John Sinclair 988 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3720-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Die Magnetfrau (1. Teil).
Plötzlich explodierte die Sonne!
Zumindest hatte Grit Wayne für einen Moment den Eindruck, da ihr Blick auf das Küchenfenster gerichtet war und sie die Sonne sah. Dann spürte die Frau den Stoß. Sie war auch plötzlich so leicht. Sie schwebte in der Luft! Dabei stieß etwas gegen ihren Rücken und zugleich gegen den Kopf.
Die Sonne war weg. Eingetaucht in das Dunkel des Alls. Für Grit Wayne ging eine Welt unter. Allerdings nur für Sekunden, dann war sie wieder da. Der Kopf schmerzte, der Rücken tat ihr ebenfalls weh. Das alles bekam sie deutlich mit, aber sie begriff nicht, dass sie jetzt auf dem Küchenboden lag, dem Fenster genau gegenüber, den Einbauschrank im Rücken.
Grit wusste überhaupt nicht, was genau geschehen war. Sie war einfach zu sehr durcheinander. Nachdenken wollte sie ebenfalls nicht darüber, denn etwas anderes bereitete ihr Beklemmung und Verwirrung zugleich.
Direkt neben ihr lag der Gegenstand, der sie getroffen hatte. Es war ein stählener Kochtopf.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die Magnetfrau (1. Teil)
Plötzlich explodierte die Sonne!
Zumindest hatte Grit Wayne für einen Moment den Eindruck, da ihr Blick auf das Küchenfenster gerichtet war und sie die Sonne sah. Dann spürte die Frau den Stoß. Sie war auch plötzlich so leicht. Sie schwebte in der Luft! Dabei stieß etwas gegen ihren Rücken und zugleich gegen den Kopf.
Die Sonne war weg. Eingetaucht in das Dunkel des Alls. Für Grit Wayne ging eine Welt unter. Allerdings nur für Sekunden, dann war sie wieder da. Der Kopf schmerzte, der Rücken tat ihr ebenfalls weh. Das alles bekam sie deutlich mit, aber sie begriff nicht, dass sie jetzt auf dem Küchenboden lag, dem Fenster genau gegenüber, den Einbauschrank im Rücken.
Grit wusste überhaupt nicht, was genau geschehen war. Sie war einfach zu sehr durcheinander. Nachdenken wollte sie ebenfalls nicht darüber, denn etwas anderes bereitete ihr Beklemmung und Verwirrung zugleich.
Direkt neben ihr lag der Gegenstand, der sie getroffen hatte. Es war ein stählener Kochtopf.
Grit Wayne verstand die Welt nicht mehr. Trotz der Kopfschmerzen wollte sie über das Geschehene nachdenken, auch über den Topf, und sie schaffte es, ihre Gedanken zu ordnen.
Der Topf hatte auf dem Schrank gestanden. Von allein hatte er nicht herunterfallen können, das war klar.
Trotzdem hatte er sich bewegt. Er war über die Kante hinweggerutscht und hatte ihren Kopf erwischt, ohne dass ihn jemand berührt hätte.
Die Frau war durcheinander. Sie blieb sitzen. Sie zitterte aufgrund des Schocks, und ihr wurde furchtbar übel.
Mit der Hand fuhr sie über die Beule am Kopf hinweg. Sie ertastete auch eine Schramme. Bei den Berührungen zuckte Grit zusammen.
Zu den jammernden Frauen gehörte Grit Wayne nicht. Sie war es gewohnt, nicht so leicht aufzugeben. Jemand wie sie ließ sich auch nicht gern helfen. Grit nahm die Dinge immer selbst in die Hand, das wollte sie auch in diesem Fall tun.
Die Kopfschmerzen würden zwar irgendwann von allein verschwinden, so lange aber wollte sie nicht warten. Sie würde sich aus dem Schrank eine Tablette holen.
Es war nicht einfach. Sie mühte sich ab. Es war eine Quälerei für die Frau, auf die Beine zu kommen. Als sie endlich stand, da packte sie der Schwindel. Er drückte sie herum, und sie schwebte plötzlich, obwohl sie noch Bodenkontakt hatte.
