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John Sinclair 1118 (eBook)

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3851-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1118 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil).

Der Hellseher Veritas hatte sein erstes Ziel erreicht. Lady Sarah Goldwyn war tot ...

Oder doch nicht? Wir wussten es nicht genau. Aber er holte sich bereits sein nächstes Opfer. Sheila Conolly Der Reihe nach wollte er vorgehen und erst aufgeben, wenn es keinen mehr aus dem Sinclair-Team gab.

Wir erlebten die Rache des Hellsehers, die uns zwischen Himmel und Hölle führte.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil)


»Sarah! Bist du wahnsinnig?« keuchte Jane Collins, die einfach nicht glauben wollte, was sie sah.

Sarah Goldwyn, die Horror-Oma, hielt die Waffe mit beiden Händen fest und hatte die Arme vorgestreckt. Es war Janes Ersatz-Beretta, die sie sich geholt hatte, und die ältere Frau machte den Eindruck, dass sie auch schießen würde.

Sarah hatte sich verändert. Ihr Blick war so kalt geworden. Leblos und fremd. Sie war nicht mehr sie selbst. Ein fremder Einfluss hatte die Gewalt über sie bekommen.

Nichts war mehr von ihrer üblichen Freundlichkeit und Lockerheit zu erkennen, sie hatte sich völlig verändert. So kannte Jane Collins ihre ältere Freundin, bei der sie wohnte, nicht. Und sie musste sich erst damit zurechtfinden, dass dies alles auch in der völlig normalen Umgebung im Haus passierte, in der kleinen Küche, nicht weit von der Eingangstür entfernt.

Jane hatte sie betreten, um sich eine Dose Wasser aus dem Kühlschrank zu holen. Die Dose hielt sie noch in der Hand. Sie war von einem feuchten Film überzogen, und die Detektivin wunderte sich, dass sie ihr noch nicht aus der Hand gerutscht war.

Zuerst hatte sie sich einfach nur über das Auftauchen der Horror-Oma erschreckt. Dann jedoch hatte sie gesehen, dass Sarah Goldwyn nicht scherzte. Dazu reichte einfach ein Blick in das Gesicht, und jetzt, als in Sekunden so viel durch ihren Kopf huschte, fragte sie sich, wie es zu dieser Veränderung hatte kommen können.

Es gab einen Grund. Jane Collins kannte ihn auch, wenn sie ehrlich genug war.

Der Grund hieß Vernon Taske. Unter diesem Namen war er geboren worden. Er hatte sich ein Pseudonym zugelegt. Jetzt nannte er sich Veritas, er arbeitete als Hellseher mit großem Erfolg. Er hatte Lady Sarah so verändert, und das Gleiche wäre ihm beinahe auch mit Jane gelungen, die Taske auf Bitten ihres Freundes John Sinclair besucht hatte. Aber bei ihr war es nicht gelungen; die wenigen Hexenkräfte, die noch in ihr schlummerten, hatten sie davor geschützt.

Trotzdem hatte Jane erleben müssen, wie gefährlich dieser Mann war, der sich auch Herr über Leben und Tod nannte. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Sinclair-Team aus der Welt zu schaffen, weil ihm die Personen in die Quere gekommen waren.1

Der erste Schreck hatte sich gelegt. Jane konnte wieder tief durchatmen. Es gelang ihr sogar, ein Lächeln zu zeigen. Sie wollte dadurch die Lage entspannen.

Lady Sarah gehörte zu den Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen standen, und sie hatte verdammt oft bewiesen, auf welcher Seite sie stand. Das war in diesen Augenblicken alles vergessen. Um das zu erfahren, brauchte Jane nur in das Gesicht der älteren Frau zu schauen. Diese Kälte, diese Fremde, diese Verbissenheit und auch die Entschlossenheit, es durchzuziehen bis zum bitteren Ende.

Sarah als Mörderin?

