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John Sinclair 1103 (eBook)

Das Azteken-Ritual

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3836-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1103 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Das Azteken-Ritual.

Name: Hiero Gomez

Wohnsitz: Ein Zuchthaus nahe London

Die Tat: Fünffacher Mord

Fünf Menschen hatte Gomez die Herzen aus dem Leib gerissen, um das durchführen zu können, was ihm ein unheiliger Geist befahl. Noch aus dem Zuchthaus schickte er das Grauen in die Welt. Und so erlebten wir das Azteken-Ritual.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Azteken-Ritual


Es war kalt an diesem Abend. Der Kaffee schmeckte bitter, und der Hochsitz war unbequem.

Trotzdem hielt es Tony Orwell aus. Er wollte endlich den Vogel sehen und ihn auch vor die Flinte bekommen. Diesen Räuber, der andere Tiere tötete, der Füchse und Hasen jagte, sogar an Rehe heranging und sie einfach riss.

Viele seiner Jagdfreunde hatten von diesem Vogel gesprochen. Sie hatten ihn auch beschrieben und dabei möglicherweise übertrieben. Trotzdem musste er sehr groß sein und wie ein unheimliches Gespenst durch den Wald fliegen.

Die Hände waren Tony kalt geworden. Er blies hinein. Danach wärmte er sie am Becher mit Kaffee. Obwohl ihm das Zeug nicht schmeckte, trank er noch einen Schluck. Danach knüllte er den leeren Becher zusammen und verstaute den Müllrest in seinem Rucksack, der neben ihm stand.

Hoffentlich erschien der Vogel in dieser Nacht. Sie war eigentlich für ihn wie geschaffen. Recht hell, weil der Vollmond sich am Himmel abmalte und nur wenige Wolken vor ihm trieben. Der Wald war wie eine gewaltige Burg, die Tony Orwell umgab, doch der Hochsitz stand an einer günstigen Stelle. Von hier aus hatte er freie Sicht in die breite Schneise hinein. Mehr als eine Stunde wartete er schon in der Enge. Es roch nach Holz, aus dem der Hochsitz gezimmert worden war. Es gab einen so typischen Geruch ab, den er mochte. Als Jäger liebte er den Wald und alles, was damit zusammenhing.

Seine Freunde hatten den Vogel nicht genau gesehen. Er war stets wie ein schneller Schatten herangeflogen, um dann ebenso rasch wieder zu verschwinden.

Orwell bließ die Luft aus. Da auf seinem Kopf nur wenige Haare wuchsen, hatte er die Wollmütze übergestreift. Sie hielt die Kälte recht gut ab.

Hin und wieder setzte er das Nachtglas an die Augen und suchte nach Lücken. Es gab keine. Der Wald war zu dicht. Dort konnte sich kein großer Vogel verstecken. Es sei denn, er hockte in den noch kahlen Baumkronen, aber auch dort war für den heimlichen Beobachter nicht viel zu sehen.

Die ganze Nacht über wollte er nicht warten. Sein Zeitlimit lag kurz nach Mitternacht. Wenn der Vogel bis dahin nicht auftauchte, wollte Orwell den Hochsitz verlassen.

Er würde ihn auch hören. Ein derartig großes Tier konnte nicht lautlos fliegen. Und an die Geräusche der Umgebung hatte er sich längst gewöhnt. Nichts war still. Laute drangen immer wieder an seine Ohren. Mal klagend, dann fiepend. Hin und wieder raschelte es. Des öfteren hörte er auch einen kurzen Schrei, wenn irgend ein Tier wieder zur Beute eines anderen geworden war.

Die Natur war eben grausam. Gefressen oder gefressen werden. So war es überall auf der Welt.

Tony Orwell setzte sich noch starrer hin, als er plötzlich das Geräusch über sich hörte. Es hatte nichts mit dem Wind zu tun. Dieser Laut war unabhängig davon.

Er schaute hoch.

Noch war nichts zu sehen, nur der klare Himmel mit dem runden Mondausschnitt.

