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John Sinclair 910 (eBook)

Blutliebe (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3641-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 910 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Blutliebe (2. Teil).

Romana Kendrake lag im Bett und wartete auf den Fremden, auf den Vampir! Sie wusste, dass diese Nacht entscheidend war. Er würde kommen, denn sie spürte es mit jeder Faser ihres gelähmten Körpers.

Greta, die Hilfe, hatte sie gewaschen, hatte ihr dann beim Anziehen geholfen und sie schließlich zu Bett gebracht, das sehr günstig in dem großen Zimmer stand.

Auf dem Rücken liegend und durch die beiden dicken Kopfkissen leicht angehoben, konnte Romana zum Fenster schauen, das offenstand. Es war wie ein gewaltiges Maul, das denjenigen ausspie, der den Schutz der Nacht verlassen würde, um in den Raum hineinzuschweben und sie zu begrüßen.

Wann der Blutgraf, wann ihr Geliebter, ihr Ersehnter, erscheinen würde, das wusste Romana nicht. Die Nacht war es, die eine endgültige Entscheidung bringen sollte, und da würde auch diese Collins, die ihr Vater zum Schutz seiner Tochter engagiert hatte, nicht eingreifen können. Was wollte dieses Weib schon gegen einen Vampir, den König der Dunkelheit, ausrichten?

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Blutliebe (2. Teil)


Romana Kendrake lag im Bett und wartete auf den Fremden, auf den Vampir! Sie wusste, dass diese Nacht entscheidend war. Er würde kommen, denn sie spürte es mit jeder Faser ihres gelähmten Körpers.

Greta, die Hilfe, hatte sie gewaschen, hatte ihr dann beim Anziehen geholfen und sie schließlich zu Bett gebracht, das sehr günstig in dem großen Zimmer stand.

Auf dem Rücken liegend und durch die beiden dicken Kopfkissen leicht angehoben, konnte Romana zum Fenster schauen, das offenstand. Es war wie ein gewaltiges Maul, das denjenigen ausspie, der den Schutz der Nacht verlassen würde, um in den Raum hineinzuschweben und sie zu begrüßen.

Wann der Blutgraf, wann ihr Geliebter, ihr Ersehnter, erscheinen würde, das wusste Romana nicht. Die Nacht war es, die eine endgültige Entscheidung bringen sollte, und da würde auch diese Collins, die ihr Vater zum Schutz seiner Tochter engagiert hatte, nicht eingreifen können. Was wollte dieses Weib schon gegen einen Vampir, den König der Dunkelheit, ausrichten?

Nichts, gar nichts. Lächerlich …

Romana verengte die Augen und grinste kühl. Eigentlich war es nicht schlimm, dass sie im Nebenzimmer wartete oder schlief. So konnte ihr Freund gleich zweimal Blut bekommen. Zum einen das ihre, zum anderen das ihrer Leibwächterin.

Es war für ihn ideal. Er würde sich freuen können, er würde jubeln, er würde …

Sie stöhnte.

Die Hände rutschten auf dem Laken hin und her. Schweiß hatte sich auf der Haut gebildet und hinterließ feuchte Spuren. Ihr war kalt und warm zugleich. Das Gesicht glühte sogar. Jenseits der Taille war alles gefühllos, kein Leben mehr. Die Muskeln waren ohne Kraft.

Lächerlich …

Sie hatte sich verflucht, sie hatte mit dem Schicksal gehadert, und ihr Vater, Sir Walter, hatte alles darangesetzt, um sie heilen zu lassen. Die besten Ärzte der Welt aber verzweifelten an ihrer Krankheit und hoben nur bedauernd die Schultern.

Romana war und blieb dazu verdammt, ihr Leben im Rollstuhl zu fristen. Zu leben in der Einsamkeit, in einem großen, düsteren Haus, inmitten eines Parks, umgeben von Greta, ihrer Hilfe, und manchmal von Männern, die große Kämpfer waren und ihren Vater schützten, denn seine Geschäfte waren gefährlich.

Sie wusste es, aber sie hatte sich trotzdem nie um Einzelheiten gekümmert. Ihr Leben war ein anderes. Zwar war Romana hin und wieder auf Reisen mitgenommen worden, den großen Rest aber verbrachte sie in diesem Haus, einem großen, düsteren Grab, und sie hatte sich ihrer eigenen Gedankenwelt hingegeben.

