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John Sinclair 1001 (eBook)

Der Alptraum beginnt (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3733-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1001 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Albtraum beginnt (2. Teil).

Es war die Zeit des späten Abends, und die Dunkelheit umschlang das Haus auf dem Hügel wie ein urwelthaftes Monstrum. Hinter einigen Fenstern brannte Licht, auch in der Küche, wo die beiden Menschen zusammensaßen und nicht wussten, was sie unternehmen sollten.

Wer hineinschaute, der sah zwei ältere Leute, einen Mann und eine Frau. Beide grauhaarig, beide von den Spuren eines langen Lebens gezeichnet, aber er sah auch, dass die zwei Menschen in tiefer Liebe miteinander verbunden waren. Niemand hatte es ihm gesagt, aber er spürte, dass sich noch ein dritter Gast in der wohnlichen und heimeligen Küche aufhielt.

Es war die Angst!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Albtraum beginnt (2. Teil)


Es war die Zeit des späten Abends, und die Dunkelheit umschlang das Haus auf dem Hügel wie ein urwelthaftes Monstrum. Hinter einigen Fenstern brannte Licht, auch in der Küche, wo die beiden Menschen zusammensaßen und nicht wussten, was sie unternehmen sollten.

Wer hineinschaute, der sah zwei ältere Leute, einen Mann und eine Frau. Beide grauhaarig, beide von den Spuren eines langen Lebens gezeichnet, aber er sah auch, dass die zwei Menschen in tiefer Liebe miteinander verbunden waren. Niemand hatte es ihm gesagt, aber er spürte, dass sich noch ein dritter Gast in der wohnlichen und heimeligen Küche aufhielt.

Es war die Angst!

Eine Angst, die nicht nur zwischen Mary und Horace F. Sinclair stand, sondern eine, die von außen bedrohte. Die Blicke der beiden sprachen Bände. Die Flasche Rotwein auf dem Tisch und die beiden Gläser, aus denen der edle Tropfen getrunken worden war, wirkten dabei wie Makulatur, denn die Angst konnten sie nicht vertreiben.

Die Flasche war fast leer, eine Zweite stand bereits schon entkorkt, aber niemand konnte sagen, ob sie jemals getrunken wurde.

Die beiden einsamen Menschen gingen davon aus, den letzten Abend ihres Lebens zu verbringen … So war es ihnen auch prophezeit worden.

Mary und Horace waren wie vor den Kopf geschlagen. Es war einfach zu schrecklich, zu irreal – wie Donatas Geist, der sie besucht und auf dieses Schicksal hingewiesen hatte.

Fremde, unheimliche Mächte waren ihnen auf der Spur und wollten ihnen das Leben nehmen. Wesen, die nicht beschrieben werden konnten, die aus irgendwelchen dunklen Löchern hervorkrochen, die in den Lauf der Zeit hineingebohrt worden waren und nun ihre große Stunde sahen.

Mary und Horace F. Sinclair hatten getrunken und viel miteinander geredet. Sie hatten von den vergangenen Jahren gesprochen, von den alten Zeiten in London und auch von ihrem Sohn John, der als Geisterjäger bekannt war, wahrscheinlich mit diesem Fall vertraut war, ihnen aber trotzdem nicht zur Seite stehen konnte, denn er befand sich in Frankreich, in Chartres, und seine Eltern lebten in Lauder, Schottland.

Mary Sinclair hielt das Schweigen nicht mehr länger aus. Wenn ihr Mann nichts sagte, fühlte sie sich so allein und gefangen in den schrecklichen und düsteren Vorahnungen. »Warum sagst du denn nichts mehr?« Sie stieß ihren Mann an.

