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John Sinclair 875 (eBook)

Medusas Tochter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3606-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 875 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Medusas Tochter.

Josh Parker war unterwegs, um seinen Sohn zu zerhacken!

Ein verbitterter, gebeugt gehender Mann, den die Last der Spitzhacke noch tiefer drückte. Das Gewicht kümmerte ihn nicht. Schlimmer war das, was vor ihm lag.

Er stapfte mit schweren Schritten einen Abhang hinauf und erreichte müde die Kuppe, auf der eine knorrige Linde wuchs, ein Baum, der schon seit Jahrzehnten diesen Platz behauptete.

Parker schaute zurück in die Nacht. Der Sommer hatte sich verabschiedet. Der September war angebrochen und hatte Kälte, Nebel und Regen mitgebracht. Keine guten Voraussetzungen für die letzten Jahrmärkte dieser Saison, die überall im Land die Menschen anziehen sollten.

Parker besuchte einen dieser Jahrmärkte. Mutterseelenallein spazierte er zwischen den Buden und Karussells umher. Es war drei Uhr morgens, alle schliefen, nur nicht der einsame Mann mit der Spitzhacke, der Schreckliches vorhatte. Doch er sah keine andere Chance, er musste es tun!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Medusas Tochter


Josh Parker war unterwegs, um seinen Sohn zu zerhacken!

Ein verbitterter, gebeugt gehender Mann, den die Last der Spitzhacke noch tiefer drückte. Das Gewicht kümmerte ihn nicht. Schlimmer war das, was vor ihm lag.

Er stapfte mit schweren Schritten einen Abhang hinauf und erreichte müde die Kuppe, auf der eine knorrige Linde wuchs, ein Baum, der schon seit Jahrzehnten diesen Platz behauptete.

Parker schaute zurück in die Nacht. Der Sommer hatte sich verabschiedet. Der September war angebrochen und hatte Kälte, Nebel und Regen mitgebracht. Keine guten Voraussetzungen für die letzten Jahrmärkte dieser Saison, die überall im Land die Menschen anziehen sollten.

Parker besuchte einen dieser Jahrmärkte. Mutterseelenallein spazierte er zwischen den Buden und Karussells umher. Es war drei Uhr morgens, alle schliefen, nur nicht der einsame Mann mit der Spitzhacke, der Schreckliches vorhatte. Doch er sah keine andere Chance, er musste es tun!

Sein Sohn war zudem nicht der Erste gewesen. Es hatte immer wieder welche erwischt. Das fahrende Volk war zu einem Opfer eines unglaublichen Vorgangs geworden, dessen Ende nicht abzusehen war.

Freddy war tot!

Sein Sohn, sein einziger Sohn. Nicht mal dreißig war er geworden, dabei hatte er noch so große Pläne gehabt. Er hatte das Geschäft des Vaters ausbauen wollen und war dann in diese verfluchte Falle hineingeraten.

Josh Parker konnte sich keinen Reim darauf machen. Er wusste nur, dass er seinen Sohn zerstören musste. Es war die einzige Chance, die er hatte. Er hatte die Spitzhacke gegen den Boden gestemmt, holte ein Tuch aus der Tasche und wischte über sein Gesicht. Der Wind war kühl geworden, spielte mit den Blättern der Linde und wirbelte letzte Regentropfen von ihnen fort.

Josh packte die Spitzhacke fester und drehte sich um. Das Leder seiner Jacke knarrte, als er den Oberkörper bewegte. Er würde auf der Höhe bleiben, bis er den schmalen Buschgürtel erreicht hatte, hinter dem das kleine Wäldchen begann. Dort hatte er seinen Sohn Freddy versteckt. In der letzten Nacht hatte er ihn mit einer Fuhre dort hingefahren, wie eine abgelegte Strohpuppe.

Wann würde das Morden enden? Und wen würde es noch erwischen? Auch Josh fürchtete sich, niemand war ja verschont, und er dachte daran, dass jemand engagiert worden war, um den unheimlichen Killer zu stoppen. Es war eine Person, die niemand kannte, nur zwei Leute vom Verband der Schausteller, die aber hielten den Mund. Das fahrende Volk fand diese Geheimnistuerei lächerlich, aber die Funktionäre blieben eben hart, und als kleiner Mann konnte man da nichts machen.

