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John Sinclair 885 (eBook)

Kampfplatz der Bestien (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3616-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 885 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Kampfplatz der Bestien (2. Teil).

Wusch ... wusch ... wusch ...

Das Geräusch der beiden sich bewegenden Scheibenwischer klang überlaut in der herrschenden Stille, aber der Fahrer hörte es nicht. Er saß wie angeleimt hinter dem Lenkrad, hatte den Oberkörper nach vorn gebeugt und starrte durch die breite Frontscheibe des Opel Frontera hinaus in die neblige Nacht, die von einem unerklärlichen, seltsamen und kalten Licht erhellt wurde.

Dick Donovan begriff die Welt nicht mehr!

Er kam sich in seiner Lage lächerlich vor. Er, der Lehrer, wusste nicht mehr weiter. Wenn er jetzt vor seinen Schülern gestanden hätte, um eine Erklärung abzugeben, dann hätte er passen und sich mit den höhnisch grinsenden Gesichtern der Jungen und Mädchen zufriedengeben müssen. Aber es waren keine Schüler in der Nähe auf dieser einsamen Landstraße. Er war das einzige Lebewesen auf zwei Beinen, dazu geschützt durch die Karosserie des Frontera. Und doch war das Unheimliche geschehen.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Kampfplatz der Bestien (2. Teil)


Wusch … wusch … wusch …

Das Geräusch der beiden sich bewegenden Scheibenwischer klang überlaut in der herrschenden Stille, aber der Fahrer hörte es nicht. Er saß wie angeleimt hinter dem Lenkrad, hatte den Oberkörper nach vorn gebeugt und starrte durch die breite Frontscheibe des Opel Frontera hinaus in die neblige Nacht, die von einem unerklärlichen, seltsamen und kalten Licht erhellt wurde.

Dick Donovan begriff die Welt nicht mehr!

Er kam sich in seiner Lage lächerlich vor. Er, der Lehrer, wusste nicht mehr weiter. Wenn er jetzt vor seinen Schülern gestanden hätte, um eine Erklärung abzugeben, dann hätte er passen und sich mit den höhnisch grinsenden Gesichtern der Jungen und Mädchen zufriedengeben müssen. Aber es waren keine Schüler in der Nähe auf dieser einsamen Landstraße. Er war das einzige Lebewesen auf zwei Beinen, dazu geschützt durch die Karosserie des Frontera. Und doch war das Unheimliche geschehen.

Donovan hatte einige Male Angst in seinem Leben verspürt. Erst vor einigen Tagen noch, als ihn ein Autofahrer auf dem Motorway rücksichtslos überholt und dann geschnitten hatte. Doch diese Furcht, die jetzt in ihm nagte, war anders. Er konnte sie auch nicht so recht erklären, obwohl er nach Worten suchte.

Sie war wie ein kalter Ölstrom, der durch seine Adern floss und auch den letzten Winkel in seinem Körper erreichte. Es war die Furcht vor den Dingen, die ein Mensch weder begriff noch erklären konnte. Die Angst vor dem Unheimlichen, dem Neuen, vor etwas, das es wohl gab, über das man am besten aber nicht sprach, weil es sich in anderen Zeitregionen und Dimensionen verborgen hielt.

Die Furcht vor dem Jenseits.

Er kam sich vor, als läge er im Sterbezimmer einer Klinik, wo er auf den Tod wartete, der sich bereits in das Zimmer geschlichen hatte und wie ein grauer, knochiger Schatten am Fußende des Bettes stand und dem sterbenden Menschen die skelettierte Hand entgegenstreckte, um ihn in das andere Reich zu holen.

War dieses Licht das andere Reich? Oder gehörte es zumindest dazu? War es ein Teil dessen?

Da bauten sich die Fragen auf wie eine dicke Wand, und Dick Donovan sah keine Chance, sie irgendwo zu durchbrechen. Er musste dieses verdammte Licht einfach akzeptieren, auch wenn es so urplötzlich erschienen war, als hätte es sich der Mond anders überlegt und seinen angestammten Platz am Himmel verlassen.

