skelett mit seiner mächtigen Sense, die einsatzbereit nach unten wies, als...

Erscheint lt. Verlag 2.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4102-1 / 3838741021
ISBN-13 978-3-8387-4102-4 / 9783838741024
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