John Sinclair 1380 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4145-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Blonder Satan Cynthia (1. Teil).
Dieser Fall traf mich in meinem Innersten. Jane Collins, mit der ich so viele Abenteuer gemeinsam durchgestanden hatte, lag auf der Intensivstation des Krankenhauses, und die Ärzte kämpften um ihr Leben.
Denn vor einem unheimlichen, einsam stehenden Haus, das von Menschen mit teuflischen Kräften bewohnt wurde, hatte man Jane ein Messer in den Leib gerammt. Ich hatte sie gesehen, totenbleich und reglos, und für mich stand fest, dass Jane nicht überleben würde.
Die Frau, die Jane niedergestochen hatte, wurde blonder Satan Cynthia genannt, und ich würde alles tun, um sie zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Blonder Satan Cynthia (1. Teil)
Dieser Fall fing für mich erst an, als die Privatdetektivin Jane Collins schon dachte, er stünde kurz vor dem Abschluss. Sie jagte eine Einbrecherkönigin, genannt »Der blonde Satan«. Die Spur führte in ein düsteres, unheimliches Haus. Und in dem erlebten nicht nur Jane und ich, sondern auch der blonde Satan Cynthia eine grauenvolle Überraschung.
Auch eine Einbrecherkönigin sollte Spukhäuser meiden …
Geschmeidig wie eine Katze und schattenhaft wie ein Phantom bewegte sich die Gestalt an der nicht zu schrägen Dachseite in die Höhe.
Cynthia war auf der Jagd!
Für sie war es die ideale Nacht und die perfekte Umgebung. Ein dunkler Himmel schützte sie. Es gab weder das Licht des Mondes, noch war das der Sterne zu sehen. Die Frau hatte ihren Körper in ein schwarzes Trikot gehüllt, in dem sie mit der Dunkelheit verschmolz. Sie Schuhe aus Leinen hatten weiche Sohlen, und das sehr auffällige blonde Haar hatte sie unter einer Mütze verborgen.
Nächte wie diese liebte Cynthia. Da blühte sie auf, denn sie wusste, dass die Menschen auch bei Dunkelheit die Fenster der Häuser offen ließen, um nach heißen Tagen kühle Luft in die Räume strömen zu lassen. Allerdings gab es auch Nächte, in denen die Luft kaum abkühlte, und das hier war eine solche.
Viele Fenster standen offen. Sie hätte in unzählige Wohnungen einsteigen können, aber das wollte sie nicht. Cynthia war jemand, die nicht alles nahm, was sich ihr anbot. Die sich nur auf bestimmte Ziele konzentrierte. Auf solche, bei denen sie davon ausgehen konnte, dass es dort etwas zu holen gab.
Wie in diesem Haus, das für die Diebin wie geschaffen schien. Es war leicht gewesen, auf das Dach zu gelangen, dessen Enden an den Seiten weit hervorhingen, um nahe der Hauswand einen Schutz vor Regen zu bilden. Sie hatte nicht mal eine Leiter zu Hilfe nehmen müssen. Ein Zug an der Dachrinne hatte genügt.
Dass man ihre Gestalt auf dem Dach sah, das brauchte sie nicht zu befürchten, denn das Haus stand einsam und außerhalb jeder Ortschaft. Wer hier lebte, der wollte seine Ruhe haben. Er musste allerdings auch damit rechnen, nicht immer in Ruhe gelassen zu werden, wie es jetzt der Fall war.
Cynthia duckte sich noch tiefer, als sie in die Nähe des ersten offen stehenden Dachfensters geriet. Obwohl sie niemanden hörte, hielte sie den Atem an, sodass nicht mal mehr ein leises Schnauben zu hören war. Sie konzentrierte sich, spitzte die Ohren, weil sie auf jedes Fremdgeräusch lauschen wollte.
Auf Cynthias Gesicht erschien ein knappes Lächeln. Danach erstarrten die Züge wieder. Emotionen zu zeigen, das konnte und wollte sie sich nicht leisten. Hier ging es um andere Dinge, und sie durfte sich auf keinen Fall ablenken lassen.
