John Sinclair 888 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3619-8 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Bis die Würmer dich zerfressen (2. Teil).
Die Würmer blieben nie ruhig. Sie waren ineinander verschlungen, sie zitterten, sie wälzten sich herum, und sie griffen an!
Amero, ihr Herr, dem sie treu ergeben waren, bestand aus diesen Würmern, sein Gesicht, die Arme, die Beine - Und sie verteidigten ihn. - Das Fleisch und das Blut eines Menschen waren die ideale Nahrung für sie. Zuerst vermutete ich das nur, dann, als ich in diesen magisch beeinflussten 'See' aus Würmern fiel, war ich mir sicher. Mir wurde schwarz vor Augen ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Bis die Würmer dich zerfressen (2. Teil)
Es war ein Kampf der Extreme!
Zeitlupe gegen normal ablaufende Zeit, wobei ich mich in der Lage des Langsamen sah und trotzdem versuchen musste, die schnell vorbeirinnende Zeit zu überwinden.
Als ich den Schrei gehört hatte, da wusste ich, dass dieses verdammte Killerpendel den Mann wieder erwischt hatte. Die vierte oder fünfte Wunde hatte es an seinem nackten Oberkörper hinterlassen, und ich fragte mich, wie viel ein Mensch aushalten konnte.
Diese Folter war grausam, deshalb war ich angetreten, um den Mann zu retten.
Es gab nur eine Chance für mich. Es musste mir einfach gelingen, das verfluchte Pendel zu stoppen, und zwar auf eine ungewöhnliche Art und Weise.
Den Tisch, auf dem der halbnackte Mann lag, den hatte ich nicht zur Seite rücken können, trotz aller Bemühungen. So blieb mir nur die Möglichkeit, an der Stange hochzuklettern und den Mechanismus des Pendels zu zerstören.
Das tat ich, und das Taschenmesser klemmte dabei zwischen meinen Zähnen.
Es ging um das verdammte Seil, es war stark, musste stark sein, um das mörderische Gewicht zu halten. Am Ende der Stange war es durch eine große Öse gesteckt worden und war gleichzeitig unter der Decke mit einer Rolle verbunden, die nach jedem zweiten Schwung eine Sperre freigab, damit das Pendel tiefer sacken konnte.
Ich hatte mich an der Stange festgeklammert und säbelte an dem Seil herum. Dabei machte ich die Bewegungen des Pendels mit, das erst beim nächsten Schwung wieder ein Stück tiefer sacken würde.
Die Schreie des Verletzten begleiteten mich. Sie sollten mich anfeuern, und ich mobilisierte meine ganzen Kräfte für den Befreiungsversuch.
Schon flogen die ersten Fasern des straff gespannten Seils weg. Ich säbelte weiter und vergaß, wo ich mich befand. Alles andere war für mich zweitrangig geworden, ich wollte ausschließlich das Seil kappen!
Das verdammte Ding schwang wieder zurück. Schnell, viel zu schnell für meinen Geschmack.
Unter mir heulte der Verletzte.
Halt durch! Halt durch! Ich rief ihm die Worte nicht zu. Sie hätten mich einfach zu viel Kraft gekostet. Das straff gespannte Seil hatte inzwischen die Hälfte seiner Stärke verloren.
Es würde reißen! Es musste reißen!
Ich schwang wieder vor. Den kleinen Ruck nach unten hatte es bereits gegeben, er war allerdings von mir kaum zu spüren gewesen.
Ich säbelte weiter.
Das Pendel wollte zurückschwingen.
»Nein!« schrie ich, »nur jetzt nicht!«
Noch einmal fegte das Messer mit harten Schnittbewegungen von rechts nach links am Seil entlang.
Der Ruck, der Zug, die kleine Explosion, als die letzten Fasern dicht vor meinen Augen rissen, dann der Fall.
Zusammen mit dem Pendel fiel ich hinab.
Wohin?
Auf den Tisch?
Nein, ich hatte Glück gehabt. Gemeinsam prallten wir dicht neben dem Steintisch zu Boden. Da ich auf diesen Stoß vorbereitet gewesen war, handelte ich genau richtig.
