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John Sinclair 927 (eBook)

Monster-Zoo

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3658-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 927 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Monster-Zoo.

Sie stand auf dem Felsen und schrie, um die im Innern tobende Hölle loszuwerden. Es war für Beth Calvaro nicht begreifbar, dass sie, ausgerechnet sie, eine Niederlage hatte hinnehmen müssen. Ihr Vertrauen war enttäuscht worden.

Alles in ihr schrie nach Rache.

Der nächtliche Wind peitschte gegen sie. Er zerrte an ihrer Gestalt. Er wühlte die langen Haare hoch, als wollte er sie vom Kopf der Hexe schleudern.

Sie war nicht geschlagen, noch nicht. Und diejenigen, die sie verraten hatten, würden sich wundern ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Monster-Zoo


Sie stand auf dem Felsen und schrie, um die im Innern tobende Hölle loszuwerden. Es war für Beth Calvaro nicht begreifbar, dass sie, ausgerechnet sie, eine Niederlage hatte hinnehmen müssen. Ihr Vertrauen war enttäuscht worden.

Alles in ihr schrie nach Rache.

Der nächtliche Wind peitschte gegen sie. Er zerrte an ihrer Gestalt. Er wühlte die langen Haare hoch, als wollte er sie vom Kopf der Hexe schleudern.

Sie war nicht geschlagen, noch nicht. Und diejenigen, die sie verraten hatten, würden sich wundern …

Die junge Frau mit dem Stirnband im Haar, den bunten Radlerhosen und dem weißen Shirt lächelte, als sie ihren kleinen Sohn in den Sandkasten gesetzt hatte, wo er sich im Schatten der Bäume mit Eimer und Schaufel beschäftigen konnte. »So, jetzt wirst du hier eine schöne Burg bauen.«

Der Junge nickte. Er war zufrieden, und Anne Wilcox war es auch. Gerade jetzt im Sommer freute sie sich darüber, dass ihr Mann und sie die Wohnung in diesem Viertel in Mayfair genommen hatten. Sie war zwar nicht billig, aber dafür stimmte das Umfeld. Nach der Restaurierung der Häuser war durch eine Initiative der Mieter der große Innenhof zu einem regelrechten Kommunikationszentrum umgebaut worden. Mit Bäumen, Bänken, kleinen Rasenstücken, einem Grillplatz, Turngeräten und einem Sandkasten für die kleineren Kinder. Der war bei den Kleinen sehr beliebt. An diesem frühen Morgen allerdings, es war Urlaubszeit, spielte nur der vierjährige Billy darin. Er hatte großen Spaß daran, den Sand umzuwühlen, während seine Mutter auf eine der in der Nähe stehenden, grün gestrichenen Metallbänke zuging, die auch im Schatten eines Laubbaums und der Hauswand stand.

Anne lächelte noch immer, als sie auf die ältere Frau blickte, die ihr Buch hatte sinken lassen und der jüngeren entgegenschaute.

»Darf ich mich zu Ihnen setzen, Mrs. Goldwyn?«

»Gern, kommen Sie nur. Eine alte Frau freut sich immer über etwas Gesellschaft.«

Anne musste lachen. »Alte Frau ist gut. Sie sind noch rüstiger als viele jüngere Leute.«

»Meinen Sie?«

Anne nahm Platz und nickte. »Ja, das meine ich ehrlich.« Sie machte die Beine lang, die eine sonnenbraune Farbe zeigten. Auch ihr Gesicht war gebräunt, der Urlaub lag erst wenige Tage zurück, und sie hatten ihn am Meer verbracht. Ihr Mann arbeitete wieder, Anne gab auf den Jungen acht, aber wenn er in die Schule kam, würde sie versuchen, wieder in ihren alten Beruf zu arbeiten. Sie war Friseuse, und diese Fachkräfte wurden gesucht.