Die Frau legte sich flach auf den Bauch. Sie kontrollierte noch mal ihren Atem, bevor sie sich auf das Fenster zuschob.
Sie kam von oben her und hatte sich für die schmale Seite entschieden. Die meisten Häuser besaßen in den Dachgeschossen genormte Fenster. Das traf hier nicht zu. Dieses Fenster war um einiges größer. Es hatte von außen ein Rollo, das bei starkem Sonnenschein zugezogen werden konnte.
Die Diebin glitt noch weiter, erreichte die Kante, schob ihren Kopf vor und schaute nach unten. Ein erster vorsichtiger Blick – sie war bereit, den Kopf sofort wieder zurückzuziehen, was sie aber nicht brauchte, denn der Raum unter ihr war leer.
Ihre Blicke glitten über die Einrichtung, wobei sie der perfekte Dachausbau mit seinen Balken nicht weiter interessierte.
Alles war sehr geräumig. Man hatte Platz. Eine Couch, die mit einem hellroten Stoff überzogen und mit Kissen übersät war. Man hätte dieses Möbelstück als Spielwiese bezeichnen können, denn sie bildete einen Halbkreis und hatte eine sehr breite Sitzfläche, von den Maßen her mit einem Französischen Bett zu vergleichen.
Es lagen auch einige Kissen auf dem Boden. Sie verteilten sich in der Nähe eines sehr modernen Kamins aus Stahl und Glas. Dort lag ein dicker Teppich. Rund wie der Vollmond.
Der Fernseher mit dem Flachbildschirm und die HiFi-Anlage interessierten sie nicht, obwohl sie schon einiges an Wert hatten. Ihr Augenmerk galt anderen Dingen. Für sie war vor allem Schmuck wichtig. Darauf war sie spezialisiert. Im Laufe ihrer Karriere hatte sie viele Erfahrungen sammeln können und wusste sehr gut, wo die meisten Menschen ihren Schmuck aufbewahrten, wenn nicht in einem Safe.
Das einzige Problem waren die Stimmen. Ein Mann und eine Frau hielten sich in der Nähe auf. Leider waren sie nicht zu sehen. Von ihrer Position aus war es nicht möglich, das gesamte Dachgeschoss zu überblicken.
Aber sie wusste sich auch so durchzusetzen. Sollte sie überrascht werden, hatte sie eine Waffe, um sich wehren zu können.
Es war eine Spezialanfertigung, die Betäubungspatronen verschoss.
Der Mann und die Frau beschäftigten sich miteinander. Möglicherweise beim Vorspiel zur schönsten Nebensache der Welt. Da hatten sie für andere Dinge keine Augen. Das musste sie ausnutzen.
Sie schätzte die Entfernung ab. Für einen sicheren Sprung würde sie reichen, aber Cynthia sprang nicht. Sie ließ sich nach vorn gleiten, streckte zuerst die Beine in den Raum und ließ sich in dem Augenblick fallen, als irgendwo im Hintergrund zwei Gläser gegeneinander klangen.
Die Diebin landete auf der breiten Sitzfläche der Couch, federte dort nach und sprang auf den Holzboden.
Die weichen Schuhe dämpften den Aufprall bis hin zur Lautlosigkeit.
Das für sie nicht sichtbare Paar machte weiter. Es hatte nichts gehört. Es war also alles in bester Ordnung für die Diebin.
Jetzt musste es ihr nur gelingen, an den Schmuck zu gelangen. Auch dafür gab es Pläne.
Zwei Menschen zu überwältigen war immer ein Problem. Aber sie hatte ja ihre Waffe.
Trotzdem spürte sie ein leichtes Kribbeln in sich, als sie weiterschlich. Wieder war kein Laut zu hören. Sie schien über den warmen Holzboden hinweg zu gleiten. Da bewegte sich keine Diele unter ihr. Sie hörte nicht das leiseste Knarzen. Es blieb alles still, und sie hätte wirklich aufatmen können, was ihr jedoch nicht in den Sinn kam.
