John Sinclair 1028 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3761-4 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Entführt nach Atlantis (2. Teil).
Der Albtraum ging weiter. Johnny Conolly starrte in die Augen seines Freundes Simon, die zu glühen schienen. Und er fühlte sich plötzlich nicht mehr als Mensch. Er war wie eine willenlose Puppe im Bann dieser Glutaugen. Und Simons Stimme hallte schaurig durch die Dunkelheit: 'Komm, Johnny, wir gehen. Wir gehen der fremden Sonne entgegen. Ich werde dich mit in meine neue Welt nehmen. Atlantis wartet auf uns. Der Schlund, die unheimliche Glut und der Traum vom Schwarzen Tod ...'
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Entführt nach Atlantis (2. Teil)
Nein, hier fuhren keine zwei Radfahrer die Tour de France, obwohl ihre Gesichter ebenso verzerrt waren wie die der großen Champs. Ihr Antrieb war nicht der Wille zum Sieg, sondern einzig und allein die Peitsche der Angst, die Kathy Tarling und Johnny Conolly von Whitestone wegtrieb und wieder hin zu ihrem Campingplatz, wo Johnnys Zelt stand und auch das größere der Familie Tarling.
Hinter ihnen lag das Grauen, dem sie gerade noch entkommen waren. Der Schrecken in einem unheimlichen Haus, das von einem Mann namens Pete Carella bewohnt wurde. Einem Menschen, der sich aus der Masse hervorhob, weil er es schaffte, in seinen Träumen in die Vergangenheit zu tauchen und dort Szenen erlebte, die einfach unglaublich waren, aber trotzdem so existent, dass er es schaffte, diese Bilder in die Realität zu holen.
Wie den Schwarzen Tod!
Ein schrecklicher Dämon, der auf einem Pferd hockte und dabei seine Sense schwang. Ein Skelett, das aussah, als wäre es vom Feuer der Hölle geschwärzt worden.
Beide hatten es gesehen und gespürt. Im Haus des träumenden Pete Carella war die Sonne wie ein mächtiger, blutroter Ball aufgegangen. Aus ihm hervor war das Skelett gestiegen und hatte Johnny gewürgt. Kalte Knochenhände hatten seinen Hals umklammert, und noch jetzt spürte der Junge die Druckstellen. Selbst der ihm ins Gesicht schlagende kühle Fahrtwind wischte sie nicht weg. 1
Johnny fuhr neben seiner Freundin Kathy Tarling. Sie war sechzehn, irgendwo nett und nicht so überdreht und zickig wie andere in ihrem Alter. Die beiden mochten sich und waren sich schon recht nahe gekommen, auch wenn es heimlich geschehen musste, denn Kathys Eltern hielten schon ein Auge auf ihre Tochter. Zudem war Kathy dazu verdonnert worden, auf ihren kleinen Bruder aufzupassen, der hoffentlich im Zelt lag und schlief, denn sie waren nach Whitestone geradelt, um Kathys Eltern zu suchen, die in den Bann des Pete Carella hineingeraten waren. Sie hatten die Tarlings nicht gefunden und waren stattdessen auf den Schwarzen Tod gestoßen und auf Johnnys Freund, Simon Rogers, mit dem er diese Radtour unternommen hatte.
Simon war ebenfalls in den Bann dieser anderen Kraft geraten und hatte sich dem Schwarzen Tod voll und ganz hingegeben. Wahrscheinlich war ihm sogar der Weg nach Atlantis geöffnet worden. Was das bedeutete, konnte sich gerade Johnny sehr gut vorstellen.
Auf drei Personen setzte er seine Hoffnung. Zum einen auf seine Eltern und zum anderen auf John Sinclair, den Geisterjäger, der zugleich sein Patenonkel war.
Johnny hatte die drei über das Handy angerufen und sie alarmiert. Sie wollten zum Campingplatz kommen, aber nicht vor Einbruch der Dämmerung. Noch lagen einige Stunden der Dunkelheit vor Kathy Tarling und Johnny Conolly.
