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John Sinclair 877 (eBook)

UFO-Gespenster (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3608-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 877 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

UFO-Gespenster (2. Teil).

In London waren wir in eine Sache hineingestolpert, über deren Ausmaße wir uns damals noch gar nicht im klaren waren. Um was ging es? Um UFOs, um Außerirdische, um Magie, deshalb flogen wir nach New York, denn in den Vereinigten Staaten erwarteten wir uns Hilfe von den Behörden, die sich in zahlreichen Geheimprojekten mit der Existenz von Außerirdischen beschäftigten ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

UFO-Gespenster (2. Teil)


Phil Stockwell war Totengräber und ein sentimentaler Mensch, der seinen Job liebte. In zwei Wochen würde er pensioniert werden, da er aber noch einige Tage Urlaub zu bekommen hatte, war er bereits jetzt im Ruhestand.

Einen letzten Tag und eine letzte Nacht wollte er noch auf dem Friedhof verbringen, zwischen seinen geliebten Gräbern und den Toten. Der Tag verlief friedlich, die Nacht aber entwickelte sich für ihn zu einer Zeit des Schreckens …

Dabei hatte alles so begonnen wie immer. In seinem kleinen Wetterhäuschen am Rand des Friedhofs hatte sich Stockwell einige Hot Dogs in der Mikrowelle aufgewärmt und gegessen. Zwei Dosen Bier rundeten den Geschmack der Hot Dogs ab.

Kränze und frische Blumen erinnerten an die Beerdigung des vergangenen Tages. Es war dunkel geworden, doch noch hing die Wärme des zu Ende gehenden Tages in der Luft. Der September war im Südwesten der Staaten noch ein heißer Monat.

Noch einmal würde Phil Stockwell in der Dunkelheit das ihm anvertraute Areal durchwandern. Er würde zu den Toten sprechen, wie er es immer getan hatte, und er würde auch diesmal wieder vergeblich auf Antworten warten.

Doch er sagte sich, dass auch er irgendwann dort unter der Erde lag und dann vielleicht froh war, wenn jemand über den Friedhof ging, der es mit den Verstorbenen gut meinte.

Stockwell verließ seine kleine Bude. Er schloss die Tür sorgfältig ab, dann streifte er die Jacke über, schaute in die Runde und lächelte, als er das silbrige Licht des Mondes sah, das sich wie ein feines Gespinst über den Friedhof verteilt hatte.

Dieser Totenacker hatte durchaus seine Geschichte. Er gehörte auch nicht zu den modernen, seelenlosen Gräberfeldern, in die sogar Straßen hineingebaut worden waren, damit Besucher mit ihren Fahrzeugen bis an die Grabstätten heranfahren konnten.

Der Friedhof war anders.

Hier gab es verwunschene Flecken und Ecken, wo sich häufig Liebespaare trafen. Phil hatte dies stets mit einem Lächeln akzeptiert und die Pärchen nie gestört. Schließlich war er auch einmal jung gewesen.

Auch Stockwell hatte einen Lieblingsplatz auf dem Friedhof. Es war die Bank vor der großen Kiefer. Sie stand dort schon seit ewigen Zeiten. Hin und wieder hatte der Totengräber die tief wachsenen Zweige beschneiden müssen, damit er die Bank ungehindert erreichen konnte.

Dort wollte er auch Abschied nehmen von seinem Job, doch er war sicher, dass ihn der Weg als Privatmann immer wieder einmal zu dieser Bank hinführen würde.

Zwei Dosen Bier hatte er sich als flüssigen Proviant eingesteckt. So hoffte er, die nächsten Stunden überstehen zu können. Vielleicht schlief er auf der Bank ja auch ein. Es wäre dies nicht das erste Mal gewesen.

Den Weg hätte er mit geschlossenen Augen zurücklegen können. Er empfand den Platz auch deshalb so günstig, weil er ein wenig erhöht lag. Von dort aus konnte man einen Großteil des Friedhofs überblicken.