Der bleichgelbe Lichtkreis funkelte nicht. Er faserte an seinen Rändern auch nicht auseinander. Er stand einfach nur da, als wollte er die gesamte Straße absperren und noch darüber hinaus, denn mit seinen Rändern drang er ein in das Buschwerk rechts und links der schmalen Fahrbahn und übergoss auch diese Gewächse mit seinem gespenstisch bleichen Schleier. Dabei störte ihn der Nebel überhaupt nicht, denn er war in der Lage, ihn einfach zu ignorieren. Für ihn war er nicht vorhanden. Dieser Kreis stand da wie in klarer Luft.

Aber er war nicht gelb und blank, denn in seinem Innern zeichnete sich eine Figur ab, die beim besten willen nicht als Mensch angesehen werden konnte.

Es war ein Tier, vielleicht eine Bestie, die sich auf ihre Hinterbeine gestellt und den Körper dabei in die Höhe gereckt hatte, wobei die Vorderpfoten weit in die Luft hineingriffen, als wollten sie irgendwann einmal die Wolken erreichen.

Auch die Gestalt rührte sich nicht. Sie stand lauernd innerhalb des Kreises, die Drohung und Bösartigkeit in Person, das perfekte Zerrbild eines Schauermärchens.

Märchen!

Plötzlich dachte auch der Lehrer Dick Donovan daran, vor sich ein Märchen zu sehen. Aber Märchen sind Geschichten, sie sind auf keinen Fall wahr; dieses Licht dagegen bildete er sich nicht ein. Es war eine Tatsache, und er hatte sogar den Eindruck, als hätte es ausschließlich auf ihn gewartet.

Eine runde Scheibe mit einer Bestie darin. Das Gebilde war dreidimensional. Gern hätte Dick Donovan dafür eine Erklärung gewusst. Er spürte förmlich die andere Macht. Er konnte sich dem Licht nicht entziehen, er war ihm ausgesetzt, obwohl er im Auto saß.

Dunkelheit und Nebel waren zu Verbündeten geworden und nahmen Dick die Sicht.

Wusch … wusch … wusch …

Monoton bewegten sich die Wischer. Gegen die von innen beschlagenen Fenster half das natürlich nicht.

Was tun?

Zum Glück schaffte Dick Donovan es, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Er ging davon aus, dass es für ihn gefährlich werden konnte, wenn er den Wagen jetzt startete und einfach auf das Licht zufuhr. Nein, das war nicht gut. Es wusste nicht, was passierte, wenn er hindurchrollte. War das überhaupt möglich?

Geschichten kamen ihm in den Sinn. Er hatte früher viele Fantasy- und Science-fiction-Romane gelesen. Deshalb kannte er sich aus mit Dimensionstoren, die in andere Welten führten, aber auch mit den Besuchen von Außerirdischen.

Er runzelte die Stirn und erschrak zugleich. Sollte dieser helle Kreis etwa mit einem Außerirdischen zu tun haben? War er möglicherweise ein Raumschiff, eines, das bisher noch nicht mal identifiziert worden war? Eines, das einfach nur aus einer Scheibe bestand?

Vielleicht war es auch ein Ding, das sich verwandeln konnte. Das andere Formen annahm. Wer konnte denn schon sagen, wie die Bewohner anderer Planeten aussehen?

Niemand, alles war Spekulation.

Aber nicht bei mir, dachte Donovan. Nicht bei mir! Er wunderte sich darüber, dass er seine linke Hand bewegte und zum Schloss führte. Er drückte den roten Knopf.

Der erste Schritt war getan. Der Sicherheitsgurt gelöst und aufgerollt.

Und der Zweite?

Donovan wusste genau, wie er aussehen würde. Er würde die Tür öffnen und aussteigen. Dabei wollte er das nicht, doch seine Neugierde war stärker. Oder gab es da noch eine andere Kraft, die ihn lenkte? Mit Bestimmtheit konnte er nichts sagen, und er würde sich auch nicht länger ins Bockshorn jagen lassen, nein, nicht er!

Deshalb öffnete er die Tür.

Kalte Luft erwischte seinen gesamten Körper. Dick schnupperte. Er wollte wissen, ob sie anders roch. Vielleicht nach Elektrizität oder nach Ozon, aber davon war nichts zu spüren. Es war die kalte klebrige Nebelluft, die ihn umfing, als er sein Bein ausstreckte, über das Trittbrett hinwegglitt und sich dann neben dem Opel auf den Boden stellte.

