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John Sinclair 880 (eBook)

Ich will dein Blut, Sinclair!

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3611-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 880 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Ich will dein Blut, Sinclair!.

Um diese Zeit lag der Nebel wie ein nie abreißendes Leichentuch über der Straße, aber Kenneth Bromley hatte sich in den langen Jahren seines Trucker-Daseins daran gewöhnt. Er akzeptierte ihn, er kam damit zurecht, denn er wusste genau, dass der Winter wieder von einem Frühling abgelöst wurde. Kein Grund für ihn, nicht mehr zu fahren, und in der Nacht herrschte sowieso weniger Betrieb auf den Straßen.

Ken saß locker hinter dem Lenkrad. Er wirkte entspannt, was allerdings nicht stimmte.

Zum Glück war es noch nicht so kalt geworden, dass der Frost eine Chance gehabt hätte. In höheren Regionen schon, aber nicht in der flachen Einsamkeit des englischen Nordostens, durch den Ken seinen Wagen lenkte. Er transportierte leicht verderbliche Ware, die in den frühen Morgenstunden in einem Lager sein musste, um schon wenig später über die Theke gehen zu können.

Ken fuhr gern nachts, er hatte keine großen Probleme mit der Müdigkeit, und wenn er allein auf den Straßen unterwegs war, bildete er sich ein, die Welt gehörte ihm allein.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Ich will dein Blut, Sinclair!


Um diese Zeit lag der Nebel wie ein nie abreißendes Leichentuch über der Straße, aber Kenneth Bromley hatte sich in den langen Jahren seines Trucker-Daseins daran gewöhnt. Er akzeptierte ihn, er kam damit zurecht, denn er wusste genau, dass der Winter wieder von einem Frühling abgelöst wurde. Kein Grund für ihn, nicht mehr zu fahren, und in der Nacht herrschte sowieso weniger Betrieb auf den Straßen.

Ken saß locker hinter dem Lenkrad. Er wirkte entspannt, was allerdings nicht stimmte.

Zum Glück war es noch nicht so kalt geworden, dass der Frost eine Chance gehabt hätte. In höheren Regionen schon, aber nicht in der flachen Einsamkeit des englischen Nordostens, durch den Ken seinen Wagen lenkte. Er transportierte leicht verderbliche Ware, die in den frühen Morgenstunden in einem Lager sein musste, um schon wenig später über die Theke gehen zu können.

Ken fuhr gern nachts, er hatte keine großen Probleme mit der Müdigkeit, und wenn er allein auf den Straßen unterwegs war, bildete er sich ein, die Welt gehörte ihm allein.

Dass die Straße durch ein waldreiches Gebiet führte, war nur mehr zu ahnen. Die Bäume verschwanden in der grauen Suppe. Wenn sie mal zu sehen waren, dann höchstens als Schatten, die miteinander verschmolzen.

Bei diesem Wetter war niemand freiwillig unterwegs. Ken verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Auf den letzten zehn Meilen waren ihm nur zwei Fahrzeuge begegnet, damit konnte er leben, und er hoffte, dass es auch weiterhin so ruhig blieb. Wenig Verkehr, kein Glatteis, keine Zwischenfälle.

Der Truck schob einen hellen Schein vor sich her, der bereits nach wenigen Metern von den dicken Dunstschwaden verschluckt wurde. Immer wieder bildete der Nebel die unheimlichsten Figuren, die gegen die Kühlerfront stießen und zerflatterten. Aus dem Radio dudelte eine Musik, die in die Ohren des Fahrers hineinfloss und ihn wachhielt. Hin und wieder griff Ken zur Thermoskanne, die neben ihm stand, und er nahm einen Schluck von dem heißen Kaffee, den ihm seine Lebensgefährtin gekocht hatte. Seit er Witwer geworden war, es lag vier Jahre zurück, lebte er mit der Nachbarin zusammen, die schon immer ein Auge auf ihn geworfen hatte. Auch sie war ihm nicht unsympathisch gewesen.

Seine Frau war bei einem Unfall ums Leben gekommen, und Ken hatte das Beste aus seiner Lage gemacht.

Wieder nahm er einen Schluck, dabei schaute er über den Rand der Kanne hinweg nach draußen, ohne allerdings etwas Neues zu sehen.

