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John Sinclair 951 (eBook)

Die Exorzistin

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3682-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 951 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Die Exorzistin.

Das Böse kann man nicht ausmerzen, Es ist immer und überall. Es regeneriert sich sogar!

Zu allen Zeiten gab es Menschen, die dem Bösen folgten, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern.

Man kann das Böse natürlich bekämpfen und auch mehr oder minder große Erfolge dabei erzielen, das ganze System aber wird man nicht kippen können.

Eine bestimmte Form dieses Kampfes gilt Menschen, die vom Bösen besessen sind. Das ist das weite Feld des Exorzismus. Damit werden John und seine Freunde in einer Woche konfrontiert.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Exorzistin


Verwirrt richtete sich Marion Bates auf!

Etwas hatte sie geweckt, hatte sie brutal aus dem Schlaf gerissen, doch Marion konnte sich nicht erinnern, welches Geräusch es gewesen war.

Sie blieb hocken.

Ihr Herz klopfte und pumpte mit jedem Schlag Blut in ihren Kopf, sodass Marion den Eindruck hatte, es würde ihre Schläfe sprengen. Sie lauschte, hörte aber nichts.

Die Augen hielt sie weit offen, doch sie sah kaum etwas. Es war einfach zu finster in ihrem Zimmer, dem neuen Zimmer, einem Zuhause, das nur als Übergang diente, bis für sie ein Platz im Heim gefunden war. Seit einigen Tagen war Marion eine Waise, und der Gedanke an den Tod ihrer Mutter ging ihr nicht aus dem Sinn. Marion hatte sich vorgenommen, in dieser Nacht nicht mehr zu weinen, obwohl die letzten Tage sehr schlimm gewesen waren, doch daran wollte sie nicht mehr denken.

Durch die Nase holte sie Luft. Dabei bewegte sie ihren Kopf, um sich in ihrem neuen Zimmer umsehen zu können. Vor kurzem noch hatte sie geschlafen und von ihrem eigentlichen Zuhause geträumt, aber das war vorbei. Jetzt, nach dem Erwachen, hatte die brutale Wirklichkeit sie zurückgeholt.

Marion blinzelte. Sie konnte das Rundbogenfenster sehen, das viel schmaler war, als das in ihrem ehemaligen Zuhause. Es fehlten noch die Gitter außen, dann wäre die Zelle perfekt gewesen, denn dick genug waren die Mauern des Nonnenklosters, in dem sie zunächst bleiben sollte.

Warum bin ich wach geworden? Sie hatte einen schönen Traum gehabt, der nicht mit ihrer verstorbenen Mutter zu tun gehabt hatte. Es war so schrecklich gewesen, trotz der beiden Männer, die John Sinclair und Suko heißen. Sie hatten sich wirklich um sie gekümmert, aber eine Mutter konnten sie natürlich nicht ersetzen.

Die lag jetzt im Sarg. Und dieser Sarg war in die kalte Graberde hineingelassen worden, wobei Marion als letzten Gruß eine dunkelrote Rose auf den Deckel gelegt hatte.

Nein, diese schlimme Erinnerung war in den letzten Stunden verblasst, dennoch fürchtete sich Marion, und kalte Schauer rannen ihr über den Rücken.

Wieder musste sie blinzeln. Das Fenster, vor dem die kalte Nacht lauerte, sah verschwommen aus. Auch durch das Blinzeln wurde der Ausschnitt nicht klarer, aber erst jetzt kam dem zwölfjährigen Kind der Gedanke, dass es seine Brille abgelegt hatte.

Neben dem einfachen Bett stand ein Nachttisch. Wenn sie nicht alles täuschte, hatte sie die Brille darauf abgelegt. Im Dunkeln tastete sie danach, fand die Brille und setzte sie auf.

Jetzt konnte sie besser sehen. Zwar blieb die Dunkelheit bestehen, aber die Umrisse des Fensters traten schärfer hervor. Nur wusste sie noch immer nicht, weshalb sie erwacht war. Etwas musste sie schon tief im Unterbewusstsein gewarnt haben.

