John Sinclair 961 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3693-8 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Der Fluch des Kobolds (2. Teil).
Suko war gelähmt!
Von einem Augenblick zum anderen. In seinem Innern jedoch sah es anders aus. Da kreiste ein Strom vom Kopf bis zu den Füßen.
Suko hielt die Augen offen und sah vor sich den Audi, dessen Tür er hatte öffnen wollen. Dabei hatte ihn das grüne Licht erwischt! Die Flammen einer fremden Magie, der Suko nichts entgegenzusetzen vermochte.
Die normale Welt um ihn herum zog sich zurück. Suko sah den Boden nicht mehr. Auch der weit unten fließende Bach löste sich allmählich auf, und mein Freund spürte einen eisigen Luftstrom im Gesicht.
Suko wollte noch schreien und mich um Hilfe rufen, selbst das gelang ihm nicht mehr. Die andere Kraft war stärker, viel stärker, und sie riss Suko mit sich.
So verschwand der Inspektor aus der normalen Welt, als hätte es ihn nie zuvor gegeben ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Der Fluch des Kobolds (2. Teil)
Suko war gelähmt!
Von einem Augenblick zum anderen. In seinem Innern jedoch sah es anders aus. Da kreiste ein Strom vom Kopf bis zu den Füßen.
Suko hielt die Augen offen und sah vor sich den Audi, dessen Tür er hatte öffnen wollen. Dabei hatte ihn das grüne Licht erwischt! Die Flammen einer fremden Magie, der Suko nichts entgegenzusetzen vermochte.
Die normale Welt um ihn herum zog sich zurück. Suko sah den Boden nicht mehr. Auch der weit unten fließende Bach löste sich allmählich auf, und mein Freund spürte einen eisigen Luftstrom im Gesicht.
Suko wollte noch schreien und mich um Hilfe rufen, selbst das gelang ihm nicht mehr. Die andere Kraft war stärker, viel stärker, und sie riss Suko mit sich.
So verschwand der Inspektor aus der normalen Welt, als hätte es ihn nie zuvor gegeben …
Um eine Sekunde, eine Stunde oder einen Tag später wie aus einem kurzen oder zeitlosen Schlaf zu erwachen, wobei er feststellen musste, dass er noch immer den Türgriff des Fahrzeugs umklammert hielt und jetzt die Tür auch aufziehen konnte.
Das passierte zu schnell. Suko hatte damit nicht gerechnet. Er taumelte nach hinten, konnte sich aber fangen und schüttelte den Kopf. Er ließ den Griff los. Dafür presste er die Hände gegen seine Stirn und holte tief Luft.
Luft?
Ja, das schon, aber es war eine andere Luft als die, die er kannte. Natürlich konnte er atmen, doch sie roch ungewöhnlich nach Medizin.
Etwas stimmte nicht. Da war sogar eine ganze Menge faul.
Der Inspektor ging zurück. Unter seinen Füßen spürte er einen gewissen Druck, und als er nach unten schaute, sah er das grüne Gras knöchelhoch wachsen.
»Sonderbar«, murmelte er. »Da ist einiges aus dem Ruder geraten.« Er erinnerte sich daran, dass dieses Gras längst nicht die sommerliche Frische erreicht hatte. Er und John hatten noch auf der Fahrt zur Hütte darüber gesprochen, dass der Frühling wohl nie kommen würde, um die Natur wieder zu erwecken. Aber jetzt war es geschehen. Suko brauchte nur nach vorn zu schauen, um zu beobachten, wie sich der hellgrüne Teppich ausbreitete.
Ihm fiel die Hütte wieder ein. Sie war das Ziel gewesen, und Suko wollte sie auch sehen. Deshalb drehte er sich um – und blieb wie festgeleimt stehen. Alles an ihm erstarrte. Er kam plötzlich mit sich und vor allen Dingen mit seiner Umwelt nicht zurecht, denn dort, wo er die Hütte und somit das Versteck der vier Tarling-Brüder hätte sehen müssen, war nichts mehr zu erkennen.
Das heißt, er sah schon etwas. Einen leichten Hügel, der mit dichtem Wald bedeckt war. Die Bäume bildeten an der Kuppe so etwas wie eine dunkle Grenze, und sie wuchsen in die Weite dieses fremden Landes hinein.
