John Sinclair 876 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3607-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Die unheimliche Macht (1. Teil).
Manche Jobs sind zum ... Sie wissen schon, zum Aus-der-Haut-Fahren. Und mir hatte man mal wieder so einen Job angedreht, aber nur weil mein Chef, Sir James Powell, von oben her Druck bekommen hatte. Den hatte er weitergegeben und mir erklärt, dass man gewissen Leuten eben einen Gefallen tun muss, besonders dann, wenn es sich dabei um die Frau eines hohen Geheimdienst-Offiziers handelt. Ihr Mann war buchstäblich von einer Minute auf die andere verschwunden. Aber er würde zurückkehren. Er hatte ihr gesagt, dass er sie holen und dann ins Jenseits schaffen würde. Und er würde nicht als derjenige zurückkehren als der er auf die lange Reise gegangen war ... Die unheimliche Macht, die für das Verschwinden des Offiziers verantwortlich sein sollte, musste ich also unter die Lupe nehmen. Und es gab sie tatsächlich, die große Überraschung ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die unheimliche Macht (1. Teil)
Tapp … tapp … tapp …
Die Geräusche kamen näher und näher. Deutlich waren die Tritte zu hören, und sie rissen Senta Storm aus ihrem Dämmerzustand.
Im Bett richtete sie sich auf. Sie starrte gegen die Tür. Noch hörte sie die Tritte.
Plötzlich verstummten sie!
Dann flog die Tür auf!
Senta schrie, schrie und schrie …
Manche Jobs sind zum … nun ja, Sie wissen schon. Eben zum Aus-der-Hautfahren.
Und mir hatte man einen derartigen Job angedreht, aber nur weil mein Chef, Sir James, von oben her Druck bekommen hatte. Den hatte er weitergegeben und mir erklärt, dass man gewissen Leuten eben einen Gefallen tun muss, besonders dann, wenn es sich dabei um die Frau eines hohen Geheimdienst-Offiziers handelt. Ihr Mann war buchstäblich von einer auf die andere Minute verschwunden.
Aber er würde zurückkehren. Er hatte ihr gesagt, dass er sie holen und ins Jenseits schaffen würde. Und er würde nicht mehr als derjenige zurückkehren, als der sie ihn kannte.
So weit, so schlecht!
Mich hatte es dann erwischt. Für drei Tage sollte ich den Leibwächter spielen. Wenn sich bis zum letzten Tag nichts getan hatte, würde Suko meinen Job übernehmen.
Senta Storm wohnte in einem netten Landhaus. Viel zu groß für zwei Personen, aber dieses Haus war ihr und ihrem Mann von der Regierung zugeteilt worden. Ich hatte herausgefunden, dass sie nicht mal Miete zu zahlen brauchten, alles hatte die Regierung übernommen. Meiner Ansicht nach musste dieser verschwundene General Storm ein sehr hohes Tier in der Geheimdienst-Hierarchie sein.
»Noch geheimer als geheim«, hatte mir mein Chef gesagt und mich mit diesem ungewöhnlichen Wissen meinem Schicksal überlassen.
In der ersten Nacht war nichts passiert. Nur ich hatte mich später darüber geärgert, dass ich kaum eine Mütze voll Schlaf gefunden hatte. Ich war immer wieder wie auf dem Sprung gewesen. Gebracht hatte es nichts, von einer Entschuldigung der Senta Storm einmal abgesehen. Aber sie war nach wie vor davon überzeugt, dass ihr Mann zwar tot war, aber trotzdem irgendwie zurückkehren würde.
Ich kannte mich da nicht aus. Ich begriff auch den Widersinn der Botschaft nicht, aber einigen Leuten musste es verdammt ernst sein, sonst hätte man mich nicht abkommandiert.
Die zweite Nacht.
Den Abend hatte ich mit Senta Storm, einer attraktiven Frau um die Vierzig, verbracht. Wir waren beide etwas nervös gewesen, sie mehr als ich. Bei mir lag es auch an der Müdigkeit, die in den Abendstunden zurückkehrte, obwohl ich tagsüber einige Stunden geschlafen hatte.