Aber Orwell wusste, dass er Glück haben würde. Dieses Geräusch bedeutete etwas. Da kam jemand näher. Begleitet von einem leisen Rauschen. Er hob sein Jagdgewehr an. Es war eines der besseren Sorte. Mit Zielfernrohr und Nachtsichtgerät.

Das Geräusch blieb. Über ihm klang das Rauschen hinweg. Aber es hatte nichts mit dem Wind zu tun, denn das hier klang fremd und hatte sich eingeschlichen.

Tony kniete sich hin. Das Gewehr hatte er angelegt. Das Ziel musste erscheinen, und er konnte sich vorstellen, dass er den Vogel vor die Mündung bekam.

Plötzlich war er da!

So schnell, dass der einsame Jäger erschrak. Seine Kollegen hatten von einem fliegenden Schatten mit mächtigem Umriss gesprochen, und sie hatten nicht übertrieben.

Der Schatten stieß nach unten. Er hatte sich seinen Weg gebahnt. Wie bestellt flog er in die Schneise hinein. Er war nicht einmal schnell. Orwell sah ihn sehr deutlich durch seine Zieloptik.

Den Kopf, die Augen darin. Ein großer Kopf, ein mächtiger Schnabel; dessen Hälften nicht geschlossen waren. Der perfekter Räuber in der Nacht, der in der Dunkelheit verschwinden sollte.

Tony Orwell blieb ruhig. Er war perfekt. Er gehörte zu den besten Schützen, und das bewies er auch hier.

Genau zum richtigen Zeitpunkt drückte er ab.

Überlaut hallte der Knall in seinen Ohren wider. Der Schuss hatte die Stille brutal getötet, und dem großen Vogel war es nicht gelungen, der Kugel zu entgehen.

Mitten im Flug hatte er einen mächtigen Stoß erhalten. Das Tier bäumte sich auf. Sein eleganter Flug wurde abrupt gestoppt. Er flatterte mit den Schwingen. Als er sie ausbreitete, sah Orwell wie mächtig sie waren.

Der Riesenvogel sah aus, als wollte er in der Luft stehen bleiben. Er schlug noch mit dem Kopf um. Orwell wusste, dass er ihn nicht verfehlt hatte, doch er war ein Mensch, der auf Nummer Sicher ging. Deshalb schoss er noch einmal.

Wieder hieb die Kugel in den Körper hinein. Diesmal hatte sie die breite Brust getroffen. Orwell war Kenner genug, um zu wissen, dass der Vogel jetzt erledigt war. Deshalb ließ er das Gewehr sinken und drückte sich von seinem Sitzplatz hoch.

Der Riesenvogel flatterte nicht mehr. Er schlug wie ein schwerer Stein zu Boden. Der Aufprall drang bis zu Tony Orwell hoch, der ein hartes Lächeln nicht mehr unterdrücken konnte. Bei solchen Gelegenheiten schlug das Herz eines Jägers höher. Bedenken, dass er etwas falsch gemacht haben könnte, kamen ihm nicht. Er schulterte den Rucksack, dann sein Gewehr und machte sich an den Abstieg. Die Stufen bogen sich unter seinem Gewicht leicht durch. Es wurde Zeit, dass man sie erneuerte. Er wollte seine Kollegen darauf hinweisen, dass dies so schnell wie möglich geschah. Dabei waren sie nicht einmal so alt. Radikale Umweltschützer hatten sie vor einigen Wochen angesägt.

Sicher erreichte Tony Orwell den Boden. Er musste nur wenige Schritte gehen, um den toten Vogel zu erreichen. Neben der Beute blieb er stehen und schüttelte den Kopf.

Vor ihm lag wirklich ein Riesenvieh. Diese Tiere gab es hier in Mitteleuropa nicht frei. Alles wies auf einen Geier hin. Der lange, fast nackte Hals. Der Kopf, der gekrümmte Schnabel, der jetzt geschlossen war.