Josh fühlte sich mehr als unwohl. Nicht nur weil eine so schwere Aufgabe vor ihm lag. Er hatte auch den Eindruck, verfolgt zu werden. Irgend jemand war ihm auf der Spur, wobei er nichts Konkretes sagen konnte, denn er hatte die Person nicht gesehen. Es war auch nur ein Gefühl, den Schatten auf den Fersen zu wissen, und natürlich hatte Josh an den unheimlichen Killer gedacht.

Beweise hatte er nicht, eine Aufgabe lag vor ihm. Die musste er fertigstellen.

Er ging weiter.

Vor seinen Lippen kondensierte der Atem. Das Gras hier oben war vom letzten Regen noch nass und wuchs so hoch, dass es um die Hosenbeine des Mannes schleifte.

Manchmal hatte das Wasser Pfützen hinterlassen. Parkers Schuhe klatschten hindurch und versanken bei jedem Schritt im weichen Boden. Der Buschgürtel wuchs wie ein dunkler Rand vor ihm hoch. Dahinter verteilten sich die Bäume. Es war eigentlich ein lichter Wald, in der Dunkelheit aber sah er sehr dicht aus, als gäbe es zwischen den Bäumen keinen freien Platz mehr.

Josh wusste es besser, denn nicht zum ersten Mal war er den Weg gegangen. Er schaute zum Himmel, wo er keinen Mond und auch keine Gestirne sah. Die Dunkelheit war dicht, sie drückte auf sein Gemüt, und doch war er froh, dass es sie gab, weil er im hellen Licht des Tages diese Arbeit nicht hätte verrichten können. Er kam sich schlecht vor, und er wusste nicht, ob sein Gewissen die Tat jemals verkraften konnte.

Aber es musste sein!

Parker brach durch das Gestrüpp. Der Boden bildete dahinter eine Falte, in die der Mann hineintrat. Fast wäre er gefallen, doch er stolperte nur und erreichte nach wenigen Schritten den Waldrand.

Er trug eine Taschenlampe bei sich. Sie wollte er nur einsetzen, wenn es unbedingt nötig war. Im Moment erschien ihm das nicht wichtig. Wieder dachte er an den Verfolger, drehte sich um, doch es war niemand zu sehen. Dabei spürte er ihn förmlich.

Er lauschte, hörte jedoch nur das Blätterrauschen.

Parker ging weiter. Er musste sich von dem Gedanken befreien, beobachtet zu werden. Er wollte es hinter sich bringen. Je näher er seinem Ziel kam, umso stärker schien sich eine Würgeschlinge um seinen Hals zuzuziehen. Der Mann hatte Mühe, Atem zu holen oder sich zu räuspern. Alles in seiner Kehle war so aufgeraut worden, und der Speichel schmeckte wie Säure.

Der Mann fand die bestimmte Lücke zwischen zwei Bäumen, in die er eintauchen musste. Jetzt brauchte er nur noch wenige Schritte zurückzulegen, um das Ziel vor sich zu sehen.

Schon bald brach Unterholz unter dem Gewicht des Mannes zusammen. Er trat die Reste zur Seite und hatte sich freie Bahn verschafft. Vor ihm wuchs vom Boden ein kegelförmiger Gegenstand in die Höhe. Er sah in der Dunkelheit so aus, für Josh war es das Grab seines Sohnes. Er hatte es notdürftig geschaffen und die Leiche mit einigen Ästen bedeckt, die eine lockere Schicht bildeten.

Josh stellte die Hacke ab. Den Stiel lehnte er gegen einen helleren Birkenstamm. Dann bückte er sich und schleuderte das Geäst mit beiden Händen weg.

Wer es nicht genau wusste, hätte Mühe gehabt, die auf dem Boden liegende Gestalt zu entdecken. Sie hob sich nur schwach vom Untergrund ab, zeigte aber den Umriss eines Menschen.

Da lag Freddy!

Der Vater wollte jetzt nicht weinen, aber es fiel ihm verdammt schwer, die Tränen zu unterdrücken.

