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John Sinclair 934 (eBook)

Der Arm des Monsters

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3665-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 934 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Arm des Monsters.

Angela Maitland hatte unerträgliche Schmerzen, und sie wusste, dass mit ihrem linken Arm etwas nicht in Ordnung war. Es kribbelte darin, denn in diesem Arm erwachte ein neues böses Leben, und das bereitete Angela höllische Angst ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Arm des Monsters


Schmerzen! Warum habe ich diese verdammten Schmerzen? Das ist doch nicht normal. Alles ist wunderbar gelaufen. Die Ärzte haben es mir gesagt. Sie haben es mir in die Hand versprochen. Es war prima. Besser hätte es nicht laufen können.

Und jetzt? Angela Maitland wusste nur, dass mit ihrem linken Arm etwas nicht in Ordnung war. Darin kribbelte es. Ein Stück anderes böses Leben.

Und das machte ihr Angst, große Angst …

An diesem späten Abend war die Flurbeleuchtung in der dritten Etage des Krankenhauses ziemlich heruntergedreht worden. Die nackten Wände wirkten schon ein wenig unheimlich, was sensible Gemüter durchaus beunruhigen konnte, nicht aber den Mann, der unterwegs war zu einem Krankenbesuch. Er zog die Glastür auf und ließ sie hinter sich zuschwappen. Er wirkte unsicher, als ginge er diesen Weg zum ersten Mal. Das stimmte jedoch nicht. Er war schon des Öfteren hier oben gewesen.

Der Mann trug einen glockenförmigen grauen Mantel aus einem leichten Wollstoff. Der Saum umwehte die Beine in Höhe der Waden. Da der Mantel offenstand, fiel die dunkelrote Weste auf, die im Kontrast zum ebenfalls neutralen Grau des Anzugs stand.

Das gebräunte Gesicht hatte weiche dennoch männliche Züge. Das volle, dunkle Haar, es war leicht gegelt und nach hinten gekämmt, glänzte.

Der Mann war hier bekannt. Er hatte zu jeder Tages- und Nachtzeit Zutritt, wenn er seine Frau Angela auf der sündhaft teuren Privatstation besuchen wollte.

An diesem Abend hatte er nichts mitgebracht. Seine Hände steckten in den Manteltaschen. Er bewegte die Finger unruhig, was sich auch an den Wellenlinien des Stoffs abzeichnete.

Dieser Abend war anders als die vorherigen, dachte er und korrigierte sich gleich selbst. Nein, er war nicht anders, er würde nur anders verlaufen, und deshalb spürte er die innere Nervosität. Er würde heute das Zeichen sehen, das hatte man ihm gesagt. Er durfte sich nur nichts anmerken lassen.

Dorian Maitland lauschte in die Stille, die allerdings nicht so ruhig war, wie man sie sich vielleicht auf dem abendlich leeren Flur eines Krankenhauses vorgestellt hätte.

Aus einem Schwesternzimmer hörte er leise Musik. Er lauschte für einen Moment und nickte sich selbst zu, als er den Komponisten dieser klassischen Melodie herausgefunden hatte.

Es war Mozart.

Er liebte Mozart. Bei seiner Musik geriet er ins Träumen. Da setzte er sich in seinen Sessel, streckte die Beine aus und schloss die Augen, das Glas Rotwein in der Hand. Dann gab es nur noch das Entspannen und das Lauschen.

Er ließ sich gedanklich treiben. Normalerweise, aber nicht heute.

Er schritt durch die Lichtinseln, und seine Gestalt warf lange Schatten, die ihn wie unheimliche, stumme Boten durch den Gang begleiteten.

Die Tür des Schwesternzimmers war nicht geschlossen. Es lag ungefähr in der Mitte des Gangs, dem Ärztezimmer genau gegenüber. Maitland blieb an der Tür stehen und klopfte leise, bevor er in das Zimmer hineinschaute, wo Schwester Helen saß, die für ihr Leben gern strickte. Auch jetzt bewegte sie wieder flink ihre Nadeln, schaute hoch und lächelte.

