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John Sinclair 974 (eBook)

Monsterzeit (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3706-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 974 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Monsterzeit (2. Teil).

Suko hatte nur kurz ausgeholt und trotzdem kräftig zugeschlagen. Er hatte seinem rechten Arm zudem eine gewisse Drehung gegeben, damit die drei Riemen den schreienden Baum an einer bestimmten Stelle trafen. Es klappte. Die drei magischen Riemen stiegen für einen Moment an der Rinde hoch. Dabei breiteten sie sich aus wie ein Fächer, dann fielen sie herab. Noch auf dem Weg nach unten erlebten wir die Macht dieser magischen Peitsche. Plötzlich sah es so aus, als wäre der gewaltige Baum von einem mächtigen Windstoß erfasst worden. Unsichtbare Hände rüttelten an der Krone. Das gesamte Gebilde wurde durchgeschüttelt. Wir hörten das Krachen der Äste und das Brechen der Zweige. Geräusche, die entstanden, wenn ein Baum gefällt wurde. Aber wir hörten noch mehr ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Monsterzeit (2. Teil)


Suko hatte nur kurz ausgeholt und trotzdem kräftig zugeschlagen. Er hatte seinem rechten Arm zudem eine gewisse Drehung gegeben, damit die drei Riemen den schreienden Baum an einer bestimmten Stelle trafen. Es klappte. Die drei magischen Riemen stiegen für einen Moment an der Rinde hoch. Dabei breiteten sie sich aus wie ein Fächer, dann fielen sie herab. Noch auf dem Weg nach unten erlebten wir die Macht dieser magischen Peitsche. Plötzlich sah es so aus, als wäre der gewaltige Baum von einem mächtigen Windstoß erfasst worden. Unsichtbare Hände rüttelten an der Krone. Das gesamte Gebilde wurde durchgeschüttelt. Wir hörten das Krachen der Äste und das Brechen der Zweige. Geräusche, die entstanden, wenn ein Baum gefällt wurde. Aber wir hörten noch mehr …

Schreie!

Gellende, wütende und tierische Schreie, die aber nicht von einem Menschen abgegeben worden waren, sondern aus dem Stamm oder dem Astwerk des Baumes drangen, der unter einer wahren Todesangst litt – wie ein Mensch oder Tier.

Die Schreie hallten durch den düsteren Wald wie Botschaften aus der Totenwelt. Bei mir zog sich die Haut auf dem Rücken zusammen, und ich glaubte daran, dass es Suko und Douglas Kinny nicht anders erging.

Ich hatte mich zurückgezogen, weil ich schon ahnte, was folgen würde. Andere Bäume gaben mir Deckung, aber Suko und Kinny standen noch immer in der Nähe des sterbenden Baumes. Beide starrten ihn an. Kinny mehr entsetzt und fassungslos. Es wies nichts darauf hin, als könnte er sich rasch genug von der Stelle lösen, wenn der Baum endgültig zusammenbrach. Sicherlich mit wahrem Donnergetöse.

Suko hätte die Lage ebenfalls erfasst. Er hakte Kinny unter und zerrte ihn zurück. Ich winkte ihnen zu, und so zog Suko den keuchenden Mann in meine Nähe. Hier waren wir einigermaßen geschützt. Wenn der Baum nach vorn fiel, würde er in die beiden hineinkrachen, die uns umstanden.

Er schwankte, aber noch stand er. Er zitterte von innen. Es sah für uns Beobachter so aus, als würde er sich schütteln. Wir blickten hoch zu seiner Krone hin. Dort begann die Veränderung zuerst. Sie lief einfach so ab, und es war unheimlich für uns, dies mit anzusehen, denn in der Krone liefen in Sekundenschnelle die Jahreszeiten ab.

Hatte der Baum bisher noch das saftige und frische Grün gezeigt, so verloren die Blätter und auch Zweige und Äste ihre ursprüngliche Farbe.

Sie wurden braun, fast schwarz, und im nächsten Augenblick lösten sie sich auf. Es gab kein Blatt, das noch überlebte. Jedes von ihnen verwandelte sich in Asche und rieselte zu Boden.

