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John Sinclair 1059 (eBook)

Der Scharfrichter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3792-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1059 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

DER SCHARFRICHTER.

war schon längst tot und vergessen worden. Der Scharfrichter selbst hatte nichts vergessen. Nicht den Betrug und auch nicht die Schande. Deshalb kehrte er zurück. Diesmal wollte er die Menschen nicht köpfen, er hatte sich eine neue Methode ausgedacht. Er begrub sie bei lebendigem Leib ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Scharfrichter


Die Nacht war wie geschaffen, um zu sterben! Stockfinster – durchheult und durchtost von Sturmböen, die an dem noch kaum Blätter tragenden Geäst der Bäume zerrten, die Staub und altes Laub hochwirbelten, als wollten sie dieses Gemisch in die Wolken hineinblasen, die über den Himmel huschten wie von Peitschenhieben getrieben.

Eine unheimliche, eine schwarze Nacht, in der das Böse sein Reich öffnete, um nach den Menschen zu greifen. Eine Nacht, die dem Fremden gehörte, den anderen Kräften, die sich mit den Böen des Frühjahrssturms vereint hatten.

So dachte auch Mary Pinter!

Die Frau lag in ihrem Bett. Die Hände hatte sie auf der Brust liegen und zum Gebet gefaltet.

Sie betete tatsächlich. Nur für sich. Im Innern. Kein Wort drang nach draußen, obwohl sich ihre Lippen bewegten. So versuchte sie, die Angst zu dämmen.

Sie war allein im Haus. Ihr Mann war in die Stadt gefahren, und er würde auch über Nacht nicht zurückkommen. Er wollte in London schlafen, weil er einen wichtigen Termin hatte, der sich nicht verschieben ließ. Mary Pinter wusste nicht, mit wem sich Douglas verabredet hatte. Aber es war sehr wichtig, und es hing mit den unheimlichen Vorfällen zusammen, die in der letzten Zeit geschehen waren.

Das Schlafzimmer war nicht sehr groß. Das Doppelbett passte hinein, ebenso der Schrank. Die Pinters hatten beim Bau des Hauses auf große Räume verzichtet. Damals hatten noch die Eltern von Mary hier gewohnt. Da hatte eben jeder Platz haben wollen. Jetzt lebten die Eltern nicht mehr, Mary und Doug waren allein, und ihr Sohn Jason hatte sie schon vor einigen Jahren verlassen, kaum dass er achtzehn gewesen war. Er hatte sich in der Welt umschauen wollen. Wo er sich aufhielt, wussten seine Eltern nicht. Hin und wieder erreichte sie eine Ansichtskarte aus allen möglichen Teilen der Welt. Seit einem Jahr war auch dieser Gruß leider ausgeblieben.

Mary wünschte sich gerade jetzt ihren Sohn herbei. Dann wäre sie nicht so allein gewesen. Dieser Wunsch blieb ein Traum, doch der Sturm war leider Realität.

Er war auch nicht so unnormal für diese Zeit. Schon immer hatten die Frühjahrsstürme getobt, und Mary Pinter hatte sich vor ihnen nie gefürchtet.

Bis jetzt!

In dieser Nacht war es anders. Da verglich sie ihn mit einem wilden, bösen Tier, das zugleich nur so etwas wie eine Vorhut für ein noch viel schlimmeres Phänomen war.

Es hatte sich etwas verändert im Ort. Menschen waren verschwunden. So schnell, so plötzlich. Einfach aus dem Leben fortgerissen worden. Als hätte es sie nie gegeben.

Sie waren nie wieder aufgetaucht. Keiner wusste, ob sie noch lebten oder tot waren.

Aber auf dem Friedhof hatte es frische Gräber gegeben. Aufgewühlte Erde, die rasch wieder geschlossen worden war. Jeder wusste davon, aber kaum einer sprach darüber. Man umging das Thema. Man machte sich seine Gedanken, aber man würde sich davor hüten, die Gräber zu öffnen. Das hätte niemand fertiggebracht.

