John Sinclair 1325 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4071-3 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
In der Höhle des Löwen (3. Teil).
Durch die Hilfe eines Vincent van Akkeren war der Plan des Schwarzen Tods aufgegangen. Ihnen war es gelungen, das Sinclair-Team auseinander zu reißen. An verschiedenen Stellen schlugen unsere Feinde zu. Ich hatte eine neue Verbündete bekommen. Justine Cavallo, die blonde Bestie. Es war schon ein Anachronismus, dass ich mit ihr zusammen die Vampirwelt verteidigen musste ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
In der Höhle des Löwen (3. Teil)
Die blonde Bestie Justine Cavallo hatte mit ihrer Existenz abgeschlossen!
Zu stark war das riesige schwarze Skelett mit der Sense, das sie nach einem kleinen Anfangserfolg unterschätzt hatte. All ihre Schnelligkeit hatte ihr nichts genutzt. Jetzt lag sie am Boden und hatte es auch nicht geschafft, aus dem Schlagbereich der mörderischen Waffe zu gelangen. Der Schwarze Tod stand auf der Siegerstraße …
Die Klinge fegte auf sie zu. Perfekt geführt. Sie konnte in die Höhe springen, sich auch wegrollen oder was immer versuchen, die Waffe würde sie treffen und vernichten.
Sie würde durch ihren Körper schneiden und ihn in zwei Teile trennen. Das alles schoss der Cavallo in Bruchteilen von Sekunden durch den Kopf, und sie musste auch zugeben, dass sie sich noch nie so hilflos gefühlt hatte.
Plötzlich war der Schatten da!
Nicht der der Sense. Etwas anderes fegte heran und griff blitzschnell zu.
Ihre Haare wurden ebenso in die Höhe gerissen wie sie. Jemand schleuderte Justine zur Seite hinweg, ließ sie aber nicht wieder fallen, sondern riss sie in die Höhe.
Das Rauschen in ihrer Nähe erschreckte sie, aber die verdammte Waffe traf nicht. Hautnah verfehlte die Klinge ihren Körper, während sie über sich das heftige Flattern von Schwingen vernahm und sie dabei immer höher gezerrt wurde.
Die blonden Haare waren so dicht und stark wie eine Stahltrosse. Sie rissen nicht, und Justine verspürte auch keine Schmerzen. Nur der Wind fegte durch ihr Gesicht, aber dieses Geräusch wurde bald von einem anderen abgelöst.
Über sich hörte sie das Lachen. Und dieses Lachen kannte sie. So lachte nur Will Mallmann, alias Dracula II. Jetzt war ihr klar, wer sie gerettet hatte.
Mallmann jagte mit ihr noch höher in den dunklen Himmel der Vampirwelt. Da Justines Kopf nach oben gerissen wurde, schaffte sie es nicht, einen Blick in die Tiefe zu werfen. Sie wollte sehen, wie der Schwarze Tod reagierte, denn eine Verfolgung war für ihn kein großes Problem.
Mallmann gab ihr nicht die Chance. Er riss und zerrte sie mit. Seine mächtigen Schwingen bewegten sich auf und ab. Zwischen ihnen sah sie sein Gesicht und auch den Körper. Das D auf der Stirn, das blutrot glühte, das verzerrte Grinsen, und wieder hörte sie sein Lachen. Jetzt klang es in ihren Ohren wie die beste Musik.
Justine wusste nicht, ob sie einen Schock erlitten hatte. Sie war eine Blutsaugerin und kein Mensch, auch wenn sie so aussah, aber es gab keine Gefahr mehr. Sie musste nicht um ihr Leben fürchten, zumindest nicht sofort, und nur das allein zählte.
Er flog mit ihr weiter. Vom Schwarzen Tod war nichts zu sehen, und auch seine Helfer, die Vampirmonster, die in dieser Welt so schrecklich aufgeräumt hatten, hielten sich zurück. Sie waren stärker als die alten Vampire, die hier lebten und nach Blut dürsteten. Vor Justines Augen waren die bleichen, ausgemergelten Körper zerrissen worden. Die Vampirwelt war nicht mehr das, was sie einmal gewesen war. Schon jetzt nicht mehr. Und es würde weitergehen, da war sich Justine sicher.