Er ließ den Rand der Kanne von der Unterlippe rutschen, wollte sie in die Halterung am Boden stellen, als er plötzlich den Schatten im Nebel sah.

Von diesem Augenblick an veränderte sich alles.

Kaffee schwappte, verursachte durch eine heftige Bewegung, auf seine Hose, was ihn nicht kümmerte, denn er wollte dem Schatten ausweichen, dazu brauchte er beide Hände am Lenkrad. Die Kanne ließ er also los. Sie fiel zu Boden, und der Kaffee lief aus. Das Manöver war tückisch, der Wagen geriet in leichte Schlingerbewegungen. Hinzu kam das verdammte Laub, das die Straße gefährlich glatt machte.

Ken lenkte gegen.

Der Schatten war noch da. Er hatte ihn nicht überfahren. Warum dies nicht passierte, darüber konnte Bromley nicht nachdenken, er hatte genug mit dem schweren Truck zu tun, der immer noch leicht schwankte. Der Lichtteppich glitt hin und her, wobei er seltsamerweise den Schatten nicht losließ. Er schien sich in den Nebelschwaden festgekrallt zu haben.

Endlich kriegte Ken den Wagen unter Kontrolle. Langsam fuhr er weiter.

Er hätte aufatmen können – doch er tat es nicht, denn der Schatten war noch da!

Fuhr er überhaupt auf der Straße, oder schwebte er?

Ken Bromley konnte es nicht genau erkennen. Böse Ahnungen stiegen in seinem Innern hoch. Hirngespinste sammelten sich in seinem Kopf. Über seinen Rücken floss ein eisiger und auch warmer Strom, und noch immer wusste er nicht, wie er den Schatten einstufen sollte.

Als einen Vogel, der über der Straße schwebte und dabei das Tempo behielt, mit dem sich der Truck bewegte?

Ken wusste es nicht, aber das konnte es auch nicht sein. Der Schatten hatte keine genauen Konturen, dafür aber etwas anderes, das ihm Furcht bereitete.

Zwei Augen!

Ja, sie zeichneten sich sogar innerhalb der Dunstwolken ab. Es war ein eiskaltes Augenpaar, leuchtete wie Eis, dem ein gelblicher Anstrich gegeben worden war.

Wieso Augen?

Die Frage klang in ihm hoch wie ein Schrei der Angst und gleichzeitig der Wut. Er kam damit nicht zurecht, fuhr aber weiter, ohne es so recht zu merken, dass er zurückgeschaltet hatte und das Tempo geringer wurde.

Auch der Schatten machte diese Aktion mit. Nicht nur das, er kam auch näher.

Kenneth Bromley bremste nicht. Er folgte seinem Gefühl. Wenn er jetzt anhielt, würde er in große Gefahr geraten, das sagte ihm sein Instinkt. Deshalb rollte er so langsam weiter, dass er sich auf den Schatten konzentrieren konnte, und trotz des Nebels kristallisierten sich die Umrisse deutlicher hervor.

Das war ein Gesicht!

Ja, daran gab es keinen Zweifel. Ein Gesicht über der Straße, doch nicht das eines Menschen, sondern die Fratze eines … eines … er wollte es kaum glauben.

Eines Hundes!

Nein, auch das passte ihm nicht.

Wo gab es Hunde mit einem derartig großen Kopf? Die Köpfe der Schäferhunde waren kleiner. Dieser schwebende hier passte nicht in den allgemeinen Rahmen hinein. Ken sah unter dem Kopf auch die breite Brust.

Das war … das war …

Ein Wolf!

Wie ein schrilles Alarmsignal sägte diese Tatsache durch seinen Kopf. Ein Wolf, wie es ihn eigentlich nicht geben konnte. Nicht in England, nicht in dieser Region, und dieser verdammte Wolf schwebte zudem in einem Nebelteppich über der Straße.

Unmöglich!

Kens Gesicht verzerrte sich. Der Mann, der sich weder vor Nacht noch vor Nebel fürchtete, bekam es plötzlich mit der Angst zu tun, denn was er in dieser einsamen Gegend durchlebte, das war der reine Grusel.

Er hörte sich selbst keuchen. Für einen Moment sah er seine Augen im Innenspiegel, und er hatte auch die Furcht darin erkannt.

