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John Sinclair 1114 (eBook)

Der Pestmönch (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3847-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1114 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Pestmönch (2. Teil).

Das Bild war unglaublich. In dem einsam liegenden Burggasthaus, in das uns die Spur geführt hatte, erlebten Glenda und ich die Verwandlung der Menschen.

Alle Reisenden waren von einem Pestvirus infiziert. Aus ihren Schultern waren die schrecklichen Köpfe gewachsen und hatten sie zu Monstren gemacht.

Wir glaubten, dass Lorenzo der Drahtzieher dieses unglaublichen Vorgangs war. Ein Irrtum. Denn hinter allem stand der Pestmönch.

Eine Gestalt, die den Allmächtigen verraten und sich auf die Seite der Hölle gestellt hatte.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Pestmönch (2. Teil)


Suko schaute in das Dunkel!

Er sah die Frau kaum, nicht einmal den Umriss, aber er wusste, dass sie da war, denn sie hatte ihn gewarnt und ihm erklärt, dass sie ihn mit einer Waffe bedrohte.

Im Gegensatz zu ihr war er gut sichtbar, weil Suko im Hellen ein sehr gutes Ziel bot.

Er hatte ihre Warnung nicht vergessen. Danach war es still geworden. Suko wartete und fragte sich, wie lange die Stille noch andauern würde. Er wollte herausfinden, was sich hinter dem Loch in der Wand befand, das einmal von einem Spiegel über einem Waschbecken verdeckt gewesen war.

Suko war hier unten noch sensibler geworden. Besonders Gerüchen gegenüber, denn in der alten Schloss-Toilette roch es nicht gut. Da stimmte die Lüftung nicht, und es mochte auch daran liegen, dass sie zu tief unter der Erde lag. Von einer perfekten Hygiene konnte man auch nicht sprechen.

Die Unbekannte hielt sich mit weiteren Bemerkungen zurück. Suko achtete auf ihre Atemgeräusche. Sie waren deutlich zu vernehmen. Anhand dieser Laute ließ sich auch herausfinden, ob ein Mensch unter großem Druck stand oder sich so in der Gewalt hatte, dass er ganz normal ein- und ausatmete.

Endlich hörte er sie gehen. Die Frau bewegte sich nicht normal weiter. Ihre Füße setzte sie vorsichtig auf, und es entstand dabei ein leises Tappen. Suko besaß ein sehr scharfes Gehör, und es fiel ihm auf, dass sich die Person von ihm wegbewegte.

Aber nicht zurück. Sie blieb in gleicher Höhe und beschleunigte plötzlich ihre Schritte.

Suko sah die Frau. Sie trat ins Helle hinein, und sie hielt tatsächlich eine Waffe in der Hand. Es war ein stupsnasiger Revolver, dessen Mündung auf ihn zeigte. Mit einem Blick hatte die fremde Person die Lage überblickt. Sie sah den zerbrochenen Spiegel und damit auch den Eingang des Tunnels.

Ihre Augen weiteten sich für einen Moment. Mehr Zeichen der Überraschung gab sie nicht von sich.

Ob die Frau ihn jemals gesehen hatte, wusste Suko nicht. Er aber kannte sie zumindest vom Ansehen her. Die Blonde war so etwas wie eine Reiseleiterin. Er hatte sie am Bus gesehen, in dem die Fahrgäste hier ans Ziel gebracht wurden, ins Castle Inn, nach einem Zwischenstopp auf Windsor Castle, denn hier sollten die älteren Menschen dazu animiert werden, das zu kaufen, was sie zumeist nicht brauchten. Deshalb waren sie weiter oben im Gastraum.

Die Frau ging nicht mehr weiter. Sie hatte ihr Verhalten verändert. Suko kannte sie als eine Person, die sehr gutgelaunt war oder perfekt dies spielen konnte. Diese Tarnung hatte sie nun abgelegt. Auf den Inspektor wirkte sie kalt, abweisend und auch entschlossen, all das zu verteidigen, was ihr wichtig war.

Besonders gewisse Geheimnisse.