Die Lage des Toten war noch nicht günstig für ihn. Er musste ihn mehr zu sich heranziehen. Dann bekam er den nötigen Platz, um mit der Hacke ausholen zu können.

Parker bückte sich. Seine kräftigen Hände umklammerten die Fußknöchel des Toten. Zischend holte er Luft. Sein Körper spannte sich. Er musste Kraft aufwenden, um den Toten zu sich heranzuzerren, sehr viel Kraft sogar.

Schließlich hatte er es geschafft!

Parker richtete sich auf und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Er konnte noch nicht sofort weitermachen, er brauchte eine kleine Pause. Sein Atem ging schwer, und so konnte er sich nicht auf andere Geräusche konzentrieren. Inzwischen war es ihm auch egal, ob er verfolgt wurde oder nicht.

In der rechten Tasche seiner Lederjacke steckte die Lampe. Parker holte sie hervor und stellte den Strahl so breit wie möglich ein, indem er an dem achteckigen Auge drehte. Dann senkte er den rechten Arm. Mit dem Daumen schob er den geriffelten kleinen Schalter nach vorn.

Der armbreite Lichtstrahl schoss hervor. Er traf die Gestalt auf dem Boden. Mitten auf der nackten Brust hinterließ er einen Kreis, der sehr deutlich eine graue, starre Fläche zeigte. Dann wanderte er höher, dem Gesicht zu, in dem sich ebenfalls nichts regte, das aber trotzdem anders war als das eines normalen Toten.

Freddy war auch nicht normal tot.

Er war versteinert!

*

Freddy war zu Stein geworden, und er lag da wie ein Denkmal. Sein Vater konnte es noch immer nicht fassen, es wollte nicht in seinen Kopf. Das war doch nicht möglich! Josh fand keine Erklärung dafür, aber er musste es akzeptieren, denn Freddy war nicht der erste versteinerte Tote. Josh Parker wusste nicht, was mit den anderen Leichen geschehen war, er aber wollte es tun. Es war ein Trieb, der ihm befahl, die Leiche – oder war es keine – zu zerhacken.

Er stand da, schluckte und zitterte, was sich auch auf seinen rechten Arm übertrug, denn der Lichtkegel wanderte zitternd über das versteinerte Gesicht und verlieh diesem durch seine Bewegungen so etwas wie ein böses Leben.

Da schienen sich sogar die Augen zu bewegen, die sich während des Vorgangs der Versteinerung verändert hatten. Irgendwie Kraft hatte die Augäpfel nach vorn gedrückt, deshalb sah das Gesicht der versteinerten Leiche so schrecklich aus.

Keiner wusste, wie es geschehen konnte, weshalb Menschen oder Tote zu Stein wurden. Es gab keinen Hinweis, es gab keine Spuren, aber die Opfer waren stets Aussteller auf Jahrmärkten gewesen, und der Killer machte keine Unterschiede. Er tötete Chefs und Hilfskräfte.

Es war Josh zu dunkel für seine Tat. Er brauchte das Licht der Lampe, reckte sich und klemmte die Leuchte schräg zwischen zwei Zweige eines nahestehenden Baumes. So leuchtete der Strahl schräg in die Tiefe und erwischte die Körpermitte.

Parker hob die Hacke auf. Plötzlich wurde auch sein Gesicht zu Stein. Kein Muskel bewegte sich darin, als er die Spitzhacke mit beiden Händen anhob, sie über seinen Kopf wuchtete, Schwung holte, um anschließend kräftig zuzuschlagen.

Parker wollte nicht darüber nachdenken, auf wen er hier eindrosch. Er sah das Blitzen des Stahls im Licht, und als er seinen Sohn traf, da war ihm, als hätte er sich selbst in die Brust getroffen, die von einem Treffer zerrissen worden war.

Er hörte den hellen und dennoch dumpfen Ton des Aufpralls, das Knirschen und Brechen, hielt die Augen geschlossen, holte wieder aus, schlug zum zweiten Mal zu, tat es auch ein drittes Mal und öffnete die Augen erst dann wieder.

Die versteinerte Gestalt hatte Risse bekommen. Einer war besonders tief. Er hatte...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3606-0 / 3838736060
ISBN-13 978-3-8387-3606-8 / 9783838736068
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