Nichts war geschehen.

Nichts hatte sich in seiner Umgebung verändert, denn auch der Boden blieb, wie er war. Kein Zittern, kein Vibrieren, kein Rumoren in der Tiefe. Nur eben die absolute und unheimliche Stille, als wäre sie von Bäumen und Büschen eingefangen worden, um nie losgelassen zu werden.

Hätte es eine Chance gegeben, rechts oder links an der Lichtscheibe vorbeizufahren, Dick hätte sie wahrscheinlich genutzt. Aber das war nicht möglich, er hätte schon in einem Panzer sitzen müssen. Und den Weg zurück zu seinem Schüler wollte er auch nicht mehr fahren. Außerdem zog es ihn nach vorn, und als er tief Atem holte, hatte er den Eindruck, die Luft trinken zu können.

Durch den Nebel hatte er die Entfernung zu der bleichen Scheibe nicht schätzen können. Sie konnte dreißig, zwanzig oder auch nur zehn Yards entfernt sein. Konnte er das Rätsel lösen?

Spürte er das große Zittern in sich? Das Beben? Die Furcht vor dem Tod? Er hatte so etwas gefühlt. Ungewöhnlicherweise war das jetzt verschwunden, und nur seine Neugierde war gewachsen.

Die graue Figur stand innerhalb der Scheibe wie gemalt. Donovan konzentrierte sich darauf, und dann, als er näher herangekommen war, stellte er fest, um wen es sich dabei handelte. Es war ein Wolf. Der Schatten war ein Wolf!

Donovan saugte die Luft ein und schloss für einen Moment die Augen. Wieder schoss ihm eine Geschichte durch den Kopf, denn er dachte an den Mann im Mond.

Kinder erzählten sich oft davon. Sie sahen den alten Mann, der gebeugt das Holz auf dem Rücken schleppte. Aber sie hatten nie einen Wolf gesehen, der aufrecht auf seinen Hinterpfoten stand und den Kopf sowie die Schnauze in den Himmel reckte.

Das aber sah er!

In seiner Kehle hatte sich der Schleim festgesetzt. Er spürte hinter der Stirn den Druck des Blutes, das sich erwärmt hatte. Er fror nicht mehr, diesmal war ihm der Schweiß aus den Poren gedrungen, und er merkte, wie er ihm in schmalen Bächen von der Stirn her abwärts lief.

Seine Schritte wurden langsamer. Zögernder. Das Licht, nein, die Scheibe blendete ihn. Er glaubte, dass Teile der Helligkeit in seinen Kopf eindrangen und seine eigene Gedankenwelt übernehmen wollte. Die Kälte klebte nur mehr auf seinem Rücken, an den anderen Körperteilen war sie bereits verschwunden, und seine sowieso schon trägen Bewegungen wurden noch langsamer und stoppten plötzlich, als er sah, was sich in der Scheibe abspielte.

Dort bewegte sich das Tier!

Der Atem kratzte in Donovans Hals. Er fühlte sich wie vor den Kopf geschlagen. Für einen Moment schwankte die Scheibe hin und her, und der Lehrer wischte über seine Augen, überzeugt davon, sich selbst ein Trugbild geschaffen zu haben.

Es war keine Einbildung gewesen.

Das Tier lebte.

Der Wolf hatte seine Lage verändert und stand jetzt auf allen vieren innerhalb der Scheibe. Aber hinter ihm, wo es eigentlich klar und hell sein musste, zeigte sich das Gesicht einer Frau.

Donovan sah es schattenhaft, dennoch sehr klar, und er hatte den Eindruck, dass dieses Gesicht nur ihn anstarrte, nichts und niemanden sonst in seiner Umgebung.

Nur ihn … ihn!

Er hielt den Atem an. Plötzlich wollte er nicht mehr weiter, denn er hörte etwas, das ihm eine derartige Angst einjagte, dass er sich...

Erscheint lt. Verlag 23.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3616-8 / 3838736168
ISBN-13 978-3-8387-3616-7 / 9783838736167
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