Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 969 (eBook)

Mandragoros Geschöpf (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3701-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 969 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Mandragoros Geschöpf (1. Teil).

'Riechen Sie es schon, Mr. Sinclair?'

'Nein, was denn?'

Peter Grimes schaute mich von der Seite her aus großen Augen an. Er stieg noch nicht aus, obwohl die Wagentür bereits offenstand. 'Das Blut, meine ich.'

'Sorry, aber ich rieche nichts.' Ich drehte den Kopf und fragte Suko, der auf dem Rücksitz saß. 'Du etwa?'

'Auch nicht.'

'Aber es ist da!' bemerkte Bill Conolly, der seinen Platz neben Suko gefunden hatte. 'Ihr müsst es mir glauben, und in Peter Grimes haben wir den perfekten Zeugen.'

Das würde sich noch alles herausstellen, zusammen mit einem irrwitzigen Phänomen, auf das uns Bill aufmerksam gemacht hatte.

'Außerdem ist es noch nicht Mitternacht', bemerkte Grimes und stieg aus. Auch wir verließen den Wagen. Zumindest Sukos Gesicht und mein Gesicht zeigten eine gewisse Portion Skepsis, während Bill seine Spannung kaum unterdrücken konnte. Er hatte die Wagentür ins Schloss geschoben und schaute sich um.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Mandragoros Geschöpf (1. Teil)


»Riechen Sie es schon, Mr. Sinclair?«

»Nein, was denn?«

Peter Grimes schaute mich von der Seite her aus großen Augen an. Er stieg noch nicht aus, obwohl die Wagentür bereits offenstand. »Das Blut, meine ich.«

»Sorry, aber ich rieche nichts.« Ich drehte den Kopf und fragte Suko, der auf dem Rücksitz saß. »Du etwa?«

»Auch nicht.«

»Aber es ist da!« bemerkte Bill Conolly, der seinen Platz neben Suko gefunden hatte. »Ihr müsst es mir glauben, und in Peter Grimes haben wir den perfekten Zeugen.«

Das würde sich noch alles herausstellen, zusammen mit einem irrwitzigen Phänomen, auf das uns Bill aufmerksam gemacht hatte.

»Außerdem ist es noch nicht Mitternacht«, bemerkte Grimes und stieg aus. Auch wir verließen den Wagen. Zumindest Sukos Gesicht und mein Gesicht zeigten eine gewisse Portion Skepsis, während Bill seine Spannung kaum unterdrücken konnte. Er hatte die Wagentür ins Schloss geschoben und schaute sich um.

Viel sah er nicht, denn wir befanden uns in einer ziemlich einsamen Gegend. Praktisch mitten auf dem Feld und auch ziemlich weit von der nächsten Ortschaft entfernt. Sie lag hinter einem lichten Waldsaum im Norden, während wir einen schmalen Weg genommen hatten, der den Acker zerteilte.

Es war keine warme, dafür aber eine dunkle Nacht, und der Wind trieb uns den Geruch einer frisch gepflügten Scholle entgegen. Es roch nach Erde und nach Lehm. Der Regen hatte schon vor drei Stunden aufgehört. Ein bedeckter Himmel lag über uns, und in den wenigen Lücken funkelte das Licht ferner Sterne.

Peter Grimes hatte die Führung übernommen. Er war ein relativ schwergewichtiger Mann, der in dieser Gegend als Umweltberater tätig war und die Landwirte davon überzeugen wollte, dass es besser war, wenn sie auf Windenergie setzten und es zuließen, dass auf ihren Äckern die Räder aufgestellt würden.

Ob er mit seinen Vorschlägen Erfolg hatte, wussten wir nicht. Uns kam es auf andere Dinge an.

Auf das Blut!

Blut auf dem Feld. Blut, das in der Tiefe eines Ackers lagerte. Verrückt war so etwas, aber unser Freund Bill hatte nicht so gedacht. Peter Grimes hatte ihn überzeugen können, und jetzt wollte der Reporter, der sich immer wieder um rätselhafte Phänomene kümmerte, auch uns von dieser Tatsache überzeugen.