»Guten Abend, Mr. Maitland.«

»Danke, gleichfalls. Sie stricken wieder?«

»Ja!« gab sie zurück. In ihre Augen trat ein Leuchten. »Für meinen zweiten Enkel.«

Maitland verdrehte die Augen. »Sagen Sie das doch nicht immer. Sie und Enkel. In Ihrem Alter.«

Die Krankenschwester ließ das Strickzeug sinken. »Sie sind ein Schmeichler, Mr. Maitland, ein ganz großer sogar.«

»Mag sein«, gab er lächelnd zurück. »Aber bei Ihnen meine ich es ehrlich.« Er lächelte weiter und fragte: »Wie geht es meiner Frau?«

»Gut!«

»Das freut mich zu hören.«

»Es ist kein Zweckoptimismus. Ihrer Frau Angela geht es tatsächlich gut.«

»Hat sie etwas gegessen?«

»Drei Mahlzeiten.«

»Hervorragend.« Er räusperte sich und wurde etwas verlegen. »Hat sie auch mit dem – ich meine – mit den linken Arm …? Hat sie ihn normal bewegt?«

»Wahrscheinlich, Mr. Maitland. Aber ich hatte keinen Dienst. Sie hätten früher kommen müssen, dann wäre Schwester Diana noch hier gewesen. So aber kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben.«

»Ist nicht schlimm, ich bin ja gleich selbst bei ihr.«

»Sie kennen den Weg ja.«

Maitland nickte und deutete auf das Gestrickte. »Wenn der Pullover fertig ist, zeigen Sie ihn mir dann?«

Helens Augen leuchteten auf. »Gern, wenn Sie ihn wirklich sehen wollen.«

»Sonst hätte ich nichts gesagt.«

Er winkte ihr noch einmal zu und zog sich zurück.

Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde bissig. Es war gut, wenn man bekannt war und vom Personal akzeptiert wurde. So konnte er sich ungezwungen bewegen und brauchte keine Rechenschaft abzulegen. Man kannte ihn als einen sehr netten und freundlichen Menschen, was er auch gewollt hatte, aber er dachte auch daran, dass der Teufel ebenfalls freundlich sein konnte. Nun ja, man würde sehen.

Das Einzelzimmer seiner Frau Angela lag auf der linken Seite des Flurs. Es war das zweitletzte in der Reihe, und Maitland blieb für einen Moment vor der Tür stehen.

Er schaute zurück.

Der Gang war leer. Nicht dass er vor einem Arzt oder einer Schwester Furcht gehabt hätte, dieser Blick zurück war ihm einfach in Fleisch und Blut übergegangen. Er konnte ihn sich nicht mehr abgewöhnen.

Bevor er klopfte, schaute er auf die Uhr. Es war kurz nach zwanzig Uhr. Da schliefen erst die wenigsten Patienten, doch seine Frau mit Sicherheit noch nicht.

Er klopfte zweimal. Sein Zeichen. Angela würde das Geräusch hören und sich aufsetzen. So hatten sie es abgemacht.

Dann betrat er den Raum. Es war etwas wärmer als im Flur. Wie immer schaute er sich um, und wie bei jedem Besuch entdeckte er keine Veränderung im Krankenzimmer.

Das große Bett, die Geräte zur Überwachung dahinter, die bei Angela nur Alibifunktionen ausfüllten, er sah die beiden Sessel, den kleinen runden Tisch dazwischen, auf dem einige Zeitschriften lagen. und er schaute nach links, denn dort befand sich die Tür zum Bad.

