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John Sinclair 970 (eBook)

Der Werwolf, die Hexe und wir (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3702-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 970 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Werwolf, die Hexe und wir (2. Teil).

Seit Beginn der Dämmerung hatte der Werwolf die Spur aufgenommen. Es war zuerst nur ein flüchtiger Kontakt gewesen, vergleichbar mit einem Gedanken bei einem Menschen, aber das Tier war plötzlich hellwach gewesen.

Da war etwas!

Sein Versteck lag dort, wo man ihn nicht so leicht finden konnte. Verborgen in den tiefen Wäldern, wo die Bäume dicht beisammenstanden und dabei einen Filz bildeten, der einem Urwald zur Ehre gereicht hätte.

Der Wolf schnupperte.

Die Gegend war ihm fremd. Man hatte ihn hier abgesetzt. Er wusste nicht, was er herausfinden sollte, er wusste nur, dass er sich auf seinen Instinkt verlassen konnte, und er würde ihn zu dem Ort führen, der nicht nur für ihn wichtig war, sondern auch für diejenigen, die hinter ihm standen und ihm die Befehle gaben.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Werwolf, die Hexe und wir (2. Teil)


Seit Beginn der Dämmerung hatte der Werwolf die Spur aufgenommen. Es war zuerst nur ein flüchtiger Kontakt gewesen, vergleichbar mit einem Gedanken bei einem Menschen, aber das Tier war plötzlich hellwach gewesen.

Da war etwas!

Sein Versteck lag dort, wo man ihn nicht so leicht finden konnte. Verborgen in den tiefen Wäldern, wo die Bäume dicht beisammenstanden und dabei einen Filz bildeten, der einem Urwald zur Ehre gereicht hätte.

Der Wolf schnupperte.

Die Gegend war ihm fremd. Man hatte ihn hier abgesetzt. Er wusste nicht, was er herausfinden sollte, er wusste nur, dass er sich auf seinen Instinkt verlassen konnte, und er würde ihn zu dem Ort führen, der nicht nur für ihn wichtig war, sondern auch für diejenigen, die hinter ihm standen und ihm die Befehle gaben.

Es dunkelte weiter.

Das Tier hockte in einer muldenartigen Höhle. Laub verdeckte den Eingang. Nur wer genauer hingeschaut und dabei hineingeleuchtet hätte, dem wäre die lange Schnauze aufgefallen. Sie stand offen. Reißzähne schimmerten wie poliert. Darüber malten sich kalte Augen ab.

Es waren nicht die Augen eines normalen Werwolfs, der tagsüber ein Leben als Mensch führte und sich erst in der Nacht verwandelte, wenn der Mond sein Silberlicht schickte, nein, sie gehörten eigentlich einem normalen Tier, das durch fremde Kräfte beeinflusst worden war und fast zu den Werwölfen gezählt werden konnte, denn der höchste von ihnen, Fenris, hatte sich seiner angenommen.

Die Spur blieb.

Sie verdichtete sich.

Das Tier spürte seine eigene Unruhe. Immer mehr drängte sich das hoch, was man ihm eingeimpft hatte, ein Fährtensucher zu sein. Den magischen Ort zu suchen, zu schauen und wieder zurückzukehren. Das klappte nicht, wenn er sich in seinem Versteck aufhielt.

Mit einigen harten und ruckartigen Bewegungen seiner Läufe schaufelte er sich buchstäblich frei, hielt sich dabei dicht am Boden und kroch aus der Deckung hervor. Er tauchte ein in die Finsternis des Waldes, wo die tiefen Schatten wie dichte, schwarze Watte zwischen den Stämmen der Bäume standen.

An Beute dachte er nicht. Er war zwar ein Geschöpf der Nacht oder dazu gemacht worden, doch er fühlte sich nicht mit denen verwandt, die in der Dunkelheit auf Jagd gingen, wo Eulen, Käuze oder Uhus wie Schatten durch den Wald flogen und Kleingetier rissen. Da hatten Mäuse und auch Ratten keine Chance.

Den Wolf interessierte das nicht. Er lief der Spur nach. Wie jemand, der an einer langen, unsichtbaren Leine hängt und dabei immer sicherer wird, je weiter er sich fortbewegt.