Ein Regen aus Staub, aus Resten. Die Sicht auf den Stamm des Baumes wurde uns genommen. Wir sahen auch nicht mehr den Spalt, der durch eine Säge entstanden war. Da hatten wir den Baum zuerst schreien gehört, doch jetzt, nach dem gewaltigen Magiestoß, verursacht durch Sukos Dämonenpeitsche und nachdem mein Kreuz keinen Erfolg gebracht hatte, sackte er endgültig zusammen.

Er starb wie ein Lebewesen.

Er schrie dabei.

Klagende Laute hallten durch den Wald. Ausgestoßen in einem wilden, verzweifelten Schmerz. Als wüsste der Baum genau, welches Schicksal ihn ereilte.

Waren bisher nur die Blätter zu Staub geworden, so kamen nun die Äste an die Reihe. Nichts hielt sie mehr zusammen. Dieses leere und blattlose Gerippe verlor ebenfalls die ursprüngliche Farbe. Ein aschiges Grau blieb zurück. Ausgebleicht. Aussehend wie nach einer gewaltigen Umweltkatastrophe.

Noch stand der Baum.

Aber jemand rüttelte und schüttelte an ihm, sodass sich die kahlen Äste und Zweige gegenseitig berührten. Sie prallten zusammen. Geräusche entstanden, als würden Knochen gegeneinander schlagen. Eine hohl klingende, atonale Musik. Als hätten sich zahlreiche Skelette im Wald bisher versteckt gehabt, die sich nun zeigten und sich gegenseitig immer wieder mit ihren Knochenarmen und -beinen anschlugen.

Der schaurige Rhythmus bannte uns auf der Stelle. Auch die Schreie hörten wir noch. Leiser und immer mehr verwehend. Ob sie aus dem Stamm drangen oder dem Geäst, fanden wir nicht heraus. Jedenfalls hatte sich der Stamm noch gehalten.

Bis jetzt!

Das aber änderte sich, denn die einst braune und harte Rinde bröckelte plötzlich ab. Bevor sie zu Boden fiel, hatte sie schon wieder eine andere Farbe bekommen. Sie glich sich der der Blätter und des Astwerks an.

Grau – ohne Halt und Verbindung. Ein Stoß erfasste den mächtigen Baumstamm und knickte ihn um.

Wohin fiel er?

Wir hielten den Atem an. Es war durchaus möglich, dass er in unsere Richtung kippte, aber er neigte sich nach keiner Seite zu Boden, sondern sackte in sich selbst zusammen.

Es war mit knirschenden und brechenden Lauten verbunden. Die kahle Krone hatte keinen Halt mehr und musste der Erdanziehung gehorchen. Wie ein skelettierter Pilz mit gewaltigen Ausmaßen sackte der mächtige Baum zusammen.

Noch hielt die Krone. Aber sie splitterte. Staub bildete dicke Wolken, die uns die Sicht zur Krone hin nahmen, aber die war schon auf dem Weg nach unten.

Andere Bäume wurden in Mitleidenschaft gezogen. Sie zeigten noch ihr frisches Grün. Wie Knochenarme jagten die Spitzen des Sterbenden in das Laubwerk hinein, bogen es durch, brachen kleinere Zweige ab, die nicht fest genug saßen, und wenig später landete die Baumkrone mit einem gewaltigen Krachen auf dem Erdboden.

Sicherheitshalber hatten wir uns noch weiter zurückgezogen, beinahe schon bis an den Rand des Waldes. Wir wurden nicht mal von irgendwelchen versprengten Resten erwischt. Sie hatten sich bereits in Asche aufgelöst.

Kinnys Blick flackerte. Er hatte alles mit ansehen müssen, und er war geschockt. »Was war das? Verflucht!«

Wir schwiegen. Auch für uns war dieser Vorgang neu gewesen. Damit mussten wir erst fertig werden und ihn einsortieren.

Nicht so unser Zeuge. Er konnte sich nicht mehr halten. Urplötzlich brüllte er los. Er schrie uns an. Seine Worte waren kaum zu verstehen, einmal war Suko an der Reihe, dann ich.

Von schreienden Bäumen brüllte er, von einer verfluchten Erde und der Rache der Natur. Bis er nicht mehr konnte und sich an seinem eigenen Atem verschluckte. Er wollte auch nicht mehr stehen bleiben und sackte dort zusammen, wo er sich aufhielt.

