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John Sinclair 935 (eBook)

Aibons klagende Felsen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3666-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 935 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Aibons klagende Felsen.

'Komm rein, John', sagte Bill Conolly, als ich vor der offenen Tür seines Hauses stand.

Er machte mir Platz, sagte sonst nichts, schloss die Tür wieder und räusperte sich.

'He, was ist mit dir?'

'Das wirst du gleich hören.'

'Gib mir einen Tip!'

Bill überlegte. 'Okay. Es geht um Leben und Tod, John. Reicht das?'

'Ja, das reicht ...'

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Aibons klagende Felsen


»Komm rein, John«, sagte Bill Conolly, als ich vor der offenen Tür seines Hauses stand.

Er machte mir Platz, sagte sonst nichts, schloss die Tür wieder und räusperte sich.

»He, was ist mit dir?«

»Das wirst du gleich hören.«

»Gib mir einen Tip!«

Bill überlegte. »Okay. Es geht um Leben und Tod, John. Reicht das?«

»Ja, das reicht …«

Mein Freund Bill Conolly war kein Spinner. Wenn er so redete, dann steckte immer etwas dahinter. Und es berührte auch mich und meine Arbeit als Polizist für besondere Fälle. Wenn Bill mich alarmierte, dann suchte er jemanden der mithalf, ein Feuer zu löschen.

Dabei hatte ich vorgehabt, in London etwas Ruhe zu finden. Ein Irrtum. Von Suko, Shao und Jane, die allesamt angeschlagen waren, hatte ich mir erklären lassen müssen, dass dieser unbekannte Frankenstein-Nachahmer wieder jemanden auf die Reise geschickt hatte. Ein neuer Versuch war durch ihn gestartet worden. Einer Filmschauspielerin hatte man den Arm eines Zombies angenäht. In dem Arm waren noch die Augen des lebenden Toten zu sehen gewesen. Ein höllisches Experiment, das dank des Eingreifens meiner Freunde nicht bis zum bitteren Ende hatte durchgeführt werden können. Doch die Spur zu diesem teuflischen Manipulator war auch abgerissen. 1

Ich hatte von diesen Dingen nichts mitbekommen, hatte Harry Stahl in Germany unter die Arme gegriffen, wo wir beide einen irren Killer gejagt hatten, der Kinder dem Teufel hatte opfern wollen. Dazu war es glücklicherweise nicht mehr gekommen, doch jetzt, kaum in London, brannte das Feld mal wieder.

Ich zog meine Jacke aus. Die Conollys hatten die Heizung eingeschaltet. In den Räumen war es warm, während draußen der September seine feuchten Finger in die Dunkelheit gestreckt hatte und erste Nebelschwaden durch den Garten trieb.

Über den neuen Fall hatte ich so gut wie nichts gehört und war dementsprechend gespannt. Vor dem Spiegel blieb ich für einen Moment stehen und schaufelte die Haare zurück. Dabei fiel mir ein, da ich zum Friseur hatte gehen wollen. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit würde ich es nachholen.

»Eitel, John?« fragte jemand hinter mir und löste sich aus dem Schatten einer Zimmertür.

»Nein, überhaupt nicht, Sheila.« Ich drehte mich um und lächelte sie an.

Sheila Conolly begrüßte mich mit zwei Wangenküssen. »Du siehst abgespannt aus, mein Lieber.«

»Du bist das glatte Gegenteil – wie immer top. Wie immer hübsch. Wie immer gut angezogen. – Gelbe Jeans, schwarzer Pullover, das Haar modisch kurz geschnitten, man kann deinen Mann um dich beneiden, Mrs. Conolly.«

Sie musste lachen. »Man tut, was man kann, John.«

»Und sonst?« Ich wurde ernst. »Ist mit dir alles in Ordnung? Hast du deine depressiven Gedanken überwunden? Ist die Furcht verflogen?«

»Du meinst den Killer im Kopf?«

»Ja, so ähnlich.«

Sheila hob beide Hände und drehte mir die Flächen zu. »Beschwöre es nicht, John. Es geht mir gut. Ich möchte auch nicht, dass diese schreckliche Zeit zurückkehrt.«

»Das glaube ich dir.«

»So, jetzt zu etwas anderem. Ich war gerade dabei, Getränke zu holen. Was möchtest du trinken?«

»Gegenfrage. Was nehmen denn die anderen?«

»Die haben sich für Rotwein entschieden.«

»Schon überredet.«

»Dann setz dich«, murmelte Sheila und zog die Stirn kraus.