Nur das Rauschen der Luft war zu hören, als Mallmann mit ihr seine Kreise flog. Wie eine Fliege hatte er sie vom Boden aufgefischt und hatte ihr somit bewiesen, wer in dieser Welt wirklich das Sagen hatte.
Justine hatte sich im Geheimen ausgerechnet, die Vampirwelt übernehmen zu können. Als Herrscherin hätte sie hier einen idealen Rückzugsort gehabt, aber das war nicht mehr möglich. Diese Gedanken verschwanden aus ihrem Kopf, als hätte der Flugwind sie weggeweht.
Dann merkte sie, dass sie sanken. Sie verloren an Höhe und sackten langsam in die Tiefe. Mallmann veränderte den Griff nicht. Er hielt ihre Haare nach wie vor fest. Erst als sie dicht über den dunklen Boden hinwegflogen, ließ er sie los.
Die Cavallo fiel nach unten, prallte auf und lief wie ein gelandeter Fallschirmspringer vor, ehe sie stoppte.
Geschafft!
Aber auch in Sicherheit?
Justine drehte sich auf der Stelle, um sich zu orientieren. Was sie sah, kam ihr bekannt vor, und sie war froh, sich an diesem Ort aufhalten zu können.
Die schnelle Drehung!
Da war die Hütte. Das dunkle Haus. Der Zugang zu anderen Welten. Perfekt.
Sie begann zu lachen. Das musste einfach raus. Justine konnte nicht anders. Ihr Vampirdasein war gerettet, sie konnte aufatmen, obwohl sie selbst nicht zu atmen brauchte, aber das war ihr egal. Dafür drang aus ihrem Mund ein erleichtertes Zischen, und sie hatte das Gefühl, wegzuschweben.
Mallmann kümmerte sich nicht um sie. Er stand da und hatte sich wieder zurück in einen Menschen verwandelt, obwohl er dies nicht war, sondern ein gefährlicher Blutsauger in menschlicher Gestalt. Auf der Stirn glühte weiterhin der Buchstabe, das D, das ihn als Nachfolger des echten Dracula auswies.
Er sagte kein Wort.
Beide schauten sich an, und als Justine die Gesichtszüge des Vampirs musterte, verschwand das erleichterte Grinsen aus ihrem Gesicht, denn Mallmann starrte sie kalt an.
„Was ist?“, fragte sie.
„Du bist gerade noch mal davongekommen.“
„Und?“
„Ich meine nur.“
„Dankbar brauchst du mir nicht zu sein, Justine. Ich habe es nicht nur deinetwegen getan. Ich will nicht, dass der Schwarze Tod hier die Oberhand bekommt. Aber du hast gesehen, wie gefährlich er ist. Du kannst ihn nicht stoppen, ich werde es nicht können, denn er beherrscht seine Sense perfekt. Er hätte dich töten können. Ich habe es verhindert, aber es war erst der Anfang.“
Diese sehr realistischen Worte ließen bei Justine die Euphorie schwinden. Sie reagierte sehr menschlich und wich seinem Blick aus.
„Was können wir denn machen?“
„Kämpfen.“
Auch das war ihr klar. Nur war sie verunsichert. Sie hoffte darauf, dass Mallmann sich einen Plan zurechtgelegt hatte, doch danach fragen konnte sie ihn nicht. Er drehte sich um und schritt auf die Hütte zu, deren Tür er aufriss.
Ohne ein Wort zu sagen, verschwand er im Haus. Justine folgte ihm noch nicht. Sie blickte sich erst in der Nähe um, denn sie wusste, dass es den Schwarzen Tod noch gab, und der würde nicht so leicht aufgeben. Er war derjenige, der hier herrschen wollte. Eine Basis hatte er dafür geschaffen, denn die Helfer der beiden Blutsauger waren getötet worden. Justine glaubte nicht, dass sie noch welche von ihnen finden würde, und wenn, dann nur ganz wenige.