»Sie sind doch noch jung, Mrs. Wilcox. Höchstens dreißig.«

»Genau zwei Jahre drüber.«

»Das ist kein Alter.«

»Nein oder ja?« Sie hob die Schultern. »Ich weiß es einfach nicht. Wenn ich meine jungen Kolleginnen so sehe, dann komme ich mir schon sehr alt vor.«

Lady Sarah lächelte verschmitzt. »Möchten Sie denn tauschen?«

Die aschblonde Frau mit dem runden Gesicht und den blauen Augen, überlegte einen Moment, bevor sie den Kopf schüttelte. »Nein, eigentlich nicht. Ich habe den Stress zum Glück hinter mir. Die Familie kann wirklich guttun – aber jetzt noch einmal von vorn beginnen, das möchte ich auch nicht.«

Sarah nickte. »Manchmal kann die Familie ein großer Schoß sein, in dem man sich geborgen fühlt.«

»Stimmt. Haben Sie welche?«

»Nein, ich bin Witwe.«

»Das tut mir leid.«

»Braucht Ihnen nicht, meine Liebe. Ich bin sogar dreifache Witwe. Ich habe alle meine Ehemänner überlebt und fühle mich in meinem kleinen Haus sehr wohl.«

»Zusammen mit Ihrer Mieterin.«

»Sicher, zusammen mit Jane Collins.« Lady Sarah schnippte ein Insekt von ihrem zart geblümten Kleid. »Ich bin sehr froh, dass Jane bei mir wohnt. Für eine Einzelperson ist das Haus einfach zu groß. Man weiß ja auch nie, was einem passiert.«

»Ihnen?«

»Klar.«

»Dann stimmt das doch, was man sich so erzählt?«

Sarah lächelte. »Was erzählt man sich denn?«

Die Nachbarin gab noch keine Antwort. Statt dessen schaute sie zum Sandkasten hin, wo Billy spielte. Auch Lady Sarah blickte in diese Richtung, allerdings nicht auf den Jungen, sondern mehr nach oben, wo drei schwarze Vögel im Geäst einer dicht belaubten Platane ihre Plätze gefunden hatten.

Sarah wusste selbst nicht, weshalb diese Vögel sie so plötzlich interessierten. Vielleicht lag es auch daran, dass sie beisammen blieben.

Als sie dann vorhüpften und sich aus dem dichten Grün lösten, da blieben sie hintereinander auf einem einzigen Ast hocken.

»Mrs. Wilcox, Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet. Was erzählt man sich über eine alte Frau?«

Anne war leicht errötet. »Also nichts, was für Sie schlimm wäre, Mrs. Goldwyn.«

»Das will ich auch hoffen.«

»Im Gegenteil, man bewundert sie.«

»Wegen meines Alters.« Sie lächelte und wusste schon, welche Antwort sie bekommen würde.

»Nicht direkt, obwohl es eine Rolle spielt. Die Nachbarschaft ist erstaunt über Ihre Aktivitäten.«

Jetzt musste Sarah Goldwyn doch lachen. »Ich und Aktivitäten?«

»Doch, wir …«

»Wenn es stimmen würde, liebe Mrs. Wilcox, dann säße ich jetzt nicht hier, sondern würde einer Beschäftigung nachgehen. Da würde ich jetzt mit irgendwelchen Altengruppen etwas anstellen. Vielleicht wandern, turnen, was weiß ich.«

»So habe ich das auch nicht gemeint.«

»Wie dann?«

Anne Wilcox schaute zum Sandkasten hin und war zufrieden, dass Billy so friedlich spielte. »Bei Ihnen im Haus ist schon oft etwas los gewesen. Da haben Sie manch gefährliche Situation überstanden, und Miss Collins ist schließlich Detektivin.«

»In der Tat. Aber damit habe ich nichts zu tun. Oder können Sie sich vorstellen, dass eine alte Frau wie ich auf Gangsterjagd geht? Ich bin ja nicht Miss Marple.«

Anne Wilcox musste so stark lachen, dass es Sarah auffiel, und sie fragte: »Was haben Sie denn?«

»Na ja, Miss Marple.«

»Und?«

»So werden Sie heimlich genannt.« Die junge Frau schlug gegen ihren Mund, als hätte sie etwas Falsches gesagt, was Lady Sarah ihr aber nicht übelnahm, denn sie fasste es als ein Kompliment auf.

