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John Sinclair 1008 (eBook)

Endloser Schrecken

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3741-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1008 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Endloser Schrecken.

Suko schlief noch, aber ich fand einfach keine Ruhe mehr. Zudem wusste ich nicht, ob ich den Rest der Nacht schlafend verbracht hatte oder in irgendwelchen Zuständen, die nicht zu erklären waren. Nicht schlafend, nicht wachend, in der Realität vielleicht schwebend.

Ich kam damit nicht zurecht. Ich kam auch mit mir selbst nicht zurecht. Es war alles anders geworden, und das lag natürlich an dem, was ich erlebt und durchlitten hatte.

Abgesehen davon, dass ich mich auf den Weg gemacht hatte, die Bundeslade zu finden, was auch klappte, hatte das Schicksal auf der anderen Seite doch brutal zugeschlagen und mir meine Eltern genommen.

Beide waren tot!

Und der Mann war ich!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Endloser Schrecken


Suko schlief noch, aber ich fand einfach keine Ruhe mehr. Zudem wusste ich nicht, ob ich den Rest der Nacht schlafend verbracht hatte oder in irgendwelchen Zuständen, die nicht zu erklären waren. Nicht schlafend, nicht wachend, in der Realität vielleicht schwebend.

Ich kam damit nicht zurecht. Ich kam auch mit mir selbst nicht zurecht. Es war alles anders geworden, und das lag natürlich an dem, was ich erlebt und durchlitten hatte.

Abgesehen davon, dass ich mich auf den Weg gemacht hatte, die Bundeslade zu finden, was auch klappte, hatte das Schicksal auf der anderen Seite doch brutal zugeschlagen und mir meine Eltern genommen.

Beide waren tot!

 

Nun, den Tod, auch von geliebten Menschen, muss man akzeptieren, er gehört zum Leben. Bei meiner Mutter war er normal gewesen, nicht aber bei meinem Vater. Zwar war Dad, ebenso wie die Mutter, ermordet worden, doch seinen Körper hatte sich der Geist des verstorbenen Äthiopier-Königs Lalibela als Wirt ausgesucht. Er war in die Augen meines Vaters eingedrungen und hatte sie verändert. Aber nicht nur das, den Kopf des toten Horace F. Sinclair traf es noch schlimmer. Er war zu einer Skelettfratze geworden!

Ich hatte meinen Vater schließlich davon befreien können. Doch im Prinzip war es keine Befreiung gewesen, sondern ein Angriff. Zurückgeblieben war ein Toter mit einem skelettierten Kopf und den dazugehörigen leeren Augenhöhlen.

Den Geist Lalibelas hatte die Macht meines Kreuzes zerstören können, denn er hatte sich im Laufe der Jahrhunderte gedreht. Er war nicht mehr das, als den man ihn einmal erlebt hatte. Er musste die Seiten gewechselt haben, sonst wäre es meinem Kreuz nicht gelungen, ihn zu vernichten. 1

Und es hatte auch zu dieser Zeit Menschen gegeben, die ihn als Herrscher ansahen.

*

Die Loge des Königs!

Männer, die sich zusammengefunden hatten, um die Bundeslade zu finden, denn vor einigen Jahrhunderten hatte Lalibela sie in seinem Besitz gehabt. Dass mein eigener Vater auch zu dieser Loge gehört hatte, das war für mich eine schon entsetzliche Überraschung, an der ich verdammt zu knacken hatte. Sicherlich hatte auch die Tatsache dazu beigetragen, dass die letzten Stunden der vergangenen Nacht für mich zu einem Albtraum geworden waren, die ich eben in diesem Zustand zwischen Tag und Traum verbracht hatte.

Mein Vater, ein Mitglied der Loge!

Ich kam damit nicht zurecht. Das ließ mir keine Ruhe. Ich musste herausfinden, wie es dazu gekommen war. Von allein war das sicherlich nicht geschehen. Es musste Spuren geben. Hinweise, die zu finden waren, aber wen konnte ich fragen?