Er ging den schmalen Trampelpfad hoch und ließ sich auf der Bank nieder.

Laut atmete er aus.

Dann öffnete er die erste Dose. Als er die Lasche eindrückte zischte es, und heller Schaum quoll hoch. Stockwell leckte ihn ab, nahm einen Schluck und lehnte sich aufseufzend zurück.

Da sitze ich nun, dachte er. Zum letzten Mal als Totengräber, Menschentröster und Mädchen für alles inmitten einer herrlichen Landschaft, denn der Bundesstaat New Mexico hat nicht viel Grün und Wald zu bieten.

Stockwell fühlte sich wohl auf dem Friedhof. Damit die Grünflächen nicht verdorrten, hatte er sie regelmäßig gewässert. Das würde nun ein anderer tun.

Stockwell streckte die Beine aus. Er stemmte die Hacken gegen den Boden, nahm hin und wieder einen Schluck aus der Dose und dachte daran, dass die Zeit ebenso verronnen war wie das Bier, das durch seine Kehle floss.

Eine helle Nacht zum Abschied hatte er sich immer gewünscht, und er hatte sie bekommen.

Das Mondlicht fiel auf die Grabsteine. Die sauberen, hohen und weißen erinnerten ihn manchmal an Spiegel, wenn sie von diesem geheimnisvollen Licht getroffen wurden, als wären sie dabei, etwas von der Welt wiederzugeben, die unter ihnen lag.

Es gab Kreuze der unterschiedlichsten Formen, sodass schon eine gewisse Abwechslung auf dem Friedhof herrschte. Auf manchen Gräbern standen sogar Figuren: Engel und Heilige. Zur Abwechslung trugen auch die kleinen Baum- und Buschinseln bei. Dort standen die Wasserbecken und da die Bänke, wo sich vor allen Dingen ältere Menschen gern zu einem kleinen Plausch trafen. Mehr als einmal hatte sich der Totengräber zu den Besuchern gesellt, so war er schon zu einem bekannten Mann geworden.

Sein Blick schweifte über den Himmel, und Phil lächelte. Seiner Meinung nach gab es über New Mexico den schönsten Himmel der Welt, das jedenfalls behauptete er, obwohl die Kollegen in Arizona oder Wyoming natürlich anderer Ansicht waren. Doch Phil liebte nun einmal das Land, in dem er auch geboren war.

In dieser Nacht zeigte der Himmel eine besondere Farbe. Vielleicht auch deshalb, weil es seine Letzte berufliche war, die er hier verbrachte. Er wollte ihm noch einmal zeigen, wie schön er sich präsentieren konnte, wie samtig blau, wie weich und reich an Sternen. Der Mond war nicht ganz voll und sah aus, als hätte er einen Faustschlag gegen die Wange bekommen. Das würde sich geben. In wenigen Tagen stand er wieder wie eine Kugel am Firmament.

Phil Stockwell nickte den Gestirnen zu. »Keine Sorge, meine Freunde, wir werden uns schon wiedersehen. Und irgendwann werde ich als Geist zwischen euch schweben, davon bin ich überzeugt.« Er lächelte, trank wieder. Dann stellte er die leere Dose neben sich, griff zur zweiten, doch er kam nicht dazu, die Lasche einzudrücken, denn plötzlich war das Licht da!

Es war aus dem Nichts gekommen. Es stand am Himmel, es leuchtete heller als die Sterne, aber es gehörte nicht dazu. Phil kam es vor, als wäre dort ein gewaltiger Scheinwerfer eingeschaltet worden, der auf den Friedhof ausgerichtet war.

Eine Erklärung hatte Phil nicht. Dieses Licht war keines natürlichen Ursprungs. Da war weder der Mond explodiert, noch hatten sich Sterne zu diesem hellen Fleck vereinigt. Und es war auch so plötzlich erschienen, dass ihm der Begriff einer Erscheinung einfiel und er an gewisse Dinge dachte, mit denen sich ein Bekannter von ihm beschäftigte.