Das Mädchen war über sich selbst hinausgewachsen. Johnny konnte es nur bewundern. Trotz der Angst war Kathy nicht durchgedreht. Beide hatten genau das Richtige getan. Nicht die Helden spielen, sondern das Haus verlassen und flüchten. Kathy hatte sich einfach ein Rad genommen, das an der Straße gestanden hatte, und dann waren sie dem Grauen davongefahren.
Sie kämpften sich voran. Immer wieder schauten sie zurück. Da war nichts zu sehen. Kein Verfolger, der ihnen im Nacken saß, um sie irgendwann doch einmal in die Klauen zu bekommen. Es lag nur die Dunkelheit dort, während vor ihnen das Licht der beiden Scheinwerfer über den Boden tanzte wie bleiche Gespenster.
Es ging weiter. Ihr Keuchen vermischte sich in das Geräusch der über den Asphalt summenden Reifen. Verzerrte Gesichter, der Kampf mit der eigenen Kraft, die immer mehr absackte, aber der Wille, es doch noch zu schaffen, der dafür sorgte, dass sie durchhielten.
Sie fielen nicht aus dem Sattel, aber sie hielten den Kurs bei und überwanden sogar noch eine recht flache, aber trotzdem spürbare Steigung, die stark in die Beine ging.
Sie mussten durch und nur an sich und niemand anderen mehr denken. Es war zwischen ihnen ausgemacht worden, dass beide zuerst zum Zelt der Familie Tarling gingen. Dort schlief der kleine Bruder, für den sich jetzt beide verantwortlich fühlten.
Johnny, der immer ein kleines Stück hinter Kathy gefahren war, trat noch einmal richtig in die Pedalen und holte auf. Er blieb mit Kathy auf gleicher Höhe. Mit einer Hand winkte er ab. Dabei verlangsamte er selbst sein Tempo.
Kathy Tarling begriff. Auch sie fuhr langsamer. Ihr Ziel war bald erreicht. Sie sahen bereits die beiden Laternen am Eingang des Areals. Wie zwei unbewegliche Monde standen sie in der Luft, als wollten sie die Ankömmlinge auf diese Art und Weise begrüßen.
Auf der Zufahrt, die nicht so glatt asphaltiert war, hüpften die Räder über die Unebenheiten des Bodens hinweg, schaukelten Kathy und Johnny noch einmal durch, während sie dem Lichtschein in der Umgebung des Eingangs entgegenfuhren.
Kathy hielt dort an. Sie wirkte erschöpft, als sie sich aus dem Sattel rutschen ließ. Hände und Arme zitterten ebenso wie die Beine. Johnny erging es kaum anders.
Der Junge wusste, dass Kathy ihm etwas sagen wollte, aber sie musste erst zu Atem kommen und dabei einen Teil ihrer Erschöpfung überwinden. Aus großen Augen schaute sie Johnny an. Ihre Lippen zitterten. Sie hatte Mühe, die richtigen Worte zu finden.
»Ich habe Angst davon, in unser Zelt zurückzugehen.« Der Satz hatte gepresst und übernervös geklungen, und sie schaute sich dabei auch immer wieder um.
»Warum denn?«
»Das Gefühl, weißt du …?«
»Nein.«
»Vielleicht sind sie schon da.«
Johnny lachte, um Kathy zu beruhigen. »Wer sollte denn dort sein?«
»Dieses Monster, zum Beispiel!«
»Nein, Kathy, nein.« Johnny schüttelte entschieden den Kopf. »Das stimmt nicht. Niemand wird dort sein, abgesehen von deinem kleinen Bruder, und der schläft tief und fest.«
Kathy Tarling überlegte. Sie drehte dabei ihre Hände um den Griff am Lenker. »Was ist mit meinen Eltern?«
Auf diese Frage hatte Johnny gewartet. Er wusste sofort, dass er sie dem Mädchen nicht beantworten konnte.
»Glaubst du, dass sie bei diesem Carella sind?«
Johnny hob die Schultern. »Ich weiß es nicht. Ich habe überhaupt keine Ahnung.«
»Was kann man denn konkret sagen, Johnny?«
»Wenn ich das nur wüsste«, murmelte er.
