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John Sinclair 883 (eBook)

Mörderisch

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3614-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 883 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Mörderisch.

'Haben Sie schon mal einen Satan begleitet, Mr. Sinclair?' Doktor Fercy, der Gefängnisdirektor, schaute mich lächelnd an. 'Nichts gegen Sie und Ihren Beruf, aber Natas ist ein Teufel!'

'Ja, Mr. Fercy, ich hörte von ihm.'

Der Gefängnisdirektor behielt sein Lächeln bei. 'Bald werden Sie ihn sehen. Machen Sie sich auf etwas gefasst.' Er griff nach einem Kugelschreiber und richtete ihn exakt aus. 'Wissen Sie, Mr. Sinclair, ich habe hier in meiner Praxis schon einiges durchgemacht. Ich kenne die schlimmsten Hundesöhne. Ich habe Revolten erlebt und hinter den Mauern Dinge, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber ein Typ wie Natas setzt allem die Krone auf. Der ist einfach mörderisch.'

'Natas ist ein ungewöhnlicher Name!' stellte ich fest.

'Haben Sie es auch bemerkt?'

'Wie meinen sie das?'

'Drehen Sie den Namen doch mal um.'

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Mörderisch


»Haben Sie schon mal einen Satan begleitet, Mr. Sinclair?« Doktor Fercy, der Gefängnisdirektor, schaute mich lächelnd an. »Nichts gegen Sie und Ihren Beruf, aber Natas ist ein Teufel!«

»Ja, Mr. Fercy, ich hörte von ihm.«

Der Gefängnisdirektor behielt sein Lächeln bei. »Bald werden Sie ihn sehen. Machen Sie sich auf etwas gefasst.« Er griff nach einem Kugelschreiber und richtete ihn exakt aus. »Wissen Sie, Mr. Sinclair, ich habe hier in meiner Praxis schon einiges durchgemacht. Ich kenne die schlimmsten Hundesöhne. Ich habe Revolten erlebt und hinter den Mauern Dinge, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber ein Typ wie Natas setzt allem die Krone auf. Der ist einfach mörderisch.«

»Natas ist ein ungewöhnlicher Name!« stellte ich fest.

»Haben Sie es auch bemerkt?«

»Wie meinen sie das?«

»Drehen Sie den Namen doch mal um.«

»Natürlich! Dann ergibt sich Satan. Sagen Sie, wie heißt der nun wirklich?«

»Hat man Ihnen seinen Namen nicht mitgeteilt?«

»Sonst hätte ich nicht gefragt.«

Dr. Fercy verzog seinen dünnen Mund. »Stimmt auch wieder. Da haben Sie recht. Er heißt Slim Guthry.«

Ich hob die Schultern. »Der Name sagt mir nichts. Auch in meiner langen Berufspraxis bin ich noch nicht über ihn gestolpert. Jedenfalls habe ich die Aufgabe bekommen, ihn zu holen.«

Erleichterung breitete sich auf dem Gesicht des Gefängnisdirektors aus. »Darüber bin ich froh, das können Sie mir glauben. Ich reibe mir die Hände, wenn ich ihn los bin. Die hundert Meilen bis London schaffen Sie. Außerdem habe ich Ihnen in Sam Wilde einen meiner besten Männer zugeteilt. Er kennt sich aus, er ist die Strecke schon öfter gefahren. Wir bringen mehrmals im Jahr Gefangene in die Klinik. Keiner jedoch ist so schlimm wie Guthry oder Natas. Sie müssen eben mit allem rechnen. Mr. Sinclair.«

»Er wird es wohl kaum schaffen, aus dem Wagen auszubrechen.«

»Im Normalfall nicht. Der Wagen ist auch sicher. Aber Natas traue ich alles zu. Er hat nicht umsonst in seiner Zelle die finsteren Mächte beschworen. Immer wieder sprach er mit irgendwelchen Dämonen. Er war der Meinung, dass sie ihn beschützen, dass ihm nichts passieren konnte. Wenn man lange genug zuhörte, dann konnte man den Eindruck gewinnen, dass dies auch stimmte. Er hat ein wahnsinniges Vertrauen in die Mächte der Finsternis gesetzt. Selbst Sam Wilde wurde nachdenklich, aber das werden Sie noch hören.«