Dass dieser Mann dermaßen die Nerven verlieren würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Dabei waren wir durch seine Initiative erst nach Irland gekommen, aber das spielte nun keine Rolle.

Für mich war wieder etwas anderes wichtig. Der Geschmack in meinem Mund hatte sich aktiviert. Wieder kam es mir vor, als wäre ich dabei, auf irgendwelchen Blättern und deren Säfte zu kauen. Bei Suko war dieses Phänomen nicht aufgetreten. Bei mir hing es mit der zwei Jahre zurückliegenden Begegnung zusammen, denn da hatte ich eine gewisse Greta Kinny in einer Bank kennengelernt, die genau in der Zeit überfallen wurde, als wir uns in ihr aufhielten. 1

Es hatte keine Toten gegeben, dafür eine schwerverletzte Person, ausgerechnet Greta.

Später, als ich sie im Krankenhaus besuchte, hatte ich die bittere Wahrheit erfahren. Greta würde für immer gelähmt bleiben und musste ihr weiteres Leben im Rollstuhl verbringen. Aber sie war nicht allzu deprimiert gewesen. Sie hatte mir nur erzählt, dass sie wieder zurück nach Irland in ihre Heimat gehen würde. Denn dort fühlte sie sich wohl. Es schien ihr auch nichts auszumachen, das Leben im Rollstuhl zu verbringen.

Und dann hatte sie mir zum Abschied einen ziemlich heißen Kuss gegeben.

Der wiederum war bei mir nicht ohne Folgen geblieben, denn nach ihm hatte sich in meinem Mund dieser bittere und gleichzeitig süßliche Geschmack ausgebreitet. Auf der einen Seite nach Blut schmeckend, auf der anderen nach Pflanzensaft. Durch den Kuss war eben dieser Geschmack von Greta, die sich auch Rosenrot nannte, auf mich übertragen worden.

Ich hatte Greta vergessen. Zwei Jahre vergingen, dann wurden wir hier nach Irland gerufen, um dem Phänomen der schreienden Bäume auf den Grund zu gehen.

Und ausgerechnet Douglas Kinny hatte uns geholt. Es gibt zahlreiche Kinnys in Irland, aber er war der Vater dieser jungen Frau, die jetzt im Rollstuhl saß.

Zufall?

Ich wusste es nicht und glaubte deshalb auch eher an das Schicksal, das wieder einmal einen seiner berühmten Kreise geschlossen hatte. Weit waren wir noch nicht gekommen. Wir hatten praktisch den ersten Kontakt mit diesem unheimlichen Phänomen erlebt, aber die nächsten Schritte waren vorgezeichnet.

Doug Kinny musste seine Defensive verlassen. Dies hieß für ihn das Hervorkriechen aus dem Schneckenhaus und die Aufgabe seiner Sturheit, denn nun spielte seine Tochter eine weitere Hauptrolle.

Bisher hatten wir sie aus dem Spiel gehalten. Doug wusste nur, dass ich sie kannte, aber ich wusste auch, dass sie nicht weit von hier lebte und mit diesem Wald einfach in Verbindung stehen musste. Diesmal würden wir mit ihr reden müssen, auch wenn ihr Vater dies aus nachvollziehbaren Gründen nicht akzeptierte, denn sein Beruf war lebensgefährlich. Er gehörte zu den Agenten, die gegen die IRA arbeiteten und auf deren Abschussliste standen.

Kinny hatte sich wieder beruhigt. Er hockte zwar noch auf dem Boden, aber seine Hände waren nach unten gesunken und lagen nun flach auf den Oberschenkeln. Dabei starrte er ins Leere und schüttelte einige Male den Kopf.

Suko war nach vorn gegangen, um sich die Reste des Baums anzuschauen. Ich wäre ihm gern gefolgt, aber Doug Kinny bat mich, bei ihm zu bleiben. Als er sich erheben wollte, reichte ich ihm die Hand. Er nahm sie dankbar als Stütze an und blieb neben mir stehen,...

Erscheint lt. Verlag 7.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3706-7 / 3838737067
ISBN-13 978-3-8387-3706-5 / 9783838737065
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