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John Sinclair 940 (eBook)

Die Zombie-Zeche

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3671-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 940 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Die Zombie-Zeche.

'Haben Sie Angst, Mr. Sinclair?'

Ich runzelte die Stirn. 'Sollte ich denn Angst haben?'

'Ja, weil sich die meisten Menschen auf einem Gelände wie diesem fürchten. Stillgelegte Zechen sind nicht jedermanns Sache. Und Sie sind ja hier, weil in den letzten Wochen auf diesem Gelände einige Menschen spurlos verschwunden sind. Alle stehen vor einem Rätsel, aber alle spüren, dass sich hier das Grauen breitgemacht hat. Dass das Unheimliche hier wohnt und sich vermehrt. Vielleicht stammt dieses Grauen noch aus der Vorzeit. Wer kann das schon sagen?' Bennet, der pensionierte Bergwerksingenieur, leuchtete mit der Stablampe in die schwarzgraue Waschkaue. Ein unheimliches Gefühl beschlich uns. Lauerte hier das Grauen? Die Zombie-Zeche ließ nicht mehr los. Sie hatte uns in ihren Bann geschlagen ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Zombie-Zeche


»Haben Sie Angst, Mr. Sinclair?«

Ich runzelte die Stirn. »Warum sollte ich das?«

»Weil sich die meisten Menschen auf einem Gelände wie diesem fürchten. Stillgelegte Zechen sind nicht jedermanns Sache. Und Sie sind hier, weil in den letzten Wochen einige Menschen spurlos verschwunden sind. Nimmt man zumindest an, denn bewiesen ist nichts. Alle stehen vor einem Rätsel, aber alle wissen auch, dass sich auf diesem Gelände das Grauen breitgemacht hat. Dass etwas Unheimliches hier wohnt und sich vermehrt. Vielleicht etwas Altes, das aus grauer Vorzeit stammt. Wer kann das schon alles so genau sagen?« Gordon Bennet, der pensionierte Bergwerks-Ingenieur, griff an seinen Gürtel, um die dort hängende Stablampe zu lösen. Danach öffnete er die Tür der Waschkaue und ließ mich für einige Sekunden in die Dunkelheit hineinschauen …

Sie war unheimlich. Es befand sich nichts darin, eine normale Finsternis, dennoch konnte man das Gefühl haben, darin würde etwas leben oder sich zumindest versteckt halten. Zumindest mich beschlich es. Dabei sah ich nichts. Ich nahm nur einen feuchten Schimmelgeruch wahr, der aus der Kaue strömte und gegen mich wehte wie ein mordriger Gruß.

Unsere Gestalten zeichneten sich auf der Türschwelle ab. Gordon Bennet hüstelte leicht, dann spie er aus. Erst danach schaltete er die Lampe ein. Ein breiter Strahl durchstach die Finsternis und legte einen schmutzigen Fliesenboden frei, der früher einmal gelb gewesen sein musste, auf dem sich jetzt aber ein Teppich aus Schmier, Feuchtigkeit, Blättern und anderem Abfall gebildet hatte. Er sah aus wie eine Rutschbahn.

Rechts befand sich eine Wand, die von einigen Fenstern aufgelockert wurde. Früher einmal hatten sie einen Glaseinsatz gehabt. Jetzt waren es nur noch viereckige Löcher.

Der helle Arm wanderte nach links, um die andere Wand abzutasten.

Dort gab es keine Fenster, aber wir sahen die zahlreichen Duschen und auch die Haken, die für die Kleidung der Bergleute gedacht waren. An diese Haken wurde die Kleidung gehängt und mittels Seilen in die Höhe gezogen.

Die Duschtassen an den gebogenen Gestellen waren längst verrostet und verschmiert. Auch die zahlreichen Ausläufe auf dem Boden waren inzwischen verstopft.

Ich ging in die große Kaue hinein. Bennet blieb neben mir und zeichnete mit der Lampe den Weg nach. Er war ein kräftiger Mann mit grauen Haaren und einer ungesunden Gesichtsfarbe. Die langen Jahre unter Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Er trug eine Lederjacke und eine Hose aus grauem Cord.

»Sind sie hier verschwunden?« fragte ich ihn.