Das Bett stand am Fenster. Und zwar so, dass die dort liegende Patientin nach draußen schauen konnte. Sie sah am Tag die Bäume und konnte die Sonne beobachten, wie sie über den Himmel wanderte. Jetzt, in der Dunkelheit des Septemberabends, war nicht viel zu erkennen. Selbst die Zweige der Bäume waren von der Finsternis geschluckt worden. Nur in der Ferne zeichnete sich ein schwacher Widerschein am Himmel ab. Dort lag der Moloch London, der nie schlief.

Eine Lampe streute Licht in die Umgebung des Betts. Sie hatte ihren Platz auf einem Beistelltisch am Kopfende des Bettes. Ein weicher Schein, der nicht blendete und von der Tür her so aussah, als hätte ein Kameramann für eine effektive Beleuchtung gesorgt, um eine bestimmte Szene aufzunehmen.

Angela Maitland hatte das Klopfen gehört und richtete sich nun auf, als ihr Mann die Tür schloss. Sie schaute zu, wie er auf ihr Bett zukam, und sie versuchte mit einem Lächeln alles andere zu überdecken.

Angela Maitland war dreißig, dunkelhaarig, hatte ein breites Gesicht mit hochstehenden Wangenknochen und vollen Lippen, und man hätte glauben können, die beiden seien Geschwister, doch sie waren verheiratet. Als Dorian den Mantel auszog und ihn aufhängte, hatte sich Angela bereits aufgerichtet.

Maitland nahm einen Stuhl mit, stellte ihn neben das Bett und ließ sich nieder. »Wie geht es dir?«

»Ich muss schrecklich aussehen«, erwiderte Angela leise und fuhr sich durchs Haar.

Dorian schüttelte den Kopf. »Nein, du siehst gut aus. Sehr gut sogar.« Er beugte sich vor und küsste sie.

Angela spürte diese Berührung wie einen Stromstoß durch ihren Körper gleiten, und sie verlangte nach mehr. Sie hätte ihn so gern umarmt und ihn auf das Bett gezogen, aber sie wusste auch, dass das nicht möglich war, und so blieb sie mit ihrem Frust allein.

Er hob den Kopf wieder an und streichelte ihre Wange. »Geht es dir wirklich gut?«

»Weiß nicht«, flüsterte Angela, noch immer ein wenig erhitzt. »Ich weiß es wirklich nicht.«

»Oh – was hast du denn?«

»Durst.« Sie lachte leise auf. »Ich habe tatsächlich Durst. Großen Durst sogar.«

Im Sitzen schaute sich Maitland um. »Gibt es denn hier kein Wasser?«

»Nein, man muss es holen. Wenn du so nett sein willst. Die Schwester hat bestimmt welches.«

»Klar doch.« Er stand auf und zupfte sein Jackett an den Schößen glatt. »Keine Sorge, ich bin gleich wieder da.«

»Und wenn sie haben, dann bring bitte noch etwas Orangensaft mit. Machst du das?«

»Klar.« Maitland lächelte seiner Frau zu und verließ das Zimmer.

*

Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, drang aus dem Mund der Patientin ein tiefer und stöhnender Atemzug. Sie hatte ihren Mann nicht angelogen. Der Durst quälte sie. Nur war es kein normaler Durst, denn in ihrem Körper brannte es wie Feuer. Da loderten die Flammen, die sich teilten und selbst ihre Fingerspitzen erreichten.

Am linken Arm war es besonders schlimm. Der brannte fürchterlich. Die Frau hatte sich in den letzten Minuten nicht getraut, ihn anzuheben.

Er lag auf dem Bett.

Sie hatte ihn angewinkelt. Der Lampenschein floss über ihn, sodass sie ihn gut sehen konnte. Er war jetzt ein Teil von ihr, aber er gehörte nicht zu ihr, er war angenäht worden. Ihren Arm hatte sie bei dem schrecklichen Unfall verloren, aber man hatte ihn geborgen und rechtzeitig genug wieder angenäht.

Den eigenen Arm.

Wirklich den...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3665-6 / 3838736656
ISBN-13 978-3-8387-3665-5 / 9783838736655
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