Andere Mädchen wären vielleicht eingeschlafen und hätten sich zuvor die Decke über den Kopf gezogen, nicht aber Marion Bates. Sie blieb wach, denn sie hatte in der Vergangenheit so viele unglaubliche Dinge erlebt, dass sie schon jetzt für ihr Leben gezeichnet war. Da brauchte sie nur an ihre geheimnisvolle Stiefschwester Caroline zu denken, die tot gewesen war und trotzdem lebte, nun aber in der Welt der Geister verschwunden war.

Man hatte ihr alles gelassen. Die Schwestern waren gut zu ihr gewesen, sehr freundlich, und sie hatten sich rührend um sie gekümmert. Auch die Uhr klebte noch an ihrem linken Handgelenk fest. Sie klebte wirklich, denn auf der Haut hatte sich ein dünner Schweißfilm gebildet.

Mitternacht war seit drei Minuten vorbei. Und bei dem Wort Mitternacht fiel ihr der Begriff Geisterstunde ein. In dieser Nacht kamen die Geister aus ihrer Welt hervor, um die Menschen zu besuchen. Ob sich vielleicht Caroline als Geist auf den Weg gemacht hatte, um ihr etwas mitzuteilen und sie zu beruhigen. Marion wusste es nicht. Sie wollte auch nicht daran denken, dass sich Carolines Stimme möglicherweise aus einer unendlichen Ferne wieder gemeldet hatte.

Es musste einfach einen anderen Grund gehabt haben. Da Marion ein aufgewecktes und neugieriges Mädchen war – sie hätte dies auch nicht im Kloster abgelegt –, stand sie plötzlich auf, als hätte ihr jemand einen kräftigen Schwung versetzt.

Vor dem Bett blieb sie stehen. Sie trug den wollenen Winterschlafanzug, den zog sie auch nicht aus, als sie zu ihrem Koffer schlich und den Deckel anhob.

Sie hatte das Gepäckstück neben den kleinen Schrank gestellt, in direkter Nähe zu dem kleinen Marienaltar und dem darüber hängenden Kreuz. Vor dem Koffer kniete sie nieder. Ihre Hände wühlten für einen Augenblick in den Sachen herum, und schließlich hatte sie das gefunden, was sie brauchte.

Über die Schlafanzughose streifte sie die blaue Winterjeans. Sie zog auch den dicken, rostfarbenen Pullover an, rückte ihre Brille wieder zurecht und dachte an den gefütterten Anorak, der nicht im Koffer lag, sondern an einem Haken hinter der Tür hing.

Bevor sie den Anorak überstreifte, schlüpfte sie noch in die Stiefel, die ebenfalls gefüttert waren, dann holte sie die Jacke vom Haken und blieb plötzlich mitten im Raum zwischen Bett und Fenster stehen.

Auch in der Dunkelheit wirkte Marion Bates wie eine Person, die über ein Problem grübelte, und das stimmte bei ihr tatsächlich. Das Mädchen fragte sich, warum es aufgestanden war und sich angekleidet hatte.

An einen Grund konnte sie sich beim besten Willen nicht erinnern. Da musste etwas anderes mit im Spiel gewesen sein. Vielleicht eine innere Stimme, die ihr einen Befehl gegeben hatte, ohne dass sie es merkte.

Marion war noch ein Kind, aber sie handelte nicht mehr so. Dazu hatte sie in der letzten Zeit einfach zu viel erlebt, und sie war dabei auf eine erschreckende Weise erwachsen geworden. Darüber dachte sie nach, als sie gegen das Fenster mit dem Bleiglas schaute, und sie suchte dabei nach einem Grund.

Konnte er darin liegen, dass sie eine Gefahr gespürt hatte? Ja, etwas, das in ihrer Nähe lauerte, sie aber noch nicht erreicht hatte. Das zwölfjährige Mädchen war durch die Ereignisse sensibilisiert worden. Unbewusst betrachtete sie ihr Leben jetzt mit anderen Augen.

Das Fenster lockte sie. Es wirkte auf sie wie ein verformtes, blasses Auge. Plötzlich konnte sich das Mädchen vorstellen, von etwas aus dem Schlaf gerissen worden zu sein, das nicht hier im Haus seinen Ursprung gehabt hatte, sondern draußen.