UFOs und so …

Das Licht bewegte sich nicht.

Stockwell konnte auch keine Basis entdecken, denn das Licht blendete höllisch. Er sah keine Lichtquelle, doch es musste eine geben.

Bei Raumschiffen waren sie zumeist oval, wie ihm ein Bekannter mal erklärt hatte, aber das war hier nicht der Fall.

Dafür veränderte sich das Licht.

Es verstärkte sich auch. Ein greller Lichtteppich bedeckte einen Großteil des Friedhofs, aber nicht den Platz, an dem der Totengräber saß.

Dafür sah er etwas anderes. Da passierte vor seinen Augen etwas, das ihm die Haare zu Berge stehen ließ. Genau dort, wo das Licht den Boden erwischte, wurde diese durchsichtig, und Phil Stockwell konnte in die Tiefe der Erde schauen …

*

Er wollte es selbst nicht, aber er stand plötzlich auf. In seinen Kniekehlen spürte er das Ziehen der Sehnen. Dabei hielt er den Atem an, und auf seinem Körper lag eine Gänsehaut.

Phil dachte daran, dass er mit den Toten gesprochen und sich ausgemalt hatte, wie diese wohl aussehen würden. Er hatte dabei immer seine Fantasie spielen lassen, das war jetzt nicht mehr nötig, denn das Licht ermöglichte ihm einen Blick in die Tiefe, und alle Gräber in diesem hellen Umkreis wurden ausgeleuchtet.

Durch die etwas höher gelegene Position gelang es ihm, in die Gräber hineinzuschauen, und er wusste nicht, ob er bleiben oder weglaufen sollte. Stockwell sah schreckliche Gestalten. Die meisten verwest.

Aber es gab auch andere Leichen, frischere, die noch nicht skelettiert waren. Er sah sogar Tote, die wirkten, als wären sie lebendig begraben worden. Sie hatten die Hände in die Höhe gestemmt, als wollten sie die Sargdeckel samt Erde wegstoßen.

Phil hatte einen Geschmack im Mund, als hätte er auf frischem Leichenfleisch gekaut. Sein Magen revoltierte. Das war selbst für einen Mann wie ihn zu viel.

Wie konnten Leichen nur so scheußlich aussehen!

Stockwell drehte sich um. Er blickte zum Licht, er schaute wieder zu Boden, er wechselte sich ab, und er entdeckte immer wieder neue Leichen, wenn er in die Gräber schaute.

Dann fing er an zu laufen.

In seiner letzten Arbeitsnacht tat er das, was er in all den Jahren nie zuvor getan hatte. Er rannte über den Friedhof, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her.

Stockwell nahm keine Rücksicht auf Gräber, Rasenflächen oder Blumenbeete, er wollte nur weg von diesem grauenhaften Ort und auch weg von dem verdammten Licht.

Sehr bald erreichte er eines der schmiedeeisernen Tore, die die drei Ausgänge markierten. Doch er stoppte nicht rechtzeitig genug, prallte gegen die Stangen und klammerte sich daran fest.

Er atmete heftig, sein Herz schlug aufgeregt. Noch einmal schaute er zum Himmel.

Er war dunkel, das Licht war verschwunden.

Doch Phil Stockwell wusste genau, was er gesehen hatte, und er würde es auch nicht vergessen …

*

Der Totengräber fuhr noch einen alten Chevy aus den Siebzigern. Er hoffte, dass der Wagen auch diesmal ansprang, und das Auto tat ihm den Gefallen.

Der Chevy fiel auf. Nicht nur wegen seiner Farbe, auch die schwarzen Ledersitze stachen ins Auge. Die Verzierungen blitzten, der dünne Finger einer Antenne wippte im Wind, und auf die breite Kühlerhaube...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3608-7 / 3838736087
ISBN-13 978-3-8387-3608-2 / 9783838736082
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