»Gegen sie kann ich natürlich nicht an. Miss Marple war einmalig. Ich bin ebenfalls ein Fan.«

»Mein Mann und ich sehen die alten Filme auch noch sehr gern.«

Die drei schwarzen Vögel stiegen plötzlich in die Höhe. Es waren Krähen, ziemlich große Vögel. Die mussten sich verflogen haben, denn normalerweise hielten sich diese Vögel in der Nähe von Äckern auf.

Sarah und ihre Nachbarin hatten eigentlich damit gerechnet, dass die Krähen in die Luft steigen und über den Hausdächern verschwinden würden, doch den Gefallen taten sie ihnen nicht. Sie blieben im Bereich des Hofes und zogen über ihm ihre Kreise, als wollten sie mit scharfen Augen alles beobachten, was unter ihnen ablief.

Anne Wilcox hatte den Arm ausgestreckt und deutete schräg in die Höhe. »Komisch, die haben gar nicht vor von hier zu verschwinden. Das ist aber seltsam.«

»Kennen Sie sich aus?«

Anne ließ den Arm sinken und hob stattdessen die Schultern. »Nicht mehr so gut wie damals, als ich noch bei meinen Eltern auf dem Lande lebte, aber das Verhalten der Krähen ist schon ungewöhnlich.«

Lady Sarah hatte ihre Augen beschattet. Die rechte Hand lag waagrecht an ihrer Stirn, und auch sie wunderte sich über das Verhalten der Vögel, die noch immer zusammenblieben, ihre Kreise zogen, dann aber urplötzlich die Richtung änderten und in die Tiefe stießen.

So schnell, dass sich beide Frauen erschreckten und zunächst bewegungslos auf der Bank sitzenblieben.

Bisher waren die Saatkrähen ruhig geblieben. Nun aber stießen sie kurze, krächzende und bösartig klingende Schreie aus. Dabei veränderten sie den Flug nicht und taten so, als wollten sie kopfüber in die Erde stoßen.

Obwohl alles normal ablief und mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit, hatte zumindest Sarah den Eindruck, als bewegten sich die Vögel ihretwegen langsamer, um ihr zu demonstrieren, welche Kraft in ihnen steckte und wozu sie fähig waren. Auch veränderten sie blitzartig ihren Flug. Genau dieser Wechsel löste bei Anne Wilcox einen panikartigen Schrei aus, denn urplötzlich sah sie ihren Sohn Billy in Gefahr, da sich die Vögel nicht allzu weit von ihm entfernt bewegten.

Die junge Frau schoss in die Höhe, während Lady Sarah hockenblieb, als wäre sie erstarrt. Sie dachte an die Vögel, an ihr Verhalten. Sie wusste, dass sie etwas tun musste, weil diese Idylle plötzlich gestört war, aber es war alles anders.

Sie schaute nur zu.

Aber sie sah Anne Wilcox rennen.

Die Frau war schnell. Vor ihr flogen die Saatkrähen wieder in einen Kreis und hielten sich etwa in Kopfhöhe auf. Sie befanden sich zudem zwischen ihr und Billy, dem die Vögel auch aufgefallen waren. Er hatte aufgehört zu spielen und saß in seinem Sandkasten, wobei er seine jetzt groß gewordenen Augen auf die Vögel gerichtet hatte, als könnte er nicht fassen, dass sie lebten.

Es gehörte schon Mut dazu, was Anne Wilcox tat. Sie ruderte mit den Armen, als wollte sie die Tiere zur Seite räumen. Die Vögel schrien nahezu bösartig auf, weil sie sich gestört fühlten, und Anne stolperte über den Rand des Sandkastens hinweg, wobei sie auf der weichen Unterlage beinahe noch eingeknickt wäre. Sie stoppte im letzten Augenblick, bückte sich, dann hatte sie die Hände schon zugepackt und den Jungen in die Höhe gerissen.

Sie schleuderte Billy herum, drückte das Kind gegen sich und lief den Weg zurück...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3658-3 / 3838736583
ISBN-13 978-3-8387-3658-7 / 9783838736587
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