Er und Grimes gingen vor, derweil Suko und ich die Nachhut bildeten. Mein Freund war ziemlich schweigsam, was mir auch nicht gefiel, deshalb stieß ich ihn an. »Hat es dir die Sprache verschlagen, Alter?«

»Auf keinen Fall.«

»Aber?«

»Ich denke nur über dieses Phänomen nach und frage mich, ob wir nicht einem Scharlatan aufsitzen werden.«

»Das lass nur Bill nicht hören. Er ist davon überzeugt, wie du inzwischen weißt.«

»Ohne dieses Phänomen je erlebt zu haben«, schränkte Suko ein.

»Das ist richtig. Aber er vertraut Grimes.«

»Mal sehen, was uns erwartet.«

Wir liefen quer über den Acker. Es war ein schmaler Trampelpfad und einigermaßen zu begehen. Hier hatten auch die Reifen der Trecker ihre Spuren hinterlassen, doch um diese Zeit, wenige Minuten vor Mitternacht, wirkte die gesamte Umgebung völlig tot. Sie war flach, bretteben, musste man schon sagen. Ich wusste nicht mal, was die Bauern auf diesem Areal anpflanzten. Vielleicht Korn, Rüben oder Mais. Das war mir auch egal. Mir ging es um diesen Dünger, das Blut.

Bill und sein Bekannter waren stehen geblieben. Ich bekam mit, dass unser Freund auf die Uhr schaute, ich dann von Grimes löste und auf uns zuschlenderte. »Noch drei Minuten«, erklärte er.

Ich blickte ihn an und sah den ernsten Ausdruck in seinem Gesicht. »Du glaubst also daran?«

»Ja.«

»Hast du denn schon über eine Erklärung nachgedacht, wie es möglich ist, dass dieser Boden Blut enthält?«

»Nein, habe ich nicht. Aber dafür habe ich ja euch mitgebracht.« Er grinste. »Das wird ein Fall.«

»Als hätten wir nicht schon genug Sorgen am Hals«, stöhnte Suko. »Johns Fuß ist noch immer nicht ganz in Ordnung. Ich werde laufend von irgendwelchen Typen befragt, was die Landung eines UFOs angeht, und du, Bill, führst uns mitten in der Nacht auf einen Acker, der angeblich mit Blut getränkt ist. Wo soll ich da den Witz suchen?«

»Überhaupt nicht. Es ist ernst genug.«

»Und dein Blut hält sich genau an eine bestimmte Uhrzeit?« erkundigte ich mich.

»Es ist nicht mein Blut.«

»Pardon, aber du hast dich so sehr dafür stark gemacht, dass ich nicht anders konnte.«

»Ihr werdet es erleben. Jetzt kommt mit.«

»Wohin?«

»Zu Grimes.«

Ich verdrehte die Augen. »Manchmal strapazierst du unsere Freundschaft schon sehr.«

»Übertreib mal nicht.«

Neben Grimes blieben wir stehen, der uns überhaupt nicht zu bemerken schien. Er schaute angespannt über den Acker hinweg in eine weite, dunkle Ferne, und er schüttelte sich kurz unter einer aufkommenden Gänsehaut.

In seinem Zustand wollte ich ihn auch nicht mit einer Frage überraschen und warf ebenfalls einen Blick auf die Uhr.

Noch knapp eine Minute.

Wir schwiegen. Der Wind umsäuselte uns, aber es gab nichts, wo er sich hätte fangen können. Ich wusste nicht, was dafür gesorgt hatte, dass auch die Spannung in mir stieg, jedenfalls war sie da und legte sich wie ein Druck auf meinen Körper.

Dann spürte ich etwas unter den Füßen. Da Suko im selben Augenblick scharf Luft holte, war mir klar, dass ihm dieses Phänomen ebenfalls aufgefallen war.

Der Boden vibrierte leicht. Ein Zittern rollte unter unseren Füßen entlang. Es breitete sich aus und verstärkte sich.

Grimes drehte sich plötzlich um. »Spüren Sie es?« flüsterte er. Sein Gesichtsausdruck verriet Angst.

Wir nickten.

»Wieso?« fragte ich.

Er sagte nichts mehr, sondern drehte sich um und schaute wieder nach vorn. Ich wollte mir von seinem Rücken nicht die Sicht nehmen lassen und trat deshalb neben ihn.

Das Vibrieren blieb. Kitzel unter meinen Füßen. Ich schaute auf den Boden. Noch blieb er ruhig, aber nicht mehr lange, denn um Punkt Mitternacht geschah das Phänomen.