Im Leben war alles vorstellbar. Da konnte sich von einem Moment auf den anderen alles umkehren. Was gestern noch einer Regel entsprochen hatte, war heute nichts mehr wert. Genau so musste Jane es auch bei Lady Sarah sehen. Man hatte sie manipuliert.

Jane Collins merkte, wie der Eisschauer an ihrem Rücken entlang nach unten sickerte. Es hing nicht nur damit zusammen, dass man sie mit der Waffe bedrohte, vielmehr war sie über Sarahs Verhalten entsetzt. Und sie gab zu, zu spät gekommen zu sein. Sie hatte sich von John Sinclair und Suko getrennt, um schon mal vorzufahren, weil sie das ungute Gefühl nicht mehr hatte kontrollieren können. Es war gut gewesen, aber sie hätte nicht gedacht, in Lebensgefahr zu geraten. Und sie hatte auch nicht damit gerechnet, dass Vernon Taske so schnell war.

»Bitte«, sagte sie mit leiser Stimme. »Wir sollten über alles reden, Sarah. Aber nicht hier und auch nicht mit einer Waffe. Lass uns woanders hingehen. Wir setzen uns zusammen, und dann kannst du mir alles erzählen.«

»Nein!«

»Warum nicht?«

»Ich will es nicht. Ich gehe einen anderen Weg. Ich habe mich entschlossen, und dabei bleibt es.«

Das hatte Jane Collins befürchtet. Es war ihr nicht möglich, gegen den Einfluss des Hellsehers anzukämpfen. Der hatte die Horror-Oma voll unter seine Kontrolle gebracht und es damit geschafft, einen Teil seines Plans in die Tat umzusetzen.

»Hast du dir das genau überlegt?«

»Habe ich!«

Auch ihre Stimme hatte sich verändert, dachte Jane. Da war nichts Verbindliches mehr zu hören. Sie hatte hart und fremd geklungen. Brutal, abweisend, sodass Jane das Schlimmste befürchtete. Dieser Hellseher musste einen wahnsinnigen Einfluss auf Lady Sarah gehabt haben, und dabei war sie immer so stark gewesen. Sie hatte es geschafft, Jane Mut zu machen, wenn es der Detektivin schlechtging. Jetzt waren die Vorzeichen umgekehrt, aber Jane brachte es noch nicht fertig, die ältere Freundin wieder auf ihre Seite zu ziehen.

»Willst du wirklich schießen?« fragte sie leise.

»Ich muss es!«

»Und dann?«

»Ich werde schießen!« erklärte sie stereotyp, was Jane wieder daran erinnerte, dass sie über die eigene Zukunft nichts wusste. Sie selbst war nicht in der Lage, sich Gedanken zu machen, ein anderer dachte jetzt für sie, und der war gefährlich genug.

Jane schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Sie war ideal für einen gezielten Schuss. Da hätte sogar ein Kind treffen können, wäre es ihm gelungen, die Waffe normal zu halten.

Das schaffte Sarah. Nicht grundlos hielt sie die Beretta mit beiden Händen. Ihr Lächeln war böse. Es verzerrte die Lippen. Aber die Augen lächelten nicht mit.

»Warum, Sarah? Warum?«

»Ich töte dich!«

Diese Worte trafen sie wie Schläge. Harte, unsichtbare Hiebe, unter denen Jane Collins zusammenzuckte. Sie bekam für einen Moment kaum Luft. Sie war einfach fertig, so etwas aus dem Mund der Horror-Oma zu hören. Und mit welcher Verbissenheit sie gesprochen hatte!

»Du kannst mich doch nicht erschießen, verdammt! Denk daran, Sarah, das ist unmöglich. Du weißt doch, wer ich bin und wie wir zueinander stehen. Überlege mal. Das kann nicht angehen, was du tust. Das ist einfach nicht mehr wahr.«

»Doch, Jane!«

»Ha, du kennst meinen Namen. Du hast dich wieder erinnert. Wunderbar, wir sollten uns jetzt zusammensetzen und …«

»Ich muss dich töten!«

Jane schloss für einen Moment die Augen. Sie konnte das Bild nicht mehr länger ertragen, und sie musste sich damit abfinden, eine Todfeindin vor sich zu sehen.

