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John Sinclair 980 (eBook)

Die Rächerin (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3712-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 980 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Die Rächerin.

Blut!

Der Geruch stieg mir in die Nase, und meine lähmende Müdigkeit war wie weggeblasen.

Ich hatte ihn kurz nach dem Betreten meiner Wohnung wahrgenommen und stand jetzt in dem schmalen Flur, an dessen Ende sich der Umriss der nicht ganz geschlossenen Wohnzimmertür abzeichnete. Durch den Spalt drang der so typische Blutgeruch, der mir vorkam wie ein unsichtbarer Nebel. Er hüllte mich regelrecht ein.

Als ich durch den Mund Luft holte, schmeckte ich ihn auf der Zunge, und ich musste mich beinahe übergeben.

Ich blieb stehen. Durch meinen Kopf tobten die Gedanken. Ich dachte an alles und an nichts. Es war beinahe wie bei einer Karussellfahrt, denn auch die weichen Knie stellten sich bei mir ein. Das alles geschah in der vierten Morgenstunde, nach einem Fall, der Suko und mir völlig neue Perspektiven eröffnete und uns bewiesen hatte, dass doch Außerirdische unter uns waren.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Rächerin (1. Teil)


Blut!

Der Geruch stieg mir in die Nase, und meine lähmende Müdigkeit war wie weggeblasen.

Ich hatte ihn kurz nach dem Betreten meiner Wohnung wahrgenommen und stand jetzt in dem schmalen Flur, an dessen Ende sich der Umriss der nicht ganz geschlossenen Wohnzimmertür abzeichnete. Durch den Spalt drang der so typische Blutgeruch, der mir vorkam wie ein unsichtbarer Nebel. Er hüllte mich regelrecht ein.

Als ich durch den Mund Luft holte, schmeckte ich ihn auf der Zunge, und ich musste mich beinahe übergeben.

Ich blieb stehen. Durch meinen Kopf tobten die Gedanken. Ich dachte an alles und an nichts. Es war beinahe wie bei einer Karussellfahrt, denn auch die weichen Knie stellten sich bei mir ein. Das alles geschah in der vierten Morgenstunde, nach einem Fall, der Suko und mir völlig neue Perspektiven eröffnete und uns bewiesen hatte, dass doch Außerirdische unter uns waren.

War er noch nicht erledigt?

Kam das dicke Ende noch nach?

Ich stand in der Wohnung wie ein Fremder. Noch immer war ich erstarrt und konnte mich kaum bewegen. Aber der Kopf klärte sich allmählich. Ich hatte es geschafft, böse und schlimme Ahnungen oder Gedanken zurückzudrängen, und jetzt, wo ich mich wieder bewegen konnte, galt mein erster Griff der Beretta.

Obwohl die Waffe kalt und schwer in meiner rechten Hand lag, fühlte ich mich keineswegs besser. Sie schaffte es einfach nicht, den Blutgeruch zu vertreiben. Zudem kam er mir im Laufe der Sekunden immer intensiver vor.

Es war still in meiner Wohnung. Nicht das leiseste Geräusch war zu hören. So still wie auch im übrigen Haus, das von zahlreichen Mietern bewohnt wurde. Ich wünschte mir, den Geruch als Einbildung zu erleben, und ich wusste zugleich, dass dem nicht so war.

Es gab ihn wirklich, und ich würde mich aufmachen müssen, um nach der Quelle zu suchen.

Vor mir. Im Wohnzimmer. Vielleicht auf dem Boden, der Couch oder einem Sessel lag was.

Aber was?

Ein totes Tier, das ausgeblutet war? Oder ein Mensch? Himmel, nur das nicht! Daran wollte ich einfach nicht glauben, aber die innere Stimme erklärte mir immer wieder, dass ich schon damit rechnen musste. Es war sicherlich niemand in meine Wohnung eingedrungen, um einen Eimer mit Blut zu verschütten.

Sehr langsam ging ich auf die Tür zu. Dabei bewegte ich mich auf Zehenspitzen, um nur kein störendes Geräusch zu hinterlassen, das mich selbst irritierte oder andere warnte.

Ich stoppte vor der Tür und warf einen Blick durch den Spalt in das Wohnzimmer.

Etwas Fremdes war nicht zu sehen. Die Glotze, der Sessel, ein Teil des Tisches, auch des Teppichs, der sich an dieser Stelle nicht mit Blut vollgesaugt hatte.

Aber ich irrte mich auch nicht.