Ich wusste, dass sie Sorgen hatte. »Moment mal.« Ich hielt sie fest, bevor sie gehen konnte. »Weißt du, um was es hier geht?«

»Nicht so ganz.«

Ich zwinkerte ihr zu. »Aber das wenige kannst du mir doch verraten. Aus alter Freundschaft.«

»Ich kenne Marvin Westwood auch nicht besonders. Ich habe ihn erst zweimal gesehen, aber Bill hatte schon des Öfteren mit ihm zu tun. Und Westwood steckt in Schwierigkeiten. Es geht wohl um seine Tochter Joanna, die entführt worden ist.«

»Ach. Ist das ein Job für mich?«

»Da musst du Bill fragen.«

»Das werde ich auch. Bis gleich.«

Im Haus der Conollys kannte ich mich aus wie in meiner eigenen Geldbörse. Der Weg ins Wohnzimmer war leicht zu finden. In den beiden Sesseln saßen sich Bill und Marvin Westwood gegenüber, wobei sich beide erhoben, als ich den Raum betrat. Ich lächelte, als ich auf dem Teppich den beiden entgegenschritt.

»John, darf ich dir Marvin Westwood vorstellen? Er ist ein guter Bekannter von mir und hat zurzeit einige Probleme, die wir uns anhören sollten.«

»Ich bin John Sinclair.«

»Von Ihnen habe ich schon gehört.«

»Manchmal ist es nicht zu ändern.« Wir reichten uns die Hände. Westwood hatte einen kräftigen Händedruck, was mir gefallen hätte, wenn er nicht gerade solche Schweißpranken gehabt hätte. Westwood war kleiner als Bill und ich. Auch älter. Das braune Haar hatte sich über der Stirn gelichtet. Das verbliebene hatte er von links nach rechts gekämmt, um die kahlen Stellen zu bedecken. Sein Gesicht zeigte einen etwas breiten Ausdruck. Westwood trug ein braunes Sakko, das sicherlich teuer gewesen war, eine dunkelgraue Hose und ein schwarzes Hemd ohne Krawatte, dessen Knöpfe geschlossen waren. Ich sah, dass der Mann schwitzte.

Wir hatten alle Platz genommen. Auf dem Tisch stand ein Kassettenrecorder, der wohl gleich eingeschaltet werden würde.

Sheila kam mit einem Tablett auf uns zu. Sie brachte Weingläser und Wein aus der Toscana.

Sie stellte das Tablett ab und bat Bill, einzuschenken. Dabei sprach keiner von uns ein Wort. Ich empfand die Stille schon als seltsam oder belastend, aber auch ich hielt mich zurück. Schließlich wusste ich nicht, um was es ging.

Sheila nahm ebenfalls Platz und setzte sich zu mir auf die Couch. Wir tranken uns zu, und jeder war schon nach diesem ersten Schluck zufrieden.

In dem großen Zimmer war es recht dunkel, fast gemütlich, wenn da nicht diese merkwürdige Stimmung gewesen wäre.

