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Brautbett (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016
Heyne (Verlag)
978-3-641-12282-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Brautbett - Sophie Andresky
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Sie dürfen die Braut jetzt vögeln

Saftig, jung und untervögelt: So fühlt sich Maya, die eine erfolgreiche Hochzeitsagentur betreibt. Um ihrer Libido gerecht zu werden, setzt sie sich in den Pausen gerne nackt vor den Rechner und lässt sich von Sex-Chats befeuern. Alles ändert sich, als Maya erfährt, dass sie eine Seitensprungagentur geerbt hat. Sie beginnt, beide Geschäfte nebeneinander zu führen, gerät aber mit den Kundendateien durcheinander. Bräutigame werden zum Gruppensex statt zum Junggesellenabschied geladen, Bräute finden sich überrascht zu Seitensprungdates ein. Dabei wird es abwechslungsreich. Ob sportlich in der Schaukel, beschwingt im Swingerspa oder maskiert mit Geistervibrator: Sex bildet, ob vor oder nach der Brautnacht.

Sophie Andresky, geboren 1973, lebt als freie Autorin in Berlin. Mit dem Bestseller Vögelfrei und den folgenden Romanen wurde sie zur erfolgreichsten Erotik-Autorin Deutschlands. Ihre Artikel erschienen in zahlreichen Magazinen, derzeit schreibt sie für den Playboy.

BALZ-ZEIT

»Weiblicher Ort der feuchten Freude mit sechzehn Buchstaben, CKS in der Mitte und endet auf TE

Maya Summser sitzt vor dem Bildschirm in dem fensterlosen, völlig überfüllten Büro ihres Wedding-Planer-Ladens Honeymoon.

Reifrock-Krinolinen, Haarschmuck und weiße Spitzen-Dessous türmen sich neben Oldtimermodellen, blumengeschmückten Torten aus Modelliermasse und Kerzen in allen möglichen Formen und Größen. In den Regalen stapeln sich Prospekte von Restaurants und Hotels, und Kartons mit weißen Pumps und Ballerinas stehen im Weg herum.

Gut, dass die Kundinnen, die in den Laden kommen, nicht das Chaos im dahinterliegenden kleinen Büro sehen, sondern nur die elegante Einrichtung vorn, den Kristalllüster und die perfekt glänzenden, leicht knarrenden Dielen wahrnehmen.

Der Teil des Büros, in dem sich auch die Tür zum Laden befindet, dient zugleich als Zwischenlager und ist dicht an dicht mit prall gefüllten Kleidersäcken zugehängt – drei Stahlstangen spannen sich von Wand zu Wand und biegen sich unter der Last. In den durchsichtigen Plastikhüllen schimmern weißer Satin, duftige Berge aus Tüll und glitzernde Pailletten. Im Augenblick ist es besonders voll, denn die alte Kollektion ist noch nicht abverkauft, dazu sind viele neue Modelle bereits eingetroffen. Was keinen Platz mehr gefunden hat, hängt an Schienen von der hohen Decke des Altbaus: leise schaukelnde Gespenster aus Taft und Organza, dazwischen einige Ladenhüter, die wie zerknittertes Papier aussehen oder mit Federbüscheln bestickt sind, denn das war im vorletzten Jahr groß in Mode: Federn überall.

Bibo-Kleider, denkt Maya, während sie den Kopf in den Nacken legt, sodass sie die Decke sehen kann, für Hochzeitshühner.

Dann kehrt sie zum Rätsel zurück: »Weiblicher Ort der feuchten Freude mit sechzehn Buchstaben, CKS in der Mitte und endet auf TE

Sie wickelt sich enger in die große Decke aus Schaffell, die über ihrem Chefsessel liegt, und spürt das weiche Material auf der Haut. Sie ist nackt und genießt das Gefühl des kitzelnden Flaums an ihren Brustspitzen. Es ist ein bisschen ungewöhnlich, als Weddingplanerin nackt im Büro zu sitzen, das gibt sie zu. Nicht alle ihre Kundinnen würden verständnisvoll reagieren, wenn sie wüssten, wie ihre Organisatorin, Kleiderverkäuferin und Fachfrau für Romantik und Heiratsglück die Mittagspause verbringt – und was sie dabei im Internet treibt.