Sie sagte zunächst nichts. Kalt schaute sie ihn an. Sie wirkte tough, beinahe wie aus dem Modejournal für erfolgreiche Frauen entsprungen oder wie eine Moderatorin, die irgendein Boulevard-Magazin ansagte.

In einer für sie günstigen Entfernung blieb sie stehen. Suko registrierte jedes Detail, auch eben die Distanz zwischen ihnen, und er ging davon aus, dass sie ein mit allen Wassern gewaschener Profi war.

»Ich denke, Sie sind mir eine Erklärung schuldig«, sprach sie den Inspektor an.

Suko blieb gelassen. Er hatte nicht einmal seine Arme angehoben. Das störte sie nicht weiter. »Weshalb sollte ich Ihnen etwas erklären?« fragte er.

»Was tun Sie hier?«

»Bitte, was tut man schon auf einer Toilette …?«

»Reden Sie keinen Unsinn.«

»Sorry, was wollen Sie hören?«

»Ich glaube Ihnen nicht, Mister.«

»Gut, Ihr Problem. Was glauben Sie denn?«

Über die Lippen glitt ein schmales Lächeln hinweg. »Das will ich Ihnen sagen. Sie sind erschienen, um mir nachzuspionieren. Sie sind verdammt neugierig. Sie wollten etwas herausfinden, und deshalb haben Sie sich eingeschlichen.«

»Wenn Sie das meinen, müsste es hier Geheimnisse geben.«

»Für mich nicht, aber für Sie.«

»Und welche könnten das sein?«

Diesmal verzog sie heftig den Mund. » Verdammt noch mal, ich kann Sie hier killen, und ich werde es auch tun, wenn Sie mir nicht die Wahrheit erzählen. Was wissen Sie?«

»Zu wenig.«

»Sie haben den Spiegel zerstört!«

»Ach ja? Wieso denn? Kann es nicht sein, dass er bereits zerstört gewesen ist?«

»Nein.«

»So wie es hier aussieht, und es sieht nicht eben gut aus, hätte es dazu gepasst.«

»Hören Sie mit diesem Mist auf!« fuhr sie Suko an. »Verdammt noch mal, Sie haben den Spiegel zerstört. Ich konnte es hören.«

Da hatte sie durchaus recht. Aber Suko hatte ihn nicht grundlos eingeschlagen, denn er hatte, als er noch allein hier unten gewesen war, Geräusche gehört, die hinter ihm aufgeklungen waren. Quasi versteckt in der Wand, im Mauerwerk, hatte sich etwas bewegt und entsprechende Laute hinterlassen.

Suko hatte den Dingen auf den Grund gehen wollen und deshalb den Spiegel eingeschlagen. Dass sich dahinter der Eingang zu einem Tunnel verbarg, war eine Überraschung gewesen. Er hatte auch keine Ahnung, wohin der Tunnel führte.

Dies alles war im Zuge von Emittlungen geschehen, um die sich Suko, John und Glenda kümmerten. Sie waren gezwungen, einen schrecklichen Fall aufzuklären. Es gab da eine Frau, die Furchtbares hinter sich hatte. Aus dem aufgebrochenen Geschwür an ihrer Schulter war plötzlich ein zweiter Kopf hervorgeschnellt. Ein schreckliches Gesicht, eine ekelhafte Fratze mit einem langen Hals darunter. Ein glitschiges Ding, das hin und her pendelte und dabei eine gewisse Ähnlichkeit mit der Person angenommen hatte, aus der sie geschlüpft war.

Die Frau war nicht gestorben. John Sinclair hatte den zweiten Schädel mit seinem Kreuz bekämpft und vernichtet. Allerdings auch den Arm der Frau und ihre Schulter. Beides war schwarz geworden, und die Ärzte hatten den Arm amputieren müssen.

Suko und John hatten es nicht dabei bewenden lassen. Sie wussten, dass diese Person bei der Firma Around London an einer sogenannten Glücksreise teilgenommen hatte. Eine Kaffeefahrt, die zugleich als Verkaufschance genutzt wurde.

