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John Sinclair 1132 (eBook)

Hexenfalle Bamberg

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3865-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1132 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Hexenfalle Bamberg.

Drei tote Frauen gingen auf das Konto der schönen Killerin. Sie wurde gefasst, vor Gericht gestellt und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Aber sie kam frei, denn niemand wusste, wer sie wirklich war. Loretta Lugner schwor grausame Rache und verwandelte die Stadt in die Hexenfalle Bamberg.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Hexenfalle Bamberg


Im Saal des Schwurgerichts war es totenstill. In der Luft lag die berühmte Spannung. Alle Blicke waren auf die dunkelhaarige attraktive Frau gerichtet, die sich von ihrem Platz hatte erheben müssen.

Der Richter deutete auf die Angeklagte. »Sie haben uns gebeten, eine kurze Erklärung abzugeben, Loretta Lugner. Bitte, dann sprechen Sie jetzt.«

Die Angesprochene holte tief Atem. Sie sprach noch nicht. Sie ließ die Blicke über die Anwesenden gleiten. Jeder, der im Saal war, fühlte sich besonders betroffen. Einige duckten sich, andere bekamen eine Gänsehaut.

Um ihre Lippen spielte ein Lächeln. Auch ohne Schminke sah sie sehr schön aus. Eine Frau, für die Männer vieles vergaßen. Loretta deutete ein Nicken an, dann sprach sie.

»Ja, ich habe es getan. Ich habe drei Frauen umgebracht.« Sie sprach leise, doch jeder Zuhörer vernahm ihre Worte. »So habt ihr es gesehen, so soll es sein. Aber auch wenn ich es getan habe, ich bin es nicht wirklich gewesen. Es war ein anderer, versteht ihr?«

Niemand begriff sie. Niemand hatte überhaupt die drei schrecklichen Taten begreifen können, die die Stadt erschüttert hatten.

Loretta bewegte ihren Kopf. »Ach, ihr versteht nicht? Das dachte ich mir. Also noch einmal. Ich bin es nicht wirklich gewesen. Es war ein anderer.« Sie hob die Stimme. »Es war der Teufel!« schrie sie, und die Zuschauer duckten sich unter den Worten, als wären es Peitschenhiebe. »Ja, der Teufel!« brüllte sie. »Der Teufel, der Teufel …«

Die Stimme kippte über. Die Worte verschmolzen mit einem hässlichen Lachen, und sie schüttelte wild den Kopf. Dabei hob sie die Arme an. Jeder sah das blinkende Metall der Handschellen. Die Frau sollte als Mörderin verurteilt werden, doch wie sie dastand, da wirkte sie eher wie eine Siegerin.

Niemand im Saal hatte diese Worte so einfach hinnehmen können. Jeder fühlte sich unwohl. Bei vielen verschwand die gesunde Gesichtsfarbe. Manche schauten sich um, als suchten sie den Leibhaftigen zwischen sich.

Loretta aber lachte. Schrecklich. Laut. Geifernd. Bis der Richter aufsprang und das Lachen überschrie. »Abführen!«

Loretta Lugner wurde weggeschafft. Froh konnte darüber niemand sein. Egal, wer dem Prozess beigewohnt hatte. Jeder ahnte zumindest, dass dies hier kein Ende, sondern eher ein Anfang gewesen war …

*

Der grauhaarige Mann, der behäbig wirkte, erhob sich ebenfalls. Er hatte in der letzten Reihe gesessen. Er lockerte seinen Krawattenknoten und schaute durch das Fenster hinaus in den leicht nebligen Tag. Der Dunst lag über dem Fluss und verteilte sich auch in den Gassen und Straßen von Bamberg. Es war der Herbst, der den Sommer aus dem Land vertrieben hatte. Der Mann mit dem freundlichen Gesicht und den hellen Augen schaute durch die Scheibe, ohne wirklich etwas von dem wahrzunehmen, was sich dahinter abspielte. Schließlich war er derjenige gewesen, der den Fall gelöst und die Mörderin gestellt hatte. Man hatte ihn, den Kommissar Uwe Hinz, damals wie einen Helden gefeiert, und das war ihm nicht sehr recht gewesen. Er gehörte mehr zu den Menschen, die lieber im geheimen wirkten, und wenn eben möglich, der Presse entwischten. Das war nicht geschehen, als man schließlich die Mörderin gefunden hatte, und auch jetzt beim Prozess hatte er sich öfter in den Zeitungen gesehen als ihm lieb war.