Bevor das Pendel fallen und damit auch auf mich kippen konnte, hatte ich es verlassen und war davongestolpert. Ich blieb nach wenigen Schritten stehen, drehte mich um und schaute zu, wie sich das Horror-Pendel zur Seite neigte, gegen den Boden prallte und so verdammt harmlos liegen blieb.
Ich sackte in die Hocke, das Messer noch immer in der Hand. Ich musste mir eine Pause gönnen und mich abstützen. Wie durch einen dichten Watteschleier hörte ich die Worte des Verletzten. Seine Stimme klang rauh, dennoch verstand ich, dass der Mann Deutsch sprach. »Gerettet, mein Gott, gerettet, ich bin …« Seine Stimme brach ab, denn er fing an zu weinen.
Ich blieb hocken. Allmählich nur überwand ich das Zittern in den Armen, und es war mir ein Rätsel, wie ich den Mann befreit hatte. Ich konnte es kaum nachvollziehen, weil es einfach zu unwahrscheinlich gewesen war. Hätte mich jemand nach dem Ablauf der letzten Minuten gefragt, Himmel, ich hätte nur den Kopf geschüttelt und geschwiegen.
Eine derartige Hölle durchlebt man nicht oft, und das passierte auch einem Mann wie mir nicht.
Ich drückte mich wieder hoch. Allmählich normalisierte sich meine Atmung, und der Schwindel verflüchtigte sich. Aber in den Knien war das weiche Gefühl geblieben, das merkte ich, als ich auf den Tisch zuging, wo der verletzte Mann lag und nach Luft schnappte. Er blutete aus unterschiedlich tiefen Wunden, die verbunden werden mussten, zum Glück aber nicht lebensgefährlich waren. Trotz der Schmerzen schaffte er es, mich anzuschauen und etwas zu sagen, das sich anhörte wie ein Dankeschön.
Ich winkte ab. »Vergessen Sie es.«
»Nein, das kann ich nicht. Sie … Sie haben Ihr Leben eingesetzt.«
»Hätten Sie auch getan.«
»Weiß nicht!« keuchte er, um mir anschließend eine Frage zu stellen, die mich irritierte. »Haben Sie auch das Psycho-Haus besucht?«
»Welches Psycho-Haus?«
»Das auf dem Dom.«
Ich verstand nur Bahnhof und fragte: »Der Kirche?«
»Unsinn. Der Dom ist ein Jahrmarkt in Hamburg.«
»Ach so«, sagte ich nur, und es war herauszuhören, dass ich ihm nicht glaubte. Für mich war der Mann noch durcheinander, er verwechselte sicherlich gewisse Dinge, von denen ich mich nicht weiter stören ließ, da ich die Fesseln des Mannes untersuchte.
Die Ringe waren mit dem Steintisch verschraubt und mit den beiden Ketten verbunden. Dass sie verschraubt waren, sah ich als einen Vorteil an, denn so konnte ich sie lösen, wobei ich keinen Schraubenzieher benötigte, denn es tat auch ein Taschenmesser.
Ich setzte es zuerst an der linken Fessel an. Beim dritten Versuch klappte es, der Rest war kein Problem, ich hatte die Fessel bald los und kümmerte mich um die andere.
Als der Mann vollends befreit war, lag er flach auf dem Steintisch und weinte. Es war die Erleichterung, die sich freie Bahn verschaffen musste. Er hielt die Hände gegen sein Gesicht gepresst, als würde er sich schämen.
Im Gesicht selbst war er glücklicherweise nicht verletzt. Dafür war der Körper stark in Mitleidenschaft gezogen worden, und die tieferen Wunden an der Schulter mussten auch verbunden werden.
Womit?
Ich hatte eine Idee und fing mit einem freiwillig-unfreiwilligen Striptease an, wobei ich mir die Oberkleidung sofort wieder überstreifte, das Unterhemd jedoch mit dem Messer in verschieden große Teile zersäbelte, um damit notdürftig die Wunden des Mannes zu verbinden. Der Mann nahm jetzt die Hände von seinem Gesicht weg und schaute zu, wie ich mich über ihn beugte.