»Nun«, sagte Bill, »auch mir wäre es lieber gewesen, wenn wir uns aus einem anderen Grund hier zusammengefunden hätten, aber es gibt nun mal. Probleme, und ich denke mir, dass du, John, uns helfen kannst, sie zu lösen.«

Bill hatte mich angeschaut. Ich nickte und sagte: »Gern, um was geht es denn?«

»Das werden Sie gleich erfahren«, erklärte Marvin Westwood. »Ich will es nicht zu lange machen, aber es geht um meine Tochter Joanna, die entführt wurde.«

»Ach.«

»Ja, Mr. Sinclair. Man hat sie entführt, und ich habe mich dazu entschlossen, die Polizei nicht einzuschalten. Ich wollte mit den Kidnappern den Deal allein durchziehen.«

»Um wie viel Geld ging es dabei?«

»Es war genau eine Million Pfund.«

»Die Sie gezahlt haben?«

»Bis auf den letzten Penny.«

Darauf trank ich erst mal einen Schluck Wein. »Das ist eine Menge, Mr. Westwood.«

»Ich weiß. Und es ist mir nicht leichtgefallen, so viel Geld aufzubringen.«

»Darf ich Sie fragen, was Sie beruflich machen?«

»Ich habe eine Firma für Unternehmensberatung und bin recht gut im Geschäft. Nun ja, wie ich schon erwähnte, ich habe die Summe gezahlt und war fest davon überzeugt, dass mir die unbekannten Kidnapper meine Tochter zurückgeben würden.«

»Was sie aber nicht taten.«

»So ist es.«

Die nächste Frage lag auf der Hand. »Wie hoch beliefen sich die folgenden Forderungen der Kidnapper?«

Marvin Westwood lehnte sich nachdenklich in seinem Sessel zurück. Sein Gesicht sah aus, als würde er in die Ferne schauen. Er antwortete, und seine Stimme war dabei leiser geworden. »Es gab keine Forderungen, Mr. Sinclair. Die Gangster haben das Geld kassiert, und damit war für sie der Fall erledigt. Ich hatte sie zuvor nicht gesehen und anschließend auch nicht. Ich weiß nicht, wer meine Tochter entführt hat.«

»Reden Sie weiter ۗ— bitte.«

»Meine Tochter ist nicht zurückgekehrt.«

Dieser Satz setzte bei mir die Überlegungen fort. Normale, logische Gedankengänge. Diesmal sprach ich leiser. »Darf ich daraus schließen, dass man Ihre Tochter getötet hat, obwohl Sie die geforderte Summe zahlten, Mr. Westwood?«

Er lächelte, und ich merkte, dass ich mit meiner Vermutung falsch lag. »Das hätte ich an Ihrer Stelle ebenfalls angenommen. Aber dem ist nicht so.«

»Sondern?«

»Meine Tochter will nicht mehr zu mir zurück. Sie hat mich angerufen.« Er deutete auf die Kassette. »Sie werden ihre Stimme gleich hören. Sie erklärt, dass sie dort bleiben möchte, wo sie sich befindet.«

»Sie ist noch in diesem Versteck?« fragte ich ungläubig.

»Davon kann man ausgehen.«

Bill Conolly hob die Hand. »Es ist wohl besser, wenn wir uns jetzt das Band anhören. Da wird dir einiges klar werden, John.«

»Schön, ich freue mich darauf.«

Bill beugte sich vor. Der ausgestreckte Zeigefinger schwebte sekundenlang über der Taste, bevor er sie nach unten drückte. Dann lehnte er sich zurück und nahm die gleiche Haltung ein wie Sheila und ich. Nur der Gast saß da wie auf dem Sprung. Fast auf der Kante des Sessels, eine Hand um den Stiel des Glases geklammert, die andere lag unruhig auf seinem Knie.

Zunächst hörten wir nichts, was von Bedeutung gewesen wäre. Nur ein flaches Rauschen, dann aber erklang eine weiche, wohltönende Mädchenstimme an unsere Ohren, und Marvin Westwood stöhnte auf. Er hatte ein Tuch hervorgeholt, um damit über sein Gesicht zu wischen.

»Hi, Daddy, hier spricht dein Goldstück. Bevor du dich aufregst, Dad, will ich dir sagen, dass es mir gut geht. Die Typen haben das Lösegeld...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3666-4 / 3838736664
ISBN-13 978-3-8387-3666-2 / 9783838736662
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