Und nun war das Urteil gesprochen. Lebenslänglich. Danach Sicherungsverwahrung. Die dreifache Mörderin würde die Freiheit nie mehr genießen können. Und das mit 30 Jahren.

So jedenfalls hatte es das Gesetz vorgesehen. Aber Uwe Hinz konnte daran nicht so recht glauben. Auch ihn hatten die letzten Worte der Angeklagten getroffen. Ob es leeres Gerede war oder hinter ihr tatsächlich der Teufel stand, wusste er nicht. Vor zwei Jahren hätte er noch darüber gelächelt. Das allerdings war ihm vergangen, denn der Kommissar war bereits in Kontakt mit fremden, unheimlichen Mächten gekommen, als der Sensenmann durch Bamberg gelaufen war, um seine Opfer zu suchen. Da war sein Weltbild schon auf den Kopf gestellt worden, und er hatte seine Heimatstadt Bamberg mit anderen Augen gesehen. 1

Für ihn waren die Schatten einer düsteren Vergangenheit hochgestiegen, und sie hatten sich jetzt, nach der Verteidigungsrede der dreifachen Mörderin, noch verfestigt. Die kalte Haut auf seinem Rücken wollte einfach nicht weichen. Diese Verteidigung war für ihn mehr als nur ein Spruch. Da steckte etwas dahinter. Sie hatte die Worte mit einer derartigen Intensität herausgeschrien, dass sie seiner Meinung nach einfach keine Lüge sein konnten.

Er dachte daran, wie er diese Frau in ihrer Kammer unter dem Dach eines Hauses am Fluss gestellt hatte. Er erinnerte sich an ihren Blick, der ihm bis tief in die Seele gedrungen war und ihm schon damals Angst bereitet hatte.

Die jetzigen Worte passten dazu. Da hatte sich der Blick praktisch akustisch wiederholt.

Als er die Schritte hinter sich hörte, drehte er sich um. Es war der Richter, der auf ihn zukam. Sie waren nur noch zu zweit im Saal. Selbst der Gerichtsdiener hatte sich zurückgezogen.

Der Richter war ein Mann um die Fünfzig. Recht klein, mit einem kantigen Gesicht, einer ausgeprägten Nase und schmalen Lippen. Er hieß Schottenrammer, kam aus Regensburg und war eigentlich als scharfer Hund verschrien.

»So nachdenklich, Herr Hinz?«

»Ja, das bin ich. Ist wohl verständlich – oder?«

Schottenrammer winkte ab. »Ach nein, das dürfen Sie nicht für bare Münze nehmen, was diese Frau in ihrem Wahn gesagt hat. Die war völlig durcheinander. Sie hat keinen anderen Ausweg mehr aus ihrer Lage gesehen, glauben Sie mir. Und sie musste einfach ihren Frust los werden. Auch Mörder sind nur Menschen.« Er lachte leise über seinen eigenen Witz.

Uwe Hinz verzog nicht mal die Lippen. »Sie gestatten, dass ich die Dinge anders sehe.«

»Das bleibt Ihnen überlassen, Kommissar. Doch glauben Sie mir. Sie sind an diesem Fall gewachsen. Ihrer Beförderung steht nichts mehr im Weg. Ich habe da etwas läuten hören.«

»Danke, es ist nett, dass Sie mir das sagen. Trotzdem bin ich anderer Meinung als Sie.«

»Das können Sie auch. Ich kann nur aus der Erfahrung sprechen. Was glauben Sie denn, was mir von den Angeklagten schon alles angedroht wurde? Wenn es danach ginge, dürfte ich gar nicht mehr leben. Das ist wirklich ein Wahnsinn gewesen.«