Noch immer spürte sie das Gewicht der mit Mineralwasser gefüllten Dose in der rechten Hand. Sie kam ihr jetzt schwer wie eine Hantel vor. Sie wollte auch nicht mehr reden, und sie konzentrierte sich einzig und allein auf die Augen der vor ihr stehenden Person, die für sie so fremd geworden war. Jane befand sich in einem Zustand zwischen Himmel und Hölle. Sie fühlte sich von den beiden Kräften umgeben, und in ihr Blickfeld geriet immer stärker die Stirn der Lady Sarah hinein. Sie war plötzlich interessant für Jane Collins geworden, denn die Veränderung dort auf der Mitte bildete sie sich nicht ein. Sie war vorhanden. Auf der glatten Haut zeichnete sich sehr dünn etwas ab.

Ein Fünfeck?

Es war ihr bekannt. Der Hellseher trug es ebenfalls auf der Stirn. Bei ihm jedoch hatte es rubinrot geleuchtet, und es hatte auch ausgesehen wie ein Stein.

Sarah Goldwyn war von ihm infiziert worden. Sie stand unter seinem Bann, und Jane würde es nicht schaffen, sie wieder in die Normalität zurückzuholen.

Trotzdem versuchte sie es. »Wir können noch einmal miteinander reden, und wir könnten auch …«

Sarah sagte nichts mehr.

Sie handelte.

Und schoss!

*

Vielleicht war es die schlimmste Sekunde, die Jane in ihrem Leben je durchlitten hatte. Und auch deshalb zog sich diese Sekunde scheinbar so lange hin, um die doppelte, dreifache und vierfache Zeitspanne hinweg. Sie hatte sich sehr stark auf die Horror-Oma konzentriert. Sie hatte auch den rechten Zeigefinger sehen können, und ihr war dessen Zucken nicht entgangen.

Was dann passierte, bekam sie kaum mit, weil sie reagierte wie ein Automat. Als Lady Sarah abdrückte und Jane sah, dass sie mit Worten nichts mehr erreichen konnte, da wuchtete sie der Horror-Oma die gefüllte Wasserdose entgegen.

Das schwere Ding flog wie ein Stein auf Lady Sarah zu. Es hatte sie im letzten Augenblick abgelenkt, sodass die Waffe etwas aus der Richtung gekommen war.

Die Dose traf, aber die Kugel auch.

Jane sah nicht, wo die Wasserdose aufgeprallt war, sie spürte nur den scharfen beißenden Schmerz in ihrer linken Schulter, aber auch in der Nähe des Halses. Etwas glühendes war über ihr Fleisch gefahren und musste dort eine Furche hinterlassen haben.

Jane Collins war nicht stehen geblieben. Noch während ihrer Aktion hatte sie sich zur Seite geworfen, und sie landete hart auf dem Küchenboden, wo sie nicht liegen blieb, sondern sich um die eigene Achse drehte. Sie stieß dabei gegen den kleinen, im Weg stehenden Tisch, der von der Küchenzeile her ausziehbar war.

Auf ihre Verletzung achtete Jane nicht. Sarah war wichtiger. Wenn sie es richtig durchziehen wollte, dann musste sie noch einmal schießen, und Jane rechnete auch damit.

Aber die Horror-Oma war verschwunden. Sie hatte die Küche fluchtartig verlassen, und Jane wusste auch nicht, wo sie jetzt steckte. Zu hören war jedenfalls nichts. Sie konnte sich auch nicht vorstellen, dass sie das Haus verlassen hatte. Wahrscheinlich würde sie einen zweiten Anlauf nehmen.

Jane hatte Zeit, sich um sich zu kümmern. Sie lag auf dem Rücken und auch halb auf der...

Erscheint lt. Verlag 28.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3851-9 / 3838738519
ISBN-13 978-3-8387-3851-2 / 9783838738512
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