Schon immer hatte gerade sie, wahrscheinlich durch die Krankheit sensibel geworden, gespürt, dass etwas nicht stimmte. In der Nähe lauerte jemand. Ob es ein Mensch war oder einfach nur eine Gefahr, sie konnte es nicht sagen, aber diese Gefahr, hatte sich verdichtet und letztendlich Gestalt angenommen.

Ein Mann. Groß, düster, schattig, mit bleichem Gesicht und langen Zähnen, die darauf warteten, sich in Adern schlagen zu können, um an das Blut heranzukommen. Sie wollten es sprudeln lassen, sie wollten den Saft trinken, der ihnen das neue, das wunderbare Leben gab.

Angst?

Ja, sie hatte zunächst Angst gehabt. Sie hatte auch mit ihrem Vater darüber gesprochen, der sofort handelte und ihr in der Person der Detektivin Jane Collins eine Aufpasserin zur Seite stellte.

Doch Romana hasste diese Person. Sie betrachtete sie als Feindin, als Eindringling, denn mittlerweile war der Blutsauger für sie nicht mehr eine Bedrohung, sondern ein Freund.

Sie mochte, liebte und erwartete ihn.

Romana Kendrake wusste nicht, wie lange sie schon in ihrem Bett gelegen hatte. Ihr war auch unbekannt, wann der Besucher erscheinen würde. Vielleicht gegen Mitternacht oder kurz danach, in der ersten Stunde des Tages, wo alles anders war. Es gab genügend Möglichkeiten, und eine von ihnen würde der Fremde sicherlich ausnutzen.

Die Gardinen hatte Romana zurückziehen lassen. Greta hatte es für sie getan, und sie hatte auch das Fenster geöffnet, kommentarlos, wie Romana es von ihr verlangt hatte. Sie wusste nicht, auf welcher Seite Greta stand und wie sie sich verhalten würde, wenn Romana sich nach dem Biss erhob und einfach ging.

Ja, ging!

Sie würde nicht mehr gelähmt sein, das hatte ihr der Vampir versprochen. Deshalb erwartete sie ihn so sehnsuchtsvoll. Endlich würde sie erlöst. Nicht durch ihren Vater, nicht durch die Ärzte, sondern durch den Gast der Nacht.

Alle anderen Menschen waren für sie uninteressant geworden. Wer nicht für sie war, der war gegen sie, und auch ihren Vater wollte sie damit einbeziehen.

Vor dem Fenster lauerte die Dunkelheit wie ein finsterer See, der sich nicht bewegte. Dennoch drang Wind in den Raum. Er war kalt. In dieser Nacht hatte sich der Frühling zurückgezogen, um noch einmal seinem Vorgänger Platz zu schaffen.

Kalt wie der Tod? Romana überlegte, wie sich die Finger des Besuchers wohl anfühlen würden, wenn ihr Blut in seinem Körper kreiste. Würden sie auch kalt sein? Oder würde es sich bemerkbar machen, dass ihr Lebenssaft durch seine Adern quoll?

Sie wusste es nicht, sie wusste gar nichts. Romana lag nur in fieberhafter Erwartung da und lauschte natürlich. Nicht nur zum offenen Fenster hin. Auch sie hatte es nicht verhindern können, dass diese Collins nebenan wohnte. Und sie wollte herausfinden, ob die Frau durch das Zimmer ging oder über den Flur, um an Romanas Tür zu lauschen.

Nein, da war nichts.

Nur die Geräusche von draußen brachte der leichte Nachtwind als Botschaft mit in das Zimmer.

Ein geheimnisvolles Wispern und Rauschen, vermischt mit einem kühlen und feuchten Geruch, der sie an alte Friedhöfe und verwitterte Mauern erinnerte.

Gespenstisch bauschten sich die Vorhänge auf, wenn der Wind gegen sie blies. Sie sahen aus, als wollten sie weit in den Raum hineinkriechen, um Romanas Bett zu erreichen. Geister aus anderen Welten, unheimliche Gestalten, die Vorboten einer anderen Welt, von der Romana keine Ahnung hatte, auf die sie aber fieberhaft wartete. Nie gehörte Geräusche verkündeten Großes.

