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John Sinclair 865 (eBook)

Auf ewig verflucht?

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3596-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 865 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Auf ewig verflucht?

Das düstere Haus auf dem Hügel lag vor ihm wie ein leeres Grab! Matteo wusste genau, dass es zu seinem Grab werden würde. Es war so beschlossen, und es war immer so gewesen. Das Räumkommando, es bestand aus drei Männern, hatte noch nie jemand laufen lassen.

Einer fuhr den Wagen, die beiden anderen saßen im Fond. Zwischen ihnen Matteo. Er gehörte nicht zu den Männern, die sich leicht ängstigten, aber in dieser Situation wurde selbst ihm mulmig. Das Haus auf dem Hügel, zu dem ein Serpentinenweg hoch führte, war längst zu einer Legende geworden. Man konnte hinein, aber nicht mehr hinaus.

Matteo schmeckte das Blut. Klar, sie waren nicht eben zärtlich mit ihm umgegangen. Mit einem Revolverkolben waren ihm einige Zähne eingeschlagen worden. Die weiteren Treffer, in den Magen, hatten ihn vollends groggy gemacht.

Mit kalten Wassergüssen hatten sie ihn wieder aus seinem Trauma 'geweckt' und in den Totenwagen verfrachtet, einen dunklen Daimler der Oberklasse. Die Klimaanlage sorgte dafür, dass Matteo das kühle Grab stets vor Augen hatte ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Auf ewig verflucht?


Das düstere Haus auf dem Hügel lag vor ihm wie ein leeres Grab! Matteo wusste genau, dass es zu seinem Grab werden würde. Es war so beschlossen, und es war immer so gewesen. Das Räumkommando, es bestand aus drei Männern, hatte noch nie jemand laufen lassen.

Einer fuhr den Wagen, die beiden anderen saßen im Fond. Zwischen ihnen Matteo. Er gehörte nicht zu den Männern, die sich leicht ängstigten, aber in dieser Situation wurde selbst ihm mulmig. Das Haus auf dem Hügel, zu dem ein Serpentinenweg hoch führte, war längst zu einer Legende geworden. Man konnte hinein, aber nicht mehr hinaus.

Matteo schmeckte das Blut. Klar, sie waren nicht eben zärtlich mit ihm umgegangen. Mit einem Revolverkolben waren ihm einige Zähne eingeschlagen worden. Die weiteren Treffer, in den Magen, hatten ihn vollends groggy gemacht.

Mit kalten Wassergüssen hatten sie ihn wieder aus seinem Trauma »geweckt« und in den Totenwagen verfrachtet, einen dunklen Daimler der Oberklasse. Die Klimaanlage sorgte dafür, dass Matteo das kühle Grab stets vor Augen hatte …

Wenn er aus dem Fenster schaute, konnte er die Bucht sehen. Sie lag tief unter ihm, eine herrliche Gegend, geprägt von Palmen, Meer und Wind.

Hier dachte man nicht an den Tod. Hier nahm man den Geruch der Blüten auf oder schaute den Wedeln der Palmen zu, die sich im sanften Wind bewegten.

Der schwere Wagen fuhr lautlos die Straße hoch. In den Kurven verhielt er sich wunderbar. Er glitt seidenweich hinein, nur manchmal streiften Zweige seine Karosserie. Die blassen Scheinwerfer des Autos erinnerten an Totenaugen, die nach vorn in die schwarzblaue Dunkelheit der Nacht hineinglotzten.

Noch eine Kehre, dann waren sie am Ziel.

Matteo hätte sich am liebsten nach vorn gebeugt und gewürgt, das aber hätten Maldini und Evani nicht zugelassen. Der Fahrer hieß Baggio und war der jüngste aus dem Killer-Trio.

Die Kurve wurde genommen. Licht flutete gegen den kleinen Platz vor dem Haus mit der breiten Treppe. Die Haustür lag etwas versteckt. Über ihr breitete sich der Boden einer Terrasse aus, zu der auch große Fenster gehörten.

Alle Fenster waren geschlossen, und alle sahen aus wie schwarze Vierecke. Kein Licht brannte hinter irgendeiner Scheibe. Dieses Haus war nicht nur so kühl wie ein Grab, es war auch so düster, und Matteo fing an zu frieren.

