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John Sinclair 1046 (eBook)

Der Hexenturm

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3779-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1046 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Hexenturm (2. Teil).

Was in London begonnen hatte, führte Bill Conolly und mich in das Land unseres Freundes Frantisek Marek, nach Rumänien. Diesmal nicht zu den Vampiren, sondern zu einem anderen Ziel.

Direkt hinein in den Hexenturm, in das Lager der zwölf gefangenen Kinder. Es war zugleich das Zentrum der verfluchten Zombie-Eulen, die hier mit aller Grausamkeit herrschten.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Hexenturm (2. Teil)


Ich sah die Mündungsblitze vor dem Lauf der Maschinenpistole, und mein Denken reagierte sprunghaft.

Auf Bill und mich wurde geschossen!

Zwei Männer standen auf dem Weg. Einer von ihnen feuerte. Das konnte durchaus unser Ende bedeuten, denn der Cherokee war keinesfalls kugelsicher.

Ich bremste und duckte mich so gut wie möglich. Alles geschah fließend, nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte. Rechts neben mir tat Bill Conolly das Gleiche. Ich hörte ihn fluchen, aber keine Kugeleinschläge.

Das Schießen hörte plötzlich auf. Es wurde still. Bill und ich schauten uns an. Mein Freund zog eine Grimasse und tastete nach seiner Waffe. »Warnschüsse«, flüsterte er.

Dann hörten wir Stimmen. Wir verstanden nichts, aber uns wurde klargemacht, was man von uns wollte. Jemand riss die Fahrertür an meiner Seite auf. Ich hatte die Beretta noch nicht gezogen, das war möglicherweise gut so, denn etwas Hartes wurde in meinen Rücken gedrückt. Bestimmt der Lauf einer Waffe.

Noch im Wagen hob ich die Hände und richtete mich langsam wieder auf. Bill tat auf dem Beifahrersitz das Gleiche. Wir bewegten uns sehr langsam – vorsichtig sein, keinen Fehler machen, denn die Kerle hatten einen verdammt nervösen Zeigefinger.

Der Kerl hinter mir bellte ein Befehl. Da zugleich der Waffendruck aus meinem Rücken verschwand, fasste ich die mir nicht verständlichen Worte als Aufforderung auf, das Fahrzeug zu verlassen, was ich auch tat. Ich drehte mich – die Arme immer noch oben –, und ich sah den Kerl mit der Waffe aus der Nähe.

Er sah wild aus. Sein Gesicht wurde von einem dunklen Bart umwuchert. Auf dem Kopf trug er eine Strickmütze. Seine Jacke stand offen. Aus dem breiten Gürtel schaute der Griff eines Messers hervor. Er wirkte wie ein Partisan aus den Schluchten des Balkans Seine Waffe stammte aus Israel. Es war eine Uzi.

Der Zweite sprach auf Bill ein. Er redete schnell, und Bill hielt auch nicht seinen Mund. Warum man auf uns geschossen hatte, stand in den Sternen. Es konnte durchaus sein, dass man keine Fremden mochte, aber gleich auf sie zu schießen, war schon ungewöhnlich. Oder es hing mit dem Fall zusammen, der Bill und mich in diese einsame Gegend Rumäniens, mitten in den Karpaten, geführt hatte. Wir wollten die verfluchten Zombie-Eulen stellen, die Kinder raubten und sogar den Weg nach London gefunden hatten, um einen Verräter zu bestrafen, denn diesem Mann hatten sie die Augen ausgehakt. 1

Außerdem wollten wir uns mit unserem Freund Frantisek Marek treffen. Aber nicht in Petrila, sondern hier, in Bilic. Allerdings hatte uns der Empfang hier überrascht.

Ich stand jetzt neben dem Leihwagen. Der Bärtige blaffte mich an. Er war nervös. Die Waffe in seiner Hand ruckte. Ich hoffte, dass sich die Unruhe nicht auf seinen Zeigefinger übertrug. Als ich auf den ungepflasterten Weg schielte, wurde mir klar, dass uns der Mann nicht hatte treffen wollen. Die Kugeln hatten nur den weichen Boden leicht umgepflügt.