Die weitere Umgebung des Klosters kannte sie nicht. Sie wusste nur, dass es dort Wald gab, aber um das Kloster herum breitete sich ein Garten aus, und von hohen Mauern wurde er zwar umfriedet – der Bau stammte noch aus alter Zeit –, doch das Tor aus Eisenstäben, die gitterförmig angelegt worden waren, konnte leicht überklettert werden. Von und und nach beiden Seiten.

Marion aber war vorsichtig. Sie wartete noch ab. Erst dann zog sie das Fenster nach innen, ließ es an sich vorbeigleiten und atmete wieder die kalte Nachtluft ein.

In diesem Januar meinte es der Winter besonders gut. In den letzten Jahren war es zu warm gewesen. Zwar hatte es auch jetzt nicht geschneit, doch seit einigen Tagen schon hatte der Frost den Boden hart gemacht und die Natur mit einem »Zuckerglanz« überzogen.

Auch der Garten des Klosters, in den das Mädchen hineinschaute, war davon nicht verschont geblieben. Hinzu kam der klare Himmel und der noch volle, aber blass wirkende Mond. Sein Schein ließ den Klostergarten aussehen wie eine fremde, mit Zuckerguss überpuderte Welt, in der alles erfroren war. Wo die Schneehexe lebte und sich mit Freunden aus blankem Eis vergnügte. Wo eben alles eingefroren war, aber dennoch irgendwie offen lag, denn Marion konnte von ihrem günstig liegenden Fenster aus einen Großteil des Gartens überblicken, in dem sich nichts rührte.

An einigen Stellen, wo es besonders schattig war, sah das Eis grün aus. Das Astwerk der Bäume wiederum wirkte weiß, als hätte jemand Zucker darüber gestreut.

Alles sah so starr aus. Und es war still. Eigentlich hätte diese Stille das Mädchen beruhigen müssen, bei ihr war es nicht der Fall. Je länger sie in den Garten hineinstarrte, umso nervöser wurde sie. Einmal musste Marion die Gläser ihrer Brille putzen, weil diese beschlagen war, doch als sie abermals nachschaute, hatte sich nichts verändert.

Die Schreie passten überhaupt nicht!

Plötzlich schrak das am Fenster stehende Mädchen zusammen. Es hatte den Eindruck, als wollten die Schreie in ihren Kopf hineinsägen. Zuerst die Stirn durchdringen, dann den gesamten Kopf erfüllen, um irgendwann wieder abzuklingen.

Sie waren so fern gewesen und trotzdem so nah. Marion kam damit nicht zurecht, aber sie begann damit, nachzudenken und sich an die Minuten zuvor zu erinnern.

Vielleicht waren die Schreie schon einmal aufgeklungen. Da waren sie nur vom Unterbewusstsein aufgenommen worden, das sie geweckt und zugleich gewarnt hatte.

Wovor denn?

Marion war erwachsen geworden. Vor einer Woche noch hätte sie sich in ihrem Bett verkrochen, nun aber dachte sie darüber nach, dass die Warnung einen Grund gehabt haben konnte.

Jemand wollte etwas von ihr. Irgendeiner oder irgendeine war ihr auf der Spur. So musste es sein, es gab für sie keine andere Lösung. Da dachte Marion auf einer Schiene, kein Wunder nach diesen Ereignissen. Sie fühlte sich immer bedroht, auch wenn die Gefahr nicht unmittelbar in ihrer Nähe lauerte.

Sie versuchte, sich wieder an die Schreie zu erinnern. Es waren keine Angstschreie gewesen, sondern welche der Wut, des Zorns. Als wollte jemand aus einem Gefängnis befreit werden.

Gefangen hinter den dicken Mauern eines Klosters. Gab es das? Sie wusste es nicht. Jedenfalls waren die Nonnen immer sehr...

Erscheint lt. Verlag 7.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3682-6 / 3838736826
ISBN-13 978-3-8387-3682-2 / 9783838736822
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