»Aber ist Ihnen auch schon mit dem Teufel gedroht worden? Und zwar so intensiv?«

Der Richter zögerte einen Moment. »Zur Hölle wollte man mich schon öfter schicken.«

»Das habe ich damit nicht gemeint. So etwas sagt sich leicht. Bei dieser Loretta Lugner ist es etwas anderes gewesen, Herr Schottenrammer.«

Der Richter musste seinen Blick anheben, um in Uwe Hinz’Gesicht schauen zu können. »Wie meinen Sie das denn?«

»Es war echter!«

Der Richter musste aufgrund dieser Direktheit lächeln. »Echter?« wiederholte er. »Ich bitte Sie.« Er senkte den Blick wieder und ging dabei ein paar Schritte auf und ab. »Okay, ich gebe Ihnen recht. Der Teufel ist oft mit im Spiel, aber wer glaubt schon an ihn? Das sind Relikte aus dem Mittelalter. Teufel, Dämonen – Himmel, man sieht sie als Figuren an unseren Kirchen, aber das ist doch mehr symbolhaft gemeint, mein Guter. Nein, nein, da sehen Sie zu schwarz. Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Alles, was recht ist.«

»Sie messen der Aussage also keine Bedeutung bei?«

»Zumindest keine große, wenn ich ehrlich sein soll. Das sagen mir einfach meine Erfahrungen.«

Uwe Hinz blieb bei seiner Meinung. »Ich habe es anders erlebt«, sagte er leise.

Schottenrammer überlegte einen Moment. Dann fiel bei ihm der Groschen. »Ach, Sie spielen auf den Fall mit dem Sensenmann an, der sich auch bis zu mir herumgesprochen hat.«

»Den meine ich.« Der Kommissar schaute wieder gegen die Scheibe, als könnte er ihn dort noch einmal als schemenhafte Gestalt, düster und mit der Sense über der Schulter, auftauchen sehen. »An ihn haben die Menschen auch nicht geglaubt, Herr Schottenrammer. Aber ich erinnere mich noch gut an den Kampf oben auf dem Berg, vor der Kirche, und …«

»Ja, ja, schon gut, Herr Hinz. Der Fall ist mir bekannt. Mehr auch nicht. Aber das hat mit dem heutigen Fall nichts zu tun. Außerdem komme ich nicht aus Bamberg. Klar, Ihre Stadt hat Geschichte. Ich denke nur an die Hexenverfolgungen damals, aber das liegt Jahrhunderte zurück. Und ob das mit unserer Angeklagten und Verurteilten etwas zu tun hat, wage ich doch zu bezweifeln. Da geht die Fantasie mit Ihnen durch.«

»Moment, Herr Richter, das habe ich nicht behauptet. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte auch nicht, dass sich schreckliche Dinge wiederholen. Wenn Sie allerdings miterlebt hätten, was ich da durchgemacht habe, würden Sie anders denken.«

»Kann sein, Herr Hinz.« Dem Richter war anzusehen, dass er nicht länger über den Fall diskutieren wollte. Das machte er dem Kommissar auch klar. »Ich werde jetzt wieder zurück in meine Heimatstadt fahren. Für mich ist die Sache erledigt. Loretta Lugner befindet sich bereits auf dem Weg zu ihrem Haftantritt, und es ist nicht meine Art, einem Verurteilten nachzutrauern.«

»Das ist wenig menschlich.«

»Vielleicht. Aber es gehört zu meinem Job. Zu dem Ihrigen sicherlich auch, Herr Hinz.«

»Ja, leider. Ich will ehrlich sein und Ihnen sagen, dass mir dies nicht immer gefällt.«

»Was wollen Sie machen? Man kann es sich nicht aussuchen.« Der Richter nickte Uwe Hinz zu und schlug ihm leicht gegen den Arm. »So, meine Zeit hier ist vorbei. Wir sehen uns bestimmt noch...

Erscheint lt. Verlag 28.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3865-9 / 3838738659
ISBN-13 978-3-8387-3865-9 / 9783838738659
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