Kaffee sorgte dafür, dass die Müdigkeit verschwand, und so warteten wir.
Irgendwann hatte Senta vorgeschlagen, das Bett aufzusuchen. Sie wollte einfach nicht mehr herumsitzen, zudem hatte sie reichlich Rotwein getrunken und die nötige Bettschwere erlangt.
Ich brachte sie bis an die Tür des Schlafzimmers, wo sie sich drehte und sich gegen mich drängte. Mit dem Zeigefinger spielte sie an meiner Unterlippe. Der Blick, mit dem sie mich anschaute, war verhangen. »Am liebsten hätte ich, wenn sie bei mir blieben, John. Kommen Sie, das Bett ist breit genug.«
»Das glaube ich Ihnen gern, Senta, aber wir haben unsere Spielregeln, an die wir uns halten müssen.«
»Hören Sie doch auf! Wo kein Kläger ist, da gibt es auch keinen Richter.«
»Tut mir leid, Senta, die Sache ist zu ernst. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nacht.«
»Gut, gut.« Mit sehr müden Bewegungen drehte sie sich um und stemmte auch ihre Hand auf die Türklinke. Ich wartete, bis sich die Frau in ihr Schlafzimmer zurückgezogen hatte, drehte mich um und ging kopfschüttelnd einige Türen weiter, wo mein Zimmer lag, in dem ich Wache halten sollte.
Es war ein Gästezimmer, das mit Möbeln aus den dreißiger Jahren eingerichtet war. Dazu gehörte auch ein Bad, in dem ich mich frisch machte. Ich zog mich allerdings nicht aus, ließ sogar die Schuhe an, als ich mich anschließend auf das Bett legte.
Die Bettwäsche schützte ich mit einer kleinen Decke vor den Schuhen.
Die zweite Nacht also.
Wenn sie wieder so verlief wie die Erste, würde ich mich bei Sir James beschweren. Ich hielt von diesem verdammten Auftrag sowieso nichts, doch ich war in diesem Fall Befehlsempfänger.
Warten auf General Storm!
Auf einen Mann, der urplötzlich vom Erdboden verschwunden war und seiner Frau trotzdem erklärt hatte, dass er zurückkehren würde. Die Erklärung war auf eine ungewöhnliche Art und Weise gegeben worden. Laut ihrer Aussage hatte sie für einen winzigen Moment den Körper ihres Mannes gesehen, dann war er wieder verschwunden gewesen.
Einfach so …
Hatte sie gesponnen, hatte sie sich Wunschträume eingebildet und sie gewissen Leuten als Realität verkauft?
Ich wusste es nicht. Ich kam überhaupt nicht mit gewissen Dingen zurecht, es war alles so schrecklich vage, und es konnte sich auch niemand das Verschwinden des Mannes erklären.
Ich lag auf dem Rücken, hatte die Hände unter dem Kopf verschränkt und ließ mir verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf gehen. Es war natürlich möglich, dass er einfach so verschwunden war. Weggelaufen, weil er die Last der Verantwortung nicht mehr ertragen konnte.
Man hatte mir auch nicht gesagt, in welcher Abteilung er arbeitete und womit er beschäftigt war. Ich wusste nur, dass er einige Male in den Staaten gewesen war, wo es geheime unterirdische Forschungsstätten gab, an die kein Fremder herankommen durfte. Dort beschäftigte sich man mit Dingen, die in den Bereich der Sciene Fiction gingen und teilweise unter der Überschrift ASW liefen.
Normalerweise ließen sich die Amis nicht in die Karten gucken. Bei Storm hatten sie wohl eine Ausnahme gemacht.
Nun war er verschwunden.
Alarmglocken hatten geklingelt, und ich war derjenige, der sie wieder abstellen sollte.
Zwar lag ich auf dem Bett, der Schlaf aber wollte wieder nicht kommen. Das Phänomen kannte ich schon von der letzten Nacht her, diesmal allerdings war die Unruhe eine andere.
Es lag etwas in der Luft!
