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John Sinclair 1108 (eBook)

Leichengasse 13

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3841-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1108 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Leichengasse 13.

Liebe Grusel-Freunde,

ich lade Sie ein zu einem besonderen Ausflug. Folgen Sie mir zu einem Ziel, wie es düsterer und unheimlicher kaum sein kann. Begleiten sie mich nach Liverpool und damit mitten hinein in die Leichengasse ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Leichengasse 13


Aus der Gasse drang mir die kühle Luft wie ein Hauch des Todes entgegen.

Ich hätte die kleine Straße durchlaufen können, sollen, vielleicht sogar müssen, aber ich tat zunächst nichts, blieb einfach stehen wie jemand, der sich verlaufen hat und sich nun umschaut, ob es nicht einen besseren Weg gibt.

Es gab nicht viel zu sehen, weil sich die Dunkelheit der

Nacht wie ein gewaltiger Schatten über die gesamte Umgebung gelegt hatte. Auch hinter mir war es finster, denn dort wurde auch der letzte einsame Laternenschein vom Laub der Bäume geschluckt.

Es war äußerlich eine normale Gasse, und trotzdem lastete auf ihr ein Fluch. Leichengasse nannte man sie. Verrückt, aber nicht grundlos. Sie lag friedlich vor mir, eingepackt in die Stille um Mitternacht, doch der Eindruck täuschte.

Die Öffnung atmete mir eine Gefahr entgegen. Eine trügerische Stille. Schon eine gespenstische Ruhe, die sich auch am Ende der Gasse nicht verlieren konnte, denn da ging es nicht mehr weiter.

Es war eine Sackgasse!

Das zumindest hatte man mir berichtet. Ob es stimmte, wusste ich nicht, denn ich stand noch vor ihr, und meine Augen gewöhnten sich allmählich an die dichte Finsternis. Einzelheiten wurden sichtbar. Ich erkannte, dass die Gasse sehr eng war, und dass die Häuser an den beiden Seiten nicht nur eine glatte Fassade bildeten. Sie standen vor, sie traten zurück. Es gab Erker an den grauen Häusern, Dachgauben, Vorsprünge, Simse, und Dächer, die mit grauen Pfannen bedeckt waren.

Nichts regte sich zwischen den Häusern. Ich sah keinen einzigen Menschen auf der Straße und ebenfalls kein Tier. Alles war ausgestorben, und gestorben wurde hier, sonst hätte mich der Weg nicht in diesen vergessenen Stadtteil von Liverpool geführt.

Menschen waren verschwunden. Einfach so. Zwei Kollegen aus London, die hier ermittelt hatten. Sie waren nicht zurückgekehrt. Auch Nachforschungen hatten nichts ergeben. Die Gasse schien sie geschluckt zu haben.

Wer lebte hier?

Menschen – ja, aber auch sie wussten angeblich nichts. Sie hatten es gelernt, den Behörden gegenüber misstrauisch zu sein und auf entsprechende Befragungen nur mit den Schultern gezuckt.

Ein wenig erinnerte mich diese Gasse auch an eine dieser vielen engen Straßen in manchen italienischen Städten. Denn auch hier klebten die kleinen Balkone an den Hauswänden, gab es Laternen, die neben Dachrinnen von den Hauswänden wie geknickte Arme nach oben hin wegstanden, wobei um diese Zeit keine einzige Kuppel erhellt war.

Der Boden selbst war nicht glatt. Kein flacher Beton, sondern altes Kopfsteinpflaster, das uneben gelegt worden war. Ideal, um zu stolpern. Um mit Gehsteigen aufwarten zu können, war die Gasse zu schmal, deren anderes Ende ich nicht sah.

Es brannte auch kein Licht hinter den Fenstern. Alles war dunkel. Die wenige Helligkeit stammte von den Gestirnen hoch über mir. Sie standen an einem glatten Himmel, von dem sich der volle Mond allmählich zurückzog.