»Können Sie das genauer erklären?«

»Gern. Ich glaube nämlich nicht, dass er auf der Reise Ruhe geben wird. Natas wird immer wieder anfangen zu reden. Er wird schreien, er wird sich drehen und wenden. Er wird den Kontakt mit dem Teufel suchen und ihn bitten, ihn zu befreien. Bisher ist es seinem großen Freund nicht gelungen, aber Guthry ist in unserer Anstalt auf seine Art und Weise ein verdammter Störenfried.«

»Das verstehe ich.«

»Gut, Mr. Sinclair.« Es sah aus, als wollte sich der Mann hinter seinem schlichten Schreibtisch erheben. Er überlegte es sich anders und ließ sich noch einmal gegen die Rückenlehne sinken. »Wissen Sie eigentlich, was er getan hat?«

»Er mordete.«

»Genau. Über zehn Menschen starben durch seine Hand im Laufe der Zeit. Wir wissen nicht, ob es noch mehr gewesen sind. Das kam in der Verhandlung nicht ans Tageslicht. Er hat seine Opfer nicht nur erschossen oder erstochen, er hat sie noch gequält, bevor er sie dem Satan opferte, und das auf grausame Art und Weise. Wissen Sie, wie …«

Ich hob die rechte Hand und stoppte seinen Redefluss. »Ja, Sir, ich weiß, was er mit seinen Opfern getan hat, denn ich kenne die Akten. Sie brauchen es nicht zu wiederholen.«

»Nerven, Sinclair?«

»Das auch«, erwiderte ich und blickte dabei in sein Gesicht mit dem lauernden Grinsen. »Gewisse Dinge gibt es eben, und man braucht sie nicht zu wiederholen, denke ich.«

»Wie Sie meinen, Mr. Sinclair, es ist Ihr Job.« Dr. Fercy schaute auf seine Uhr. »Wir werden ihn gleich abholen. Möchten Sie dabei sein, wenn wir in seine Zelle gehen?«

»Ich denke schon.«

»Mutig.«

»Warum?«

Dr. Fercy stand auf. »Nun ja, ich könnte mir vorstellen, dass Natas durchdreht, wenn er sie sieht.«

»Das ist sein Problem.«

Der Direktor lachte. »Gut gesagt, wirklich gut gesagt.« Dann erhob er sich.

Ich mochte den Mann nicht. Fercy war ein aalglatter Typ. Ziemlich klein, mit einem Kugelbauch, einem kugeligen Kopf und einem kugeligen Gesicht. Jemand, der im normalen Leben sicherlich keine großen Chancen aufgrund seines Aussehens hatte und nun in einer derartigen Position, wie er sie seit einigen Jahren bekleidete, endlich seinen Frust ablassen konnte. Das musste nicht so sein, aber ich konnte es mir durchaus vorstellen: Wenn die Gefangenen vor ihm standen, während er saß, dann konnte er ihnen seine Macht beweisen. Dann mussten sie nach seiner Pfeife tanzen.

»Gehen wir?«

»Gern.«

Hintereinander verließen wir das Büro mit der schlichten Einrichtung, in dem nur die Telefonanlage modern war. Wir durchquerten ein Vorzimmer, wo ein müde aussehender Mann dabei war, die Blumen auf der Fensterbank zu gießen, dann dauerte es nicht lange, bis wir direkt in den Teil der Anstalt gerieten, wo die Gefangenen untergebracht waren.

Ich hatte erfahren, dass dieser Knast überfüllt war. Es kam immer wieder zu Tätlichkeiten unter den Gefangenen, und in der Außenwelt hatte der Knast keinen guten Ruf.

Mein Problem war es nicht. Ich sollte nur diesen Natas begleiten, wie mir mein Chef aufgetragen hatte. Er sollte in eine andere Anstalt überführt und dort unter Beobachtung gestellt werden. Einige Wissenschaftler interessierten sich für ihn, seine Psyche und sein Verhalten in diesen extremen Situationen, doch es sollte auch anderen Dingen nachgegangen werden.

Sir James, mein Chef, hatte zwar nicht mit der Sprache so recht herausgerückt, er allerdings ging davon aus, dass dieser Mann tatsächlich unter dem Einfluss einer dämonischen Macht stand oder einen Draht zur Hölle hatte. Deshalb hatte er mich dem Fahrer als Begleitschutz zugeordnet, und ich ging davon aus, dass diese Reise noch voller Überraschungen stecken konnte.