War Douglas deshalb gefahren? Wusste er mehr? Möglicherweise, denn er hatte sich schon immer für die Vergangenheit interessiert. Gerade was diesen Ort hier anging, der auch seine Geschichte hatte wie jedes Dorf und jede kleine Stadt. Zudem saß Douglas an der Quelle. Er war von Beruf Küster. Er unterstützte den Pfarrer, den es seit zwei Monaten nicht mehr gab, denn auch er war verschwunden.

Mary Pinter atmete tief durch. Ihr Entschluss stand fest. Sie ließ sich auch nicht abbringen, denn sie ahnte, dass ihr Mann etwas herausgefunden hatte. Das musst der Grund seiner plötzlichen Reise gewesen sein.

Fragen hatte sie nicht gestellt oder nicht mehr. Wenn sie Doug auf ein gewisses Thema ansprach, hatte er nur geblockt und den Kopf geschüttelt. Er war oft in der Kirche gewesen, allerdings auch auf dem Friedhof. Das hatte er zwar nie zugegeben, doch an seinen Schuhen war genügend Lehm zurück geblieben, der nur vom Friedhof stammen konnte.

In der letzten Minute war es still geworden. Der Sturm hatte eine Pause eingelegt. Er säuselte nur mehr sanft um das Haus, bis er plötzlich zuschlug.

Mit einer grenzenlosen Macht toste er heran. Er fuhr um das Haus herum, er fing sich am Dach, und Mary lauschte den schrillen und auch klappernden Lauten nach, die er verursachte.

Er fauchte. Er tobte. Er schien sich geteilt zu haben. Er klopfte gegen die Eingangstür und umbrauste zugleich die Fenster. Er war einfach nicht zu stoppen und griff die Bäume an, um sie unter seine Gewalt zu bekommen. Er bog die Zweige, er rüttelte an den Ästen, er schleuderte das Laub vom Komposthaufen in die Höhe. Er fegte Latten vor sich her, die nicht fest genug im Boden standen, und fuhr mit gewaltigen Händen unter die Pfannen auf den Dächern, als wollte er testen, welche leicht zu lösen waren.

Nicht alle saßen fest. Manche rutschten aus dem Verbund hervor, schlugen dann auf der Straße auf, auf der sie krachend zersplitterten. Nicht alle Häuser waren so stark gebaut, um den Kräften widerstehen zu können. Bei den Pinters war noch nichts passiert. Erst im letzten Jahr hatten sie einige schadhafte Stellen auf dem Dach ausbessern lassen. Das trug jetzt Früchte.

Mary schaute auf die Uhr. Es war die erste Bewegung seit Langem. Noch eine Stunde und zwei Minuten bis Mitternacht. Sie schauderte, als sie an die Tageswende dachte. Den Grund kannte sie selbst nicht. Es war einfach so.

Die Tageswende machte ihr plötzlich Angst, und das hatte nichts mit dem Sturm zu tun.

Sie legte sich nicht wieder hin. Schlafen würde sie nicht können. Der Sturm würde die ganze Nacht über toben und sich keine Pause gönnen. Später wollte sich Mary noch einmal hinlegen. Zudem wartete und hoffte sie auf einen Anruf ihres Mannes.

Die Muskeln waren versteift und taten etwas weh, als sich die Frau aus dem Bett quälte. Sie schob die nackten Füße in ihre Slipper und schloss die Jacke des Schlafanzugs. Nachdenklich blieb sie vor dem Bett stehen wie jemand, der sich noch unschlüssig darüber ist, was er tun sollte und was nicht.

Sie wusste es nicht.

Es war alles so fremd. Sie war auf sich allein gestellt. Sie hatte keinen, den sie fragen konnte. Und sie wusste, dass wieder Unheil in der Luft lag. Es war damit zu rechnen, dass der Friedhof ein neues Grab bekam, in dem wieder einer aus dem Ort liegen würde.

Wie auch der Pfarrer?