Auch Bill erschien. Ein Zweite. Mann bedrohte ihn mit einem Revolver. Mit erhobenen Armen ging mein Freund vor ihm her und musste in Höhe der Kühlerhaube stehen bleiben.

Der zweite Mann war noch jung. Beinahe ein Kind. Zumindest ein Halbwüchsiger, nicht älter als sechzehn. Seine langen, dunklen Haare hingen als Zopf in den Nacken hinab und wurden von einer roten Schleife gehalten.

Er schnauzte Bill an, aber seine Stimme klang trotz der Lautstärke unsicher.

Ich hob die Schultern, weil ich dem Kerl mit der MPi klarmachen wollte, dass ich ihn nicht verstand. Er wurde wütend und schüttelte den Kopf.

»Ich spreche kein Rumänisch, verflucht! Höchstens ein paar Worte.«

Seine Antwort überraschte mich, denn plötzlich fragte er: »Du bist Engländer?«

»Ja.«

»Kannst du Deutsch?«

»Sicher.«

Sein Bart zuckte, als er grinste. »Das ist gut. Ich spreche nur einige Sätze Englisch, aber die Deutsche Sprache kann ich besser. Meine Großmutter stammte aus Deutschland.«

»Das ist gut.«

»Weiß ich nicht, ob das gut ist.«

Ich hob die Schultern. »Warum habt ihr auf uns geschossen?«

Er atmete schnell. »Weil wir hier keine Fremden wollen, verstehst du das?«

»Nein.«

Meine Antwort hatte ihn in Erklärungsnot gebracht. Er suchte nach Worten und sagte schließlich: »Wir wollen nicht, dass Leute hier bei uns herumschnüffeln.«

»Habt ihr denn was zu verbergen.«

»Nein!«

Seine Lüge war leicht zu durchschauen. »Schade, wir wollten nur Rast machen und etwas essen oder trinken. Ich habe immer gedacht, ihr Rumänen seid gastfreundlich, aber das scheint mir doch nicht zu sein.«

»Ich glaube dir nicht. Du bist einer, der schnüffeln will. Und dein Freund auch. Ihr seid von der Presse. Reporter, die irgendwas gehört haben, glaube ich.«

Da hatte er gar nicht mal so unrecht, wenn ich an Bill Conolly dachte. Nur würde ich es nicht zugeben. »Pardon, aber was sollten wir denn gehört haben?«

»Es gibt Geschichten hier …«

»Klar, über Vampire. Wir befinden uns in der Heimat des Grafen Dracula. Diese Geschichten kenne ich auch. Vampire haben Saison. Unsere Büros organisieren sogar Reisen in euer Land, die sie Grusel- oder Vampirtours nennen. Der Vampir taucht dann auf. Eine interessante Sache, die sogar ausgebaut wird.«

»Rede nicht!« fuhr er mir in die Parade.

»Aber es stimmt.«

»Ich weiß das. Ich weiß das alles. Nur gibt es hier bei uns keine Vampire. Ihr seid falsch. Ihr habt euch verfahren, wenn ihr nach ihnen sucht. Deshalb werdet ihr auch wieder verschwinden.«

»Ist Marek schon da?« fragte ich.

Die Worte überraschten ihn. »Marek? Wieso?«

»Kennst du ihn?«

»Nein.«

»Wir waren mit ihm verabredet. Er ist ein Freund von uns. Er wollte in Bilic auf uns warten.«

»Es gibt bei uns keinen Marek.«

»Du hast recht. Er wollte auch von Petrila herkommen. Den Ort kennst du doch – oder?«

»Ja.«

»Und wir haben uns hier mit Marek verabredet.«

Der Mann starrte mich an und überlegte. »Warum nicht in Petrila?«

»Dieser Weg war kürzer.«

»O nein!« flüsterte er. »O nein. Du lügst wie gedruckt. Du bist ein Spion. Du kommst aus dem Westen. Du suchst eine Sensation. Das spüre ich.«