Es kostete mich schon Überwindung, die flache Hand gegen die Tür zu legen. Was sonst wie nebenbei und nebensächlich geschah, was man gar nicht bemerkte, weil es in der täglichen Routine versank, entwickelte sich zu einer Last.

Den Herzschlag bekam ich überlaut mit. Die Finger zitterten leicht. Die Lippen hielt ich zusammengepresst.

Dann stieß ich die Tür auf.

Es war Wahnsinn. Ich wollte es nicht glauben. Ich stand in einer Filmszene. Das durfte einfach nicht die Wahrheit sein. Das war alles zu monströs, verrückt und irreal.

Doch das Bild, das sich mir bot, übertraf all meine Befürchtungen. Und es war keine Einbildung.

Auf dem Tisch des Wohnzimmers, an dem ich hin und wieder saß und aβ, lag ein Mann.

Ich kannte ihn.

Es war Yakup Yalcinkaya.

Durch seine Brust war eine Schwertklinge gestoßen worden, als sollte der Körper auf dem Tisch festgenagelt werden …

*

Jemand ächzte und würgte. Dazwischen hörte ich ein Stöhnen. Etwas schleifte über den Boden, und es dauerte eine Weile, bis ich bemerkte, dass, ich derjenige war, der diese Geräusche verursachte. Ich war zwar noch da, aber ich bekam meine eigene Umgebung kaum mit, denn alles in meinem Kopf drehte sich.

Es war schlimm, und ich wünschte mir, tief im Boden zu versinken und nichts mehr zu sehen. Das war ein Albtraum. Ein verfluchter, böser, dämonischer Traum, den mir jemand geschickt hatte. Ich wartete darauf, wieder aus ihm zu erwachen, aber das passierte nicht. Es konnte nicht klappen, denn es war kein Traum.

Ich kam erst wieder einigermaßen zu mir, als ich hinter einem Stuhl stand und die Lehne als Stütze benutzte. Dabei pendelte mein Oberkörper vor und zurück. Mein Mund stand offen. In ihm lag ein Geschmack, den ich kaum beschreiben konnte. Irgendwo mischte sich da alte Asche mit dem bitteren Saft der Galle.

Ich starrte auf den Toten. Irgendwie wollte es mir nicht gelingen, ihn richtig wahrzunehmen, denn die große, dunkle Blutlache unter ihm zog meine Blicke wie magisch an. Vom Tisch war das Blut zu Boden getropft.

Blut – Yakups Blut!

Diesen treuen Ninja, diesen gewaltigen Kämpfer, hatte es erwischt. Ausgerechnet ihn, der durch eine Welt voller Gefahren gelaufen war und dank seines Muts und seiner Entschlossenheit überlebt hatte.

Bis zu dieser Nacht.

Getötet worden war er mit seinem eigenen Schwert. Er hatte lange darum gekämpft, es in seinen Besitz zu bekommen, nun war er durch diese Klinge getötet worden, und er hatte sie sich bestimmt nicht selbst in die Brust gerammt.

Wer dann? Wer war so stark, einen Ninja wie Yakup zu töten? Es gab jemanden – oder es hatte jemanden gegeben. Shimada, die lebende Legende, aber die existierte nicht mehr. Yakup hatte diesen Samurai des Satans geköpft! 1

Oder war er doch nicht tot?

Ich schüttelte den Kopf. Unsinn, es hatte ihn erwischt. Shimada lebte nicht mehr, aber Yakup war auch tot, und dies zu verdauen, fiel mir nicht leicht.

Ich wollte mir seine Wunde nicht genau anschauen. Mein Blick wanderte an seiner Brust hoch, bis er das Gesicht erreichte. Nicht mal im Tod spiegelte es Schrecken oder Qualen. Es wirkte noch immer so steinern wie zu Lebzeiten. Die blonden Haare lagen wie frisch gekämmt und gescheitelt auf dem Kopf, nur zeigten die blauen Augen kein Leben mehr.

»Yakup, verdammt!« flüsterte ich und spürte zugleich, dass es heiß und brennend in meiner Kehle hochstieg. »Warum? Weshalb hat man dich gekillt?«

Niemand war da, der mir eine Antwort auf diese Frage hätte geben können, und so blieben mir die Verzweiflung, die Wut und der Zorn.

Ich hätte gegen die Wand treten können. Auch mit dem Kopf anrennen oder sonst etwas machen, aber ich stand da und schrie nicht mal. Ich war so verdammt still. Gefangen in der eigenen Hilflosigkeit und der Verzweiflung.