Für mich war sie mehr eine Filmkulisse, die man aufgebaut und dann vergessen hatte abzumontieren. Die anderen Straßen führten hinter dem Park entlang. Von dort war hin und wieder auch ein Laut zu hören. Das Summen, wenn Autoreifen über den glatten Belag fuhren. Ansonsten herrschte die Stille vor.

Man hatte mir geraten, die Gasse um Mitternacht zu betreten. Dann sollte ich etwas von ihrem Flair spüren. Das Andere, das Gefährliche, das zwischen den Häusern und auch in ihnen lauerte.

Ich gab mir einen Ruck und ging los. Nicht schnell. Ich erinnerte mehr an einen Spaziergänger, der genügend Zeit hatte, um nach einem bestimmten Ziel Ausschau zu halten.

Bereits nach den ersten Schritten erlebte ich die Veränderung. Es war die andere Luft, die ich einatmete. Der leichte Nachtwind wurde von den Häusern zurückgehalten, und so trat ich hinein in eine etwas schwüle und stickige Atmosphäre.

Die Stille blieb. Ich bemühte mich, leise zu gehen, weil ich kein Aufsehen erregen wollte.

Zu beiden Seiten ragten die Häuser empor. Schattengewächse mit viereckigen, blinden Augen, denn als nichts anderes wurden mir die Scheiben präsentiert. Der Himmel über mir war klein geworden. Die Sterne konnte ich jetzt suchen.

Die Dunkelheit fasste nach mir. Schatten erschienen, nahmen an Deutlichkeit zu, wenn ich weiterging, sodass sie ihre Bedrohung verloren, denn ich sah dann die Balkone, die Lampen, die Hauseingänge, die Fenster, Erker, Nischen und Balkone.

Nur keine Menschen!

Das war kaum einzusehen. Wieso gab es keine Menschen in dieser verdammten Gasse? Sie schienen sich in den Häusern versteckt oder aus ihnen zurückgezogen zu haben. Es war nichts da. Kein Laut, keine Stimme, keine Musik. Ich war völlig allein, und ich sah vor mir das unebene Pflaster und den runden Deckel eines Gullys.

Davor blieb ich stehen. Einen konkreten Grund hatte ich nicht. Es war einfach über mich gekommen. Ich senkte den Blick und nahm auch den Geruch wahr, der aus den seitlichen Öffnungen des Gullys nach außen kroch.

Es war der übliche Modergeruch, der oft bei einem tiefen Luftdruck entsteht. Zugleich schwang noch etwas anderes darin. Ein Gestank, der mir süßlich vorkam und mich an den der Verwesung erinnerte. Als läge unter dem Gully ein gewaltiger Friedhof, auf dem die Leichen allmählich vermoderten.

Meine Kehle verengte sich etwas. Ich schluckte. Den Geruch wurde ich trotzdem nicht los. Schweiß bedeckte meine Stirn. Bevor ich in die Knie ging, schaute ich mich um.

Nein, ich sah niemand. Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Hinter jedem blinden Fenster lauerten die Monster mit den kalten Augen und gewaltigen Mäulern. Sie warteten auf eine Chance, mich zerreißen zu können.

Der Deckel war in der Mitte kompakt. An den Seiten wies er Löcher auf. Sie waren zu klein und hätten mir auch bei Helligkeit kaum einen Blick in das Dunkel unter dem Gullydeckel erlaubt. Ich holte meine kleine Lampe hervor und freute mich über den Lichtschein, der in das Loch hineinstach und sicherlich fast den Grund erreichte, aber auch jetzt war nichts zu sehen.

Kein Ausschnitt eines toten Körpers und auch keine bleich schimmernden Knochen. Nichts hatte sich verändert, bis eben auf den Geruch, der jetzt noch stärker zu mir hochdrang.

