John Sinclair 1326 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4072-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Kampf um die Vampirwelt (4. Teil).
Jetzt waren wir Partner. Auf Gedeih und Verderb aneinander geschmiedet. Justine Cavallo, Dracula II und ich!
Nie hätte ich das für möglich gehalten, aber das Eingreifen des Schwarzen Tods hatte alles verändert. Wir mussten zusammenhalten und alles andere zurückstellen.
Und so traten wir gemeinsam an im Kampf um die Vampirwelt.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Kampf um die Vampirwelt (4. Teil)
Jane Collins lachte, als Lady Sarah Goldwyn das Dachzimmer betrat.
„So“, sagte die Horror-Oma.
Jane schüttelte den Kopf. „Was ist denn jetzt los? Du bringst mir Tee?“
„Ja, warum nicht? Er wird dir gut tun.“
Jane hob die Tasse an. Sie führte sie zum Mund. Dabei schaute sie Lady Sarah an, und sie sah, dass sich das Gesicht der älteren Frau immer weiter von ihr zurückzog. Zusammen mit dem Körper entfloh sie Janes Blicken …
Aber sie ging nicht weg, denn es geschah etwas ganz anderes. Die Gestalt der Lady Sarah löste sich vor Janes Augen auf. Zuletzt war sie nur noch ein grauer Streifen.
„Sarah, was ist …“
Jane glaubte zu sprechen. Sie hatte jedoch nicht gesprochen. Die Worte waren nur in ihrem Kopf entstanden.
Innerhalb einer Sekunde veränderte sich alles.
Jane Collins wachte auf.
Sie hatte geträumt, nur geträumt. Jetzt, da sie erwacht war, warf sie einen Blick nach rechts.
Ihre Augen weiteten sich. Es war alles schrecklich und noch immer unglaublich. Sie konnte es nicht fassen, nicht verarbeiten, aber sie musste sich damit abfinden.
Neben ihr am Boden lag die tote Sarah Goldwyn!
*
Das war kein Traum, wie das eben Durchlebte. Es war die grausame Wirklichkeit, der sie durch den Schlaf entflohen war.
Jane hatte einfach nicht mehr anders gekonnt. Sie war fertig gewesen. Zu viel hatte sie durchmachen müssen, und nun hockte sie in der Küche und schaute auf die Tote.
Die Leiche war nicht zu sehen, weil Jane eine Decke über sie ausgebreitet hatte. Nur die Umrisse des menschlichen Körpers zeichneten sich darunter ab.
Jane saß auf dem Küchenstuhl. Das plötzliche Erwachen hatte bei ihr für ein schnelles Herzklopfen gesorgt. Sie merkte die leichten Kopfschmerzen. Sie hatte Mühe, Luft zu bekommen.
Alles kehrte zurück.
Die Erinnerung konnte sie nicht löschen. Sie drückte sich immer hoch. Sie und John Sinclair hatten die Leiche der Lady Sarah gefunden. Die Horror-Oma hatte schrecklich ausgesehen. Sie war von zwei Vampirmonstern grausam getötet worden. Man hatte nicht ihr Blut getrunken, die Mörder waren, wenn man es eng sah, keine Vampire im eigentlichen Sinne, sondern mehr fliegende Raubtiere, aber es war eben geschehen. Sarah war durch sie umgekommen.
Der Schlaf war dann über Jane gekommen. Zu schlimm hatten sich die letzten Stunden dargestellt. John Sinclair war gegangen, er hatte Jane mit ihrem Einverständnis zurückgelassen, denn sie wollte bei der Leiche Totenwache halten. Das war sie der Horror-Oma einfach schuldig. Dabei waren ihr die Augen zugefallen, und sie war eingeschlafen.
Jane merkte nicht die Härte des Küchenstuhls. Sie kam sich vor wie eine Figur, die man in diesen Raum hineingesetzt hatte und die darauf wartete, wieder abgeholt zu werden.
