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John Sinclair 1023 (eBook)

Monster-Queen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3756-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1023 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Monster-Queen.

Sie war die Frau seiner Träume, blond, aufregend, sexy. Sie wohnte gegenüber von ihm, und er beobachtete sie jeden Abend durch sein Fernglas. Und eines Abends passierte es. Sie strippte, und ihr heimlicher Beobachter wurde Zeuge eines Albtraums: Ein Monster packte die Frau, und sie verschwand spurlos! Bald darauf klopfte sie an seine Tür und versprach ihm mit einem lockenden Lächeln, all seine geheimen Wünsche zu erfüllen. Ein sündiges Angebot, das ihn in einen Strudel des Grauens riss. Denn sie war die Monster-Queen.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Monster-Queen


Joel Dancers Hände waren schweißfeucht. Er kannte das heiße Spiel. Es wiederholte sich an jedem späten Abend. Fast immer um die gleiche Zeit. Dennoch war es für ihn jedes Mal wie neu. Denn er war der einzige Zeuge, der Augenzeuge.

Ein absoluter Wahnsinn für den kleingewachsenen Mann mit der Halbglatze, dem runden Gesicht und den braunen, immer irgendwie in Bewegung wirkenden Augen, die sich über der weichen Knollennase abzeichneten und um eine Idee heller waren als die Bartschatten. Chancen bei Frauen hatte Joel Dancer kaum. Möglicherweise lag es auch an seinem Geruch, denn er stank irgendwie immer nach Fett. Kein Wunder, wenn man vom Mittag bis zum Abend in einer Imbissbude arbeitete, die sich hochtrabend Grill Room nannte.

Andere Frauen ließen ihn kalt abfahren oder entwischten ihm einfach. Nicht so Cynthia. Sie konnte ihm nicht entwischen. Sie war zwar fern, aber trotzdem nah, denn Dancer verließ sich auf perfekte, künstliche Augen, umrahmt von einem dunklen leichten Kunststoffgehäuse. Das Fernglas war sein liebster Besitz. Damit holte er sich die fremde Welt der Nachbarschaft in seine unmittelbare Nähe, obwohl er weit entfernt stand. Aber er hatte stets das Gefühl, dabeizusein.

Die schöne Cynthia war ein Traum. Hätte er die Frau mit der krausen blonden Mähne auf der Straße angesprochen, hätte sie ihn kalt abfahren lassen. Ihm möglicherweise sogar einen Tritt gegeben, denn Männer wie Dancer waren für derartige Frauen einfach Luft.

Mit vollem Namen hieß sie Cynthia Carinelli, und sie wohnte im Haus auf der anderen Straßenseite. Zwei Fenster ihrer Wohnung lagen direkt in seinem Blickfeld, wenn er sich in seinem Bad aufhielt, das für ihn zur Spannerbude geworden war. Er hatte es sich »wohnlich« eingerichtet. So war die Fensterbank an der Innenseite tiefer in das Zimmer hineingebaut worden, damit dort Getränke und auch ein Ascher Platz fanden. Beim Zuschauen wurde sein Mund immer so trocken, da musste er hin und wieder nachspülen. Am liebsten mit Bier. Manchmal auch mit Gin oder Whisky.

Dancer lebte in seiner Bude allein. Er war keinem Menschen über sein Tun Rechenschaft schuldig, und das nutzte er auch weidlich aus. Jeden Abend wartete er auf die Schau.

Dabei wusste er so gut wie nichts über Cynthia. Wo sie arbeitete, wo sie herkam, warum sie gerade hier wohnte, denn bei ihrem Aussehen hätte sie Karriere machen können. Er wusste nicht einmal, ob der Nachname echt war oder einem Pseudonym entsprach, wie es sich Starlets oder Tänzerinnen oft zulegten.

Ja, Tänzerinnen war schon gut. So wie Cynthia gebaut war, konnte es keine bessere geben. Außerdem erlebte Dancer es jeden Tag.

Heute wieder!

Den Stuhl hatte er nahe an die Fensterbank herangerückt und auch das Licht längst gelöscht. Mit dem Fernglas konnte er auch bei Dunkelheit sehen, dafür sorgte eine hochsensible und perfekt entwickelte Optik. Sie holte alles heraus – alles, und nur das war für ihn wichtig.