Bennet hob die Schultern. »Man weiß nichts Genaues. Ich weiß auch nicht, wer verschwunden ist.«

»Sie sagten doch, dass im Ort jemand vermisst wird.«

»Das schon. Nur können wir nicht sagen, ob der Berg die Leute geholt hat. Oder die Grube. Vielleicht ist alles Spinnerei. Leichengeruch, nächtliche Schreie. Monstren, die aus den Hügeln kriechen. Lebende Tote. Männer, die vor Jahren verunglückten und doch nicht tot sind. Ich weiß es alles nicht. Da kommt einfach zu viel zusammen. Ich würde Ihnen gern mehr helfen, Mr. Sinclair. Wir müssen uns eben nur auf eine Tatsache verlassen, dass einer Ihrer Kollegen aus London nicht mehr zurückgekehrt ist. Sonst wären Sie ja gar nicht erschienen, denke ich mir.«

Er hatte recht. Das brauchte ich ihm nicht erst zu bestätigen. In der Tat ging es um einen verschwundenen Kollegen. Keiner von uns wusste, was mit ihm passiert war.

Ken Bolder, so hieß der Mann, war Waliser. Seine Eltern und viele Verwandte hatten hier in den Kohlengruben geschuftet, als es noch keine Krise gab. Er hatte verfolgt, wie der Beruf sie kaputtmachte, wie der Staub die Lungen zerfraß, und er wusste auch, dass die Entlohnung für diese harte Arbeit schlecht gewesen war.

Das hatte Ken Bolder nicht mitmachen wollen. Er war nach London gegangen und hatte sich zum Kriminalisten ausbilden lassen. Persönlich kannte ich ihn nicht, aber sein spurloses Verschwinden hatte bei uns schon Aufmerksamkeit erregt. Man hatte natürlich nachgehakt, und das Ergebnis hatte nicht gut ausgesehen.

Niemand wusste etwas.

Aber die Kollegen hörten von den ungewöhnlichen Gerüchten. Von den Geschichten über unheimliche Wesen, über lebende Tote, die in den alten Schächten und Stollen hausten, um zu bestimmten Zeiten wieder hervorzukriechen, weil sie sich die Beute holen wollten.

Hundertprozentig war das nicht sicher, aber man erinnerte sich schon daran, dass auch früher Menschen verschwunden waren. Auch Bergleute während der Arbeit. Da hatten dann die anderen Kumpel lange gesucht, aber nie etwas entdeckt.

Heute lagen die meisten Zechen still. Sie waren zu Denkmälern einer anderen Zeit geworden. Man brauchte nicht mehr so viel Kohle als Energieträger, es gab auch Importe, und da waren dann die meisten Kumpel überflüssig.

Ihre Heimat hatten die Familien nicht aufgegeben. Sie lebten nach wie vor im Schatten der Fördertürme, in ihren Zechenhäusern, diese schmalen Bauten, die ebenso grau waren wie die Kohle und dicht an dicht standen. In den letzten Jahren hatte sich die Luft gebessert. Zudem war es der Natur gelungen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. So hatte sie wuchern können und die Halden bedeckt. Kleine Waldstücke aus Niederholz, viel Unkraut, wildes Buschwerk und hohes Gras.

In der Kaue war davon nichts zu merken. Da schritten wir über den schmutzigen Boden hinweg und mussten achtgeben, nicht auszurutschen. Wie ein heller Geist tanzte der Strahl der Lampe durch die Finsternis, aber ein Ergebnis bekamen wir nicht zu sehen.

Als ich seufzte, wurde auch Bennet aufmerksam. »Ich weiß, was Sie jetzt denken, Mr. Sinclair.«

»So, was denn?«

Er leuchtete nur meine Beine an. »Sie denken, dass ich und die anderen spinnen.«

»Wie kommen Sie darauf?«

»Weil wir nichts sehen.«

Ich hob die Schultern. »Aber Sie bleiben dabei, dass der verschwundene Ken Bolder öfter hier gewesen ist – oder?«

»Ja.«

»Und Sie wissen nicht, was er hier gesucht hat?«

»Nein. Er hat darüber nicht gesprochen. Aber wir alle nahmen an, dass er etwas entdeckt hat. Diese alte Kaue war für ihn wichtig.« Bennet leuchtete wieder in die Runde. »Sie sehen ja selbst. Keine Spuren, keine geheimnisvollen Tiere, nichts oder niemand, der sich hier verborgen hält. Es ist alles so normal.«

»Da haben Sie recht.« Ich holte meine kleine Leuchte hervor, die deutlich schwächer war als die Lampe des pensionierten Ingenieurs.