Suko fuhr zwar offiziell nicht mit, aber er saß auf dem Sprung. Ich würde ihn durch mein Handy erreichen können, das man mir mitgegeben hatte. Man konnte zu den tragbaren Telefonen stehen, wie man wollte – ich war nicht unbedingt ein Freund davon –, aber in gewissen Situationen waren sie unentbehrlich, und sie gaben einem auch Sicherheit. Den Apparat hatte ich an meinem Gürtel befestigt und trug ihn unter der Jacke.

Natas lebte nicht mit den normalen Gefangenen zusammen. Er saß in einer Zelle, die zu einem besonderen Trakt gehörte. Es war ein dunkler, ein dumpfer Backsteinbau mit noch kleineren Fenstern, aber dickeren Gitterstäben davor.

Das Wetter war relativ gut. Es hatte zwar am Morgen geregnet, doch jetzt, am Nachmittag, hatte es aufgeklart. Die Sonne schien in den Hof. Hier war alles kahl und übersichtlich für die elektronischen Kameras. Dennoch lag Laub auf dem Boden. Der Wind hatte es vom nahen Wald hergeweht.

Während wir gingen, ließ ich meine Blicke über die Fassade schweifen. Hin und wieder erschien ein Gesicht hinter einem der vergitterten Fenster. Es sah aus, als wäre ein Gespenst dabei, nach draußen zu schauen, so bleich und anders.

Wer hier hockte, war nicht zu beneiden. Für den wurde die Zeit zehnmal so lang.

Ein Wachtposten ließ uns herein. Er blieb in seiner strammen Haltung, als wir an ihm vorbeischritten.

Ich kam mir vor wie in einem Knastfilm. Gittertüren wurden geöffnet, wieder zugeschlagen, erneut geöffnet, zugeknallt, und die entsprechenden Geräusche brandeten und klingelten in meinen Ohren. Sie machten mich beinahe schon wütend.

Die Luft in den Gängen war kühl. Sie stank zugleich nach Menschen und alten Lumpen.

Von irgendwoher hörten wir ein schrilles Lachen. Es war weit entfernt, als hätte jemand in der Hölle gelacht. Die Lampen warfen ein kaltes Licht in die Gänge, und wir mussten eine Treppe hinunter, die in einen Keller führte, wo ebenfalls Gefangene untergebracht waren.

Ich wurde an einen Fall erinnert, den ich in den Staaten erlebt hatte. Damals hatten wir einen Killer namens Shango gejagt. Auch er war in einem Spezialknast untergebracht worden. Wenn ich an ihn dachte, rann es mir noch immer kalt den Rücken hinunter.

Kalt war es auch im Zellengang, wo wir Natas finden würden, wie mir der Direktor erklärte. Ein hünenhafter Wächter begleitete uns. Ein Mann, der nichts sagte und nur schaute. Er war ein Farbiger, und die Augen in seinem Gesicht leuchteten.

Vor einer dicken Holztür blieben wir stehen. Auf ein Zeichen des Direktors hin hob der Wächter die Guckklappe an, und wir konnten hineinschauen. Man ließ mir den Vortritt.

Es war nicht viel zu sehen. Unter der Decke brannte eine trübe Lampe. Ein enges Stahlgitter umgab sie. Wer das abreißen wollte, musste stark sein wie Herkules.

Es gab einen Stuhl, eine Pritsche und einen Eimer. Die Zellen waren so eingerichtet, wie man sie oft in Comics oder in Witzblättern sah. Die Einrichtung jedoch interessierte mich nicht. Viel wichtiger war der Gefangene. Von ihm allerdings sah ich nur den Rücken. Der Mann hockte auf dem Boden wie ein Läufer beim Start. Er trug graue Gefängniskleidung. Ich sah den breiten, leicht gekrümmten Rücken und seinen beinahe kahlen Kopf.

Natas schaute in die verkehrte Richtung. Er schien in eine Trance versunken zu sein. Er sprach und sang zugleich. Es war bestimmt kein fröhliches Lied. Was...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3614-1 / 3838736141
ISBN-13 978-3-8387-3614-3 / 9783838736143
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