Der Weg hatte sie nach einem Zwischenstopp schließlich zu dieser alten Schlossruine geführt, in der die Gaststätte betrieben wurde. In sie hatte sich Suko eingeschlichen, der ansonsten als Rückendeckung für John und Glenda fungiert.1

Er ärgerte sich, dass er entdeckt worden war und dachte jetzt daran, dass niemand perfekt ist, denn er hatte den Rover auf dem leeren Innenhof der Burg geparkt.

Als hätte die Unbekannte seine Gedanken gelesen, sprach sie ihn auf dieses Thema an. »Gehört Ihnen der Rover auf dem Hof?«

»In der Tat.«

»Schön.«

»Warum?«

»Nur so. Man hinterlässt eben immer Spuren.«

Suko gab sich ratlos. »Das begreife ich nicht. Ich habe meinen Wagen ordentlich abgestellt, und ich bin hergekommen, weil ich etwas trinken wollte. Ich habe aber keinen Menschen in der Gaststätte gesehen. Da ich ein menschliches Rühren verspürte, bin ich hier zu den Toilettenräumen gegangen und wurde von Ihnen überrascht. Das ist alles.«

»Sie glauben, dass ich Ihnen das abnehme.«

»Es bleibt Ihnen überlassen.«

Die Frau kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. »Wie heißen Sie?«

»Ist das wichtig?«

»Ja.«

»Warum?«

»Weil ich gern den Namen der Person wissen möchte, die durch meine Kugel stirbt.«

Suko zeigte sich nicht geschockt, was die Frau etwas irritierte. Zumindest stufte Suko ihr Stirnrunzeln so ein. »Ich heiße Suko. Ganz einfach zu behalten.«

»Ja. Wie mein Name – Britta.«

»Hört sich sehr Deutsch an.«

»Meine Mutter war Deutsche.«

Es war fast ein normales Gespräch. Hätte es ein Fremder gehört, er wäre kaum auf den Gedanken gekommen, dass einer der beiden Anwesenden mit einer Waffe bedroht wurde. »Darf ich dann fragen, weshalb Sie mich töten wollen, Britta?«

»Ja, das dürfen Sie. Ich mag es nicht, wenn sich fremde Menschen in Angelegenheiten mischen, die sie nichts angehen. Das passt mir einfach nicht. Zuviel Neugierde kann tödlich sein, und ich sage Ihnen, dass wir vor einem entscheidenden Schritt stehen.«

»Was mit dem Spiegel zusammenhängt, nehme ich an.«

»Auch«, gab sie zu.

»Was hätte ich denn entdecken können?« erkundigte sich Suko. »Ein Versteck, in dem Schätze verborgen sind?«

»Indirekt schon. Doch das soll für sie nicht mehr interessant sein, Mister. Noch etwas, bevor Sie sterben. Es gibt da oben zwei Personen, die mir gar nicht gefallen. Einen Mann und eine Frau. Beide in einem Alter, das nicht zu den übrigen Fahrgästen passt. Zuerst dachte ich, dass es Journalisten oder Anwälte sind, die inkognito unsere Firma kontrollieren wollen, doch das stimmt nicht. Ich weiß es besser, ich weiß allerdings nicht genau, wer sie sind.«

Suko zuckte mit den Schultern. »Ist das nicht Ihr Problem? Ich kann Ihnen dabei nicht helfen.«

»Wer sind diese Leute?«

»Keine Ahnung.«

Britta glaubte ihm tatsächlich nicht. Und sie bewies, wie sauer sie war. Zugleich zeigte sie Suko auch, wie gut sie schießen konnte. Ohne dass sie ein Zeichen gegeben hätte, drückte sie ab.

Der Schuss krachte. Das Echo raste durch die Räume von Wand zu Wand wie ein akustischer Schatten. Die Kugel selbst war dicht an Sukos linkem Ohr vorbeigepfiffen und war dann von dem Loch in der Wand verschluckt worden.

»Okay?« flüsterte Britta, als sich die Echos verzogen hatten.

»Ja, das war schon beeindruckend.«

»Ich kann noch besser zielen, Mister....

Erscheint lt. Verlag 28.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3847-0 / 3838738470
ISBN-13 978-3-8387-3847-5 / 9783838738475
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