Da unten in der Tiefe verfaulte und vermoderte etwas. Fleisch, das durchaus einem Menschen oder auch einem Tier gehören konnte. So genau wusste ich es nicht. Es waren jedenfalls nicht nur alte modrige Lappen.

Kollegen waren verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Hatte man sie hier in der stinkenden Unterwelt einfach liegenlassen, um sie verfaulen zu lassen?

Ich leuchtete durch die verschiedenen Löcher, aber es war noch immer nichts zu sehen. Dafür hörte ich etwas. Sehr leise Geräusche. Bei einem normalen Betrieb wären sie nicht zu vernehmen gewesen, hier aber irritierten sie mich.

Das war kein Plätschern oder Tropfen von Wasser. Da bewegte sich jemand, da kratzte etwas.

Ratten?

Die Unterwelt war ihr Revier. Da fühlten sich die Tiere wohl. Ich hatte schon des öfteren Erfahrungen mit ihnen machen können und wusste, dass sie auch Menschen nicht verschonten.

Allein würde ich den Deckel nicht hochwuchten können, und Hilfe stand mir nicht zur Seite.

Etwas irritierte mich. Es passte nicht hierher. Es hatte auch nichts mit dem Gully zu tun. Es war an meine Nase gedrungen, und den Geruch kannte ich.

Es war der Rauch einer Zigarette.

Ich schaute hoch, saß noch immer gebückt und sah vor mir mitten auf der Gasse eine hochgewachsene Gestalt, die mit langsamen Schritten und gesenktem Kopf auf mich zukam. Während sie ging, saugte sie hin und wieder an ihrer Zigarette. Dann glühte in Höhe des Mundes jedes Mal der rote Fleck auf.

Ich erhob mich.

Der andere ging weiter. Er tat, als hätte er mich nicht gesehen. Wenn er seinen Weg so fortsetzte, würde er gegen mich stoßen und mich überrennen.

Ich räusperte mich.

Er hörte das Geräusch und blieb an der anderen Gullyseite stehen. Wieder sog er an seiner Zigarette. Ein feiner Gluthauch überzog sein Gesicht, das mir recht schmal vorkam. Es konnte auch daran liegen, dass er seine Haare in die Höhe gekämmt hatte. Der Ausdruck war trübe, traurig vielleicht. Wie bei einem Menschen, den schwere Sorgen belasteten und der so leicht keinen Ausweg fand.

Er trug eine dunkle Hose und ein etwas helleres Hemd, das an der linken Seite von oben nach unten mit irgendwelchen fremden Symbolen bedruckt war. Die Ärmel des Hemdes hatte er bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt.

Er schaute mich an, ich behielt ihn im Blick, doch es drang kein Wort über seine Lippen. Erklärungen hielt er zurück. Wichtig war für ihn, dass er ab und zu an seiner Zigarette ziehen konnte. Danach ließ er den Rauch wieder durch die Nase ausströmen.

»Hi«, sagte ich.

Der Fremde hob kaum den Blick. Seine Lippen bewegten sich. Er versuchte es mit einem Lächeln, doch es wurde nicht mehr als ein schiefes Grinsen daraus.

»Wohnen Sie hier?«

Er zuckte die Achseln. Zu mehr war er nicht fähig, und er fügte auch nichts hinzu.

»Bitte … ich …«

Plötzlich sprach er mich an. Die Zigarette drehte er als schon abgebrannte Kippe dabei zwischen den Fingern. »Man ruft mich«, sagte er. »Ja, man ruft mich …«

»Wer ruft? Ich höre nichts.«

Er ließ den Rest des Glimmstängels fallen. Er landete zielsicher in einem der Gullylöcher und sank in die Tiefe, wie ein glühendes Auge, das verlosch.

»Bitte – wer?«

»Die Stimmen.«

»Welche?«

»Sie sind...

Erscheint lt. Verlag 28.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3841-1 / 3838738411
ISBN-13 978-3-8387-3841-3 / 9783838738413
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