Manche Bräute sind reichlich verspannt. Maya seufzt. Je näher der Hochzeitstermin rückt, desto verspannter werden sie, und dann rufen sie Maya hemmungslos auch nachts an und heulen ins Telefon, dass die Rosen am Rock doch abgetrennt werden müssen, weil sie nicht mit Rosen am Po heiraten können, weil diese Po-Rosen ihren großen Tag versauen und sie nur Ja sagen werden, wenn kein Arschgewächs auf dem Kleid wuchert. (Die Braut, die sonst so elitär war und in einer Elite-Kita Japanisch und Eurythmie unterrichtete, sagte wirklich »Arschgewächs«, und Maya wäre beinahe vor unterdrücktem Lachen aus dem Bett gefallen.)

Das kann ihr jetzt egal sein. Schließlich macht sie sich rund um die Uhr und sieben Tage die Woche für Täubchen und Törtchen, Blümchen und Krönchen krumm, für klebrigen Zuckerguss und noch klebrigere Heiratsschwüre, für Macaron-Pyramiden und Cupcakes mit Feuerwerk, aber die Mittagspause gehört nur ihr, die ist heilig.

»Ort der feuchten Freude …«

Manchmal, wenn im Geschäft eine besonders anstrengende Kundin von nervös auf hysterisch hochdreht, sehnt sie diese Pause herbei, in der sie den Laden absperrt, sich durch das Kleidersacklabyrinth zwängt bis in den hinteren Teil des Büros, wo ihr Schreibtisch steht, und sie erst einmal lange seufzt und sich dann aus ihrem Kostüm schält, Schicht für Schicht. Nicht nur Pumps, Jacke und Rock, sondern auch Strümpfe, Korsett und Slip, bis sie in ihrer ganzen Üppigkeit nackt dasteht, tief atmet und über die Stellen streicht, an denen das Korsett in ihr Fleisch schneidet und rote Striemen hinterlässt.

Maya ist eine kleine runde Frau mit schweren Brüsten. Nicht nur ihre Figur ist kurvig wie eine Bergstraße in Apulien, auch ihre Haare ringeln sich in dunklen Korkenzieherlocken, ihr Mund ist geschwungen wie ein Katzenschnäuzchen, und die Wimpern um ihre großen Augen sind lang und gebogen. Sie liebt ihre Brüste, die sich fest und prall anfühlen und sofort harte Spitzen bekommen, wenn sie aus dem Korsett befreit werden und Maya sie mit kräftigen Griffen massiert.

Man müsste viel öfter nackt sein, das ist doch der natürliche Zustand, denkt sie dann und seufzt noch einmal. Sie nimmt eine Packung Taboulésalat und ein Stück Käsekuchen aus dem kleinen Kühlschrank und kuschelt sich wieder in ihr Schaffell, das ihre Haut verwöhnt und sie mit seinem sanften Plüsch streichelt. Wunderbar, jetzt kommt Teil zwei der Mittagspause, der Teil, der besonders viel Spaß macht: das erotische Kreuzworträtsel.

»Sechzehn, CKS in der Mitte, endet auf TE …«

Ihre Bräute surfen stundenlang durchs Netz, um den einen perfekten Caketopper oder das ausgefallenste Ringkissen zu finden – Maya hat eher andere Gelüste. Sie liebt ihren Beruf, und sie liebt auch die Bräute mit ihren roten Bäckchen und den zittrigen Händen, aber da muss es doch noch mehr geben. Das Leben endet ja nicht mit dem Tortenanschnitt, und nicht alles im Leben ist rosa.

Sie hatte die Kreuzworträtsel-Seite mit den Saubeuteleien zum Mitchatten zufällig gefunden, als sie für eine Braut im Internet nach Schablonen suchte, mit denen man das eigens für die Hochzeit kreierte Logo des Brautpaares auf Kuchen und Gebäck sprühen konnte. Und ihr war schnell klar gewesen, dass www.dirt-word.com genau das richtige Kontrastprogramm bietet. Seit sie das erste Mal teilgenommen hat, gehört es fest zu ihrer Pause.