Eigentlich lächerlich, wenn es jemand wie ich dachte, aber es stimmte. Irgendwie hatte sich die Umgebung verändert, das spürte ich durch das geschlossene Fenster.
Draußen vielleicht?
Ich erhob mich und ging auf das breite Fenster zu. Beide Flügel ließen sich öffnen.
Die Nachtluft war kühl. Die große Hitze hatte sich verabschiedet, und der September roch bereits nach Herbst. Von diesem Fenster aus hatte ich einen wunderbaren Blick über das Land hinweg, wobei der Himmel in der Ferne einen hellen Streifen zeigte.
Dort lag der Flughafen Heathrow, und da war es eigentlich nie richtig dunkel.
Das Haus des verschwundenen Generals lag in einem Garten. Ein gepflegtes Grundstück, auf dem unter hohen Platanen Bänke und Tische standen. Der nächste Nachbar war nur bei Tageslicht zu sehen, hier wohnte man einsam, und deshalb wurde das Haus des Generals auch elektronisch überwacht.
Auch jetzt war die hochmoderne Alarmanlage eingeschaltet. Da kam nicht mal eine Maus durch, ohne dass die Sirene anschlug und an der nächsten Polizeistation eine Batterie Lampen hektisch aufleuchtete.
Bevor ich aufstand, hatte ich noch das Licht der kleinen Nachttischleuchte eingeschaltet. Der Schein breitete sich aus, erfasste mich, der ich am offenen Fenster stand, jedoch nicht.
Etwas war anders geworden als in der letzten Nacht. Es war nicht zu sehen, nur zu fühlen oder zu schmecken, und ich nahm es immer deutlicher wahr.
Ich blieb am Fenster stehen und »schnüffelte«. Es lag einfach an der Luft draußen, sie war so ungewöhnlich klar und trotzdem von einem gewissen Geruch durchweht.
Oder war sie elektrisch geladen? Kam ein Gewitter?
Ich beugte mich vor und schaute in verschiedene Richtungen, doch da war nichts. Es bewegte sich niemand durch den Garten, es flog nichts über das Haus hinweg, und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass etwas völlig Fremdes auf mich zukam.
Etwas, mit dem ich noch nie zu tun gehabt hatte. Es war da, aber ich sah es nicht.
Sollte sich Senta Storm doch nicht geirrt haben? Gab es da tatsächlich etwas, mit dem sie und jetzt auch ich nicht zurechtkam? Welches Geheimnis umgab den verschwundenen General?
Da ich nichts erkennen konnte und selbst die Gestirne des Himmels hinter einer dünnen Decke wieder verschwunden waren, zog ich mich zurück. Ich schloss das Fenster, öffnete die Kühlschranktür und holte eine Flasche Mineralwasser hervor.
Nach einem langen Schluck stellte ich die Flasche wieder weg. Eine automatische Bewegung. Das Öffnen der Kühlschranktür, das Hineinstellen der Flasche in das schmale Regal an der Seite – und …
Auf einmal war es dunkel!
Im Kühlschrank sah ich kein Licht mehr. Und auch die Nachttischlampe brannte nicht.
Stockfinster!
Ich ließ die Flasche los und schloss die Tür. Langsam drehte ich mich um, die Hand nahe der Beretta, bereit, die Waffe sofort hervorzuziehen.
Im Zimmer hatte sich nichts verändert. Bis eben auf die tiefe Dunkelheit, an die sich meine Augen nur langsam gewöhnte. Den Fensterausschnitt sah ich, Schrank, Bett, Tür, es war alles noch so wie vor einigen Sekunden. Warum zum Henker, war das Licht so plötzlich erloschen? War dies der Anfang vom Ende?
Wenn ja, wovon?
Ich hatte eine Frau zu beschützen, und deshalb konnte ich nicht mehr länger in diesem Raum bleiben. Der Energieausfall musste etwas mit ihr oder mit dem Verschwinden ihres Mannes zu tun haben. Sollten noch andere Dinge passieren, wollte ich so...
| Erscheint lt. Verlag | 23.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3607-9 / 3838736079 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3607-5 / 9783838736075 |
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