Er ließ die Finsternis des Waldes hinter sich, der nie totenstill war. Seine wachsamen Ohren hatten schon all die Geräusche aufgenommen, das Rascheln, Kratzen und leise Piepsen, auch mal schrill, wenn sich eine Maus in den Klauen eines nächtlichen Jägers krümmte.

Der Wolf brauchte keine Nahrung. Ihm war eine andere Aufgabe übertragen worden, die er durchführen musste, dem großen Götterwolf hatte man einfach zu gehorchen.

Das am Rand wachsende Unterholz stellte kein Problem für ihn dar. Er durchbrach es mit wenigen Sprüngen, um das leere Feld vor sich zu sehen, über dem ein einsames Flugzeug weit oben hinwegschwebte. Ein Punkt in der Nacht, der sich dem Mond näherte, um von ihm verschlungen zu werden. Er war als blasse Sichel zu sehen. Ab und zu trieb der Wind die Wolken auf ihn zu, dass auch diese Gondel dann verdeckt war und es noch finsterer wurde.

Das Tier bewegte sich weiter. Er lief jetzt schneller. Dabei hielt es sich dort auf, wo das Gras höher wuchs. Die Richtung war ihm bekannt, denn die Witterung nahm zu.

Sie wurde stark, sie spornte ihn an. So lief er wenig später am Ufer eines kleinen Sees entlang, dessen Wasserfläche wie ein geheimnisvoller, dunkler Spiegel glänzte, in dem sich die Farben Blau und Schwarz verteilten.

Leichter Dunst umwebte das Ufer. An der anderen Seite schimmerten ein paar Lichter durch die Finsternis. Dort lebten Menschen, die von nichts ahnten. Keiner von ihnen wusste, wer da unterwegs war, um ein besonderes Ziel zu finden.

Der Wolf hatte freie Bahn.

Er erreichte das schmalere Nordufer des Sees, an dem der Gürtel aus Gras und Schilf bis weit hinein in das Land reichte. Der Boden war feuchter geworden. Manchmal schmatzte das Wasser in den Trittstellen, die das Tier im weichen Boden hinterlassen hatte. Das Ziel kam näher. Der Wolf spürte es. Hin und wieder stieß er einen heiseren Laut aus, der sich beinahe anhörte wie der Schrei eines Menschen. Schaum fegte in Fetzen vor seinem Maul. Er schwitzte. Das lange und intensive Rennen hatte ihn angestrengt.

Aber er hörte nicht auf. Keine Pause! Der Befehl stand in seinem Schädel. Fenris und seine Helferin hatten ihn ausgesucht. Er hatte vor ihnen gelegen und gewinselt und dabei in die Augen der Werwolf-Frau Morgana Layton geschaut.

Für sie und auch für Fenris sollte er den Ort suchen, und er würde ihn auch finden.

Mit langen Sprüngen hetzte er einen kahlen Hang hoch, der nur an wenigen Stellen mit niedrigem Gestrüpp bewachsen war, Gestrüpp, das sich in der harten Erde festkrallte, wobei hin und wieder, wenn es vom Mondlicht getroffen wurde, das Grau alter Steine hindurchschimmerte.

Der Wolf erreichte das Ende des Hangs, wo er für einen Moment stehen blieb. Er zitterte am ganzen Körper. Sein Fell war nass geworden. Die Feuchtigkeit des Grases klebte darin ebenso wie kleine Blätter oder Rindenstücke aus dem längst weit hinter ihm liegenden Wald.

Er hob den Kopf.

Wie ein Mensch schaute er hoch zu den oberen Regionen, die bei Tageslicht grüne Matten und Weiden gezeigt hätten, aber jetzt, in der Nacht, nur mehr aus Schatten bestanden.

Aus ihnen hervor ragten die starren Gebilde. Steine, Felsen, scharf und kantig. Mal höckerartig gewachsen, mal breiter. Andere wieder spitz oder geformt oder die so etwas wie einen Tafelberg bildeten, wie man ihn aus dem amerikanischen Südwesten kennt und häufig in Westernfilmen sieht.

Da musste er hin!

Der Wolf spürte es genau, und er wusste auch, dass er eine lange und beschwerliche Strecke zurückzulegen hatte. Zu lang und zu steil, ohne zuvor Kraft gesammelt zu haben.