Baggio hielt an.

Er war der Erste, der die Tür öffnete und ausstieg. Als Evani und Maldini den Wagen verließen und sich verteilten, hatte Baggio eine kurzläufige Maschinenpistole auf den zuletzt aussteigenden Matteo gerichtet. Der war nicht mehr in der Lage, sich zu wehren. Schmerzen peinigten ihn, als er in einer verkrümmten Haltung den Daimler verließ und schwankend stehen blieb.

Maldini fasste ihn an der Schulter. Sein Griff war knochenhart. Evani war schon vorgegangen. Er nahm leichtfüßig die Treppe und schloss die Haustür auf.

Matteo wurde hineingeführt. Kaum hatte er einen Schritt über die Schwelle getan, da schauderte er zusammen. Nicht allein wegen der Kühle, die hier tatsächlich herrschte, ihm fielen auch zahlreiche Geschichten ein, die man sich flüsternd erzählte.

Manche sprachen davon, dass Menschen in diesem Haus gefressen wurden, andere redeten von blutigen Hinrichtungen und langen Folterqualen, fest stand, dass nur sehr wenige die Wahrheit wussten, vielleicht nur eine Person, und die schwieg.

Maldini stieß die Tür zu. Evani hatte das Licht in der kleinen Halle eingeschaltet, und Baggio hielt Matteo wieder in Schach.

Es war ein leerer Raum.

Matteo schaute sich um. Er suchte nach Blut, nach Haut- und Knochenresten und entdeckte weder das eine noch das andere. Dieses Haus war einfach leer.

Wenn es irgendwelche Folterinstrumente gab, dann standen sie in anderen Räumen oder im Keller vielleicht, aber nicht in dieser Halle.

Er wurde abgeführt.

Es standen mehrere Türen zur Auswahl. Sie hätten auch eine Treppe hochgehen können, aber Evani schritt auf eine bestimmte Tür zu. Er schloss sie auf und öffnete sie.

Dann nickte er den anderen zu.

Matteo, der trotz seiner Furcht sehr aufmerksam war, hatte durchaus den ängstlichen Blick bemerkt, den Evani in den dunklen Raum hinter der Tür hineingeworfen hatte.

Dort also war es.

Matteos Magenmuskeln krampften sich zusammen. Auf einmal war sein Schweiß eisig, und die Kleidung klebte ihm am Körper. Er traute sich nicht, über die Stirn zu wischen, im Mund schmeckte er noch immer das eigene Blut. Maldini stand hinter ihm. Erst als Evani nickte, erhielt Matteo einen leichten Stoß in den Rücken, der ihn direkt auf die offene Zimmertür zutrieb. Er wusste, wo er hineingehen musste.

An Evani ging er vorbei.

Nicht ein Muskel zuckte in dessen Gesicht. Keiner der drei Männer hatte während der Fahrt gesprochen, und auch jetzt sagten sie nichts, sie warfen nur die Tür zu, kaum dass Matteo den Raum betreten hatte.

Schluss, vorbei!

Auf einmal war es stockfinster. Obwohl Matteo die Augen weit aufgerissen hatte, bekam er nichts zu sehen. Die Finsternis zwischen den Wänden hüllte ihn ein.

Ein Zurück?

Nein, das gab es nicht mehr. Er war ein Gefangener. Er würde die Qualen erleiden müssen, und durch seinen Kopf flirrten die schlimmsten Gedanken. Er dachte an schreckliche Foltermethoden, zu denen Menschen fähig waren, und auch er war an einem Punkt angelangt, wo er nicht mehr konnte.

Er schrie!

Und diese Schreie flößten Angst ein. Sie irrten durch den Raum, sie brachen sich an den Wänden, und sie peitschten wieder zurück in seine Ohren, die er sich irgendwann zuhielt.

Das konnte er, denn man hatte ihm keine Handschellen angelegt. Die andere Seite war sich ihrer Sache sehr sicher gewesen, und auch jetzt würde er nicht entkommen können.

Es passierte nichts.

Erst nach einer Weile fiel Matteo auf, dass er in Ruhe gelassen wurde. Nicht dass es ihm etwas ausgemacht hätte, aber er wunderte sich schon darüber. Es war nicht ein Geräusch zu hören. Absolute Stille herrschte. Hinzu kam die Dunkelheit, und Matteo stellte erst jetzt fest, dass es in diesem Raum nicht ein einziges Fenster gab.