Lachen, Stimmen – die der Frau und die des Mannes. Das war alles. Nur war es ihr nicht möglich, nur ein Wort zu verstehen. Dabei sprachen die beiden nicht leise, und sie war auch schon näher herangekommen. Sie hätte jetzt etwas hören müssen. Stattdessen blieb es bei dieser allgemeinen Geräuschkulisse.
Zum ersten Mal kam ihr der Gedanke an einen Rückzug. Das wäre zwar feige gewesen, sie hätte ein Haus zum ersten Mal ohne Beute verlassen, aber Sicherheit ging vor.
Dennoch ging sie weiter. Die Sitzgarnitur hatte sie ebenso passiert, auch den modernen Kamin.
Die Sicht war frei.
Im Schummerlicht einer Deckenleuchte schaute sie in den zweiten Teil des Dachgeschosses. Dass an der linken Seite eine Holztreppe in die Tiefe führte, nahm sie nur am Rande wahr. Viel wichtiger war für sie der Blick nach vorn.
Dort stand ein Himmelbett. Vier Eisenpfosten rahmten die Liegefläche ein. Solche Betten fand man in Frankreich oder Italien, das wusste sie, und zumeist wurden die Betten von einem dünnen wolkigen Stoff eingehüllt, wie es auch hier der Fall war. In der Regel waren die Stoffe auch durchsichtig, und genau das traf hier ebenfalls zu.
Hinter dem wolkigen Gewebe hörte sie die leisen Stimmen der Frau und des Mannes und ab und zu ein Stöhnen, das auf einen bestimmten Vorgang hindeutete.
Das alles hätte Cynthia noch als normal angesehen, aber alles andere war ganz und gar nicht normal.
Auf dem Bett war niemand zu sehen!
*
Cynthia stand da, schluckte und wusste nicht, was sie denken sollte. Sie kam sich vor, als hätte man ihr einen Streich gespielt. Als wäre sie erwartet worden, wobei die Menschen im Haus sich versteckt hielten, um dann blitzschnell zuschlagen zu können.
Sie drehte sich um ihre eigene Achse, nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatte.
Es war niemand zu sehen. Nicht in dem Bereich, in dem sie sich befand, und auch nicht in dem, aus dem sie gekommen war. Das Geschoss hier oben war leer, abgesehen von ihr selbst.
Die Diebin schüttelte den Kopf. Sie begriff es nicht. Zum ersten Mal in ihrem Leben stand sie vor einer Situation, die ihr über den Kopf zu wachsen drohte. Was sie hier erlebte, war nicht zu erklären.
Aber es gab eine Erklärung. Es musste einfach eine geben. Etwas anderes war einfach nicht möglich.
Sie dachte an die technischen Möglichkeiten, die der Mensch hatte. Stimmen brauchten nicht echt zu sein. Zumindest in einem gewissen Sinne nicht. Sie konnten auch von einem technischen Gerät stammen. Zum Beispiel von einem Recoder.
Als ihr dieser Gedanke kam, fühlte sie sich schon besser. Sie würde nach dem Gerät suchen, dass die Stimmen produzierte, dann erst würde sie sich um den Schmuck kümmern. Hätte das Gerät offen im Raum gestanden, wäre es von ihr längst entdeckt worden. So aber mussten sie es suchen, und sie hoffte, dabei noch einiges an wertvoller Beute zu finden, die es lohnte, mitgenommen zu werden.
Cynthia hatte einen Blick für bestimmte Verstecke. Sie ließ ihre Blicke schweifen, konnte aber nichts Verdächtiges entdecken. Dar war nur eine zweite Tür, die geschlossen war. Ansonsten waren weder Lautsprecher zu sehen noch ein Recorder, dafür eine Bar, die in der unteren Hälfte eines kitschigen Globusses untergebracht war, worüber sie sich wunderte, denn der passte nicht zur Einrichtung.
An der anderen Seite des Betts entdeckte sie einen Champagnerkübel. Er stand auf einem Ständer. Das Eis darin war...
| Erscheint lt. Verlag | 2.12.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4145-5 / 3838741455 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4145-1 / 9783838741451 |
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