War das der Weg in die Hölle? Auch der für mich? Stand ich schon am Beginn?

Ich hörte mich selbst schluchzen und drückte mich mit zitternden Armen wieder hoch. Schwankend blieb ich stehen. Das hier war ein Fall für die Spurensicherung der Mordkommission. Es musste alles seinen normalen Gang gehen, auch wenn ich persönlich davon betroffen war. An Yakups Tod konnte ich nichts mehr ändern, aber ich schwor mir in diesen Augenblicken, den Mörder zu jagen, und wenn ich dabei die Hölle vor und zurück durchqueren musste.

»Warum bist du gekommen?« flüsterte ich. »Verdammt noch mal, was hat dich hergetrieben? Warum hast du uns nicht verständigt? Wir hätten dich beschützen können …«

Der Tote schwieg.

Ich schluckte.

Noch immer zitterte ich und bekam meine Gedanken nicht richtig unter Kontrolle. Dabei wusste ich genau, was ich tun musste, doch mit der Reihenfolge kam ich durcheinander.

Die Mordkommission, Suko, Sir James und …

Ein Geräusch!

Ein fremdes, verdammtes Geräusch in meiner Wohnung, aber nicht in diesem Zimmer.

Plötzlich fiel mir auf, dass ich die Beretta nicht mehr in der Hand hielt. Ich hatte sie auf den Tisch neben den Toten gelegt, ohne dass es mir bewusst gewesen war.

Jetzt nahm ich sie wieder an mich, und ich versuchte dabei, den toten Ninja zu vergessen. Vorerst zumindest. Ich glaubte nicht, dass ich mich geirrt hatte, was dieses Geräusch anging.

Wiederholte es sich?

Ich wartete.

Sekunden vergingen. Sie waren zäh wie flüssiges Öl. Ich fühlte mich dabei wie ein Gefangener der Zeit, aber es stimmte. Das Geräusch hatte ich mir nicht eingebildet.

Es war aus einem der anderen Zimmer meiner Wohnung gedrungen. Ich dachte daran, dass auch die Tür des Schlafzimmers offengestanden hatte. Der Raum eignete sich auch als Versteck. Das kam mir erst jetzt in den Sinn, zusammen mit der Überlegung, dass der Killer eventuell noch in der Wohnung lauerte.

Nein, die Müdigkeit war weg. Sie gab es nicht mehr. Ich war konzentriert und hoch motiviert, als ich mich dem Flur näherte, um von dort in das Schlafzimmer zu gelangen.

Auch ein Weg, den ich unzählige Male gegangen war, der mir aber jetzt so fremd und anders vorkam.

Im Schlafzimmer brannte kein Licht. Nur im Wohnraum und im Flur hatte ich es nicht ausgeschaltet. Mich brachte ein großer Schritt über die Schwelle, dann schaute ich in den Flur hinein. Ich ging weiter und wandte mich nach links.

Die Tür stand halb offen. Hinter ihr vernahm ich das Stöhnen, aber ich konnte auch etwas sehen, und es war fast so schaurig wie die Entdeckung der Leiche.

In Kniehöhe umklammerte eine mit Blut besudelte Frauenhand die Kante.

Der Anblick störte mich. Er ging mir unter die Haut. Er ließ die Angst wieder hochpeitschen. Ich hatte eine Idee, aber ich wollte nicht über sie nachdenken. Außerdem lenkte mich das erneute, tiefe, qualvolle und schmerzerfüllte Stöhnen ab.

Wieder einmal musste ich mich überwinden, um die Tür zu...

Erscheint lt. Verlag 7.10.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • alfred bekker • Bastei • Bestseller • blutig • Clown • Dämon • Dämonenjäger • dan-shocker • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Extrem • Fortsetzungsroman • Frauen • Geisterjäger • grusel-geschichten • Gruselkabinett • Grusel-Krimi • Gruselroman • Grusel-Roman • Horror • Horror Bücher ab 18 • Horror-Roman • horrorserie • horror thriller • Horror-Thriller • Jason Dark • Julia-meyer • Kindle • Krimi • Kurzgeschichten • larry-brent • Lovecraft • Macabros • Männer • morland • neue-fälle • Paranomal • professor-zamorra • Professor Zamorra • Psycho • Roman-Heft • Serie • Sinclair • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller • Tony-Ballard • Top • Zombies
ISBN-10 3-8387-3712-1 / 3838737121
ISBN-13 978-3-8387-3712-6 / 9783838737126
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