Dieser Raum war ein schwarzer Schlund in den kein Licht drang.

Er hörte sich selbst röchelnd atmen. In seinem Leib zuckten die Schmerzen wie Stiche. Seine Lippen waren so geschwollen, dass er nicht sprechen konnte, auch am Hals hatte ihn ein Schlag erwischt und dort eine Schwellung verursacht.

Für ihn würde es am schlimmsten sein, wenn er auf der Stelle stehen blieb und nichts tat. Matteo wollte sich bewegen, und er streckte die Arme aus, als er die ersten Schritte ging. Schon bald streiften seine Hände über die glatte Wand hinweg. Das beruhigte ihn etwas, denn er hatte einen Halt gefunden.

Die Wand ließ er auf seiner Wanderung durch den Raum nicht los. Dann ertastete er die Tür. Als seine zitternden Hände auf der Klinke lagen, hatte er für einen Moment das irrwitzige Gefühl, sie nach unten zu drücken und die Tür öffnen zu können.

Es war ein Wunschtraum, und es blieb für ihn ein Wunschtraum. Die Tür war zu, abgeschlossen, und als Matteo voller Wut und Enttäuschung dagegen hämmerte, da stellte er anhand der Echos fest, dass sie noch verstärkt worden sein musste.

Erschöpft sank er schließlich vor der Tür zusammen. Aus der Hocke kippte er in Rückenlage. So blieb er auch auf dem kalten Steinboden liegen, die Augen weit geöffnet, gegen eine Decke starrend, die er nicht einmal ahnen konnte. Sie lag für ihn weiter weg als die schwarzen Löcher im All.

Irgendwann schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf. Ich liege hier und warte, dachte er. Auf was warte ich? Auf den Tod? Bestimmt, denn der Tod hat viele Gesichter. Matteo konnte hier verdursten oder verhungern. Sicherlich hatten sich seine Feinde auch andere Dinge ausgedacht, um ihn kleinzukriegen.

Sie haben mich hier zurückgelassen. Eingesperrt in völliger Dunkelheit.

Was erzählte man sich über dieses Haus? Dass es eine Falle war. Eine gefährliche, eine tödliche Falle, in die ein Mensch hineinrutschen konnte? Wer hinter diesen Mauern verschwunden war, der war nicht mehr zurückgekommen, den hatte niemand mehr gesehen. Selbst das Meer hatte kein einziges Opfer zurück ans Ufer gespült.

Wo waren sie?

Matteo fand es verrückt, sich darüber Gedanken zu machen. Es waren nicht seine Sorgen. Die anderen hatten es hinter sich, er aber hatte alles noch vor sich.

Damit begannen die echten Probleme.

Er schluckte. Auch das fiel ihm schwer. Die Lippen waren wund. Immer wieder rissen sie auf, wenn er den Mund bewegte. Dann quollen erneut kleine Blutstropfen aus den Wunden. Er schmeckte sie auf der Zunge. Auch die Schmerzen im Körper machten sich wieder bemerkbar. Er fragte sich, warum sie ihn nicht gleich in die Bucht geworfen hatten. Beton an den Füßen, dann wäre die Sache erledigt gewesen.

Sie hatten ihn als einen Verräter angesehen. Nur weil er die Organisation um ein paar tausend Dollar betrogen hatte. Das konnte sie verkraften. Was hatten die anderen Verschwundenen getan?

Matteo versuchte, sich daran zu erinnern. Es wollte ihm nicht gelingen. Er kam einfach nicht darauf. Die Dinge liefen nicht gut, sie rannen ihm einfach davon.

Wie lange er schon in diesem leeren Raum lag, wusste er nicht. Es war nicht nur die Finsternis, die ihn bedrückte, es war auch das Alleinsein, das Wissen darum, dass ihm keiner helfen würde. Es wusste auch niemand, wo er sich aufhielt.

Etwas fiel ihm auf.

Es war der Geruch.

Er schwang durch den Raum, kitzelte seine Nase, und Matteo verzog die Lippen.

Er...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3596-X / 383873596X
ISBN-13 978-3-8387-3596-2 / 9783838735962
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