Horace F. hob die Schultern. Dabei krauste er die Stirn. »Was soll ich denn noch sagen? Mir fällt nichts ein. Es ist alles schon gesagt worden, denke ich.«

»Früher warst du anders.«

Er nickte. »Stimmt. Früher schon. Aber jetzt sind einige Jahrzehnte vergangen, da verändert man sich. Da war ich auch besser.« Plötzlich schien ein Strahl aus Energie seinen Körper zu durchschneiden. Er ballte die rechte Hand zur Faust und schlug damit auf den Tisch, sodass die beiden Weingläser hüpften und sogar die Flasche ins Wanken geriet. »Warum bin ich das heute nicht mehr, Mary? Warum nicht? Verdammt noch mal, sag es mir!«

»Wir sind älter geworden.«

»Ja, und das ärgert mich. Nicht, dass ich älter geworden bin, aber früher hätten wir gegen die drohende Gefahr angekämpft. Da hätten wir uns zusammengerissen und wären gemeinsam …«Seine Stimme sackte ab. Er senkte den Kopf und schüttelte ihn. »Aber heute ist alles anders geworden, so verdammt anders.« Die letzten Worte waren nur mehr ein Flüstern gewesen.

Mary strich über sein Haar. Es war eine liebevolle und auch behutsame Geste. »Was, mein Lieber, hindert uns daran, wieder so zu werden, wie es einmal war?«

»Die vergangenen Jahre!« stieß Horace hervor und hob den Kopf wieder an.

»Die kann man nicht zurückholen, da hast du recht. Aber der Mut sollte uns doch nicht verlorengegangen sein – oder? Wir haben doch nie aufgegeben. Wir waren immer Kämpfer, und so ist auch unser Sohn geworden.«

»Ja – John«, murmelte Horace F., wobei ein verloren wirkendes Lächeln über sein Gesicht huschte. »Manchmal wünschte ich mir, ich wäre an seiner Stelle.«

Mary nickte. »Das weiß ich.«

»Woher denn? Ich habe es dir nie gesagt.«

»Aber ich habe es gespürt. Bei jedem Besuch unseres Sohnes. Du wärst oft gern an seiner Seite gewesen. Hin und wieder traf es ja zu, sehr zu meiner Beunruhigung. Ihr habt einiges erlebt, und manchmal hast du auch Glück gehabt, dass du mit dem Leben davongekommen bist.«

»Stimmt.« Horace F. griff zum Wein und nahm einen kräftigen Schluck aus dem Glas. »Da haben wir es den Feinden gezeigt, auch wenn sich die Bemerkung jetzt kriegerisch angehört hat, es ist nicht so gemeint, Mary.«

»Das weiß ich doch. Nur frage ich mich, was uns daran hindert, es den anderen wieder zu zeigen? Denk mal darüber nach.«

Sinclair blieb starr sitzen. Er holte tief Luft. Dann schaute er gegen die dunkle Fensterscheibe, als wollte er herausfinden, ob sich in der Schwärze dahinter etwas zusammenbraute. Doch es blieb alles still.

»Nun?«

»Es ist schwer, Mary, sehr schwer. Meinst du, dass wir gegen diejenigen ankämpfen sollen, die es auf uns abgesehen haben? Dass wir ihnen die Stirn bieten können?«

»Wäre es nicht einen Versuch wert?«

Sinclair drehte den Kopf. Er schaute seiner Frau ins Gesicht. Es war noch immer hübsch, und auch das Lächeln war geblieben, das ihm immer so gut gefallen hatte. Deshalb streichelte er seine Frau. »Du bist noch immer toll, Mary, und ich liebe dich.«

Sie schluckte. Der Kloß im Hals schien mit Nadeln gespickt zu sein. »Danke, Horace. Lass uns doch versuchen, etwas von dem zurückzuholen, was früher einmal gewesen ist.«

Er zweifelte noch immer. »Glaubst du denn daran?«

»Hätte ich es sonst erwähnt?«

Sinclair schüttelte den Kopf. »Da sagt man immer, dass die Männer das starke Geschlecht sind, aber daran glaube ich nicht mehr. Es sind die Frauen, Mary, und du bist dafür das beste Beispiel.«

»O danke, aber diese Komplimente lass mal sein.« Sie war sogar etwas rot geworden.