Seine Finger zitterten schon jetzt, als er seine Zutaten richtete. Er stellte den Aschenbecher an den richtigen Platz. Die Dose Bier hatte er ebenfalls geöffnet, und die Duschkabine hinter ihm war ebenso verschwunden wie der kleine Wandschrank und der Halter mit den drei Handtüchern. Er nahm einen Schluck. Dann holte er aus der Blechdose ein dünnes Zigarillo und klemmte es zwischen seine Lippen. Gelassen zündete er das braune Stäbchen an, paffte einige Züge und wedelte den Rauch mit der freien Hand zur Seite.

Mit der anderen Hand hob er das Fernglas an und hielt es an seine Augen. Joel grinste, weil er daran dachte, dass er der einzige in der gesamten Nachbarschaft war, der sein Fenster stets geputzt hielt. Da war die Scheibe immer glasklar, als sollte sie für eine TV-Werbung Pate stehen.

Ein Blick auf die Uhr. Das Metallband spannte sich um sein schweißfeuchtes Handgelenk, auf dem die dunklen Haare fast so dicht wie ein Fell wuchsen und selbst noch das Armband umklammerten.

Vier Minuten bis 22.00 Uhr!

Spätestens zu Beginn der neuen Stunde würde Cynthia erscheinen und sich ausziehen. In der Wohnung hielt sie sich bereits auf. Es brannte Licht in den anderen Räumen. Deren Fenster waren für Dancer zwar nicht einsehbar, aber durch eine offenstehende Tür konnte er einen Schimmer der Helligkeit im anderen Zimmer sehen. Einmal war auch Cynthia selbst aufgetaucht. Zwar nur als schattenhafter Umriss, aber sie hatte zumindest den Beweis ihrer Anwesenheit erbracht.

Zwei Minuten noch.

Dancer trank wieder einen Schluck. Saugte an seinem Zigarillo. Räusperte sich. Alles geschah schnell hintereinander, als säße ihm die Zeit brutal im Nacken.

Sie musste kommen. Sie würde auch kommen. Er spürte es. Sein Körper vibrierte. In den Fingerspitzen merkte er das Zittern, und der Schweiß war auch geblieben.

Dann verlosch in dem anderen Zimmer das Licht. Dunkelheit senkte sich über die Wohnung. Allerdings nicht lange. Nur wenige Sekunden dauerte dieser Zustand an. Danach geschah das, was sich Joel Dancer so herbeigesehnt hatte.

Hinter den beiden Fenstern, die ihm direkt gegenüber lagen, wurde es hell.

Sie war da!

Tief holte Joel durch die Nase Luft und weitete dabei seine Nasenlöcher so weit wie möglich. Er rauchte jetzt nicht, er trank nicht mehr, für ihn gab es nur noch die andere Straßenseite mit den beiden erleuchteten Fenstern.

Es war ein helles, aber kein kaltes Licht. Es wurde auch nicht von irgendwelchen Gardinen oder Stores gefiltert, die Scheiben lagen einfach blank. Wie auf dem Präsentierteller und zum Durchsehen geeignet. Auch heute fragte sich Dancer wieder, ob Cynthia wirklich nicht wusste, welche Schau sie da jeden Abend vor dem Zubettgehen abzog und auch noch vor den Augen eines Spanners.

Er hatte sich ihr nie zu erkennen gegeben. Aber es wohnten noch andere Mieter in diesem Haus, die ebenfalls auf das Fenster schauen konnten. Ob sie auch dort hockten und Cynthia zuschauten?

Die Antwort interessierte ihn nicht. Er wollte nur seine Cynthia sehen, und er würde sie wieder zu Gesicht bekommen.

Sie ging durch das Zimmer. Lässig, aber mit schaukelnden Hüften. Dabei hatte sie den Kopf leicht schräg gelegt, wie jemand, der über etwas Bestimmtes nachdachte, sich aber noch nicht für eine bestimmte Lösung entschieden hatte.