Dass ein Geier sich aus Afrika oder aus dem Süden des amerikanischen Kontinents hierher verflogen hatte, das wollte er nicht glauben. Dahinter steckte mehr. Dieser Vogel war freigelassen worden oder hatte sich selbst aus dem Gehege befreit.

Es gab diese Vogelwarten. Einige verteilten sich im Land. Da wurden die Tiere gehalten und auch gezüchtet. Dass sich auch Geier darunter befanden, war ihm neu. Er hatte mehr an Sperber, Falken, Bussarde und Adler gedacht.

Aber vor seinen Füßen lag ein Geier, der durch die Einschläge der Kugeln Federn verloren hatte, die noch jetzt durch die Luft schwebten. Es war wieder still geworden. Das Echo der Schüsse war längst verhallt, und die Tiere des Waldes hatten sich wieder beruhigt.

Orwell überlegte, wie er das Tier transportieren sollte. Allein würde er seine Probleme damit bekommen. Am besten war es, wenn er Hilfe holte.

Auch bei den Jägern gehörte das Handy zur Ausrüstung. Er trug es ebenfalls am Gürtel festgehakt bei sich. Aber er telefonierte nicht. Seine Hand berührte den flachen Apparat bereits, als er den Kopf schüttelte und sich bückte, weil ihm etwas aufgefallen war.

Der Gegenstand lag nicht weit vom Schnabel des toten Vogels entfernt. Zuerst glaubte Tony, einen Stein gesehen zu haben, aber das war es nicht. Kein Stein schimmerte so ungewöhnlich, auch wenn er dunkel war.

Er fasste den Gegenstand an.

Er war feucht!

Nicht vom Speichel des Vogels, nein, er war von innen feucht. Als er ihn höher in Richtung seiner Augen hob, fiel ihm noch etwas auf. Seine Fingerkuppen waren ebenfalls dunkel geworden. Die Flüssigkeit aus dem Gegenstand hatte sie benetzt.

Dunkel?

Er drehte sich ab. Drückte das Fundstück und merkte, dass es recht weich war.

Urplötzlich fiel bei ihm der Vorhang. Tony Orwell wusste jetzt, was er in der Hand hielt. Es war unglaublich, nicht zu begreifen, doch er konnte auch nicht die Augen davor verschließen.

Seine Finger umfassten ein menschliches Herz!

*

Der Schock erwischte ihn so tief, dass er nicht mehr in der Lage war, das Fundstück zu halten. Es rutschte ihm weg und blieb dicht neben seinen Füßen am Boden liegen. Das Blut schoss ihm in den Kopf wie von einem mächtigen Wind hochgespült. Ihm wurde heiß und kalt zugleich. Hinter seinen Schläfen spürte er das Hämmern, und für einen Moment verschwamm alles vor seinen Augen.

Einen derartigen Horror hatte er noch nie erlebt. Ein Vogel, der ein menschliches Herz im Schnabel gehabt hatte. Orwell erinnerte sich, dass er es beim Flug gesehen hatte.

Er spürte auch sein eigenes Herz, das immer schneller schlug. Die Hitze wollte nicht weichen. Am liebsten hätte er laut geschrien und sich so etwas Luft verschafft.

Das konnte er vergessen. Ein Jäger musste sich auch zusammenreißen und Geduld aufbringen können.

Ich brauche einen klaren Kopf! hämmerte er sich ein. Ich darf nichts Falsches machen. Er dachte sofort an ein Verbrechen, wie auch immer es aussehen mochte. Wenn das ein Geier war, dann war er auch ein Aasfresser. Diese Vögel zerrissen Menschen und Tiere. Sie fraßen auch die Eingeweide. Zu viele Bilder hatte er davon schon gesehen. Aber nicht hier in Mitteleuropa. Zudem war es das Herz eines Menschen.

Orwell wusste genau, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Und er dachte auch daran, dass er hier die Spur eines Verbrechens aufgenommen hatte.

Deshalb musste er die Polizei informieren. Die Leute sollten sich...

Erscheint lt. Verlag 28.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3836-5 / 3838738365
ISBN-13 978-3-8387-3836-9 / 9783838738369
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