»Bitte!« drängte sie. »Du hast mir bisher schon toll geholfen. Ohne dich hätte man mich wahrscheinlich …«
»Ach hör auf, Kathy. Wir haben Glück gehabt, das ist alles. Verdammtes Glück.«
»Und meine Eltern?«
»Kann ich dir auch nicht sagen, ehrlich nicht.«
»Das Skelett hat sie geholt, nicht?«
Darauf wollte Johnny ihr keine Antwort geben. Statt dessen deutete er in die Tiefe des Campingplatzes hinein. Die Menschen schliefen in ihren Zelten. Kein Licht durchbrach die Finsternis, die sich wie grauschwarze Watte ausgebreitet hatte. Über dem Gelände lag die Dunkelheit wie ein grausamer Segen aus dem Reich der Hölle. Zumindest konnte man das so empfinden.
Kathy hatte an der Unterlippe genagt. »Und was machen wir jetzt?« fragte sie.
»Es bleibt dabei. Wir gehen zum Zelt deiner Eltern. Du wolltest nach Bruno schauen.«
»Ja, das hatte ich vor!« bestätigte sie. »Aber jetzt habe ich plötzlich Angst bekommen.«
»Wovor?«
»Weiß ich nicht. Allgemein, Johnny.«
Der Junge schob sein Rad näher an das seiner Freundin heran. »Ich bin doch bei dir, Kathy. Du brauchst keine Angst zu haben. Wir haben das andere gepackt, und das hier schaffen wir auch. Darauf wette ich.«
Sie lächelte nur, hielt sich ansonsten zurück und folgte Johnny, der sein Rad vorschob.
Sie betraten ein Gelände, auf dem die normale Nachtruhe herrschte. Abgesehen von den unterschiedlichsten Schnarchlauten, waren keine anderen Geräusche zu hören. Je näher sie an das Zelt der Familie Tarling herankamen, um so unruhiger wurde Kathy. Sie spitzte ihre Ohren, weil sie darauf achtete, ob Bruno erwacht war, jetzt in der Dunkelheit lag und weinte.
Zu hören war nichts. Jeder Camper besaß eine eigene, angemietete Parzelle. Das Zelt der Tarlings war recht groß und komfortabel. Man konnte darin stehen, ohne sich den Kopf zu stoßen, was nicht bei allen Zelten der Fall war.
Licht schimmerte nicht durch die Plane. Die Dunkelheit badete das Zelt von außen und von innen. Kathy hatte den Ständer getreten und das Rad hingestellt. Unsicher stand sie vor dem verschlossenen Eingang. Sie traute sich auch nicht, durch eines der Fenster zu schauen und blickte zu ihrem jungen Freund hin, der ebenfalls abwartete. Das war nicht seine Sache hier, sondern die von Kathy. Sie sollte den ersten Schritt machen.
»Willst du nicht gehen?«
Das Mädchen nickte heftig mit zusammengepressten Lippen. »Aber du bleibst bei mir, nicht?«
Der Zelteingang ließ sich auch von außen öffnen. Kathys Hände zitterten, als die Finger nach dem kleinen Metallgriff des Reißverschlusses fassten. Als sie ihn nach unten zog, klang das Geräusch in der Stille überlaut.
Sie zerrte ihn nicht ganz auf. Der Spalt war so groß, dass Kathy ihren Kopf hindurchschieben konnte, was sie auch tat, und dann mit einer heftigen Bewegung zurückzuckte. Beinahe wäre sie vor Johnnys Schienbein getreten. So aber rutschte ihr Fuß ab und erwischte die Zehen des Jungen.
Johnny fluchte leise, und Kathy entschuldigte sich flüsternd. Noch einmal schaute sie in das dunkle Zelt, um sich zu vergewissern, was sie gesehen hatte.
Der leise Schrei seiner Freundin warnte Johnny. Er machte sich auf eine schlimme Nachricht gefasst, und tatsächlich drehte...
| Erscheint lt. Verlag | 14.10.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3761-X / 383873761X |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3761-4 / 9783838737614 |
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