Über den letzten Begriff stolperte Suko gedanklich. Ein fremdes Land. Ja, es war ein fremdes Land. Es war nicht mehr die Umgebung, in der sich sein Freund John Sinclair und er aufgehalten hatten. Allmählich wurde dem Inspektor auch klar, was da passiert war. Er hatte es nicht vermeiden können, in einen Kreislauf fremder Magie hineinzugeraten. Suko war nicht stark genug gewesen, um sich dagegen wehren zu können. Jetzt steckte er fest. Jetzt stand er allein, verlassen, und sein Freund John war weit weg. So weit, dass die Distanz in Kilometern nicht zu messen war, denn solche Dimensionen konnten rechnerisch nicht erfasst werden.1
Suko hatte sich rasch damit abgefunden, eine Dimensionsreise hinter sich zu haben. Er war von Natur aus Optimist, und zudem war es ihm bei anderen Dimensionsreisen schon schlechter ergangen. Wenn er sich umschaute, hatte diese Umgebung durchaus etwas Irdisches.
Suko sah Hügel, er sah Wälder und das grüne Gras, das unter seinen Füßen wie ein weicher Teppich wuchs. Die Umgebung sah aus wie ein kleines Paradies, aber Suko wusste auch, wie trügerisch ein Paradies sein konnte.
Gerade Aibon war dafür bekannt, dass es Überraschungen barg, die gewisse Dinge schlagartig verändern konnten. Da war es möglich, dass sich das Paradies in eine Hölle verwandelte und keine Rücksicht auf Menschenleben nahm.
Nachdem Suko seine ersten Bedenken überwunden hatte, musste er sogar lächeln, als er vor sich den Audi sah, den er aus seiner Welt mit in diese genommen hatte. Nur würde er mit dem Fahrzeug hier nicht viel anfangen können. Es gab keine Straßen und keine Städte, nur Natur, und die wiederum war nicht tot, sondern von Lebewesen bewohnt, die wir Menschen nur aus Geschichten und Märchen kannten. Oder aus den Komödien des großen Dichters Shakespeare, der wohl ebenfalls einen Blick in diese Welt hatte hineinwerfen können und sie auf seine Weise beschrieben hatte.
Der Himmel über Aibon zeigte eine seltsame Farbe. Als Suko den Kopf hob, ertappte er sich bei dem Gedanken, ob es wohl auch Gestirne geben würde. Noch waren sie nicht zu sehen, denn die Dunkelheit hatte diese Welt nicht erreicht.
Der Himmel war nicht dunkel. Er lag wie gestrichen weit über seinem Kopf, und die Farbe lag zwischen einem hellen Blau und einem satten Grün, sodass Suko sie als Türkis bezeichnen konnte. Angst verspürte er nicht. Allerdings eine gewisse Neugierde auf diese Welt, obwohl er sie nicht zum ersten Mal sah. Aber was kannte er schon vom Paradies der Druiden?
Viel zu wenig. Er wusste wohl, dass Aibon in zwei Hälften gespalten war. In einer, der wunderbaren, befand er sich, denn die Zweite sah anders aus. Sie war trostlos. Sie glich einer toten Steinwüste. In diesem trostlosen Teil Aibons herrschte der Druidenmagier Guywano. Er war in diese Welt verbannt worden, und er versuchte mit aller Macht, auch den anderen Teil des Reiches Aibon in seine Gewalt zu bringen. Bisher war ihm dies nicht gelungen. An Aufgabe dachte er nicht. Das wusste Suko, und er folgerte daraus, dass auch sein Erscheinen hier unmittelbar etwas mit Guywanos Vorhaben zu tun hatte. Er war raffiniert, trickreich und schlug oft genug Wege ein, die von einem Menschen nicht überblickt werden konnten, weil eben seine Pläne und sein Denken nicht nachvollziehbar waren.
Suko tastete sich ab. Der Ausdruck seines Gesichts zeigte noch mehr Zufriedenheit, als er seine Waffen fühlte, die man ihm nicht abgenommen hatte. Die Beretta war vorhanden, die Dämonenpeitsche auch, der Stab ebenfalls.