Das stimmte nicht. Keiner würde sie abholen. Sie würde weiterhin mit Sarah allein bleiben, während John Sinclair und möglicherweise auch die anderen Freunde Jagd auf die Killer machten.
Fliegende Killer. Grässliche Geschöpfe. Jane hatte sie gesehen. Die Mörder waren unter ihren und John Sinclairs Kugeln zusammengebrochen. Ihre Überreste lagen noch im Haus vor der Treppe.
Einer hatte sie geschickt. Einer zog im Hintergrund die Fäden. Einer war so grausam und zog seinen Rachefeldzug durch.
Der Schwarze Tod!
Er kam nicht allein. Er hatte Zeit genug gehabt, um sich einen Plan auszudenken, und darin spielten verschiedene Menschen eine Rolle. Nicht nur Sinclair, der den Schwarzen Tod mal durch seinen silbernen Bumerang vernichtet hatte. Nein, er wollte das gesamte Sinclair-Team treffen und auslöschen, und er hatte sich als Beginn das schwächste Glied in der Kette ausgesucht.
Andere standen ebenfalls auf der Liste. Glenda Perkins hatte bereits Besuch von den fliegenden Monstern erhalten, die Conollys gehörten ebenfalls zum Team, und Jane Collins sah sich auch in dieser verdammten Zwickmühle.
Nur war es ihr und John Sinclair gelungen, die im Haus lauernden Mörder zu töten, aber sie war noch nicht aus der Schusslinie, das stand auch fest.
Das lange Sitzen und der kurze, tiefe Schlaf hatten ihrem Körper nicht gut getan. Sie fühlte sich steif und verkrampft. Es war warm in der Küche. Draußen drückte mittlerweile die Dunkelheit gegen die Scheibe, aber die eigentliche Nacht war erst angebrochen. Es lagen noch einige Stunden vor ihr, die verdammt lang und gefährlich werden konnten.
Jane spürte in ihrem Innern die Kälte und zugleich eine Hitze auf der Haut. Ihr Mund war trocken. Sie musste ihn anfeuchten. Wasser war jetzt wichtig.
Die Detektivin erhob sich mit einer schwankenden Bewegung. Am Tisch stützte sie sich ab, und sie merkte, dass eine gewisse Übelkeit in ihr hochstieg, die auch für einen leichten Schwindel sorgte. Ihr Füße schleiften über den Boden, als sie zum Kühlschrank ging und ihn öffnete.
Jane lächelte verzerrt, als sie sah, was alles im Kühlschrank stand. Lady Sarah hatte sich die Lebensmittel bringen lassen. Jede Dose, jedes Päckchen, jede Flasche erinnerte Jane an eine lebende Sarah Goldwyn, doch die gab es leider nicht mehr. Die Horror-Oma war tot, nichts und niemand würde sie wieder zurück ins Leben holen. So lange Jahre hatte sie sich gegen das Sterben aufgelehnt. Sie hatte alle Gefahren überstanden, in die sie sich immer selbst hineingebracht hatte, denn nicht grundlos hatte man ihr den Beinamen Horror-Oma gegeben.
Jane griff zur Wasserdose. Sie schloss die Tür des Kühlschranks wieder und riss die Lasche an der Dose auf. Der erste Schluck tat ihr gut. Das Wasser rann kühl durch ihre Kehle.
Sie vermied es, einen Blick auf die Decke zu werfen, als sie langsam durch die Küche ging. Ihr Blick war ins Leere gerichtet. Sie sah etwas und sah es trotzdem nicht.
Eine schreckliche Einsamkeit überfiel Jane, als sie im Flur stand, die beschlagene Dose in der Rechten. In diesem schon alten Haus mit den dicken Mauern war es auch im Sommer recht kühl, wenn draußen die Hitze gegen die Wand drückte wie in dieser Nacht. Davon merkte Jane nur wenig. Um sie herum stand die Luft. Sie schien sich verdickt zu haben, und sogar das Atmen bereitete der Detektivin Mühe.
