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John Sinclair 909 (eBook)

Das Opfer (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3640-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 909 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Das Opfer (1. Teil).

Als Jane Collins auf die schmale Brücke fuhr, fiel ihr sofort der quer über der Fahrbahn liegende Baumstamm auf, der ihr den Weg versperrte. Sofort wusste sie, dass es Ärger geben würde.

Jane stoppte, schaute aber dann in den Innenspiegel, umso schnell wie möglich die Brücke rückwärts zu verlassen.

Zu spät!

Ein Fahrzeug versperrte ihr bereits den Weg. Jane saß in der Falle!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Opfer (1. Teil)


Als Jane Collins auf die schmale Brücke fuhr, fiel ihr sofort der quer über der Fahrbahn liegende Baumstamm auf, der ihr den Weg versperrte. Sofort wusste sie, dass es Ärger geben würde.

Jane stoppte, schaute aber dann in den Innenspiegel, um so schnell wie möglich die Brücke rückwärts zu verlassen.

Zu spät!

Ein Fahrzeug versperrte ihr bereits den Weg. Jane saß in der Falle!

Nun war sie nicht der Typ, der durchdrehte. Sie blieb ruhig, schaute weiterhin in den Spiegel, während sie mit der linken Hand die Handtasche vom Beifahrersitz holte, sie auf ihren Schoß legte und öffnete. Sie griff hinein, fühlte den kühlen Griff der Astra-Pistole, was sie ein wenig beruhigte. Sie ließ die Waffe aber stecken.

Sie wollte abwarten.

Das Fabrikat des schwarzen oder dunkelgrauen Wagens war gut zu erkennen, denn auf der Kühlerhaube blitzte der Stern in einem runden Kreis wie ein Signal.

Jane lachte über sich selbst. Okay, sie war hereingefallen, aber woher hätte sie wissen können, dass die Umleitung keine echte gewesen war, sondern eine Falle. Jane hatte wirklich nicht mit einer Falle rechnen können, auf dem Weg nach Blackpool, wo sie an einem kleinen Kongress der Detektive teilnehmen und sogar Vorträge halten sollte.

Nun steckte sie in der Klemme, und es sah nicht so aus, als würde sie da ungeschoren wieder herauskommen, obwohl sich bei dem Mercedes noch nichts getan hatte.

Wer immer in diesem Fahrzeug saß, er machte keine Anstalten, auszusteigen. Jane konnte auch nichts erkennen, denn die verdunkelten Scheiben verwehrten ihr einen Blick in den Wagen.

Wo sollte sie hin?

Nach vorn war der Weg durch einen Baumstamm versperrt, hinter ihr lauerte der Mercedes. Die Falle schien perfekt. Jane kam der Gedanke, dass sie es hier mit gewieften Profis zu tun hatte, und das wollte ihr überhaupt nicht gefallen. Auch wenn sie äußerlich ruhig wirkte, innerlich sah es anders aus.

Plötzlich war es Jane in ihrem Golf warm geworden. Keine Hitze, die von einer Heizung stammte, die war nämlich abgeschaltet worden, nein, es waren Hitzewallungen, die erste Schweißperlen auf ihr Gesicht zauberten.

Jemand wollte etwas von ihr! Aber wer? Wer hockte in diesem Wagen und wartete ab, dass sie die Nerven verlor. Noch blieb sie ruhig, und sie überlegte konzentriert.

Am Himmel zeichnete sich ein Muster aus Wolken und freien Flächen ab, auf der sich hin und wieder ein Sonnenstrahl verlief. Das gleiche Bild spiegelte sich auch auf der Kühlerhaube des Golfs wider, allerdings dunkler.

Die Brücke gehörte noch zu den älteren Bauten. Dicke Steinmauern bildeten die beiden Geländer.

Was tun?

Die Brücke führte über einen kleinen Fluss, der zu dieser Jahreszeit ziemlich viel Wasser führte, das sicherlich auch nicht besonders warm war. Notfalls, so dachte Jane, musste sie eben in das Wasser springen, um den anderen zu entkommen.