Gern hätte sich Romana im Bett aufgerichtet oder es sogar verlassen, doch noch war sie ans Bett gefesselt.

Die Spannung wuchs. Romanas Herz klopfte stärker. So laut, als wollte es sie vor der nahen Zukunft warnen und sie davon überzeugen, dass es besser für sie war, wenn sie sich von den kommenden Dingen abwandte.

Wenn der Vampir ihr Blut gesaugt hatte, dann gab es kein Herzklopfen mehr. Bei einem Vampir schlug das Herz nicht. Es warzwarnochda, es stand aber still, und trotzdem lebte die Person!

Ein Widersinn an sich, eine furchtbare Tatsache. Romana empfand sie nicht so. Sie hatte sich voll und ganz auf die Zukunft eingestellt, und das würde auch so bleiben.

Was war mit den Geräuschen?

Verstummt?

Die Frau stand unter Spannung. Die Hände hatte sie zu Fäusten geballt, die Nägel stachen hart in ihre Haut. Sie spürte Schmerzen, noch, denn sie war noch ein Mensch.

»Ein Krüppel bin ich!« flüsterte sie. »Ein verfluchter Krüppel, aber das wird sich ändern …«

Ihre Stimme versickerte. Es war wieder still geworden. Wahnsinnig still, obwohl dieser Vergleich nicht stimmte. Aber Romana kam es so vor. Die Stille drückte, sie presste sich von allen Seiten gegen sie – und sie blieb nicht.

Romana Kendrake hörte ein Geräusch. Von draußen her klang ein fürchterliches Stöhnen zu ihr hoch …

*

Ein Zimmer weiter!

Auch dort befand sich eine Person, die keinen Schlaf finden konnte. Jane Collins wollte sich auch nicht hinlegen und schlafen. Die Unruhe hatte sich verstärkt. Es lag erst wenige Minuten zurück, als sie einen Blick durch ihr Fenster geworfen und dabei ihren Körper nach links gedreht hatte.

Es war ihr dabei nicht gelungen, in Romanas Fenster hineinzuschauen, aber sie hatte sehr wohl erkannt, dass ein Fenster nicht geschlossen war und weit offenstand.

Das ließ nur einen Schluss zu.

Romana wartete auf den Vampir!

Und Jane Collins ebenfalls.

Wenn sie daran dachte, wie sie in diesen Fall hineingeraten war, konnte sie nur den Kopf schütteln. Sie hatte sich auf dem Weg zu einem Detektiv-Kongress befunden. In Blackpool hatte er stattfinden sollen, doch auf dem Weg dorthin war Jane Collins von Sir Walter Kendrakes Leuten gekidnappt worden. Kendrake hatte ihr viel Geld geboten, wenn sie die Leibwächterin für seine Tochter Romana spielte. Er war sehr überzeugend gewesen, und Jane hatte auch die echte Sorge des Vaters aus seinen Worten herausgehört. Schließlich war sie über ihren eigenen Schatten gesprungen und hatte eingewilligt.1

Sie waren in das einsame Haus gefahren, und Jane hatte Romana Kendrake kennengelernt und schon beim ersten Kontakt ihren Hass gespürt. Sie wusste, dass Romana und sie auf verschiedenen Seiten standen. Aber sie wusste auch, dass in der Finsternis des Parks ein Vampir lauerte, und Jane, die kurz vor dem Dinner zu einem Gartenhaus spaziert war, hatte ihn gefühlt, aber nicht gesehen.

Vampire sind Geschöpfe der Nacht, und in dieser Nacht wartete Romana auf ihn.

Jane selbst begriff diese Tatsache nicht. Sie hockte in einem kleinen Sessel und dachte darüber nach, was Romana Kendrake dazu brachte, auf einen Vampir zu warten, um sich ihm freiwillig hinzugeben? Sosehr Jane auch darüber nachdachte, sie kam zu keiner Lösung und glaubte schon daran, dass es die Einsamkeit dieser Frau war, die sie so unvernünftig handeln ließ.

Jane spielte auch mit dem Gedanken, kurzerhand nach unten zu gehen, wo sie mit Greta sprechen...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3641-9 / 3838736419
ISBN-13 978-3-8387-3641-9 / 9783838736419
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