Es vergingen einige Sekunden, bis sich Grit besser fühlte. Da bedeckte schon der kalte Schweiß ihren Körper. Das innerliche Zittern war auch noch nicht vorbei. Sie war unsicher auf den Beinen, stützte sich an der Arbeitsplatte ab – und schrak zusammen, als sie das scheppernde Geräusch hörte, nachdem sie mit dem Fuß gegen den Kochtopf gestoßen war und er über den Boden glitt. Er knallte gegen einen Schrank und blieb liegen.
Grit stützte sich mit den Handflächen ab. Sie fand sich damit ab, für das Phänomen keine Erklärung zu wissen; die Gesetze der Physik schienen auf den Kopf gestellt worden zu sein.
Die Tabletten lagen stets griffbereit in der Schublade. Rasch hatte sie die eingeschweißten Pillen gefunden.
Sie drückte eine heraus, warf sie in den Mund und spülte sie mit Wasser hinunter. Dabei schüttelte sie sich, und der Kopf schmerzte bei dieser Bewegung noch stärker. Dann trank sie noch einmal Wasser, um sich anschließend auf dem Hocker niederzulassen. Die Frau konnte sich etwas ausruhen und zu sich selbst finden. Sie zitterte noch immer und schwitzte jetzt. In den Achselhöhlen hatte sich der Schweiß gesammelt. Die Lippen wirkten spröde, der Mundirgendwie ausgetrocknet, und die Zunge war rau wie ein Bimsstein.
Im Kopf tuckerte es. Zwar hatte sie die Tabletten geschluckt, doch bis die Wirkung eintrat, würde es noch dauern. Sie wollte sich in der Zwischenzeit so wenig wie möglich bewegen.
Es war für Grit Wayne noch immer unbegreiflich, wie so etwas überhaupt hatte geschehen können. Ein Kochtopf, der sich selbstständig gemacht hatte und durch die Luft geflogen war.
Einfach so. Ohne Einwirkung von dritter Seite.
Da kam sie nicht mit.
In der vergangenen Zeit hatte es zwar einige Dinge gegeben, die ihr merkwürdig vorgekommen waren, besonders wenn Metall im Spiel war. Aber so was wie jetzt hatte sie noch nicht erlebt.
Es hatte damit begonnen, dass Messer oder ganze Bestecke nicht mehr an den Plätzen gelegen hatten, die für sie vorgesehen waren, wo Grit sie auch abgelegt hatte. Sie hatte die Dinge stets wiedergefunden, allerdings lagen sie dann durcheinander. Grit konnte sich nicht daran erinnern, die Dinge überhaupt berührt zu haben, jemand anderer musste es getan haben.
Sie hatte mit ihrem Mann Peter gesprochen. Der hatte sie nur so verständnislos angeschaut, dass Grit sich weitere Fragen schenkte.
Auch mit Tochter Celia hatte sie gesprochen. Deren Reaktion war schon eine andere. Etwas verlegen, nicht mal überrascht, aber auch bockig. Auf Nachfragen hatte Celia steif und fest behauptet, dass diese Dinge von ihr nicht angerührt worden waren.
Grit Wayne hatte es hingenommen. Sie gehörte zu den Menschen, die jedem Stress gern aus dem Weg gingen, wenn eben möglich, und deshalb hatte sie sich auch mit weiteren Fragen zurückgehalten.
Es waren immer wieder Kleinigkeiten vorgekommen, über die sie sich hatte wundern müssen, aber nie so schlimm wie an diesem Nachmittag.
Gern hätte sie jetzt ihren Mann Peter zur Seite gehabt. Das war nicht möglich. Seine Firma hatte den Techniker ins Ausland geschickt. Er arbeitete in Frankreich, in der Stadt Lyon, am Aufbau einer Fabrik. In den nächsten drei Wochen würde er nicht nach Hause kommen. Grit blieb mit ihrer Tochter und dem Phänomen allein.
Zu den Menschen, die sich vor der Dunkelheit fürchteten, hatte sie nie gehört. Jetzt allerdings spürte sie das innere Kribbeln, das nicht weichen wollte. Zudem rann ihr ein Schauer den Rücken hinab.
Es hing nicht mit dem fliegenden Topf zusammen. Sie dachte daran, dass bald der Abend kommen würde. Da ihr das Haus tatsächlich etwas unheimlich vorkam, fürchtete sie sich jetzt vor der Dunkelheit, obwohl sie ja nicht allein war. Celia würde bei ihr sein. Nur war genau sie das Problem.