Es gab keinen Menschen, mit dem sie hätte reden können. Sie brauchte jetzt einen Ansprechpartner. Früher war es Sarah Goldwyn gewesen. Jetzt hätte sie mit den Wänden sprechen können.
Sie wusste, dass dieses Haus für immer eine gewisse Einsamkeit behalten würde. Sie selbst würde es nicht schaffen, Leben in die Räume hineinzubringen. Sie würde immer wieder an Lady Sarah denken müssen, deren Geist hierzu Hause war. Sie hatte das Haus gekauft, und sie hatte Jane auch ein Zuhause gegeben.
Die Dose war leer.
Jane drückte sie zusammen. Danach landete sie im Abfalleimer in der Küche.
Reden. Sorgen mit einem anderen Menschen teilen. Danach stand Jane der Sinn. Das musste sie einfach tun. Wenn nicht, würde sie ersticken. Aber wer hatte ein Ohr für sie?
John und Suko wollte sie nicht stören. Bei den Conollys wusste man nie, wie Sheila reagierte. Sie konnte sich vorstellen, dass alle mit einbezogen waren. Wenn der Schwarze Tod einmal einen Plan gefasst hatte, dann schlug er an den verschiedensten Stellen zu. Er war nicht allein. Er holte sich Helfer. Dafür war er bekannt.
Jane fand eine Lösung.
Sie hieß Glenda Perkins.
Okay, sie und Glenda waren nicht eben die besten Freundinnen. Die Rivalität um John Sinclair hatte sie in die verschiedenen Positionen gedrängt, aber es gab auch Situationen, in denen man über den eigenen Schatten springen musste.
Das war hier der Fall.
Von der Küche aus wollte sie nicht telefonieren. Sie ging dorthin, wo Sarah sich auch so gern aufgehalten hatte. In das mit Möbeln vollgestopfte Wohnzimmer, das mit all dem Kitsch und Nippes beinahe einem Trödelladen glich.
Hier stand sogar noch ein altes schwarzes Telefon. Ein ziemlich hoher Apparat, von dessen Gabel Jane den Hörer nahm und auf der Wählscheibe Glendas Nummer kreisen ließ.
Jane wünschte, dass sich Glenda Perkins melden würde und ihr nicht auch noch etwas passiert war.
Die Befürchtung bewahrheitete sich nicht, denn Glenda meldete sich. Allerdings mit einer erschreckend leisen Stimme, was auf nichts Gutes hindeutete.
„Keine Angst, ich bin es nur.“
„Jane?“
„Ja.“
„Mein Gott, wo steckst du?“
„Im …“, sie musste schlucken. „Im Haus.“
„Bei … bei … ihr?“
„Genau.“
Glenda Perkins stöhnte auf. Jane konnte sich vorstellen, wie schwer ihr ein Gespräch fiel, und sie hörte ihre Flüsterstimme. „Stimmt es wirklich, dass Sarah … ich meine, dass sie … sie …“
„Ja, sie ist tot.“
Glenda hatte sich zusammengerissen. Jetzt brach es aus ihr hervor. Jane hörte das Schluchzen und musste selbst allen Willen einsetzen, um ihre eigenen Tränen zu unterdrücken. Sie wollte nicht weinen, um es für Glenda nicht noch schlimmer zu machen. Alle hatten an Sarah Goldwyn gehangen und sie geliebt. Ihre Schrullen, ihr Hobby, ihr oft mütterliches und auch besorgtes Gehabe – das würde ihnen sehr fehlen, denn es würde nicht mehr zurückkehren.
„Und was ist mit dir?“
„Ich halte so etwas wie Totenwache. Es ist so schrecklich still im Haus. Ich komme mir so allein vor. Ich … ich … musste einfach mit jemandem sprechen.“
„Das verstehe ich.“
Jane riss sich zusammen. Auch Glenda hatte Sorgen, und so fragte die Detektivin: „Wie geht es dir?“
„Was soll ich sagen? Ich denke, wir leiden alle. Aber...
| Erscheint lt. Verlag | 25.11.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4072-6 / 3838740726 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4072-0 / 9783838740720 |
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