Es war noch nicht Nacht, sondern erst Abend. Aber die Tage waren doch ziemlich kurz Ende Oktober, und auch das Wetter draußen passte zu dieser Jahreszeit. Der Dunst trieb wie ein nie abreißendes Gespinst durch die Orte und legte sich als Schleier über die Natur, als wollte er ihr Sterben gnädig verdecken.

Der November klopfte bereits an die Tür. Der Monat der Toten, des Nebels, der Traurigkeit und der Besinnung.

Ich leuchtete dorthin, wo die Kumpel früher unter den Duschtassen gestanden hatte. Zwanzig Kumpel hatten hier duschen können, doch das war vorbei.

Mitten in der Bewegung erstarrte meine Hand. Der Strahl blieb auf einem bestimmten Ort kleben, und ich gab Bennet mit der freien Hand ein Zeichen. »Was ist das?«

Der Ingenieur trat näher. »Weiß ich auch nicht. Damit habe ich nicht rechnen können.«

»Dann kennen Sie das Loch im Boden nicht?«

»Richtig, Mr. Sinclair, es ist mir neu.«

Ich ging näher auf diese ungewöhnliche Veränderung zu. Wenn der Mann sagte, dass es neu war, dann glaubte ich ihm. Welchen Sinn sollte er für eine Lüge gehabt haben?

Vor der Öffnung blieb ich stehen. Den Abfluss sah ich nicht mehr. Jemand hatte die alten Fliesen regelrecht aufgestemmt und aufgebrochen. Ob von unten oder von oben, das war nicht zu erkennen. Die Öffnung war groß genug für einen Menschen, der sich hindurchzwängen und in die Tiefe steigen konnte.

Gordon Bennet war ebenfalls näher getreten. Er schüttelte den Kopf. Dabei atmete er hektisch aus und ein. »Das ist verrückt und unverständlich. Ich begreife das nicht. Das Loch – einfach nicht zu fassen, verdammt!«

Meine Reaktion hielt sich in Grenzen. »Wann waren sie zum letzten Mal in dieser Kaue?«

»Vor drei Tagen, glaube ich. Es war am Tage. Ich bin durchgegangen, habe mich umgeschaut. Es war so etwas wie ein Kontrollgang. Obwohl ich aus dem Rennen bin, fühle ich mich als Frühpensionär noch immer verantwortlich. Außerdem lebe ich in Sichtweite der Zeche. Ich habe noch immer die frühere Einstellung zur Arbeit und zur Arbeitsstelle, auch wenn mich der Job meine Gesundheit gekostet hat.«

»Da haben Sie das Loch noch nicht gesehen.«

»Natürlich nicht. Sonst wäre ich ja nicht so überrascht. Ich frage mich, wer das Ding da aufgebrochen hat. Es muss jemand mit einem schweren Werkzeug gewesen sein.«

Ich widersprach. »Nicht unbedingt, Mr. Bennet.«

»Wieso?«

»Es klingt zwar etwas vermessen, aber ich denke mir, dass es auch umgekehrt der Fall gewesen sein kann. Da ist jemand von unten gekommen und hat die Erde aufgebrochen. Er muss sich regelrecht durchgewühlt haben, aber das ist auch nicht logisch, sonst hätten wir den Dreck gesehen, der hier gelöst sein muss. Da es nicht der Fall ist, glaube ich, dass der Schacht schon immer unter dieser Stelle an der Kaue gewesen sein muss.«

»Nein!«

Der heftige Widerspruch verwunderte mich. »Wie kommen Sie denn darauf?«

»Weil ich hier alles kenne.«

»Über der Erde.«

»Nicht nur, auch unter ihr. Ich bin hier als Ingenieur tätig gewesen. Ich habe...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3671-0 / 3838736710
ISBN-13 978-3-8387-3671-6 / 9783838736716
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