»Gibt es die denn?«

»Halt dein Maul, verdammt!« Er riss seine Waffe hoch und zielte auf mein Gesicht. Ich betete, dass er seinen Zeigefinger ruhig hielt, und mein Flehen hatte Erfolg. »Ihr steigt wieder in euren Wagen und verschwindet von hier! Hast du mich verstanden? Ihr haut ab! Wir wollen euch nicht, und wir wollen auch keinen Marek aus Petrila. Wir kommen schon allein zurecht, verdammt!«

Ich blieb ruhig. »Ihr wollt euch also nicht helfen lassen?« fragte ich leise.

»Nein!«

»Dann habt ihr eure Kinder aufgegeben?«

Der Bärtige öffnete seinen Mund. Die Frage hatte ihn geschockt. Ein leiser Schrei wehte mir entgegen. Auch sein junger Kumpan meldete sich. Ich verstand nicht, was er sagte, doch seine Stimme klang schrill und überdreht.

Der Bärtige schrie ihn an. Daraufhin verstummte der Junge. Ich erhaschte einen Blick auf ihn. Er stand hinter Bill wie ein Henker, der darauf wartete, endlich abdrücken zu können. Den rechten Arm hatte er vorgestreckt und zielte auf Bills Hinterkopf.

Ich wurde wieder angesprochen. »Mein Freund will schießen. Er will euch tot sehen. Noch kann ich ihn zurückhalten, aber wie lange das noch dauern wird, weiß ich nicht.«

»Es wäre besser für euch, wenn ihr nachdenkt.«

»Das tue ich.«

»Gut.«

»Du hast etwas gesagt, das mir nicht gefallen kann«, flüsterte er. »Du hast von den Kindern gesprochen, die wir angeblich aufgegeben haben sollen.«

»Stimmt.«

»Was bedeutet das? Was wisst ihr davon?«

»Zuwenig und trotzdem genug. Unser Freund Marek hat uns davon berichtet.«

»Ja und?«

»Es sind zu viele Kinder verschwunden. Und ich kann mir auch denken, wer sie geholt hat. Es sind die Eulen gewesen. Die verfluchten Eulen, die Menschen die Augen aushacken. Wir haben einen Landsmann von dir in London gesehen. Er heißt Ion Kasanu. Und er hat eine wahnsinnige Furcht gehabt. Er wurde von den Eulen als Verräter angesehen. Sie haben ihn bis nach London verfolgt, ihn dort gefunden und sich an ihm furchtbar gerächt. Jetzt hat er keine Augen mehr. Dort, wo sie sich einmal befunden haben, schimmern zwei Blutseen. Ich weiß nicht, was ihr hier denkt. Ich an eurer Stelle wäre froh, wenn jemand erscheint, der helfen will. Deshalb sind wir gekommen. Jetzt weißt du die Wahrheit und kannst dir immer noch überlegen, ob du uns erschießen willst oder nicht.«

Ich hatte sehr langsam gesprochen, damit er jedes Wort verstand. Das war der Fall gewesen. Trotz des dichten Bartwuchses sah ich seinem Gesicht an, wie es in ihm arbeitete. Er wusste nicht, wohin er blicken sollte, nagte an seiner Unterlippe und schüttelte den Kopf, als ihm sein Kumpan etwas zurief.

»Hast du es dir überlegt?« fragte ich.

»Ja.«

»Können wir bleiben?«

»Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob das alles stimmt. Du hast recht, es gibt diese Eulen. Sie … sie … leben in der Nähe. Der alte Turm, der Friedhof darum. Sie sind eine mörderische Plage, und sie sind auch über uns hergefallen.«

»Was ist mit euren Kindern?«

Der Mann zuckte zusammen, als hätte ich ihn geschlagen. Die Arme sanken nach unten, und die Mündung zielte nicht mehr auf mich. Ich sah Tränen in seinen Augen. Er löste die linke...

Erscheint lt. Verlag 14.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3779-2 / 3838737792
ISBN-13 978-3-8387-3779-9 / 9783838737799
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