Ja, da gab es einen Mann, der Don Crady hieß. Er gehörte ebenfalls zu der Loge, deren Mitglieder immer vermummt auftraten. Ihn und die anderen Männer hatte ich in der Nacht laufen lassen, und auch mein Freund Suko hatte sie nicht mehr gestoppt. Zumindest ich hatte den Kontakt zur Realität verloren nach all den schlimmen Vorgängen, die da passiert waren.

Wir mussten sie wiederfinden. Es würde schwierig werden, das stand fest, aber daran war eben nichts zu ändern. Zunächst einmal mussten meine Eltern unter die Erde kommen, das war ich ihnen schuldig.

Der Gedanke an die Beerdigung sorgte wieder für ein böses Gefühl in mir. Mein Magen litt darunter und ich unter ihm.

Ich setzte mich hin! Verschwitzt und unter Schmerzen. Ich versuchte mich zu erheben, etwas wenigstens.

Nach einer Weile schaute ich auf die Uhr.

Die sechste Morgenstunde war soeben angebrochen. Es würde bald hell werden. Ein neuer Tag begann. – Der Kreislauf bleibt, auch wenn viele schreckliche Dinge geschehen.

Wie dieser Tag sich entwickeln und wie er enden würde, konnte niemand sagen, aber manche Menschen haben manchmal gewisse Vorahnungen, und zu denen gehörte ich.

Ich ahnte es nicht nur, ich war überzeugt davon, dass gewisse Dinge angeschoben wurden und schiefgehen konnten. Dieser Tag würde nicht so ablaufen wie alle anderen. Das hatte sicherlich nichts mit der Beerdigung zu tun, die eigentlich für den nächsten Tag geplant war. Heute sollte noch eine Besprechung mit dem Beerdigungsunternehmer stattfinden. Eine Menge Fragen zur Zeremonie mussten entschieden werden. Außerdem wollte ich ein Reueessen bestellen. Da meine Eltern in Lauder sehr bekannt waren, wollten die Trauergäste nach der Beerdigung sicherlich noch eine Weile zusammensitzen und erzählen.

Es gab viel Stress, viel Ärger und natürlich auch Trauer. Zudem hatten sich meine Freunde angemeldet.

Sir James, mein Chef, natürlich Glenda Perkins, auch die Conollys würden kommen. Jane Collins und Sarah Goldwyn ebenfalls, denn sie alle hatten meine Eltern gekannt. Wann sie genau eintreffen würden, war mir unbekannt, aber sie alle hatten sich angesagt.

Ich saß noch immer auf dem Bett. Es stand in dem Zimmer, in dem ich stets übernachtet hatte, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch war. Aber die Zeiten waren vorbei. Ich hatte mir auch noch keine Gedanken darüber gemacht, was mit dem Haus geschehen sollte. Verkaufen wollte ich es nicht. Vermieten? Nein, das brachte ich auch nicht übers Herz. Ich würde es wohl selbst hin und wieder benutzen.

Mühsam und wie ein alter Mann, der unter Gicht leidet, stand ich auf. Mit qualvollen Bewegungen ging ich im Dunkeln auf die Tür zu. Dass ich dabei über eine Teppichkante stolperte, war mir egal.

Für mich war immer Kleidung in meinem Elternhaus aufbewahrt worden. Ich holte mir den Morgenmantel und streifte ihn über.

Danach verließ ich den Raum in der ersten Etage. Im Flur blieb ich stehen. Es war nicht düster, denn auf einem kleinen Tisch gab eine Lampe ihr weiches Licht ab.

Von Suko hörte ich nichts. Da er seine Zimmertür verschlossen hatte, waren auch keine Atemzüge zu vernehmen. Es blieb in meiner unmittelbaren Umgebung still.

Ich wollte meinen Freund nicht wecken. Er hatte den Schlaf verdient. Zudem war er nicht so unmittelbar von diesen schlimmen Dingen betroffen wie ich. Deshalb war es besser, wenn ich ihn nicht störte. Ich jedenfalls konnte nicht schlafen. Eigentlich hätte ich mich duschen müssen, das aber wollte ich auf später verschieben, denn zunächst brauchte ich eine Tasse Kaffee. So machte ich mich auf den Weg nach unten und ging mutterseelen allein durch das leere Haus, das meine Eltern nie wieder betreten würden.