Grit Wayne traute dem Frieden nicht. So nett Celia auch sein mochte, irgend etwas stimmte bei ihr nicht. Sie war jemand, die es nicht so genau nahm, die alles locker sah, die sogar über die Erzählungen ihrer Mutter lachen würde, tatsächlich aber anders dachte.
Wieder ein Problem.
Die Pubertät hatte Celia hinter sich. Also die Zeit, in der es die meisten Probleme gab. Aber diese Probleme waren geblieben. Sie hatten sich sogar verstärkt, und Mutter und Tochter kamen immer weniger miteinander zurecht.
Celia hatte etwas an sich!
Für Grit stand dies fest, obwohl ihr Mann sie ausgelacht hatte, als sie über dieses Thema mit ihm sprach. Doch sie hielt sich nicht für eine Spinnerin. Es gab da Probleme, die mit dem normalen Wissen nicht zu lösen waren.
Manchmal kam ihr Celia unheimlich vor …
Grit wollte sich nicht selbst verrückt machen. Sie rechnete damit, dass noch alles eine normale Lösung fand, aber gewisse Tatsachen ließen sich nicht verschweigen, und denen wollte sie sich stellen.
Die Frau schaute durch das Fenster nach draußen. Ein winziger Vorgarten gehörte ebenso zum Haus wie das kleine Stück an der Rückseite. Lange genug hatten die Waynes sparen müssen, um sich diesen Luxus zu leisten, und auch jetzt musste ihr Mann auf Montage gegen, um die hohen monatlichen Raten aufbringen zu können.
Am Eisenzaun, den ihr Mann selbst gesetzt hatte, lehnte Celias Rad. Sie war im Haus, in ihrem Zimmer, und sie hatte von den Vorgängen in der Küche nichts mitbekommen.
Das sollte sich ändern. Grit war nicht bereit, alles für sich zu behalten. Sie würde mit ihrer Tochter sprechen, dann konnten sie versuchen, eine Lösung zu finden.
Die Kopfschmerzen waren abgeflacht, ebenso die Beule. Geblieben war die kleine Schramme.
Die Frau rutschte vom Hocker. Noch immer leicht zittrig in den Knien blieb sie stehen wie jemand, der darüber nachdachte, was die Zukunft wohl bringen würde, es aber nicht wusste. Sie wartete einfach nur ab, schaute ins Leere und dachte an ihre Tochter. Dabei musste sie sich eingestehen, dass sie sich vor Celia fürchtete. Den Grund kannte sie nicht, er war einfach vorhanden, und er schlug ihr auf den Magen.
Schweißtropfen zogen lange Bahnen über ihren Rücken. Der Anfall dieser Hitze blieb noch bestehen. Grit war froh, dass sie saß. Sie schaute nach vorn, aber die Augen hatten eine Trübung bekommen. Jedenfalls sah sie alles nur verschwommen.
Die Störung ging vorbei. Ihr Blick klarte sich. Sie konnte wieder normal schauen, und ihr Blick erfasste dabei die Tür.
Sie stand offen.
In den letzten Sekunden war sie von außen geöffnet worden, und jemand stand auf der Schwelle.
Es war Celia!
*
Der Anblick ihrer Tochter schockte die Frau. Sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, aber den heftigen Strom konnte sie einfach nicht unterdrücken. Es war ein völlig normales Bild, trotzdem kam sie nicht damit zurecht.
Mutter und Tochter wechselten kein Wort. Celia war einfach nur anwesend. Dabei sah sie aus wie immer. Ihr Gesicht zeigte keine Veränderung. Sie war in den letzten Jahren sehr hübsch geworden. Jetzt, als junge Erwachsene, hatte sie auch den letzten Rest an Kindlichkeit verloren, denn vor Grit stand eine junge Frau mit naturblonden Haaren, mit weichen Gesichtszügen, den hübschen Grübchen auf den Wangen, der kleinen Nase, den naturroten Lippen und den graublauen Augen.
Celia trug enge, hellblaue Jeans, die ihre langen Beine hübsch...
| Erscheint lt. Verlag | 7.10.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3720-2 / 3838737202 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3720-1 / 9783838737201 |
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