So gerüstet, ging es ihm schon besser, auch wenn sich in seinem Hinterkopf festgesetzt hatte, dass es ihm wohl schwerfallen würde, diese Welt wieder zu verlassen. Aber das war im Moment zweitrangig. Er dachte vielmehr an seinen Freund John Sinclair und daran, dass er ihm eigentlich hätte folgen müssen.
Suko war nach Aibon verschleppt worden. Die Logik sprach dafür, dass auch John erscheinen musste.
Aber er kam nicht.
Nach Sukos Zeitrechnung mussten fünf Minuten vergangen sein, ohne dass er ein Lebenszeichen von seinem Freund entdeckt hätte. Deshalb ging er davon aus, dass John so schnell nicht kommen würde, und Suko stellte sich darauf ein, allein zu bleiben.
Aber nicht an diesem Ort. Er ahnte, dass er hier nicht zurechtkommen würde. Niemand ließ sich blicken, es zeigte sich kein Wesen. Der Wald um ihn herum lag in einem tiefen Schweigen vergraben. Suko fiel auf, dass er schwitzte. Kein Wunder, denn in dieser Dimension war es wesentlich wärmer als zur jetzt herrschenden Winterzeit in seiner Heimat.
Suko verzichtete trotzdem nicht auf seine dicke Jacke. Er knöpfte sie nur auf, um besser an seine Waffen heranzukommen. Das konnte sehr schnell vonnöten sein.
Ein wenig fühlte sich Suko wie ein Pionier im Wilden Westen, der einen Treck anführt. Unterwegs in einem unbekannten Land. Weg musste er, aber er wollte nicht zu Fuß gehen, der Wagen stand direkt vor ihm.
Zum ersten Mal nach seinem seltsamen Erwachen huschte ein Lächeln über Sukos Mund, denn er dachte daran, dass er mit einem Audi quattro durch eine fremde Dimension fahren würde. Ihm war schon viel widerfahren, aber das hatte er noch nie erlebt. Suko drückte sich selbst die Daumen, dass der Motor auch ansprang.
Bevor er die Tür öffnete, schaute er sich noch einmal genau um. Die Umgebung war zwar nicht durch irgendwelche Wege oder Pfade aufgelockert, aber es gab genügend Lücken, durch die Suko seinen Wagen lenken konnte. Zwischen den einzelnen Waldabschnitten entdeckte er Schneisen, die zwar recht steil waren, die aber sicherlich von dem Wagen bewältigt werden konnten.
Noch befand sich Suko in einem kleinen Tal. Beinahe wie in Irland, das er auf so rätselhafte Art und Weise verlassen hatte. Es fehlte nur der Bach, der ihn und John auf der Fahrt zur Hütte fast die gesamte Strecke über begleitet hatte.
Suko stieg in den Wagen. Als er hinter dem Lenkrad saß und die Tür geschlossen hatte, schüttelte er den Kopf über die Gegensätze, die sich hier aufgetan hatten.
Auf der einen Seite das Land prall gefüllt mit einer uralten Magie, auf der anderen die moderne Technik des zwanzigsten Jahrhunderts. Aber warum sollte sich beides nicht vertragen?
Suko hatte den Zündschlüssel stecken lassen. Er umfasste ihn mit zwei Fingern, wartete noch einen Moment und wünschte sich, dass der Motor ansprang.
Dann drehte er ihn.
Ja, die Geräusche unter der Haube waren eindeutig. Er hörte den Anlasser, der immer schon ein wenig georgelt hatte. Einen Grund zur Panik gab es jedoch nicht. Der Motor kam, und über Sukos Lippen huschte das zweite Lächeln.
»Da soll noch einer sagen, auf die Technik sei kein Verlass. Sie klappt sogar in einer anderen Dimension.«
Suko legte den ersten Gang ein und fuhr an. Die Räder fanden auf dem Grasboden den nötigen Griff, und langsam lenkte er den Audi durch das grasbedeckte Tal. In welche...
| Erscheint lt. Verlag | 7.10.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3693-1 / 3838736931 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3693-8 / 9783838736938 |
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