Darüber hatte sie viel nachgedacht und auch mit ihrem Mann gesprochen. Er hatte kaum einen Kommentar abgegeben und nur die Achseln gezuckt. Es war schon seltsam. Offiziell hieß es, dass er verstorben wäre, aber wem konnte man trauen?

Die Amtskirche hielt sich zurück. Ihre Vertreter hatten sich mit dem Küster in Verbindung gesetzt und ihm geraten, ruhig zu sein. Keine Nachforschungen anzustellen und erst einmal alles auf sich beruhen lassen, bis ein neuer Pfarrer gefunden war.

Daran hatte Douglas Pinter nichts ändern können. Das wusste auch Mary, denn beide hatten über das Thema oft genug gesprochen, aber niemals darüber, wo der letzte Pfarrer wohl jetzt sein konnte. Sie schwiegen über das Thema, und sie schwiegen es tot, obwohl es im Prinzip so viel zu reden gab.

Mary ging in die kleine Küche. Sie hatte Durst. Auf dem Boden lagen noch die Holzbohlen, die sich bewegten und regelrecht stöhnten, wenn sie einen Druck verspürten. Das Holz war wetteranfällig, und der Sturm draußen deutete schon auf einen Umschwung hin.

Sie machte Licht. Nicht die große Lampe schaltete sie ein, sondern die an der Wand. Der Schein reichte ihr aus, um sich orientieren zu können. Im Kühlschrank fand sie Milch, aber auch Wasser. Sie entschied sich für das Letztere.

Dann nahm sie ein Glas und schenkte es fast bis zum Rand voll. Sie trank in kleinen Schlucken und richtete ihren Blick dabei zur Decke. Durch das Fenster schaute sie dann in den kleinen Garten. Dort sah alles anders aus. Da war nichts mehr ruhig oder still. Da griff der Sturm richtig zu. Er wühlte und schleuderte alles hoch, was nicht niet- und nagelfest war. Papierfetzen flogen ebenso in die Höhe wie Staub und faulige Blätter. Obwohl der Himmel düster war, entdeckte Mary die Wolken dort oben. Sie wurden getrieben, gepeitscht, zerrissen, sodass hin und wieder blanke Stellen zu sehen waren. Sie erkannte schwach den Mond, sah mal das Schimmern einiger Sterne.

An den Sturm und an dessen Folgen hatte sie sich mittlerweile gewöhnt. Nicht aber an seine Botschaft. Die war nicht zu greifen, man musste sie einfach spüren. Sie wurde transportiert, und Mary Pinter gehörte zu den Personen, die sie spürten, denn sie hatte sich nicht verändert.

Die Botschaft hieß Tod!

Das war die Nacht des Todes. Der Sturm brachte ihn mit. Er sorgte dafür, dass er wieder in den Ort hineingeschleudert wurde, um seine Opfer zu finden.

Im Fernsehen hatten sie gesagt, dass der Sturm gegen Mitternacht abflauen würde. Danach würde es still werden, sehr still, und Mary Pinter fragte sich, was ihr wohl besser gefallen würde. Denn auch eine Stille konnte bedrückend sein. Sie würde erst richtig fühlen wie allein sie darin war.

Sie betrat das Wohnzimmer. Es war mit dunklen Möbeln eingerichtet. Der Bildschirm des Fernsehers war als matter Fleck zu sehen. Mary fror. Sie streifte eine Strickjacke über, die auf einem Sessel gelegen hatte. Dort nahm sie ebenfalls Platz, umhüllt von der Dunkelheit. Die Fernbedienung lag in Griffweite. Mary hob sie an und schaltete die Glotze ein.

Eine junge Frau lächelte ihr zu, bevor sie aus dem Bild tanzte. Ein Unterhaltungsprogramm mit schönen, jungen Mädchen in tollen Kostümen, die trotzdem alle gleich wirkten.

Sie ließ das Programm laufen, weil ihr die Musik gefiel, stellte...

Erscheint lt. Verlag 21.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3792-X / 383873792X
ISBN-13 978-3-8387-3792-8 / 9783838737928
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