Diese Möglichkeit allerdings schloss sie so gut wie aus. Wenn man versuchen würde, sie mit Waffengewalt aufzuhalten, war das immer möglich. Einer Kugel konnte ein Schwimmer sicherlich nicht entkommen. Also schied diese Art von Flucht ebenfalls aus, und Jane beschäftigte sich mit dem Gedanken, was man überhaupt von ihr wollte.

Feinde hatte sie genug, davon konnte sie ein Lied singen. Nur tauchten diese Feinde nicht eben in einem Wagen der europäischen Luxusklasse auf. Die traten anders auf, auch weniger gangsterhaft.

War das das Stichwort? Gangster?

Jane konnte sich mit diesem Gedanken nur schlecht anfreunden. Sie befand sich zwar auf der Fahrt zu einem Detektiv-Kongress, aber das war noch längst kein Grund für irgendwelche dunklen Gestalten, sie zu überfallen. Dass man sie töten wollte, daran glaubte sie nicht, sonst hätten sie es bereits getan. Also musste etwas anderes dahinterstecken.

Jane hatte den schweren Mercedes nicht aus den Augen gelassen. Sie wusste auch nicht, wie viel Zeit mittlerweile vergangen war. Die absolute Ruhe jedoch war in dem Augenblick vorbei, als sich die Beifahrertür des Mercedes langsam öffnete. Jane schaute zu, wie sie im Zeitlupentempo aufschwang. Wer immer den Wagen verlassen wollte, er ließ sich Zeit und spielte zudem mit ihren Nerven.

Beine erschienen, umspielt vom Stoff einer dunklen Hose. Jane sah auch einen hellen Mantel, den der aussteigende Mann offen trug.

Er schraubte sich neben dem Wagen in die Höhe, und Jane griff in ihre Handtasche, um den Griff ihrer Pistole zu umklammern. Wenn es sein musste, würde sie sich schon zu wehren wissen, das stand fest. Dann holte sie die Waffe hervor, beugte sich dem Lenkrad entgegen und steckte die Astra in den Hosengürtel.

Während dieser Aktion hatte sie den Blickkontakt zu dem ausgestiegenen Mann verloren. Als sie ihn wieder aufgenommen hatte, kam der Typ im Staubmantel gerade auf ihren Golf zu, und Jane konnte ihn jetzt besser erkennen.

Er war sehr groß. Obwohl der Mantel und das Jackett seinen Körper verbargen, musste er zur Gilde der Bodybuilder gehören. So etwas sah man diesen Leuten an.

Auf dem Kopf des Fremden wuchsen dunkle Haare, die straff zurückgekämmt waren. Er hatte sie sehr lang wachsen lassen, um sie im Nacken zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden zu können. Das Gesicht war glatt und knochig. Wenn Jane nicht alles täuschte, handelte es sich bei dem Mann um einen Asiaten. Die Gesichtszüge deuteten darauf hin.

Allein war dieser Typ sicherlich nicht gekommen. Wer noch im Mercedes lauerte, wusste Jane nicht. Sie machte misstrauisch, dass der Schwarzhaarige nur seinen linken Arm zeigte, den rechten hielt er unter dem Mantel verborgen.

Warum?

Trug er eine Waffe?

Jane merkte, wie ihr Herz schneller schlug. Die Gefahr kam näher, und Jane kam sich in dem Wagen wie in einem Käfig vor.

Der Mantelträger erreichte den Golf. Neben der rechten Fahrerseite blieb er stehen und bückte sich, dabei klaffte sein Mantel auf, und endlich konnte Jane Collins auch den rechten Arm des Mannes sehen, ebenso die rechte Hand.

Die Finger umklammerten den Griff einer kleinen, aber brandgefährlichen Maschinenpistole aus tschechischen Beständen, eine Scorpion. Der Mann lächelte gegen die Scheibe. Für Jane war dieses Gesicht trotz allem nur eine widerliche Fratze.

Sie tat nichts.

Der Mann lächelte weiter, aber er deutete mit der freien Hand an, was er wollte. Er ließ die Faust ein paar Mal kreisen, und Jane wusste Bescheid.