An diesem Abend trug sie eine Kleidung, die der Spanner noch nicht kannte. Eine grasgrüne Bluse, weit geschnitten und mit einem schalartig fallenden Ausschnitt, unter dessen Stoff sich die beiden nackten Brüste bewegten.

Dancer kicherte. Dafür hatte er einen Blick. Da hätte er nicht einmal das Fernglas gebraucht, das er nicht mehr in seinen Händen hielt. Er hatte es auf das kleine Stativ gestellt. So konnte er schauen und bekam keine schweren Arme.

Ja, auch die Brüste schaukelten bei jeder Bewegung, und die blonde Lockenpracht tanzte ebenfalls auf und nieder, als bestünde sie aus zahlreichen lockeren Korkenziehern.

Ihr Gesicht war eine Sünde der Natur. Sie hatte es einfach zu schön werden lassen. Kindlich noch, trotzdem reif. Ein wenig an die junge Brigitte Bardot erinnernd. Dazu passte der Schmollmund mit den Kusslippen, die kleine Nase, die Augen in einer Meeresfarbe, die etwas vollen Wangen und natürlich die lasziven Bewegungen des Körpers.

Schon allein wie sie durch die Wohnung schritt, war das für Dancer kein normales Gehen. Es glich mehr einem Auftritt der Königin der Nacht, die in einer heißen Bar um die Tageswende herum einen noch heißeren Strip hinlegte und ihren nackten Körper dabei an einer Metallstange rieb. Ja, sie war die Queen. Sie war einfach einmalig.

Und ich darf den Anblick Abend für Abend genießen, dachte Dancer. Ausgerechnet ich.

Die Tür zu seiner Wohnung war verschlossen. Die Klingel abgestellt. Niemand sollte ihn in der folgenden halben Stunde stören. Und auch danach nicht, wenn er wie im Fieber in seinem Bett lag und nicht schlafen konnte, weil ihm diese erregenden Bilder nicht aus dem Sinn wollten.

Selbstverständlich hatte er daran gedacht, sich eine Video-Kamera zu kaufen, um alles aufzunehmen. Vielleicht würde er es später einmal tun, aber das Live-Erlebnis bekam ihm noch besser.

Zum grünen Oberteil trug Cynthia einen schwarzen Rock. Sehr kurz, sehr eng, aus Stretch-Material bestehend. Schwarze, hochhackige Schuhe gehörten ebenfalls dazu, denn so kamen ihre langen, perfekten Beine am besten zur Geltung.

Cynthia war an der Schmalwand stehen geblieben. Sie betrachtete dort ein Bild. Die Hände hielt sie in die Hüften gestützt, die Unterlippe hatte sie leicht vorgeschoben, das rechte Bein war eingeknickt. Das Bild schien ihr zu gefallen, und auch Dancer kannte es.

Als Motiv diente eine erotische Szene. Zwei Männer kümmerten sich auf einer Wiese liegend um eine Frau. Die Männer waren bekleidet, die Frau nicht, aber ihrem Gesicht war anzusehen, dass sie das Spiel der fremden Finger an ihrem Körper genoss,

Dancer mochte das Bild nicht. Er stellte sich immer vor, dass es Cynthia war, die sich den beiden hingeben wollte. So etwas konnte er auf keinen Fall gutheißen. Er betrachtete die wunderschöne Frau beinahe schon als Eigentum.

Sie ging zurück und drehte sich dem Fenster zu.

»Gut, gut«, flüsterte sich Joel selbst zu. »Das ist alles hervorragend. So soll es bleiben.«

Sie stand jetzt vor dem von ihm aus gesehen rechten der beiden Fenster. Zwischen den Scheiben wuchs ein Stück altes Mauerwerk aus rostig wirkenden Ziegelsteinen und zahlreichen grauen Flecken. Noch nie hatte Cynthia ihre Schau hinter diesem Stück abgezogen. Das würde sich auch an diesem Abend nicht ändern, denn wieder bewegte sie sich auf das Fenster zu und blieb dicht...

Erscheint lt. Verlag 14.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3756-3 / 3838737563
ISBN-13 978-3-8387-3756-0 / 9783838737560
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