»Ich bin zwar kein Arzt, aber für den Hausgebrauch reicht es.«
»Sie … Sie wollen mich verbinden?«
»Ja, was sonst?«
»Was tun Sie denn noch alles für mich?«
Ich grinste ihn an. »Mal sehen. Mal eine Frage nebenbei. Wie heißen Sie eigentlich.«
»Heinz Hollmann. Aus Hamburg.«
Ich wollte ihn von meiner Arbeit ablenken, denn auch beim Verbinden der Wunden können Schmerzen auftreten. »Hamburg kenne ich«, sagte ich, »da bin ich schon mal gewesen. Und Sie stammen aus der Stadt, in der es einen Dom gibt.«
»Ein Jahrmarkt, der so heißt.«
»Das habe ich jetzt begriffen.« Ich schaute ihm in die wässrig wirkenden Augen. Sein bräunliches Haar war so nass, dass es aussah wie frisch gewaschen. »Achtung jetzt, ich hieve Sie leicht an. Es könnte weh tun.«
Er lachte als Antwort. »Machen Sie nur. Wenn ich daran denke, was ich hinter mir habe, kann ich darüber wirklich nur lachen.« Dann verzog er das Gesicht, als der Schmerzstich durch seinen Körper zuckte. Ich lenkte ihn ab und erkundigte mich, wie er überhaupt in diese vertrackte Lage hineingeraten war.
»Das sage ich Ihnen gleich«, stieß er hervor. »Zunächst einmal möchte ich wissen, wie mein Lebensretter heißt. Sie sprechen zwar gut Deutsch, sind aber kein Deutscher.«
»Da haben Sie recht. Ich bin Engländer und heiße John Sinclair.«
»Aha.«
»Zufrieden jetzt?« Ich knotete den »Verband« fest und sah, wie Hollmann den Kopf schüttelte.
»Was haben Sie denn in Hamburg zu tun gehabt?«
Schon wieder Hamburg. Ich verdrehte die Augen und trat zurück, damit er mich anschauen konnte. »Mein lieber Herr Hollmann. Ich war nicht in Hamburg. Ich bin vor einigen Jahren einmal dort gewesen, aber ich bin nicht aus Hamburg gekommen und habe auch Ihren berühmten Dom nicht besucht. Da muss ich Sie leider enttäuschen.«
»Wo kamen Sie dann her?«
»Aus Los Cantos!«
»Bitte – woher?«
»Aus Los Cantos«, wiederholte ich. »Ein kleiner Ort bei Madrid, mitten in den Bergen gelegen. So, jetzt wissen Sie es.«
Hollmann starrte mir noch ins Gesicht. Dann schüttelte er den Kopf, und einen Augenblick später fing er an zu lachen, was mich überraschte, denn für dieses Gelächter sah ich keinen Grund. Vielleicht musste er sich auch nur befreien, das war auch möglich. Hinter ihm lag der Schrecken. Er hatte Todesangst empfunden. Da tat es gut, wenn mal als Gegenreaktion durchgelacht wurde.
Sein Gelächter verstummte. Er wischte mit dem Handrücken Schweiß von der Stirn. »Sie aus Spanien, John, ich aus Hamburg. Und wir treffen uns an einem gemeinsamen Ort.« Er hob den Arm und deutete auf die Treppe. »Wenn ich die jetzt hochgehe, wohin gelange ich dann?«
»Sie werden dieses Gewölbe verlassen.«
»Einfach so?«
»Ja.«
Hollmann wollte es noch nicht glauben und fragte nach. »Man lässt mich also nach draußen gehen. Ist das richtig?«
»Es stimmt. Ich bin über die Treppe gekommen, habe Sie gesehen, Heinz, und dann befreit.«
Der Deutsche schaute...
| Erscheint lt. Verlag | 23.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3619-2 / 3838736192 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3619-8 / 9783838736198 |
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