Sie kurbelte die Scheibe nach unten. Frische Luft strömte in den Wagen. Etwas kühl, schon abendlich angehaucht, aber sie tat Jane gut.

»Was wollen Sie?« Jane Collins hatte beschlossen, forsch vorzugehen. »Was soll dieser Unsinn mit dem Baum? Dann noch der Wagen dahinter. Das ist eine Falle.«

»Ich weiß.«

Jane holte schnaufend durch die Nase Luft. »Sehr schön, Mister. Warum haben Sie mir die Falle gestellt?«

»Das wirst du schon sehen.«

»Du? Ich wüsste nicht, dass wir uns kennen.«

Der Schwarzhaarige mit dem leicht asiatischen Aussehen hob die Augenbrauen. »Ich heiße Raki und …«

»Interessiert mich nicht.«

Er sprach trotzdem weiter. »Ich heiße also Raki, und ich habe bisher noch jeden Auftrag ausgeführt. Ich habe sie alle geschafft, ich habe sie alle gebracht, ob tot oder lebendig. Und ich werde auch diesen Auftrag durchführen, nur damit du Bescheid weißt.«

»Welchen Auftrag?«

»Das wirst du schon sehen.«

»Und wenn ich nicht will?«

Raki zog sich etwas zurück. Dann hob er die Schultern. Er sah für einen Moment aus wie jemand, der aufgegeben hatte. Nur war das nicht der Fall. Er hatte nur zu dicht an der Tür gestanden. Aufzerren konnte er sie nicht, denn sie war verriegelt. Dafür griff er zu einer anderen Methode. Blitzschnell zuckte seine linke Hand durch das offene Fenster und tauchte vor Janes Gesicht auf.

Sie wollte zwar noch zur Seite weichen, aber sie war nicht schnell genug. Die Finger umklammerten ihren Hals. Janes Oberkörper wurde nach unten gedrückt. Mit der Stirn schlug sie auf den Lenkradring, und eine andere Hand glitt geschmeidig über ihren Rücken hinweg, um die Astra aus dem Hosenbund zu ziehen.

Die erste Hand ließ sie los.

Jane schnellte zurück in eine normale Sitzhaltung – und musste mit ansehen, wie der Kerl die zuvor entriegelte Tür aufzerrte, sogar noch neben ihr stehen blieb und mit sanfter Stimme die Fahrerin aufforderte, den Wagen zu verlassen. »Wir werden auch dafür sorgen, dass er weggefahren wird. Für dich heißt es jetzt umsteigen.«

Jane brauchte nicht mehr lange zu überlegen. Wenn sie sich weigerte, würde Raki zu härteren Mitteln greifen, und das wollte sie auf keinen Fall riskieren.

»Gut, ich komme mit.«

»Ich habe nichts anderes erwartet.« Raki lächelte überlegen. Er schaute dabei zu, wie Jane Anstalten traf, ihren Golf zu verlassen, was ihr vorkam wie ein Abschied.

Lady Sarah Goldwyn hatte mit ihrer Warnung recht behalten, doch sie hatte Jane die Fahrt nicht ausreden können. Sarah schien einen sechsten Sinn für Gefahren zu haben, das wusste Jane jetzt.

Als sie neben dem Golf stand, schlug Raki die Tür zu. Der Knall hörte sich an wie ein Pistolenschuss, und Jane Collins schrak zusammen. Sie verkrampfte sich für einen Moment, obwohl sie es gar nicht wollte. Der Vergleich mit einem zufallenden Sargdeckel war ihr ebenfalls in den Sinn gekommen, und die Freundlichkeit der Umgebung war verschwunden. Jetzt kam sie ihr düster vor und bedrohlich.

Die beiden Ufer des kleinen Flusses waren mit Bäumen bewachsen. Birken und Trauerweiden wechselten sich ab.

»Der Wagen wartet«, sagte...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3640-0 / 3838736400
ISBN-13 978-3-8387-3640-2 / 9783838736402
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