»Okay, Mary, wenn du einmal davon angefangen hast, müssen wir den Faden auch weiterspinnen. Was schlägst du vor?«

Mary drehte ihr Glas zwischen den Händen. »Du hast ja vorhin von diesem Schatten mit dem schrecklichen Gesicht gesprochen, der hier eingedrungen war.«

»Stimmt.«

»Er wird es wieder versuchen.«

»Das denke ich auch«, gab der Mann zu. »Und dann wird niemand zur Stelle sein, der ihn durch ein Klingeln vertreibt.«

»Eben.«

Er stieß sie leicht gegen die Schulter. »Du hast dir doch etwas ausgedacht, Mary, das sehe ich dir an.«

»Ja.« Sie nickte. »Wir können das Haus verlassen.«

»Nein, nein, nein …« Horace war dagegen. »Darüber haben wir schon gesprochen und sind dabei übereingekommen, dass es zwar möglich ist, wir aber vor unseren Gegnern nirgendwo sicher sind.«

»Das haben wir gesagt!« bestätigte Mary Sinclair und rieb mit der Hand über den massiven Küchentisch. Das Lampenlicht schuf einen entsprechenden Schatten. So sah die Hand aus, als würde sie von einem dunklen Geist geführt. »Aber inzwischen ist einige Zeit verstrichen, und ich zumindest habe darüber nachgedacht.«

»Ich ebenfalls, Mary. Nur ist mir keine Lösung eingefallen, wo wir uns verstecken könnten.«

Jetzt lag die Hand wieder ruhig, und Mary gab eine Antwort. »Ich habe da an unsere Kirche gedacht.«

Horace F. saß unbeweglich. »An die Kirche?« flüsterte er nach einer Weile und wiederholte sich noch zweimal. »Ja«, erklärte er dann nickend. »Die Idee ist nicht schlecht.«

»Dann lass uns nicht zu lange warten.«

»Du willst jetzt gehen?«

»Ja, warum nicht?« Mary stand schon auf. »Wir müssen so schnell wie möglich aus unserem Haus verschwinden, bevor das Grauen zurückkehrt. Ob es sich in eine Gotteshaus hineinwagt, das zweifle ich schon stark an. Wie denkst du darüber?«

»Nicht übel.«

»Das hörte sich an wie so oder so kaputt.«

Sinclair stand auf. »Irgendwo stimmt das auch. Ich bin sehr schicksalsergeben geworden.«

»Und morgen früh sieht alles ganz anders aus. Das wirst du schon merken.«

Sinclair lachte und nahm seine Frau in die Arme.

Mary flüsterte: »Sag jetzt nicht, was du denkst.«

»Woher weißt du das denn?«

»Weil ich dich kenne.« Sie drängte ihn zurück. »Komm jetzt, ich möchte nicht noch um Mitternacht hier hocken.«

»Stimmt.« Horace F. ging mit forschen Schritten auf die Küchentür zu. Er wollte sie aufziehen wie immer, zögerte aber und kriegte einen roten Kopf, weil er plötzlich das Gefühl hatte, im Flur würde jemand lauern.

»He, was ist denn?«

»Schon gut.« Er atmete tief ein und zog die Tür auf. Der erste Blick in den Flur nahm ihm einen Teil der Spannung, denn dort war es tatsächlich leer. Es hielt sich auch niemand im Schatten des Gewehrschranks verborgen. Alles war normal.

Schien normal zu sein, wenn nicht Mary demonstrativ geschnuppert hätte, als sie ihren Mann von der Türschwelle wegdrängte. »Riechst du nichts?«

»Nein, was denn?«

Mary Sinclair stand nachdenklich da und ließ ihre Blicke schweifen. Noch immer schnüffelte sie. »Es hängt wirklich ein seltsamer Geruch in der Luft.«

»Wie riecht es denn?«

Sie schaute ihren Mann an. »Verbrannt?«

Horace F. lachte kurz auf. »Du hast die Antwort als Frage gestellt, aber ich rieche …« Das letzte Wort verschluckte er. »Doch«, flüsterte er dann, »jetzt rieche ich es auch. Aber nicht so direkt verbrannt, sondern so, als hätte jemand auf dem Friedhof alte Lumpen angezündet, wobei sich...

Erscheint lt. Verlag 14.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3733-4 / 3838737334
ISBN-13 978-3-8387-3733-1 / 9783838737331
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