Der Gedanke war einfach da, auch wenn ich ihn nicht haben wollte. Und er stopfte mir auf gewisse Weise die Kehle zu, sodass mir das Atmen schwerfiel.

Ich stieg die Treppe hinunter. Meine Hand lag auf dem Geländer. Ich wusste auch, dass man in London auf meinen Anruf wartete, denn ich hatte lange nichts mehr von mir hören lassen und nur erklärt, dass ich mit den Vorbereitungen für die Beerdigung beschäftigt war. Dafür hatte man natürlich Verständnis gehabt.

Die alten Bohlen bewegten sich unter meinem Gewicht und meldeten sich mit bestimmten Geräuschen. Ich kannte sie, weil ich diesen Weg schon öfter gegangen war. Nun aber kamen mir die Geräusche so anders und so fremd vor. Richtig unheimlich, als wären die Laute nicht von ihnen abgegeben worden, sondern von irgendwelchen Geistern, die in ihrer anderen Welt keine Ruhe gefunden hatten. Dabei dachte ich auch an die Seelen meiner Eltern, obwohl dies Unsinn war.

Ich ging in die Küche. Dort schaltete ich das Licht ein. Aber nicht das der Deckenlampe, sondern das der kleinen Leuchte über der Arbeitsplatte. Sie strahlte ihren weichen Schein bis gegen das Fenster, vor dem ein Rollo hing.

Es war nicht ganz zugezogen. Zwischen den einzelnen Lamellen gab es noch genügend Zwischenräume, und so drang das Licht als Streifenmuster nach draußen.

Im Büro in London kochte Glenda immer den Kaffee. Hier musste ich mir selbst helfen. Ich wusste auch, dass mein Kaffee nicht an den einer Glenda Perkins heranreichte, die für mich die beste Kaffeeköchin der Welt war.

Filter, Kaffeemehl, Wasser – ich befolgte die genauen Regeln. Es war mir nicht fremd, aber in diesem Zustand kam es mir schon so vor.

Allein in der Küche. Allein mit einer zischenden Kaffeemaschine.

Wie oft hatte ich hier mit meinen Eltern zusammengesessen. Das war nun vorbei. Ich würde nie mehr die menschliche Wärme meiner Mutter Mary spüren, ihre Sorge um mich, die nie nachgelassen hatte. Das verständnisvolle Lächeln meines Vaters würde ich ebenfalls vermissen. Es war eine der wunderschönen und auch rustikalromantischen Küchen, in denen der Kamin besonders hervortrat, aber das alles trat jetzt in den Hintergrund. Ich sah diesen Raum nur als Mittel zum Zweck an.

Es dauerte nicht lange, und ich konnte die braune Brühe in meine große Tasse schütten. Zucker nahm ich auch, und ich zwang mich dazu, wenigstens eine Kleinigkeit zu essen. Einige Teile eines Knabbergebäcks, das ich noch im Kühlschrank gefunden hatte.

Dann setzte ich mich an den Tisch und rührte den Kaffee um. Ich trank einen ersten Schluck und verzog den Mund, weil der Kaffee zu heiß war. Ich stellte die Tasse ab. Schaute hinein und die dunkle Spiegelfläche, die das zurückgab, was in sie hineinschaute.

Also mein Gesicht.

Oder?

Für einen Moment durchströmte mich ein völlig irrer Gedanke. Dieses Gesicht, das eigentlich meines hätte sei müssen, war mir fremd vorgekommen.

Das Spiegelbild verschwand, als ich die Tasse wieder anhob und die Flüssigkeit sich bewegte, aber es zeigte sich wieder, als die Tasse ein paar Sekunden stand.

Verrückt war das!

Oder doch nicht?

Einbildung? Überanstrengung der Nerven? Man machte sich selbst etwas vor. Aber ich war misstrauisch geworden und wollte nach einer...

Erscheint lt. Verlag 14.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3741-5 / 3838737415
ISBN-13 978-3-8387-3741-6 / 9783838737416
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