Sie musste schon sehr genau hinschauen, um das erkennen zu können, was sich am Himmel tat. Er sah zuerst blank aus, aber das stimmte nicht ganz. Wenn sie sich genauer konzentrierte, sah sie schon die schwachen Bewegungen. Nur der Schwarze Tod selbst geriet nicht in ihr Blickfeld. Er hatte sich verkrochen und die Deckung ausgenutzt, die ihm blieb.
Mit langsamen Schritten ging sie auf die Hütte zu und betrat sie. Dracula II drehte ihr den Rücken zu. Er stand so, dass er den rätselhaften Spiegel betrachten konnte, der zugleich der Zutritt in andere Welten ermöglichte.
An seinem Körper bewegte sich nichts. Der Mann schien zu Stein geworden zu sein. Was er dort sah, war nicht zu erkennen. Er wirkte wie eine Person, die sich über bestimmte Dinge Gedanken machte. Deshalb wollte Justine ihn nicht stören und so lange warten, bis er das Wort ergriff.
Das passierte sehr bald. „Wir müssen umdenken, Justine.“
Sie war überrascht, das zu hören. „Wie meinst du das genau?“
„Das will ich dir sagen. Wir schaffen es nicht. Nicht wir beide, Justine.“
„Und was hast du dir gedacht?“
Sehr gemächlich drehte sich Will Mallmann um. Dann schaute er sie an. „Es gibt jemanden, den man als den Erzfeind des Schwarzen Tods ansehen kann.“
„John Sinclair!“
„Genau der.“
Justine begriff, was Mallmann meinte. Trotzdem fragte sie nach. „Du willst ihn um Hilfe bitten?“
„Ja, das will ich.“
Sie konnte ihr Lachen nicht zurückhalten. „Aber das ist nicht möglich. Er wird nicht einschlagen. Nein, das glaube ich nicht. Er wird seinen eigenen Weg gehen wollen. Erinnere dich daran, dass wir ihn hier in diese Welt geholt haben. Wie wir mit ihm sprachen, wie wir ihm klar machen wollten, was passiert und …“
„Jetzt ist es passiert. Damals stand das Ereignis kurz bevor. Die Dinge haben sich verändert. Der Schwarze Tod ist da, und das müssen wir einfach beachten.“
Justine wollte dagegen sprechen. Sie dachte daran, wie sehr sich Sinclair gewehrt hatte, mit ihnen zusammenzuarbeiten, aber sie sah auch ein, dass er Recht haben könnte.
Dracula II sprach weiter. „Sinclair würde sich sogar mit dem Teufel persönlich verbünden, wenn es ihm dadurch gelingt, den Schwarzen Tod erneut zu vernichten und ihn für alle Zeiten zurückzuschlagen. So gut kenne ich ihn.“
„Ja, du kennst ihn besser. Und wie wirst du es anstellen?“
„Wir gehen zu ihm.“ Mallmann deutete auf den Spiegel, den Zutritt zur anderen Welt. „Wir werden ihm einen Besuch abstatten und ihm erklären, was passiert ist. Dass der Schwarze Tod versucht, unsere Welt zu übernehmen und dass es erst der Anfang sein wird, denn wie ich ihn kenne, wird er seine Macht vergrößern wollen, um schließlich der Herrscher über alles zu sein. So weit darf es nicht kommen. Dagegen müssen wir uns stellen.“
Justine sagte nichts. Sie dachte nach, und dann drehte sie sich um. Sie ging bis zur Türschwelle, blieb dort stehen und schaute noch einmal zurück in ihre Welt.
Düster war sie. Nicht schwarz, denn hinter dem dunklen Grau schimmerte noch das Licht.
Aber sie sah noch mehr. Die Entfernung war nicht zu schätzen, doch schräg...
| Erscheint lt. Verlag | 25.11.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4071-8 / 3838740718 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4071-3 / 9783838740713 |
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