Täglich öffnet sie die Seite, meldet sich an und sieht nach, wer mit ihr spielen mag. Es dauert meist keine zwei Happen Käsekuchen, bis sie mit ihrem Nickname begrüßt wird.

< Hallo HornyHummel steht auf dem Bildschirm, und Maya freut sich, wenn wie heute SaugsauSiggi mit ihr raten möchte, denn der baut oft lustige Wörter. Manchen fällt nur so was Ödes wie »Flotter Dreier« oder »Blasorchester« ein, und das hat sie ja nach wenigen Buchstaben gelöst. Aber SaugsauSiggi denkt sich immer etwas Neues aus. Heute also sechzehn Buchstaben zum Thema Weiblicher Ort der feuchten Freude, und für jeden richtig geratenen dreht sich neben dem Schriftfeld automatisch ein Teil eines Fotos um. Hat Maya alle geknackt, kann sie das Foto anklicken und sieht eine kurze Pornosequenz, die SaugsauSiggi aus der riesigen Datenbank für sie ausgesucht hat, und auch da hat er ein gutes Händchen und lässt sie oft Filme sehen, die ihr gefallen.

Maya dreht den Kopf von den Tüll- und Paillettengespenstern an der Decke zurück zum Monitor und rät ein weiteres S als ersten Buchstaben. Richtig. Ein Bild schwingt herum, und ein Finger wird sichtbar. Sie rät ein L, was ihr gelb angezeigt wird, sie muss es also einige Male verschieben, bis es an der richtigen Stelle steht und grün wird, der drittletzte Buchstabe. LTE. Dann ist klar, dass das Wort auf SPALTE endet. Maya tippt es ein, und SaugsauSiggi kommentiert im Chatfeld: < Du bist ja flott heute. Mittagsquickie?

Maya antwortet: > Sexy Kugelblitz, und SaugsauSiggi schreibt zurück: < Feuerwerk! Smiley.

Einen Moment lang überlegt Maya, was ihr Verlobter Fred davon halten würde, wenn er wüsste, dass sie hier nackt sitzt und mit Fremden über Schweinkram chattet. Er, der immer so auf Stil und Contenance bedacht ist. Aber dann wischt sie das schlechte Gewissen beiseite, denn sie hat ihre Chatpartner nie gesehen, sie telefoniert nicht mit ihnen, und wenn sie sich zu den Filmchen, die es als Belohnung für ein gelöstes Wort gibt, fingert, schaltet sie die Chatfunktion vorher aus. Es ist also noch nicht mal Onlinesex, sondern nur Masturbation, und das wird ja wohl erlaubt sein. Sich selbst darf sie anfassen, wie, wo und wann sie will, obwohl sie glaubt, dass Fred es unpassend finden würde, vor allem im Büro, während der Arbeitszeit. Fred trägt irgendwie immer einen Maßanzug, auch wenn er nackt ist, in seinem Kopf ist der Button-Down-Kragen jederzeit korrekt geschlossen. Aber Gegensätze ziehen sich an, und Maya lächelt kurz, als sie an ihn denkt … irgendwie ist seine fast britische Steifheit ja doch niedlich.

Sie wählt ein L in der Mitte, und neben dem Finger erscheint ein kleiner feuchter Hubbel, das freut sie. Sie ist fast sicher, dass SaugsauSiggi ihr diesmal einen Fummelfilm ausgesucht hat, in dem man nur eine Hand sieht, die sich an einer feuchten Mumu zu schaffen macht. Fingerfucks findet sie immer scharf. Sie...

Erscheint lt. Verlag 11.1.2016
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte eBooks • Erotik • Hochzeit • Sex • Swingerclub
ISBN-10 3-641-12282-1 / 3641122821
ISBN-13 978-3-641-12282-9 / 9783641122829
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