Großer Gott!

Er bremste und brachte den schweren Truck zum Stehen

Er saß in seinem Fahrerhaus, hätte sich eigentlich ziemlich sicher fühlen können und stellte den Motor ab. Eine ungewöhnliche Stille trat ein. Nur unterbrochen von leisen Geräuschen. Hier und da ein Knacken, als würden Knochen brechen. Der große Truck »atmete« aus, Laute, die ihm bekannt waren. Sie gehörten einfach dazu. In diesem Fall jedoch, einsam auf einer nebligen Landstraße stehend, empfand er sie als schaurig und unangenehm.

Wieder floss eine Gänsehaut über seinen Körper. Langsam schaute er auf.

War der Schatten noch da? Tatsächlich!

Und er schwebte!

Ken stockte der Atem. Plötzlich spürte er Stiche hinter seiner Stirn. Er fragte sich, ob er bereits auf der ersten Stufe zum Wahnsinn stand. Das konnte doch nicht wahr sein, was er da zu sehen bekam. Diesmal waren es keine Nebelschwaden, aus denen sich das Gesicht hätte bilden können, dieses Gesicht war tatsächlich vorhanden, es hatte sich sogar noch etwas erhoben und schwebte jetzt, von grauen Schleiern umflort, über der Kühlerhaube.

Konnte ein Hund- oder Wolfsgesicht tatsächlich schweben – und das ohne Körper?

Ein leiser Windhauch spielte mit dem Dunst und riss ihn so weit auseinander, dass der Fahrer für einen Moment einen freien Blick auf die Haube bekam.

Das war nicht nur ein Gesicht. Das war ein kompletter Wolf, der langsam seine Schnauze öffnete und zwei Reihen mörderischer Reißzähne präsentierte, wobei zwei von ihnen wie lange Dolche leicht gekrümmt aus dem Oberkiefer wuchsen …

*

Ken Bromley fror entsetzlich, doch es war eine innere Kälte, die ihn erstarren ließ. Er versuchte trotzdem, seine Gedanken zu ordnen, das musste er einfach tun, sonst drehte er durch.

Der Wolf stand wie ein Wächter auf der Kühlerhaube, und Ken hatte nichts gehört. Keinen Aufprall, kein Echo, auch kein Fauchen oder einfach nur einen Schrei. Es war gar nichts da gewesen. Der Nebel hatte die Geräusche verschluckt, so, wie er vieles verbarg, das in den Wäldern am Rand der Straße lauerte.

Unheimliche Wesen, schaurige Gestalten, wie eben dieser Wolf, der in Großbritannien eigentlich nicht hätte existieren dürfen. Er war ein Tier, das in Osteuropa seine Heimat hatte, auch in Amerika, aber doch nicht in England! Es sei denn, er hatte es geschafft, aus dem Zoo auszubrechen. Man las hin und wieder davon, dass Tiere ihr Gefängnis verließen und einfach verschwanden.

Komischerweise beruhigte ihn der Gedanke, dass das Tier aus dem Zoo entwichen war. Er wusste, dass in den Zoos immer gut gefüttert wurde, der Wolf konnte nicht so hungrig sein, dass er sich auf einen Menschen stürzte.

Aber warum hockte er auf der Kühlerhaube und glotzte durch die Scheibe herein?

Ken fror stärker. Es war der Anblick der Augen, der für diese Zunahme der Kälte sorgte. Er wusste es nicht zu erklären, aber die Augen kamen ihm so wenig »tierhaft« vor, sie erinnerten ihn durchaus an die eines Menschen, der allerdings gnadenlos dreinblickte.

Frost in den Augen. Hinzu kam ein breiter Kopf, eine lang gezogene Schnauze, ein mörderisches Gebiss und ein Fell, in dem sich Eisklumpen verknotet zu haben schienen, wobei es nur der dicke Nebel war, der den Körper umwehte.

Den ersten Schock hatte Kenneth Bromley überwunden. Allmählich wurde sein Gehirn wieder normal durchblutet, und er dachte darüber nach, wie er sich verhalten sollte. So...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3611-7 / 3838736117
ISBN-13 978-3-8387-3611-2 / 9783838736112
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