Er musste sich ausruhen und ließ sich auf seine Hinterbeine nieder. In dieser Sitzhaltung blieb er, wobei er allerdings den Kopf bewegte und mit seinen kalten Augen die Umgebung absuchte, dabei aber nicht vergaß, die Zunge aus dem Maul schnellen zu lasen, um über sein Fell zu lecken, an dem die Nässe klebte, die seinen Durst wenigstens etwas löschen sollte. Die Halme stachen wie Nadeln aus dem Boden, sie wurden auch nicht größer, wenn die Sonne ihre Strahlen über das Land schickte. Dieses Gras war es gewohnt, auf dem kargen Boden das Überleben zu fristen.

Das Tier streckte sich. Dabei sträubte sich das braune Fell, das zum buschigen Schwanz hin einige graue Streifen bekommen hatte, wie ein Mensch, der älter wurde und diese Jahre seinem allmählich grauer werdenden Haar ansah.

Es wartete noch. Das Hecheln klang schon bald nicht mehr so scharf und kurzatmig. Es flockte auch kaum Schaum mehr aus seinem geöffneten Maul. Der Wolf war in eine tiefe Ruhe gefallen. Sie dauerte nur nicht lange an, denn die Botschaft nahm er wiederum auf. Eine scharfe Witterung. Er spürte die Nähe des Ziels. Noch in der liegenden Haltung bewegte er seine Augen und schielte in die Höhe.

Da malte sich der große Tafelfelsen wie vor einer schwarzen Wand ab. Er stand zwar gerade, sah aber trotzdem schief aus, als würde er jeden Augenblick nach unten kippen. Was jedoch all die Zeiten überdauert hatte, hielt auch jetzt, und selbst der stärkste Orkan hatte ihm nichts antun können.

Noch wartete das Tier. Dann aber schoss es plötzlich in die Höhe, als hätte ihm jemand eine Nadel durch das Fell tief in den Körper hineingerammt.

Der Wolf war bereit!

Er schüttelte den Kopf. Zugleich liefen die Schüttelbewegungen wie Wellen über sein Fell hinweg. Das Maul sperrte sich auf wie von selbst. Es sah aus, als wollte der Wolf gähnen, doch er war ausgeruht und fühlte sich fit.

Auf allen vier Pfoten streckte er sich. Ein kurzer Heullaut drang aus seinem Rachen, dann lief er los. Langsamer zuerst, er trottete so dahin, aber wenig später schon, auf dem ansteigenden Gelände, wurde er schneller. Seine Füße trommelten auf den harten Boden, und dieses Geräusch schreckte einen Fuchs auf.

Der Wolf beschleunigte das Tempo weiter, obwohl der Weg immer steiler und auch glatter wurde. Auf dem Fels, von Wind und Wetter blank gewaschen, rutschte er mehrmals aus. Seine Hinterläufe glitten weg, aber er packte es immer wieder und näherte sich seinem Ziel wesentlich schneller, als es ein Mensch gekonnt hätte.

Der hohe Tafelberg warf trotz der Dunkelheit seinen Schatten in die Tiefe. Der Wolf geriet hinein und blieb sofort stehen. Zuerst begann er zu knurren, wobei dieses Geräusch später in ein klagendes Winseln überging, als hätte er Schläge erhalten.

Etwas war mit ihm.

Er drehte sich auf dem Fleck. Das Fell war gesträubt. Noch hektischer als seinen Körper bewegte er seinen Kopf, wobei er die Schnauze zum Himmel hochrichtete. Mit seinen harten Raubtieraugen schien er nach etwas Besonderem Ausschau zu halten.

So stark der Wolf in der letzten Zeit auch gewesen sein mochte, jetzt machte er den Eindruck eines Tieres, das total verängstigt war. Ein Feind war nicht in der Nähe. Vor wem hätte er sich schon fürchten müssen?

Dennoch war ihm unwohl zumute. Sein Instinkt übermittelte ihm die in der Nähe lauernde Gefahr.

Etwas war da. Er fand es nur nicht heraus. Sein Kopf...

Erscheint lt. Verlag 7.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3702-4 / 3838737024
ISBN-13 978-3-8387-3702-7 / 9783838737027
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