Wie weit das Ziel von uns entfernt lag, konnten wir nur schlecht schätzen. Plötzlich aber brach der Boden unter dem ungeheuren Druck auf, und eine gewaltige Fontäne schoss himmelan. Ein satter, dunkler Strahl.

BLUT!

*

Bis zu diesem Punkt hatten mich ja Zweifel geplagt, die aber waren plötzlich verschwunden, als ich den Strahl sah und mit meinen Augen verfolgte. Ich musste sogar den Kopf in den Nacken legen, um die Spitze erkennen zu können, die an der Stelle, wo die Erdanziehung größer wurde als der Druck von unten, sich abflachte und dann zu Boden fiel, regelrecht aufklatschte und sich auf der Erde ausbreitete.

Wir kommentierten den Vorgang nicht. Aber wir schauten zu. Ich suchte nach Parallelen, ohne welche zu finden. Das Blut stieß heftig aus dem Boden hervor wie bei einem frisch gebohrten Ölloch, und es wollte einfach kein Ende nehmen. Es versickerte auch wieder im Boden, womit der Kreislauf garantiert war.

Grimes tippte mich an. »Nun, was sagen Sie jetzt dazu, Mr. Sinclair? Haben wir gelogen?«

»Ich bin beeindruckt.«

»Das kann ich mir denken.«

Vor wenigen Minuten noch hatte mich Grimes gefragt, ob ich das Blut riechen würde. Ich hatte verneinen müssen. jetzt war es anders. Ich nahm es wahr. Der Geruch wurde uns förmlich entgegengeschaufelt. Er drang gegen unsere Gesichter und wir nahmen ihn auf. Er klebte in der Nase, auf der Zunge und im Nacken, wobei ich darüber nachdachte, dass dieses Blut nicht so roch wie unbelastetes Menschenblut.

Anders – älter, verfault. Als wäre es mit zahlreichen Zutaten versehen worden. Das war kein normales Blut. Es musste verändert worden sein, mit fremden Stoffen manipuliert. Ich wusste, dass es so etwas gab, da brauchte ich nur an Aibon zu denken.

Auch Leute wie Suko und ich konnten dastehen und staunen. Innerlich mussten wir Peter Grimes und auch Bill Conolly Abbitte leisten, denn wir hatten an ihren Aussagen gezweifelt und waren nun eines Besseren belehrt worden.

Da ich nicht auf die Uhr geschaut hatte, wusste ich auch nicht, wie lange die Fontäne aus dem Boden geschossen war. Aber vor uns lag keine Ölquelle, die möglicherweise Monate sprudelte. Das Blut war begrenzt, und die dunkle Säule fiel plötzlich zusammen, als wäre ihr die gesamte Kraft genommen worden.

Ein letztes Klatschen drang bis zu uns herüber, dann war es vorbei. Wir standen regungslos auf der Stelle und schauten uns an. Kein Wort drang über unsere Lippen. Noch immer hielt uns der Eindruck dieses unheimlichen Geschehens umklammert.

Grimes brach das Schweigen durch sein Räuspern. »Ich möchte Sie jetzt nicht um eine Erklärung bitten, das wäre auch menschenunmöglich. Aber Sie haben dieses Phänomen mit eigenen Augen gesehen und können nun darangehen, nach Gründen zu suchen.«

»Die muss es geben!« sagte Bill.

Der Meinung waren Suko und ich auch. Der Inspektor wandte sich an Grimes. »Wie oft haben Sie die Fontäne schon aus dem Erdboden in die Höhe schießen sehen?«

Der Mann brauchte nicht lange zu überlegen. »Dreimal.«

»Immer hier an dieser Stelle?«

»Ja.«

»Das ist allerhand!« stellte Suko fest. »Lief alles so ab wie auch heute bei uns?«

»Es war der gleiche Vorgang, Inspektor.«

Mein Freund hob die Schultern. Im Moment wusste er nicht weiter. Mit einem fragenden Blick wandte er sich an mich. Ich hatte mir schon eine Frage zurechtgelegt....

Erscheint lt. Verlag 7.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3701-6 / 3838737016
ISBN-13 978-3-8387-3701-0 / 9783838737010
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70